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Julia 🐾Nero
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Anzahl der Antworten 594
zuletzt 20. Juni

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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M.
13. Juni 16:18
Ich würde an deiner Stelle überhaupt nicht gegen den Hund arbeiten. Das wäre für mich ein völlig falscher Einsatz. Zuerst, auch nicht an den anderen Dingen, solange sein Vertrauen zu dir nicht stabil aufgebaut ist.
Ich vermute, nämlich dass dein Hund ein sehr intelligenter ist.
Das, was du von ihm verlangst, mach ihm am Anfang Spaß und er ist dabei. Wenn der Spaßfaktor nachlässt, so wie es b.d. Kindern auch der Fall ist,
fragt sich der Hund, was das ganze soll und macht nicht mehr mit. Solange er dir nicht blind vertraut, wirst du keine große Erfolge, bei so einem Hund erzielen. Das ist meine Meinung. Ich habe auch so einen, selbst entscheidenden Exemplar, der sich alles hinterfragt und keiner hat es damals geglaubt, dass er sich zu einem Hund entwickelt, der am Ende auch noch oft die Leine-Freiheit genießen darf. Am Anfang war es sehr hart. Das ganze ,,schulische Training", was uns damals nicht viel brachte (gehorsam-Übungen, etc,....) habe ich weggelassen, außer ein Paar Einheiten, die ganz wichtig waren. Als erstes, habe ich am Vertrauen gearbeitet. Ab da Kamm der Rest, so zu sagen, von alleine. Dann fing mein Hund, irgendwann an, sich an mir zu orientieren. Wir sind nicht perfekt geworden (wollte ich auch nie, der Hund muss auch mal Spaß haben), aber wir sind ein Team geworden. Nach fast Allem wird jetzt bei mir gefragt. Ich muss immer alles im Blick haben und rechtzeitig, richtig reagieren, damit ich ihn gut führen kann und sein Vertrauen nicht verliere. Dadurch, dass er viel ohne Leine läuft, ist es für mich noch anstrengender, aber es lohnt sich. Das Einzige wichtige, woran wir immer noch arbeiten, das sind die Hundebegegnungen. Wenn ein Hund, mit freundlichen Absichten uns entgegen kommt, dann denkt meiner, manchmal, dass er die Entscheidung selber treffen darf zu dem Hund gehen zu dürfen. Daran arbeiten wir immer noch🙈🤷‍♀️

Viel Erfolg 🍀 und nicht aufgeben.

LG, M&P🐕
 
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Ilona
13. Juni 16:20
Mein Wunsch wäre ein lockeres Laufen an der Leine ohne zu ziehen. Dabei darf der Hund die Position frei bestimmen und schnüffeln, markieren etc. Allerdings haben mir Hundetrainer mehrfach gesagt, dass er den meisten Hunden deutlich einfacher fällt dies erst mal an einer festgelegten Position zu lernen. Man könnte es ein Alltags "Fuß" nennen. Der Hund muss mit der Schulter nicht am Oberschenkel kleben und einen anhimmeln, aber etwa an der Seite gehen. Wenn er das gut beherrscht kann man den Radius ausweiten. Als wir aktiv über Körpersprache trainiert haben habe ich darauf geachtet möglichst aufrecht zu gehen und mich auf den Weg vor mir zu konzentrieren. Das hat anfangs ja gut geklappt. Bei der dritten Methode hat es aber auch völlig unabhängig von meiner Körpersprache geklappt, da habe ich entspannt vor mich hingeschlendert. Hat auch funktioniert. Bis beides nicht mehr geklappt hat 😅.
Ok. So haben wir früher auch trainiert und es hat überhaupt nicht gefruchtet ich war gefrustet und Yuna auch. Wie haben dann eine 3 bis 5m leine genommen, und von da an ging es von Tag zu Tag besser. Das Problem war auch bei uns starkes ziehen. Und jedesmal hat Yuna mehr Frust bekommen weil sie halt schnell ans Leinenende kam. Welche Leinenlänge benutzt du denn? Und diese Tipps " darf nur links gehen und nicht mit dem schulter übers Knie hinaus" , hab ich in die Tonne gekloppt . Meine Trainerin hat damals gesagt, jedes in die Leine springen, macht Frust beim Hund. Das baut sich dann immer mehr auf. Wir sollten dann vor dem Spaziergang schon ne Runde zergeln, damit schon mal etwas Energie abgebaut wird. Und die Empfehlung einer längeren leine. Da gibt es einfach mehr Spielraum für den Hund.
 
