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Julia 🐾Nero
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heute 20:13

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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Babs
18. Juni 06:51
Ja, guter Punkt - aber ich hänge immer noch an deinem Punkt mit den Artgenossen. 😅 Klar, territoriale Motivation ist was anderes als Jagdverhalten - Plus Lernerfahrung, dass der Einsatz sich doch irgendwie lohnt, weil der andere über kurz oder lang verschwindet? Und das Affentheater im sozialen Kontext eher selbstbelohnend ist?
Ich denke, dass da mehrere Gründe/Motivationen vorliegen. Hunde sind ja Artgenossen und bei denen geht es untereinander um andere Themen als z. B. bei Wildtieren (Jagdverhalten).
 
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SandrA
18. Juni 07:18
Naja, da ist(!) ein Zaun. Die Hunde sind schlau genug um zu wissen dass sie da nicht an das Wild rankommen, wozu also sinnlos hochdrehen? Reine Energieverschwendung sozusagen, sowas meiden Tiere i.d.R. instinktiv. Einsatz nur wenn Aussicht auf Erfolg besteht. Das ist im Gehege nicht der Fall. Baja hat anfangs schon interessiert geschaut, macht sie auch heute noch manchmal. Wir waren da auch zum "Beobachten üben" weil da eben i.d.R. die Reizlage so niedrig ist. 🌻
Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr merke ich, dass das auf Ivy so gar nicht zutrifft. 😅

Am Wildgehege ist sie hochgradig erregt, versucht näher heranzukommen, buddelt und beißt in den Zaun. Sie wirkt jedenfalls nicht wie ein Hund, der die Situation als aussichtslos bewertet und deshalb Energie spart.
Wahrscheinlich ticken Hunde auch da sehr unterschiedlich. Manche scheinen den Zaun tatsächlich als klare Grenze zusehen andere nicht, Ivy Zuhause ja, draußen nicht🤔😂
(Zumal sie zuhause de facto Zugriff hätte und draußen mal doppelt nicht, weil stabiler Wildtierzaun und zusätzlich auch noch ne Leine dran ist)
 
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SandrA
18. Juni 07:37
Ich denke, dass da mehrere Gründe/Motivationen vorliegen. Hunde sind ja Artgenossen und bei denen geht es untereinander um andere Themen als z. B. bei Wildtieren (Jagdverhalten).
Ja das denke ich auch - zumal sich das auch auf Leinenreaktivität übertragen lässt. Natürlich ist Ivy ein Leinenrambo🙈😂 aber bei Wild zeigt sie das nicht.
 
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SandrA
18. Juni 07:41
Das mit Artgenossen ist auch eine der Dinge die ich als schwierig empfinde. Einseitz heißt es man solle ruhig bleiben anderseits heißt man soll dran vorbei gehen, oder auch mal negative Situation aussitzen. Naja einmal kann es zur aktiven Aggression kommen, anderseits kann es auch zur passiven Aggression kommen. Was ich als schwierig empfinde ist die Passive Aggression die ist weit aus schwieriger zu erkennen und in den Griff zu bekommen.
Meinst du mit „passiv aggressiv“ eine Unterschiedlichkeit zwischen gezeigtem Verhalten und innerem Zustand? Also so ähnlich wie ich es mal mit Neo und unserer Nachbarsheckensache beschrieben hatte? Er ist äußerlich Gehorsam aber innerlich im Kampfmodus?
Dann bin ich da bei dir.

