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Julia 🐾Nero
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heute 20:13

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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Julia 🐾Nero
15. Juni 12:20
Ich hatte mal einen Hund, da klappte der Rückruf nicht mehr, bis ich angefangen habe den Rückruf nicht mehr direkt zu belohnen, sondern dem Hund eine Aufgabe zu geben und die dann zu belohnen. Ich hab mir das so erklärt, dass ich zwar gern Pralinen esse, aber total genervt wäre, wenn mein Chef mich dauern von wichtigen Dingen wegrufen würde mir eine Praline gibt und mich dann wieder zu meiner vorherigen Tätigkeit lassen würde. Mein Hund fand den Rückruf wieder sinnvoll, wenn ich ihn für eine Suchaufgabe oder eine Apportieraugfgabe gerufen habe.
Danke für den Tipp, ich werde das berücksichtigen, falls wir Rückruftraining noch mal in Angriff nehmen sollten.
Aktuell ist an Freilauf nicht zu denken.
 
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Julia 🐾Nero
15. Juni 12:44
Moooin. Ich hab da noch ein paar Fragen. In deinem Thread bzgl. Neros Problem mit den Besuchshunden hast du geschrieben, dass dir grundsätzlich immer egal ist, wo die Hunde sich in der Wohnung aufhalten. Ist das noch immer so? Und wenn ja, wo hält Nero sich am häufigsten auf? Haben deine Trainer sich jemals eure Beziehung Zuhause angeschaut, wurden Regeln und Grenzen installiert? Möglicherweise Tabu Zonen oder Stellvertreter Konflikte, erstmal Zuhause, wo es um nichts geht, erzeugt, um dort zu erleben und zu üben, was Konsequenz wirklich bedeutet? Wurden jemals wirklich anspruchsvolle Beschäftigungen antrainiert, wie z.B. Fährten- oder Gegenstandsuche? Und das mit seiner aktuellen ... nennen wir es zusammengefasst mal Reaktivität nicht 1x wöchentlich in einem Verein oder einer Hundeschule, sondern täglich Zuhause? Ich bin fest davon überzeugt, dass du bei einem Hund wie Nero mit reinem Training und Konditionieren nicht weiter kommst. Aber es geht trotzdem nicht um Strafen oder Härte, sondern um klugen Beziehungsaufbau, wahrnehmen und fördern seiner Kompetenzen und vor allem um das Einbringen deiner Persönlichkeit, als cleverer, ihn wahrnehmender, fördernder, aber auch an den richtigen Stellen begrenzender Sozialpartner. Ich glaube, das was du dir wünschst, nämlich einfach so, wie nebenbei, mit Nero leben und Gassi gehen, entspricht nicht annähernd seinen Anlagen. Du musst viel präsenter werden und ihn viel ernster nehmen. Du beschreibst irgendwo weiter unten, wie sein Verhalten während des Umzugs besser wurde und du das dem neuen Training zugeschrieben hast, hast aber gar nicht gemerkt, was wirklich passierte. Er kam langsam, völlig losgelöst von dir und eurem Training, das für ihn ein bisschen Trick - Beschäftigung nebenher war - in seinem neuen Revier an. Er lebt nicht BEI dir. Er lebt da mit dir. Bzw. überzogen formuliert du bei ihm.
Ja, Nero darf sich weiterhin aufhalten wo er will 🙈 .
Meist liegt er schon irgendwo in meiner Nähe, mal mit mehr oder weniger Abstand.

Wir hatten Trainer zuhause.
Die haben auch räumliche Begrenzung und Stellvertreterkonflikte zu Hause empfohlen. Grundsätzlich akzeptiert Nero Tabuzonen (ich kann ihm zum Beispiel den Zugang zu Räumen untersagen. Wenn wir zum Beispiel bei meinen Eltern sind darf er nicht ins Schlafzimmer oder in die Küche und hält sich daran. Wenn zusätzlich meine Schwester mit Kind da ist muss er im Flur bleiben und akzeptiert das auch. Zuhause darf er aber in alle Räume).

