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Julia 🐾Nero
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zuletzt 21. Juni

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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Lisa-Eileen
15. Juni 13:46
Ja, Nero darf sich weiterhin aufhalten wo er will 🙈 . Meist liegt er schon irgendwo in meiner Nähe, mal mit mehr oder weniger Abstand. Wir hatten Trainer zuhause. Die haben auch räumliche Begrenzung und Stellvertreterkonflikte zu Hause empfohlen. Grundsätzlich akzeptiert Nero Tabuzonen (ich kann ihm zum Beispiel den Zugang zu Räumen untersagen. Wenn wir zum Beispiel bei meinen Eltern sind darf er nicht ins Schlafzimmer oder in die Küche und hält sich daran. Wenn zusätzlich meine Schwester mit Kind da ist muss er im Flur bleiben und akzeptiert das auch. Zuhause darf er aber in alle Räume). Wir haben auch Deckentraining probiert, aber da habe ich kapituliert. Er hat da den längeren Atem, das gebe ich ehrlich zu. Er bleibt nicht da liegen, wo ich ihn hinschicke. Selbst wenn er sich nur 30 cm weiter hinlegt, er zieht das durch und bleibt nicht da, wo er bleiben soll. Die Stellvertreterkonflikte haben wir probiert, es fiel mir aber schwer sie in den Alltag einzubauen und einzuhalten. Nero benimmt sich zuhause eigentlich gut, daher hat es sich nicht gut angefühlt ihn "grundlos" zu begrenzen. Zudem habe ich immer dieses schlechte Gewissen ihn zuhause zu begrenzen, weil er ja draußen aus meiner Sicht schon nicht frei sein kann. Ich weiß das ist falsch, mir wurde erklärt das ist falsch, ich kann rational verstehen, dass es falsch ist, aber emotional kann ich es nicht lange durchziehen. Lange Rede, kurzer Sinn: er kann Zuhause machen was er will. Gegenstandsuche bzw hauptsächlich Futterbeutelsuche machen wir regelmäßig, aber nicht täglich. Ich glaube auch, dass mein Wunsch und seine Anlagen nicht übereinstimmen. Es ist natürlich auch schwer einen Hund zu beschäftigen, der nicht zumindest in der Basis kontrollierbar ist. Wir haben Longieren probiert und Mantrailing. Die meisten Beschäftigungskurse oder Sportarten erfordern einen Grundgehorsam und nicht selten Sozialveträglichkeit bzw zumindest keine Aggression. Das ist ja das fiese. Je reaktiver, aggressiver der Hund, umso weniger Möglichkeiten gibt es etwas zu machen. Dass er bei mir und nicht mit mir lebt ist eine interessante Formulierung, trifft aber gut zu glaube ich. Wobei ich schon glaube, dass er mich mag. Aber das eine hat mit dem anderen vermutlich nichts zu tun.
https://doglifecoaching.de/blog/grenzen-setzen-hundeerziehung/

Glaube das hier war noch der Blogbeitrag, vielleicht hilft der dir nochmal weiter.
Den fand ich super.
Grenzen sind nichts böses, sie nehmen ihn an die Hand und geben Sicherheit.
 
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Lisa-Eileen
15. Juni 13:55
Hier auch nochmal der Inhalt des Buches falls du (oder wer anderes hier) überlegt es sich zu holen.
Jetzt bin ich wieder angefixt ich glaub ich setz mich jetzt doch mal ran.🤓🙊
 
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Lisa-Eileen
15. Juni 14:07
Hier noch der Rest.😅
 
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Julia 🐾Nero
15. Juni 14:08
Hier auch nochmal der Inhalt des Buches falls du (oder wer anderes hier) überlegt es sich zu holen. Jetzt bin ich wieder angefixt ich glaub ich setz mich jetzt doch mal ran.🤓🙊
Bestellt 😉
 
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Julia 🐾Nero
15. Juni 14:20
Ja und jetzt ist deine innere Einstellung jeden Tag gleich. Oder gibt es auch mal Situation wo sich deine innere Einstellung sich ändert und du dennoch den Hund unter Kontrolle haben musst. ich denke eher nicht um das Standing sondern um das Mindset und selbst das ändert sich in unterschiedlichen Situationen. Und schon wieder ein Fachbegriff mehr der sich in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche darstellen lässt.
Ja wir haben eine gute Sammlung von Fachbegriffen, die man nicht wirklich definieren oder erklären kann.