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M.
13. Juni 16:21
Finde ich sehr zutreffend!
👍
 
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Jochen
13. Juni 16:22
Mein Wunsch wäre ein lockeres Laufen an der Leine ohne zu ziehen. Dabei darf der Hund die Position frei bestimmen und schnüffeln, markieren etc. Allerdings haben mir Hundetrainer mehrfach gesagt, dass er den meisten Hunden deutlich einfacher fällt dies erst mal an einer festgelegten Position zu lernen. Man könnte es ein Alltags "Fuß" nennen. Der Hund muss mit der Schulter nicht am Oberschenkel kleben und einen anhimmeln, aber etwa an der Seite gehen. Wenn er das gut beherrscht kann man den Radius ausweiten. Als wir aktiv über Körpersprache trainiert haben habe ich darauf geachtet möglichst aufrecht zu gehen und mich auf den Weg vor mir zu konzentrieren. Das hat anfangs ja gut geklappt. Bei der dritten Methode hat es aber auch völlig unabhängig von meiner Körpersprache geklappt, da habe ich entspannt vor mich hingeschlendert. Hat auch funktioniert. Bis beides nicht mehr geklappt hat 😅.
Was will er denn eigentlich? Nur stramm vorwärts oder stramm zu einer Schnüffelstelle?
Welche Motivation hat er denn? Sexuell, territorial, jagdlich?

Schau, wenn du mit dem Konditionieren durch bist, kannst du doch nur noch sozial an ihn rankommen.
Auch bin ich der Meinung, dass wenn er wirklich verstanden hat, was du von ihm willst, du es auch einfordern können darfst bis zu einem gewissen Punkt. Und wenn er sich dann hochspult wie du schreibst, musst du auch an der Impulskontrolle und Selbstregulation arbeiten und nicht isoliert vorgehen.
 
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M.
13. Juni 16:22
Ich denke eher über Kooperation als über Gehorsam. Beim Jagdthema habe ich zum Beispiel immer auf die Momente gewartet, in denen hund von sich aus Kontakt oder Kooperation angeboten hat. Irgendwann fing Neo an, mir Wildgeruch, Spuren oder andere interessante Dinge zu zeigen. Das habe ich aufgegriffen und positiv bestätigt. Damit er aufhört draußen Kram zu fressen, habe ich ihm zu Anfang körperlich von den verbotenen Früchten abgehalten und kooperatives Verhalten sofort bestätigt. Mittlerweile sucht er Pferdekacke um sie mir zu zeigen - da tuts dann manchmal auch ein Maulwurfshügel - weil er gelernt hat, dass „etwas Interessantes gemeinsam entdecken“ in der Regel zu einer positiven Interaktion führt. Ich denke, dass viele unserer Fortschritte nicht daraus entstanden sind, dass er bestimmte Regeln gelernt hat, sondern daraus, dass Kooperation für ihn selbst sinnvoll geworden ist. Für mich klingt es so, als würde Nero irgendwann entscheiden, dass das Gelernte für ihn selbst keinen ausreichenden Wert hat.bzw der Umweltreiz bedeutsamer wird als die Belohnung. Vielleicht schaust du mal was Nero dir an Kooperationsangeboten macht und was du davon wie, wann, für was verstärken und nutzen kannst.
👍
 
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Julia 🐾Nero
13. Juni 16:37
Was will er denn eigentlich? Nur stramm vorwärts oder stramm zu einer Schnüffelstelle? Welche Motivation hat er denn? Sexuell, territorial, jagdlich? Schau, wenn du mit dem Konditionieren durch bist, kannst du doch nur noch sozial an ihn rankommen. Auch bin ich der Meinung, dass wenn er wirklich verstanden hat, was du von ihm willst, du es auch einfordern können darfst bis zu einem gewissen Punkt. Und wenn er sich dann hochspult wie du schreibst, musst du auch an der Impulskontrolle und Selbstregulation arbeiten und nicht isoliert vorgehen.
Das kann ich dir nicht beantworten. Mal will er einfach stramm nach vorne, manchmal zu einer bestimmten Schnüffelstelle, dann verfolgt er eine Spur, dann will er einfach schneller, dann macht er kehrt und rennt zurück, weil er bei seiner Eile nach vorne zu ziehen eine Schnüffelstelle verpasst hat und dann geht das ganze von vorne los.
Im Grunde will er frei laufen.
 
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Jochen
13. Juni 16:38
Das kann ich dir nicht beantworten. Mal will er einfach stramm nach vorne, manchmal zu einer bestimmten Schnüffelstelle, dann verfolgt er eine Spur, dann will er einfach schneller, dann macht er kehrt und rennt zurück, weil er bei seiner Eile nach vorne zu ziehen eine Schnüffelstelle verpasst hat und dann geht das ganze von vorne los. Im Grunde will er frei laufen.
Wie lang ist die Leine?
 