Wir haben auch Deckentraining probiert, aber da habe ich kapituliert.
Er hat da den längeren Atem, das gebe ich ehrlich zu.
Er bleibt nicht da liegen, wo ich ihn hinschicke. Selbst wenn er sich nur 30 cm weiter hinlegt, er zieht das durch und bleibt nicht da, wo er bleiben soll.

Die Stellvertreterkonflikte haben wir probiert, es fiel mir aber schwer sie in den Alltag einzubauen und einzuhalten. Nero benimmt sich zuhause eigentlich gut, daher hat es sich nicht gut angefühlt ihn "grundlos" zu begrenzen.
Zudem habe ich immer dieses schlechte Gewissen ihn zuhause zu begrenzen, weil er ja draußen aus meiner Sicht schon nicht frei sein kann. Ich weiß das ist falsch, mir wurde erklärt das ist falsch, ich kann rational verstehen, dass es falsch ist, aber emotional kann ich es nicht lange durchziehen.
Lange Rede, kurzer Sinn: er kann Zuhause machen was er will.

Gegenstandsuche bzw hauptsächlich Futterbeutelsuche machen wir regelmäßig, aber nicht täglich.

Ich glaube auch, dass mein Wunsch und seine Anlagen nicht übereinstimmen.
Es ist natürlich auch schwer einen Hund zu beschäftigen, der nicht zumindest in der Basis kontrollierbar ist.
Wir haben Longieren probiert und Mantrailing.
Die meisten Beschäftigungskurse oder Sportarten erfordern einen Grundgehorsam und nicht selten Sozialveträglichkeit bzw zumindest keine Aggression.
Das ist ja das fiese. Je reaktiver, aggressiver der Hund, umso weniger Möglichkeiten gibt es etwas zu machen.

Dass er bei mir und nicht mit mir lebt ist eine interessante Formulierung, trifft aber gut zu glaube ich.
Wobei ich schon glaube, dass er mich mag. Aber das eine hat mit dem anderen vermutlich nichts zu tun.
 
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Julia 🐾Nero
15. Juni 12:59
Guten Morgen, da meine Kommentare so konsequent ignoriert wurden, wollte ich mich eigentlich raushalten, aber der Terrier in mir…naja. Es wundert mich zum einen, dass das Zusammenleben drinnen erst jetzt zur Sprache kommt. Darauf bezog sich meine Frage “Wo ist der Anfang”. Mit dem Hund nach alten Gewohnheiten irgendwo hinzugehen und dort 5 Minuten zu trainieren, Freiheit als Regel und Verbindlichkeit als “Ausnahme” können Mann nicht funktionieren. Klingt für mich recht laissez faire. Und da würde ich dir eine Auseinandersetzung mit bindungs- und beduerfnisorientierter Erziehung ans Herz legen. Zum anderen irritiert es mich, dass niemand auf die Aussage, dass das Zusammenleben ohne Führung möglich sein muss, und dass Konditionierung und Etablierung von Gewohnheiten ausreichen müssten (sinngemäß). Für mich hatte diese Aussage ehrlich gesagt etwas von einer Degradierung des Hundes zur Maschine (Input rein Output raus, Beziehung egal). Ist nicht böse gemeint, ich hatte so eine Diskussion vor einer Weile schon auf Insta. Da hat ein Trainer ernsthaft behauptet, Hunde würden nach der einen Letntheorie nur über Konsequenzen lernen. Dadurch wirkt es auf mich ein bisschen so, Julia, als würdest du deinem Hund Fließbandarbeit aufbürden. Dass ein intelligenter Hund darauf keine Lust hat, kann ich nachvollziehen.
Sagen wir es mal so, mir fehlt die Kompetenz und Persönlichkeit, um charakterstarke Hunde zu führen. Das versuche ich über Konditionierung und Training zu kompensieren.
Mein Ziel ist es nicht unbedingt gar nicht zu "führen", sondern meine Schwächen in diesem Bereich durch Lernen/Trainieren auszugleichen.

