Für mich ist die oberste Regel, dass alles Jagen so gestaltet wird, dass eine Gemeinsamkeit mit dem Haltenden empfunden wird, der Hund sich respektiert und geschätzt fühlt. Keine Jagdsequenz sollte solitär vom Hund ausgeführt werden.
Hunde sind hochsoziale Gruppenwesen, die auch innerartlich gemeinsam jagen, ein Ausbrechen aus der Gemeinschaft bedeutet jagdlicher Misserfolg und gefährdet überdies die Gruppe. Das heißt, wir fördern nichts künstlich Zivilisatorisches, sondern erinnern sie nur an ihre Anlage. Darob sollte man bestrebt sein, diese Fähigkeit zu nutzen., dass der Hund dich als Jagdpartner sieht.
Richtiges Hetzen können wir lahmen Menschen nicht. Da ist es unmöglich eine gemeinsame Jagd zu etablieren. Eine Reizangel sehe ich auch kritisch, weil der Haltende im wahrsten Sinne „außen vor“ ist und vom Hund keine Teilhabe empfunden wird, höchstens als Spielverderber.
An deiner Stelle würde ich das trotzdem üben, solange bis er seine Ängste abgebaut hat (unabhängig vom Jagdthema). Pepe muss vom Jäger brutal das „Beute ins Maul nehmen“ ausgetrieben bekommen haben, wir haben fast ein Jahr trainiert, dass er etwas ins Maul nimmt, damit wir überhaupt zB. mit dem Apportieren beginnen konnten.
Manchmal renne ich mit Pepe Berg runter im Wohngebiet Autos nach (lach nicht, ich warte immer darauf, dass die anhalten und fragen, ob was los sei 😂), das macht ihm Spaß und da darf er auch ziehen. Ob er das allerdings als hetzen sieht, oder eher als „meuten“ weiß ich nicht.
Ich denke, du machst das schon toll und fürs Rennen würde ich vllt. wirklich versuchen öfter Hundefreunde zu treffen und vllt. Curving oder ähnliches beginnen.
Curving hört sich spannend an, da schau ich Mal ob ich was in der Nähe finde. Distanzarbeit mit Parcours machen wir im Hundekurs, aber da liegt der Focus auf langsames konzentriertes ablaufen und Hürden übersteigen um die Muskeln gezielt zu trainieren.
Ich merke gerade dass es sich auch so liest, als würde ich meinen Hund permanent fördern, beschäftigen, bespaßen 😅
Wir gehen zweimal die Woche zur Hundeschule. Einmal wegen der Therapiehundeausbildung und einmal zu dem Kurs mit dem Parcours Training.
Die "Jagdersatz" Sachen mache ich 1-2 Mal die Woche im Spaziergang integriert und die Schnüffelarbeiten sind quasi die Fütterung, da der Hund sich sein Futter gerne erarbeitet als das es langweilig im Napf liegt 😅 Also an sich ist er wirklich gut ausgelastet. Ich glaube manchmal bin ich auch zu perfektionistisch.🙈😅
Wir haben tatsächlich sehr viel Hundekontakt, da er sehr unkompliziert ist was das betrifft. Aber er ist auch SEHR wählerisch was richtige Spielpartner betrifft. In seinen 3,5 Jahren haben wir genau zwei Hunde kennengelernt wo er sich auf wirkliches Spiel einlässt und völlig entspannt ist.
Und genau nach diesem Spiel merke ich, das er einfach noch Mal deutlich gelassener ist. Vielleicht haben wir Glück und treffen bald noch einen optimalen Spielpartner 😊