Moooin.
Ich hab da noch ein paar Fragen.
In deinem Thread bzgl. Neros Problem mit den Besuchshunden hast du geschrieben, dass dir grundsätzlich immer egal ist, wo die Hunde sich in der Wohnung aufhalten.
Ist das noch immer so? Und wenn ja, wo hält Nero sich am häufigsten auf?
Haben deine Trainer sich jemals eure Beziehung Zuhause angeschaut, wurden Regeln und Grenzen installiert? Möglicherweise Tabu Zonen oder Stellvertreter Konflikte, erstmal Zuhause, wo es um nichts geht, erzeugt, um dort zu erleben und zu üben, was Konsequenz wirklich bedeutet?
Wurden jemals wirklich anspruchsvolle Beschäftigungen antrainiert, wie z.B. Fährten- oder Gegenstandsuche? Und das mit seiner aktuellen ... nennen wir es zusammengefasst mal Reaktivität nicht 1x wöchentlich in einem Verein oder einer Hundeschule, sondern täglich Zuhause?
Ich bin fest davon überzeugt, dass du bei einem Hund wie Nero mit reinem Training und Konditionieren nicht weiter kommst.
Aber es geht trotzdem nicht um Strafen oder Härte, sondern um klugen Beziehungsaufbau, wahrnehmen und fördern seiner Kompetenzen und vor allem um das Einbringen deiner Persönlichkeit, als cleverer, ihn wahrnehmender, fördernder, aber auch an den richtigen Stellen begrenzender Sozialpartner.
Ich glaube, das was du dir wünschst, nämlich einfach so, wie nebenbei, mit Nero leben und Gassi gehen, entspricht nicht annähernd seinen Anlagen. Du musst viel präsenter werden und ihn viel ernster nehmen.
Du beschreibst irgendwo weiter unten, wie sein Verhalten während des Umzugs besser wurde und du das dem neuen Training zugeschrieben hast, hast aber gar nicht gemerkt, was wirklich passierte. Er kam langsam, völlig losgelöst von dir und eurem Training, das für ihn ein bisschen Trick - Beschäftigung nebenher war - in seinem neuen Revier an. Er lebt nicht BEI dir. Er lebt da mit dir. Bzw. überzogen formuliert du bei ihm.
Ja, Nero darf sich weiterhin aufhalten wo er will 🙈 .
Meist liegt er schon irgendwo in meiner Nähe, mal mit mehr oder weniger Abstand.
Wir hatten Trainer zuhause.
Die haben auch räumliche Begrenzung und Stellvertreterkonflikte zu Hause empfohlen. Grundsätzlich akzeptiert Nero Tabuzonen (ich kann ihm zum Beispiel den Zugang zu Räumen untersagen. Wenn wir zum Beispiel bei meinen Eltern sind darf er nicht ins Schlafzimmer oder in die Küche und hält sich daran. Wenn zusätzlich meine Schwester mit Kind da ist muss er im Flur bleiben und akzeptiert das auch. Zuhause darf er aber in alle Räume).
Wir haben auch Deckentraining probiert, aber da habe ich kapituliert.
Er hat da den längeren Atem, das gebe ich ehrlich zu.
Er bleibt nicht da liegen, wo ich ihn hinschicke. Selbst wenn er sich nur 30 cm weiter hinlegt, er zieht das durch und bleibt nicht da, wo er bleiben soll.
Die Stellvertreterkonflikte haben wir probiert, es fiel mir aber schwer sie in den Alltag einzubauen und einzuhalten. Nero benimmt sich zuhause eigentlich gut, daher hat es sich nicht gut angefühlt ihn "grundlos" zu begrenzen.
Zudem habe ich immer dieses schlechte Gewissen ihn zuhause zu begrenzen, weil er ja draußen aus meiner Sicht schon nicht frei sein kann. Ich weiß das ist falsch, mir wurde erklärt das ist falsch, ich kann rational verstehen, dass es falsch ist, aber emotional kann ich es nicht lange durchziehen.
Lange Rede, kurzer Sinn: er kann Zuhause machen was er will.
Gegenstandsuche bzw hauptsächlich Futterbeutelsuche machen wir regelmäßig, aber nicht täglich.
Ich glaube auch, dass mein Wunsch und seine Anlagen nicht übereinstimmen.
Es ist natürlich auch schwer einen Hund zu beschäftigen, der nicht zumindest in der Basis kontrollierbar ist.
Wir haben Longieren probiert und Mantrailing.
Die meisten Beschäftigungskurse oder Sportarten erfordern einen Grundgehorsam und nicht selten Sozialveträglichkeit bzw zumindest keine Aggression.
Das ist ja das fiese. Je reaktiver, aggressiver der Hund, umso weniger Möglichkeiten gibt es etwas zu machen.
Dass er bei mir und nicht mit mir lebt ist eine interessante Formulierung, trifft aber gut zu glaube ich.
Wobei ich schon glaube, dass er mich mag. Aber das eine hat mit dem anderen vermutlich nichts zu tun.