Es ist nicht so, dass ich gar nicht mit Hunden kann. Zum Beispiel komme ich sehr gut mit eher zurückhaltenden, unsicher bis ängstlichen, verschlossenen Hunden zurecht bzw diese fühlen sich bei mir schnell wohl und sicher. Ich kann sie gut motivieren aus sich rauszukommen, ich wirke wohl nicht bedrohlich und es klickt einfach.
Leider hat sich das auch eher mit der Zeit herauskristallisiert, sonst hätte ich das bei der Hundewahl natürlich beachtet. Wobei ich mir Nero ja auch nicht ausgesucht habe, sondern er war ein "Unfall".
Dennoch war mir nicht klar, WIE ungeeignet ich für starke, selbstbewusste, "dominante" Hunde mit sehr viel Meinung bin.
 
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Julia 🐾Nero
15. Juni 13:09
Mich würde in dem Zusammenhang dein Aufbau einer gewünschten Verhaltensweise - Beispiel Leinenführigkeit - interessieren. Für mich selber (ich sag jetzt mal "in meiner Welt") habe ich wohl auch "Kommandos", wobei diese - mit der üblichen Konditionierung aufgebaut - für mich mehr wie Tricks sind. Verstehe mich nicht falsch: wir haben auch Sitz, Platz, Fuß und noch so einiges mehr, was für meinen Alltag sinnvoll ist. Aaaber: das Thema Leinenführigkeit habe ich von - ich nenne es mal etwas flapsig, von der anderen Seite her aufgebaut. Ich habe ihm gezeigt, was ich eben nicht möchte. Nur mal kurz in den Ring geworfen, das Beispiel Hundeplatz/SV-Verein (entschuldigt an dieser Stelle die Verallgemeinerung, ich übertreibe jetzt hier etwas, damit ich es besser verdeutlichen kann): Training für BH-Prüfung. Die Hunde sind hochmotiviert, tun für Ihre Belohnung (Spielzeug) alles. Stehen aber die ganze Zeit völlig unter Strom. Auf dem Platz läuft es super - tolle Fußarbeit, super Abruf,... aber kaum sind sie vom Platz immer noch 1000 Volt. Gehen nach vorne. Ziehen... In meiner Welt ist das Thema wo angesetzt werden sollte die "Energie" des Hundes. Der, der die Energie des anderen beeinflussen kann, also auch herunterfahren kann, ist der souveränere. Das Ziel ist, dass ich in der Lage bin, meinem Hund zu sagen: - So, wir zwei beide laufen jetzt entspannt in diese Richtung. Und z.B. auch du bleibst jetzt in diesem Radius bei mir (da hat jeder ja sein eigenes Empfinden, was für ihn sinnvoll erscheint). Es ist jetzt alles sehr knapp und evtl unzureichend beschrieben, aber letztendlich funktioniert für mich hierbei der Aufbau durch "Nein" sagen. Durch "DAS darfst du nicht" sagen. Durch Begrenzung. Absolut elementar wichtig dabei: Fair! Verlässlich! Konsequent! Auf keinen Fall reine Willkür. Und nun noch das Wort zum Sonntag: Bitte mach nur das, wo DU hinter stehst, was sich für DICH richtig anfühlt. Egal was ist, du musst authentisch sein. Ei. Guter Hundetrainer schaut da auch ganzheitlich. Was braucht sein Hund, was brauchst du, was braucht ihr als Team! Glaub an dich! Ganz liebe Grüße, Christiane
Wir haben versucht die Leinenführigkeit sowohl durch ein "nein, so nicht", als auch jetzt durch ein "ja, so bitte" zu etablieren.
Allerdings beides durch Konditionierung/Training, nicht über die Regulation der Energie.

Das ist glaube ich auch das Thema, das SandrA B meinte. Ich habe das ausgeführte Verhalten (kurzfristig) modifiziert, aber nicht die Motivation oder wie du es nennst Energie verändert.