Ich bin schon der Meinung, dass Größe/Kraftverhältnisse zwischen Mensch und Hund nicht unbedeutend sind.
Sie sind nicht entscheidend, aber auch nicht unbedeutend.

Spätestens wenn sich ein Hund einmal oder zweimal losreißt und man ihn einfach nicht halten kann, wars das mit der Entspannung. Dieses Gefühl der Angst begleitet einen permanent.

Ich habe früher auch ständig gelesen, dass man Hunde nicht über Kraft, sondern über Energie führt und das ein 10 jähriges Kind einen 60kg Hund führen kann usw usw.

Aber wenn es schief geht, dann ist Körperkraft das einzige was zwischen dem Hund und seinem Opfer steht.
Unsere Probleme wären nicht gelöst, aber ich wäre deutlich, deutlich entspannter, wenn Nero keine 40kg, sondern 20kg wiegen würde.

Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Nero sich seiner Kraft bewusst ist und diese situativ auch einsetzt. Er ist mir nicht überlegen, aber es ist schon knapp.
 
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Julia 🐾Nero
15. Juni 14:39
Hab’s Cesar Millan-Video gefunden, war sogar ein Deutscher Schäferhund: https://youtu.be/wWdxu5lOTpk?si=PZNw7nFDZmy1dSxC Mit geht’s nicht um die Methoden mit dem Hund, die muss nicht jeder gut finden… mit geht‘s hier um die Einschätzung der Halterin und dem Weg für sie da raus. Nachtrag: hab’s mir grad nochmal ganz angeschaut und es ist schon echt sehr sehr amerikanisch gemacht und tw. ganz schön reißerisch… bitte darüber hinwegsehen! Aber ich finde, die Veränderung der Energie von Trish ist sehr sehr greifbar. Gab noch ein anderes Video, wo auch noch Joga mit im Spiel war… vielleicht find ich das auch noch.
Ich mag Cesar Millan auch ganz gerne.
Ja er weiß nichts über den mordernen wissenschaftlichen Stand und er kann nicht verhaltensbiologisch und nach Lerntheorie erklären was er macht, aber er kann intuitiv mit Hunden umgehen und führen.

Ich finde er wird oft übertrieben schlecht gemacht. Er ist halt das Gegenteil von Trainieren und Konditionieren.

Wobei er durch ein bisschen Training und Konditionierung weniger sozialen Druck ausüben müsste. Nur sind Hunde auch keine fragilen Porzellanpuppen, die bei Druck kaputt gehen und traumatisiert sind. Wenn man ehrlich ist sind seine Hunde nicht eingeschüchtert oder unglücklich.

Es ist nicht für jeden was, keine Frage, aber ihm jegliche Kompetenz abzusprechen ist einfach nicht ehrlich.
Und er war überhaupt der erste bekannte Haustiertrainer, der Haltung, Energie und Führung des Menschen thematisiert hat. Und nie den Hunden die Schuld gegeben hat.
 
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Aga
15. Juni 14:45
Ich mag Cesar Millan auch ganz gerne. Ja er weiß nichts über den mordernen wissenschaftlichen Stand und er kann nicht verhaltensbiologisch und nach Lerntheorie erklären was er macht, aber er kann intuitiv mit Hunden umgehen und führen. Ich finde er wird oft übertrieben schlecht gemacht. Er ist halt das Gegenteil von Trainieren und Konditionieren. Wobei er durch ein bisschen Training und Konditionierung weniger sozialen Druck ausüben müsste. Nur sind Hunde auch keine fragilen Porzellanpuppen, die bei Druck kaputt gehen und traumatisiert sind. Wenn man ehrlich ist sind seine Hunde nicht eingeschüchtert oder unglücklich. Es ist nicht für jeden was, keine Frage, aber ihm jegliche Kompetenz abzusprechen ist einfach nicht ehrlich. Und er war überhaupt der erste bekannte Haustiertrainer, der Haltung, Energie und Führung des Menschen thematisiert hat. Und nie den Hunden die Schuld gegeben hat.
Ich habe von Fällen gehört wo Hunde nach seiner Behandlungen schwer traumatisiert waren und er sogar getreten hätte. Ich habe ihn aber auch immer gerne geschaut, weil ich denke der weiß irgendwie was er tut, hab ich aber gehört. Ich habe aber auch sein Buch im Schrank, irgendwas hat der Mann einfach mit Hunden.
 
