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Julia 🐾Nero
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heute 20:13

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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Lisa-Eileen
17. Juni 22:28
In den Zoo würde ich auch nicht gehen. Aber es gibt häufig recht schöne und große Wildschweingehege, in den sich die Tiere auch super zurückziehen können. Nero findet sie spannend, an einem Wildschwein, dass direkt am Zaun lag hat er sogar vorsichtig geschnuppert. Aber für ihn war Zaun/Gehege definitiv etwas ganz anderes, als "freie Wildbahn". Da dreht er auf und ist wie von Sinnen.
Kommt halt oft der Startle Effekt der übelst triggert dazu, grad bei Hunden die schnell on sind.
Das war früher auch Rockets Problem bei seinen Problemreizen (Fremdhunde und komische Menschen die sich ungewohnt verhalten) deswegen hatte ich in der Pubertät lang noch die Schleppi dran für eben plötzlich unvorhersehbare Momente.
Dadurch konnte ich ihn einrahmen und eben üben das er nicht direkt drauf anspringt oder sich aufputschen lässt und sich da reguliert und ansprechbar bleibt.
 
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Lisa-Eileen
17. Juni 22:30
Du kannst eingesperrte Wildtiere nicht mit in Freiheit lebenden Wildtieren vergleichen.
Ist aber trotzdem erstmal ein Zwischenschritt, genauso wie Trainingssituationen die gestellt sind vs Alltag.
 
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Lisa-Eileen
17. Juni 22:39
Oha... 😶 ...da habe ich wohl völlig andere Erfahrungen gemacht und Schwerpunkte empfohlen bekommen. Kann gut verstehen dass du das irwann sein lassen hast. (Allerdings habe ich nie Unterordnung gemacht.) Bin in einem ganz normalen Gebrauchshundeverein, keine Zwinger, (sind aus alten Zeiten noch vorhanden) kein Warten im Auto. LG 🌻 🙂
Kannte es aber auch hier im Verein.
Man wurde nur schnell abgefertigt und dann wieder weg und auf dem Warteplatz war viel zu eng sodass die Individualdistanz ständig unterschritten war.
Rocket konnte dort null runterkommen.
Plus dann noch Mitglieder die sich nicht an den Hundeknigge hielten trotz Hinweis des Trainers und Rockets Kenndecke und Leinenbanderole ihren Hund einfach hinließen.
Hab mich extra immer möglichst an den Rand in ne Ecke gesetzt damit er einigermaßen geschützt ist.
Hab mich da dann garnicht wohl gefühlt.
 
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SandrA
18. Juni 05:07
Du kannst eingesperrte Wildtiere nicht mit in Freiheit lebenden Wildtieren vergleichen.
Ich tue mich mit der Übertragbarkeit auch schwer.

Beispiel Ivy: sie ignoriert/akzeptiert unsere Hühner im Gehege, obwohl sie aufgrund der Beschaffenheit der Umzäunung durchaus Zugriffsmöglichkeiten hätte. Trotzdem weiß ich, dass sie dasselbe Huhn, das sie im Gehege Schnabel an Nase beschnuppert ohne erregt zu sein, vor dem Zaun (noch) als Beute betrachtet. Dabei ist die Barriere quasi symbolisch und wäre kein Hindernis.
Für sie scheint das schlicht ein anderer Kontext zu sein. Andere Umgebung, andere Dynamik, andere Bewegungsmuster, andere Gerüche, andere Erwartungen.

Deshalb finde ich Kontextlernen einen wichtigen Aspekt. Ein Hund kann in Situation A völlig entspannt sein und in Situation B trotzdem wieder ganz anders reagieren, obwohl wir Menschen die Situationen auf den ersten Blick als ähnlich wahrnehmen.
 