Du sprichst einen Punkt an, der für mich immer noch ein Problem darstellt.

Wir haben jetzt hier herausgearbeitet, dass Training, Technik usw nicht unser Problem sind, sondern die Führung, Beziehung, das Standing usw.
Nur wie kann ich authentisch bleiben, wenn dieses Standing nicht meiner Natur entspricht. Es fühlt sich am Ende immer nicht richtig an, obwohl ich verstehen kann, was ich machen sollte und was richtig wäre.
 
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Lisa-Eileen
15. Juni 13:17
Aus meiner Sicht, ist Führung erst möglich wenn der Hundehalter aus Hundesicht einen gewissen Status erreicht hat! Erst dann gibt eine wesensstarker Hund, Führung ab. Der Status des Hundehalters baut auf Beziehung, Bindung, dem Bestreben nach Sicherheit, einen fairen Umgang, einer artgerechten Haltung, der Bedürfnisbefriedigung des Hundes sowie der mentalen Stärke des Hundehalters auf! Ein hohes Maß an emotionaler Kompetenz ist unabdingbar! Gelingt dies nicht, erkennt er den Hundehalter auch nicht an! Leider erlernt der Hund, der aus seiner Sicht, aufgrund seiner Notlage oft über Jahre hinweg alles selber regeln muss, und dadurch auch deutlich überfordert ist, ein oft umfangreiches Sortiment an Fehlverhalten! Die Verhaltensmuster sind oft gefestigt! Für den Hund stellt Führung eine beachtliche Entlastung dar😊
Genau das.👍🏼
 
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Lisa-Eileen
15. Juni 13:32
Da enden wir dann wieder in einem "Machtgerangel". Wenn Nero an dem Punkt ist, an dem er beschließt nicht mitzumachen, dann kann ich ihn körperlich nicht mehr blockieren oder beeindrucken. Er bleibt nicht stehen oder weicht zurück oder beschwichtigt, sondern drängt sich seitlich solange vorbei, bis er durchkommt. Ich weiß nicht wie ich da meinen Nachdruck eskalieren kann, ohne bei Gewalt zu landen. Das Spiel spielt er einfach besser als ich. Er kann sich extrem gut durchsetzen. Da fehlt mir das "Standing" wie es so schön genannt wurde. Noch mehr Begriffe, die so viel und gleichzeitig so wenig aussagen 😅.
Ja, da braucht man halt auch Präsenz und wenn du eben Jahre lang gezeigt hast das du was Führung angeht inkompetent bist musst du das erstmal wieder beweisen.
Kenns von Rocket auch bei vielem und ich lerne immernoch dazu.
Bin halt psychisch ein Wrack und unsere derzeitige Lebenssituation mit meinem Ex belastet uns sehr, trotzdem geb ich jeden Tag mein bestes und arbeite an mir.
Rocket ist zum Glück eher höflich und dann einfach nur nervig wenn wir so Sachen diskutieren müssen, das ist nochmal weniger gefährlich als ein Hund wie Nero der tatsächlich auch viel schlechte Entscheidungen treffen würde, aber grad da ists halt dann auch wieder umso wichtiger.
Als ich das erste mal nach Katrin Scholz gearbeitet habe war das den ersten Tag auch voll das Machtgerangel wenn man es so nennen will einfach weil ich ihm seit 3 Jahren unabsichtlich beibrachte das er für alles zuständig ist und ich ihm damals nicht die Führung und Sicherheit gegeben hab die er gebraucht hätte.
Man merkte er konnte die Kontrolle nicht abgeben und wir haben da schon miteinander gekämpft aber nicht bösartig sondern ruhig, souverän und mit Verständnis.
Den nächsten Tag musste ich ihn nur alle paar Meter an die Regeln erinnern, den dritten Tag fast garnicht mehr und die Tage drauf wars dann auch iwann wie weggeblasen und er war viel entspannter.
Man merkt aber in potenziell schwierigen Situationen aus Hundesicht oder in Situationen wo ich sehr Schwierigkeiten habe das er da wieder einspringt oder testet.
Da brauchs nur n minimales Zeichen und er ist entspannt und überlässt die Situation mir.
Man muss halt auch rausfinden was für ne Persönlichkeit der Hund hat und wo seine Stärken und Schwächen liegen.
Rocket zb ist introvertiert und sehr deeskalierend, das nutze ich wo es passt und da ist er dann auch super souverän.
Übergriffe oder zu schnelle Situationen kommt er aber nicht mit klar und wird er auch nie weil er einfach nicht der Typ dafür ist, leider ist das auch meine Schwachstelle aber da arbeite ich noch an meinen Kompetenzen damit besser umzugehen und das für ihn gut regeln zu können.
Das ganze richtig zu verstehen und besser unser Team gestalten zu können hat uns nochmal mega krass zusammengeschweißt.
Gibt auch immernoch schlechte Tage, aber das ist ok, dann machen wir nur ne kleine Runde und chillen drin.
Wir sind halt auch einfach eingespielt und viben miteinander und nicht (mehr) gegeneinander.
 