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Julia 🐾Nero
13. Juni 16:41
Ok. So haben wir früher auch trainiert und es hat überhaupt nicht gefruchtet ich war gefrustet und Yuna auch. Wie haben dann eine 3 bis 5m leine genommen, und von da an ging es von Tag zu Tag besser. Das Problem war auch bei uns starkes ziehen. Und jedesmal hat Yuna mehr Frust bekommen weil sie halt schnell ans Leinenende kam. Welche Leinenlänge benutzt du denn? Und diese Tipps " darf nur links gehen und nicht mit dem schulter übers Knie hinaus" , hab ich in die Tonne gekloppt . Meine Trainerin hat damals gesagt, jedes in die Leine springen, macht Frust beim Hund. Das baut sich dann immer mehr auf. Wir sollten dann vor dem Spaziergang schon ne Runde zergeln, damit schon mal etwas Energie abgebaut wird. Und die Empfehlung einer längeren leine. Da gibt es einfach mehr Spielraum für den Hund.
Beim normalen Spaziergang 3 Meter. Beim letzten Leinenführigkeitstraining waren es 5 Meter.
An einer längeren Leine kann ich Nero nicht mehr halten, wenn er durchstartet.
Beim letzten Trainingsansatz hatte er ja schon recht viel Bewegungsspielraum.
Das war ja so: Hund geht hinter einem, wenn er aufholt auf meine Seite Marker ich und lasse ein Leckerli fallen. Ich gehe weiter während er das Leckerli sucht und frisst und er kommt dann wieder angelaufen, sobald er auf meiner Höhe ist Marker, Leckerli. So hat er immer, je nachdem wie schnell er gefunden hat, 3 bis 5 Meter hinter mir Spielraum gehabt.
Das hat ihm anfangs auch viel Spaß gemacht.
 
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Tina
13. Juni 16:48
Wie wäre es denn mit einer Trainingspause? Vielleicht geht ihr zu "verkopft" an die Sache heran. Ein bisschen Abstand kann manchmal gut tun.....
 
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Julia 🐾Nero
13. Juni 16:52
Ich würde an deiner Stelle überhaupt nicht gegen den Hund arbeiten. Das wäre für mich ein völlig falscher Einsatz. Zuerst, auch nicht an den anderen Dingen, solange sein Vertrauen zu dir nicht stabil aufgebaut ist. Ich vermute, nämlich dass dein Hund ein sehr intelligenter ist. Das, was du von ihm verlangst, mach ihm am Anfang Spaß und er ist dabei. Wenn der Spaßfaktor nachlässt, so wie es b.d. Kindern auch der Fall ist, fragt sich der Hund, was das ganze soll und macht nicht mehr mit. Solange er dir nicht blind vertraut, wirst du keine große Erfolge, bei so einem Hund erzielen. Das ist meine Meinung. Ich habe auch so einen, selbst entscheidenden Exemplar, der sich alles hinterfragt und keiner hat es damals geglaubt, dass er sich zu einem Hund entwickelt, der am Ende auch noch oft die Leine-Freiheit genießen darf. Am Anfang war es sehr hart. Das ganze ,,schulische Training", was uns damals nicht viel brachte (gehorsam-Übungen, etc,....) habe ich weggelassen, außer ein Paar Einheiten, die ganz wichtig waren. Als erstes, habe ich am Vertrauen gearbeitet. Ab da Kamm der Rest, so zu sagen, von alleine. Dann fing mein Hund, irgendwann an, sich an mir zu orientieren. Wir sind nicht perfekt geworden (wollte ich auch nie, der Hund muss auch mal Spaß haben), aber wir sind ein Team geworden. Nach fast Allem wird jetzt bei mir gefragt. Ich muss immer alles im Blick haben und rechtzeitig, richtig reagieren, damit ich ihn gut führen kann und sein Vertrauen nicht verliere. Dadurch, dass er viel ohne Leine läuft, ist es für mich noch anstrengender, aber es lohnt sich. Das Einzige wichtige, woran wir immer noch arbeiten, das sind die Hundebegegnungen. Wenn ein Hund, mit freundlichen Absichten uns entgegen kommt, dann denkt meiner, manchmal, dass er die Entscheidung selber treffen darf zu dem Hund gehen zu dürfen. Daran arbeiten wir immer noch🙈🤷‍♀️ Viel Erfolg 🍀 und nicht aufgeben. LG, M&P🐕
Wie hast du denn das Vertrauen aufgebaut?

Nero ist schon auch selbstständig und entscheidet selber.
Das ist soweit ich Informationem zur Rasse finden kann auch ein Zuchtziel.
Im Gegensatz zum deutschen Schäferhund sollte der osteuropäische Schäferhund selbstständig Gefahren einschätzen und handeln, anstatt auf Kommando zu warten. Wenn ein Kommando kommt sollte er natürlich trotzdem folgen, aber die Orientierung ist nicht so auf den Hundeführer ausgelegt, wie es beim deutschen Exemplar der Fall ist und der Hund bietet sich nicht an. Zudem wurden Härte und ein eher geschlossenes, defensives Wesen bevorzugt, während der deutsche Schäferhund ein offenes Wesen haben sollte.

Aber gut, das ist soweit die Theorie.