Was ich gerade total cool finde ist, dass ich durch den Austausch hier gerade noch mal besser verstehen kann was meine Trainerin mit ihrem Ansatz meint, nicht mehr aus der Situation zu fliehen sondern an seinem inneren Zustand zu arbeiten. Mega 👌👍🏻
 
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Frank
18. Juni 08:19
Kannte es aber auch hier im Verein. Man wurde nur schnell abgefertigt und dann wieder weg und auf dem Warteplatz war viel zu eng sodass die Individualdistanz ständig unterschritten war. Rocket konnte dort null runterkommen. Plus dann noch Mitglieder die sich nicht an den Hundeknigge hielten trotz Hinweis des Trainers und Rockets Kenndecke und Leinenbanderole ihren Hund einfach hinließen. Hab mich extra immer möglichst an den Rand in ne Ecke gesetzt damit er einigermaßen geschützt ist. Hab mich da dann garnicht wohl gefühlt.
Oh... das schiesst mir grad was in den Kopf was mir in meiner Anfängerzeit aufgefallen ist und mir sehr viel gebracht hat.

Zum einen herrscht auf dem Platz immer eine sehr gute, heitere Grundstimmung, selbst wenn's mal stressig wird, viel schief läuft.
Die Teamarbeit steht dabei im absoluten Mittelpunkt.
Die Trainer selbst zeigen sich immer - natürlich in Variationen - gut gelaunt und konzentriert.

Der Durchbruch für mich, sozusagen als ich noch Anfänger war, kam als ich gesehen habe wie der - übrigens einzige (ausgerechnet) männliche - Trainer auffallend in "kindlicher, mickimaus-tonierter Stimme seinen Hund (australian shepperd) geredet und ihn animiert hat. Das habe ich mir abgeschaut.
Machen die anderen Trainerinnen oft auch, bei Ihm fiel mir das halt besonders auf - gerade weils ein Mann ist.

Mir fiel das anfangs echt schwer, Stichwort "über den eigenen Schatten springen".

Für mich währe diese positive und somit gut motivierende, Mut machende Grundstimmung der entscheidende Marker bei der Suche nach Verein und Trainer.
🌻
 
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Thomas
18. Juni 08:35
Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr merke ich, dass das auf Ivy so gar nicht zutrifft. 😅 Am Wildgehege ist sie hochgradig erregt, versucht näher heranzukommen, buddelt und beißt in den Zaun. Sie wirkt jedenfalls nicht wie ein Hund, der die Situation als aussichtslos bewertet und deshalb Energie spart. Wahrscheinlich ticken Hunde auch da sehr unterschiedlich. Manche scheinen den Zaun tatsächlich als klare Grenze zusehen andere nicht, Ivy Zuhause ja, draußen nicht🤔😂 (Zumal sie zuhause de facto Zugriff hätte und draußen mal doppelt nicht, weil stabiler Wildtierzaun und zusätzlich auch noch ne Leine dran ist)
Vermutlich spielt die Situation und auch das Verhalten der Wildtiere ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hier mal Videos mit Wildschweinbegegnungen hier im Ort - kein Wildgehege...
 
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Jörg
18. Juni 08:36
Meinst du mit „passiv aggressiv“ eine Unterschiedlichkeit zwischen gezeigtem Verhalten und innerem Zustand? Also so ähnlich wie ich es mal mit Neo und unserer Nachbarsheckensache beschrieben hatte? Er ist äußerlich Gehorsam aber innerlich im Kampfmodus? Dann bin ich da bei dir. Was ich gerade total cool finde ist, dass ich durch den Austausch hier gerade noch mal besser verstehen kann was meine Trainerin mit ihrem Ansatz meint, nicht mehr aus der Situation zu fliehen sondern an seinem inneren Zustand zu arbeiten. Mega 👌👍🏻
Bei der passiven Form gibt es unterschiedliche Dinge mal legt er sich hin und gespannt wie eine Feder oder er setzt sich und ist gespannt. Das ist auch sehr individuell je nach Hund. Da gibt es Hunde die schmeißen regelrecht den Anker so nach dem Motto komm ruhig näher dan zeige ich dir wo der Frosch die locken hat.
 