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Alois
15. Juni 13:34
Hallo Julia,
danke für deine ehrliche Worte!
Du hast es in dem Text sehr schön selbst erklärt, wie du Nero zu dem Hund erzogen hast der er jetzt ist!
Anscheinend bist du aber mit dem Resultat nicht sehr zufrieden?
 
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Ina
15. Juni 13:36
Wir haben versucht die Leinenführigkeit sowohl durch ein "nein, so nicht", als auch jetzt durch ein "ja, so bitte" zu etablieren. Allerdings beides durch Konditionierung/Training, nicht über die Regulation der Energie. Das ist glaube ich auch das Thema, das SandrA B meinte. Ich habe das ausgeführte Verhalten (kurzfristig) modifiziert, aber nicht die Motivation oder wie du es nennst Energie verändert. Du sprichst einen Punkt an, der für mich immer noch ein Problem darstellt. Wir haben jetzt hier herausgearbeitet, dass Training, Technik usw nicht unser Problem sind, sondern die Führung, Beziehung, das Standing usw. Nur wie kann ich authentisch bleiben, wenn dieses Standing nicht meiner Natur entspricht. Es fühlt sich am Ende immer nicht richtig an, obwohl ich verstehen kann, was ich machen sollte und was richtig wäre.
Ich könnte mir vorstellen, dass eine Änderung deiner inneren Haltung viel und auch schnell bewirken könnte.
Ich arbeite mit Menschen und hier ist es immer wieder sehr bemerkenswert zu sehen, welchen Einfluss die innere Haltung sowohl im Inneren als auch sehr schnell in der äußeren Wahrnehmen bewirkt. Dazu musst du dich auch nicht „verbiegen“, sondern dich deiner Haltung primär bewusst werden.
Innere Haltung bedeutet, dass du dir bewusst wirst: was darf mein Gegenüber mit mir machen? Was darf mein Gegenüber nicht machen - was sind meine roten Linien, was lasse ich nicht zu.
Konkret: möchtest du es (wie bisher) weiter zulassen, dass Nero dich hinter sich herschleift?
Versuch dir Nero als Mann vorzustellen, der dich grob (und das tut Nero!) hinter sich herzieht. Willst du das? Oder möchtest du mit Nero Hand in Hand gemeinsam einen Spaziergang machen?
Dann sei dir deiner Haltung bewusst!
Wie würdest du bei einem Mann reagieren? Würdest du weiter hinterher laufen? Ich denke du würdest protestieren! Tu das!
Und dann dreh um. „So geh ich nicht Gassi!“. Aber NICHT als Trainingsansatz. Sondern weil deine HALTUNG ist, sich von keinem Wesen so hinterher schleifen zu lassen!

Letztlich kannst du auf viele/alle Probleme mit deiner geänderten inneren Haltung reagieren. Frage dich, ob du dir das von einem anderen Menschen gefallen lassen würdest?