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Babs
18. Juni 05:36
Ich tue mich mit der Übertragbarkeit auch schwer. Beispiel Ivy: sie ignoriert/akzeptiert unsere Hühner im Gehege, obwohl sie aufgrund der Beschaffenheit der Umzäunung durchaus Zugriffsmöglichkeiten hätte. Trotzdem weiß ich, dass sie dasselbe Huhn, das sie im Gehege Schnabel an Nase beschnuppert ohne erregt zu sein, vor dem Zaun (noch) als Beute betrachtet. Dabei ist die Barriere quasi symbolisch und wäre kein Hindernis. Für sie scheint das schlicht ein anderer Kontext zu sein. Andere Umgebung, andere Dynamik, andere Bewegungsmuster, andere Gerüche, andere Erwartungen. Deshalb finde ich Kontextlernen einen wichtigen Aspekt. Ein Hund kann in Situation A völlig entspannt sein und in Situation B trotzdem wieder ganz anders reagieren, obwohl wir Menschen die Situationen auf den ersten Blick als ähnlich wahrnehmen.
Ich weiß tatsächlich nicht, warum Wildtiere hinter einem Zaun nicht so interessant sind, wie in der freien Laufbahn.

Bei Hunden untereinander scheint es eher umgedreht zu sein 😳.
 
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SandrA
18. Juni 05:43
Ich weiß tatsächlich nicht, warum Wildtiere hinter einem Zaun nicht so interessant sind, wie in der freien Laufbahn. Bei Hunden untereinander scheint es eher umgedreht zu sein 😳.
Stimmt 🤔

Vielleicht Erwartung in Verbindung mit hoher Reizlage? Lernerfahrung? Oder einfach die unterschiedliche Wahrnehmung/Verarbeitung von sozialen oder Beutereizen?
Interessant…🤨
 
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Frank
18. Juni 06:05
Ich weiß tatsächlich nicht, warum Wildtiere hinter einem Zaun nicht so interessant sind, wie in der freien Laufbahn. Bei Hunden untereinander scheint es eher umgedreht zu sein 😳.
Naja, da ist(!) ein Zaun.
Die Hunde sind schlau genug um zu wissen dass sie da nicht an das Wild rankommen, wozu also sinnlos hochdrehen? Reine Energieverschwendung sozusagen, sowas meiden Tiere i.d.R. instinktiv. Einsatz nur wenn Aussicht auf Erfolg besteht. Das ist im Gehege nicht der Fall.

Baja hat anfangs schon interessiert geschaut, macht sie auch heute noch manchmal. Wir waren da auch zum "Beobachten üben" weil da eben i.d.R. die Reizlage so niedrig ist.

🌻
 
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Babs
18. Juni 06:09
Naja, da ist(!) ein Zaun. Die Hunde sind schlau genug um zu wissen dass sie da nicht an das Wild rankommen, wozu also sinnlos hochdrehen? Reine Energieverschwendung sozusagen, sowas meiden Tiere i.d.R. instinktiv. Einsatz nur wenn Aussicht auf Erfolg besteht. Das ist im Gehege nicht der Fall. Baja hat anfangs schon interessiert geschaut, macht sie auch heute noch manchmal. Wir waren da auch zum "Beobachten üben" weil da eben i.d.R. die Reizlage so niedrig ist. 🌻
Den Aspekt "Energie sparen" finde ich logisch 👍. Da bin ich irgendwie nie drauf gekommen. Danke 🙏
 
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SandrA
18. Juni 06:15
Den Aspekt "Energie sparen" finde ich logisch 👍. Da bin ich irgendwie nie drauf gekommen. Danke 🙏
Ja, guter Punkt - aber ich hänge immer noch an deinem Punkt mit den Artgenossen. 😅
Klar, territoriale Motivation ist was anderes als Jagdverhalten - Plus Lernerfahrung, dass der Einsatz sich doch irgendwie lohnt, weil der andere über kurz oder lang verschwindet? Und das Affentheater im sozialen Kontext eher selbstbelohnend ist?
 
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Jörg
18. Juni 06:27
Ja, guter Punkt - aber ich hänge immer noch an deinem Punkt mit den Artgenossen. 😅 Klar, territoriale Motivation ist was anderes als Jagdverhalten - Plus Lernerfahrung, dass der Einsatz sich doch irgendwie lohnt, weil der andere über kurz oder lang verschwindet? Und das Affentheater im sozialen Kontext eher selbstbelohnend ist?
Das mit Artgenossen ist auch eine der Dinge die ich als schwierig empfinde. Einseitz heißt es man solle ruhig bleiben anderseits heißt man soll dran vorbei gehen, oder auch mal negative Situation aussitzen. Naja einmal kann es zur aktiven Aggression kommen, anderseits kann es auch zur passiven Aggression kommen. Was ich als schwierig empfinde ist die Passive Aggression die ist weit aus schwieriger zu erkennen und in den Griff zu bekommen.