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Katja
18. Juni 08:48
Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr merke ich, dass das auf Ivy so gar nicht zutrifft. 😅 Am Wildgehege ist sie hochgradig erregt, versucht näher heranzukommen, buddelt und beißt in den Zaun. Sie wirkt jedenfalls nicht wie ein Hund, der die Situation als aussichtslos bewertet und deshalb Energie spart. Wahrscheinlich ticken Hunde auch da sehr unterschiedlich. Manche scheinen den Zaun tatsächlich als klare Grenze zusehen andere nicht, Ivy Zuhause ja, draußen nicht🤔😂 (Zumal sie zuhause de facto Zugriff hätte und draußen mal doppelt nicht, weil stabiler Wildtierzaun und zusätzlich auch noch ne Leine dran ist)
Deswegen fand ich den Zoo ja durchaus spannend mit Polli!
Die Eisbären fand sie definitiv unheimlich. Tigerbabys dagegen waren total spannend, wahrscheinlich wegen Größe & Dynamik… da war der Raubtiergeruch offensichtlich egal.
Känguruhs waren ok, so lange sie saßen. Dann gingen sie los und Pollis Augen wurden groß… und als sie dann anfingen zu hüpfen, war es um Pollis Geduld geschehen und sie war auf den Hinterbeinen!
Hatte ich auch schon bei Pferden so beobachtet und ist für nen Hütehund auch nicht weiter verwunderlich.

Was ich total erstaunlich fand, war ihre Reaktion auf einen Schwarzbären hinter einer Scheibe: der saß total ruhig da mit dem Rücken zu uns, in vielleicht 2m Entfernung, und frass irgendwas. Polli war total getriggert und stand winselnd und jammernd auf 2 Beinen! 😳
Ich hab’s bis heute nicht verstanden, was da in ihrem Hundekopf vorging…

Die Wölfe hat sie übrigens, trotz Dynamik, mit kompletter Missachtung gestraft. War ihr wahrscheinlich zu dicht dran am Hund: um Hundegruppen macht sie auch erstmal nen Bogen.

Ich find, man lernt im Zoo echt viel über den eigenen Hund!😀
 
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Babs
18. Juni 08:55
Deswegen fand ich den Zoo ja durchaus spannend mit Polli! Die Eisbären fand sie definitiv unheimlich. Tigerbabys dagegen waren total spannend, wahrscheinlich wegen Größe & Dynamik… da war der Raubtiergeruch offensichtlich egal. Känguruhs waren ok, so lange sie saßen. Dann gingen sie los und Pollis Augen wurden groß… und als sie dann anfingen zu hüpfen, war es um Pollis Geduld geschehen und sie war auf den Hinterbeinen! Hatte ich auch schon bei Pferden so beobachtet und ist für nen Hütehund auch nicht weiter verwunderlich. Was ich total erstaunlich fand, war ihre Reaktion auf einen Schwarzbären hinter einer Scheibe: der saß total ruhig da mit dem Rücken zu uns, in vielleicht 2m Entfernung, und frass irgendwas. Polli war total getriggert und stand winselnd und jammernd auf 2 Beinen! 😳 Ich hab’s bis heute nicht verstanden, was da in ihrem Hundekopf vorging… Die Wölfe hat sie übrigens, trotz Dynamik, mit kompletter Missachtung gestraft. War ihr wahrscheinlich zu dicht dran am Hund: um Hundegruppen macht sie auch erstmal nen Bogen. Ich find, man lernt im Zoo echt viel über den eigenen Hund!😀
Könnte das Verhalten vielleicht damit zusammenhängen, dass Polli aufgrund der vielen Gerüche ... sich in einer Reizüberflutung befand?
 
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Katja
18. Juni 08:55
Vermutlich spielt die Situation und auch das Verhalten der Wildtiere ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hier mal Videos mit Wildschweinbegegnungen hier im Ort - kein Wildgehege...
Wow, da hast Du aber auch gute Nerven!
Ich hätte im ersten Video schon längst die Beine in die Hand genommen… Polli vorneweg!
Gerade wenn die so neugierig auf einen zukommen…😳