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Julia 🐾Nero
15. Juni 14:49
Jetzt direkt vorweg eine Bitte an alle: nicht falsch verstehen! Bedürfnisse von Hunden müssen artgerecht befriedigend werden, das ist oberste Priorität. Dennoch: Nero schleift dich durch die Gegend, dass dir alles weh tut. Er ignoriert dich, jagt, greift auf große Distanzen andere Hunde an, er ist - wie du selber sagst - völlig außer Kontrolle und bringt dich in die unmöglichsten Situationen und dir fällt es schwer, ihn nicht sein Ding machen zu lassen?? ... Ich erlebe es oft, dass die Hunde, deren Halter ihnen alles Recht machen möchten, die größten Schwierigkeiten bereiten. Natürlich gibt es Hunde, die du den ganzen Tag betüddeln, mit Futter voll stopfen und ihr Ding machen lassen kannst und die trotzdem ein Leben lang unauffällig bleiben. Aber es gibt auch eben die anderen, die sofort merken, wenn sich ihr Mensch an ihnen orientiert. Bedürfnisse kann man auch anders befriedigen und dabei Regeln und Grenzen einbauen und sich so langsam eine Position erarbeiten, die auch solche Hunde annehmen.
Ich verstehe was du meinst, keine Sorge.

Das hat mir so ein Trainer auch schon ins Gesicht gesagt, völlig ungläubig und irritiert, dass ich das nicht erkennen kann.
"Der macht den ganzen Tag was er will und du hast ein schlechtes Gewissen in für 10 Minuten auf die Decke zu parken?"
 
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Julia 🐾Nero
15. Juni 14:52
Ja, das ist bei uns auch wichtig, weil Jamie grundsätzlich Puls hat vorher. Ich hab viel probiert ... Wie auch bei allem anderen, lass dich nicht von Hektik und hochgedreht sein anstecken, das potenziert sich gegenseitig. Was aktuell endlich funktioniert (aber auch hier wieder: ich muss es immer machen): Ich bereite mich fast komplett vor, er weiß, er muss warten. Dann Hund anziehen, wenn danach ein Keks geht, ist dein Level noch akzeptabel. Dann sag ich "Parkplatz" und hänge die Leine über eine Türklinke irgendein Zimmer, noch paar Meter von der Wohnungstür weg. Er kann die sehen, aber nicht hin. Kommando "warten" und ich krame noch was rum, außer Sichtweite. Dann hole ich ihn ab, lobe, er muss hinter mir raus, wieder warten (abschließen), gesittet bei Fuß die 6 Stufen runter, loben, Haustür auf, Hund hinter mir, ich "checke" die Lage für ihn, immer durchatmen zwischendurch, alles ruhig machen. Wir gehen raus, Leine kurz, er muss wieder warten, bis Schlüssel im Rucksack ist und Rucksack angezogen. Dann los, wenn direkt wie blöd gezogen wird, stehenbleiben, warten lassen. Erst auf Freigabe hin weiter. Das ist mühsam, deine Ruhe und Überzeugung, das es hilft, ist dabei essentiell. Und vor allem alles immer machen und immer gleich. Lieber etwas früher starten, als in Hektik verfallen. Wenn du deinen Ablauf hast, welchen auch immer, dranbleiben und durchsetzen. Nero muss verinnerlichen, dass du da kein Pardon kennst. Diesen Stil draußen auf weitere Situationen übertragen. Davon abgesehen: Ich kann das so gut nachfühlen❣️ Wir haben kein Aggressionsverhalten hier, aber den ganzen Rest schon. Mein Hund bringt mir bei, was Konsequenz heißt, und Überraschung, ich kann die Lektion sehr gut gebrauchen 😊. Zieh dich bitte nicht selbst runter, ich kenn's, das ist kontraproduktiv und bleib dran!
Danke für die ausführliche Beschreibung, ich werde wieder anfangen das so umzusetzen.
Das wird erst mal wieder ein Gejaule und Gejammer, aber wir waren da eigentlich schon mal recht weit.
Ich weiß also, dass es möglich ist. Und das es sinnvoll ist.

Ich muss mich der Situation stellen und aushalten, anstatt sie möglichst schnell über die Bühne zu bringen.
 
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Horst
15. Juni 14:58
Und ich dachte, das wäre eine Eigenart vom Bayerischen Gebirgsschweißhund. Da bin ich ja froh, das es nicht nur mir so geht.