Zu deinen Emotionen Nero gegenüber, deinem schlechten Gewissen ihn zu begrenzen: wenn du ihn begrenzt, werden eure gemeinsamen Grenzen und Regeln festgelegt. Damit gibst du ihm den Rahmen, den er braucht, um sich in der Freiheit bewegen zu können, die du ihm geben möchtest.

Und noch ein Gedanke zum Schluss: Führung bedeutet nicht Autokratie. Sondern, dass Regeln bestehen, Verantwortungsübernahme (hier durch den Menschen), in diesem Rahmen sich der Hund frei bewegen und entfalten kann. Deswegen darf der Hund trotzdem nicht jagen. 😉 Aber wir können gemeinsam Wildspuren entdecken und so gemeinsam einen Weg zur Bedürfnissbefriedigung des Hundes erreichen.

Man bekommt immer den Hund den man braucht und den man verdient. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch!
 
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Lisa-Eileen
15. Juni 13:41
Katrin Scholz wurde mir auch schon empfohlen. Bzw die zwei Trainerinnen, die für sie arbeiten. Hab kürzlich jemanden kennengelernt, der bei ihr die Hundetrainer Ausbildung gemacht hat. Für ihn ist sie die beste, vor allem wenn es um Schäferhunde geht. Vielleicht kann sie mir mit meinem "Standing" helfen. Jedoch bin ich mir nicht sicher, wie weit ich mich und meine Persönlichkeit ändern kann. Ich habe es durchaus schon versucht. Dass ich keine Führungskompetenz für strake Hundepersönlichkeiten habe höre ich natürlich nicht zum ersten Mal. Hast du ihr Buch gelesen?
Ja, bin auch absolut von ihr begeistert.
Ich finde man muss nicht seine Persönlichkeit ändern, aber du kannst ja trotzdem Kompetenzen stärken und aufbauen.
Deine Persönlichkeit bleibt ja trotzdem, die kann man nicht ändern, das ist der Grundbaustein auf dem alles weitere aufbaut.
Grad was das Standing und alles angeht kann dir Katrin bzw ihre Trainer denk ich mal super helfen, für dich persönlich würd ich dir aber noch Agniezka von Dog Life Coaching empfehlen, sie hatte mir da sehr geholfen.
Sie macht kein klassisches Training sondern Emotionscoaching wo es nicht nur um den Hund geht und ihn zu lesen und zu verstehen sondern auch um dich vorallem und euch als Team.
In ihrem Freilaufkurs gings ja auch um die Ausbildungspfeiler und da gings ja auch drum was zu wem passt.
Also das eine Team braucht vielleicht mehr Leichtigkeit, bei dem anderen ist aber Respekt eher ein Thema usw.
Je nach dem muss man eher in den einen Pfeiler greifen oder in den anderen.
Es gibt oft die Leute die dem Hund alles recht machen wollen und ihn damit aber die ganze Verantwortung aufdrücken und überfordern und dann wieder oft die anderen die eher Leichtigkeit brauchen und oft zu streng sind.
Gibt natürlich noch anderes aber das sind meistens so die 2 Lager.
Deswegen sie fänd ich da auch nochmal ganz gut bei dir um an dir zu arbeiten.
Wie gesagt, nicht die Persönlichkeit ändern sondern Kompetenzen aufbauen und stärken und euch beide wieder zusammen bringen.

Das Buch hab ich vergessen.
Es liegt hier, aber ich habs noch nicht gelesen.😅🙊
Sie hat ja vieles was darin geschrieben steht bei dem Hundekongress letztes Mal schon erzählt, daher weiß ich schon einiges davon.
Hatte mir das Buch geholt weil ichs super fand.
 
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Julia 🐾Nero
15. Juni 13:42
[Zitat Julia & Nero] ‐------------------------------------------------ Ja das stimmt, es gab eine Person, die ihn sehr gut führen konnte. Es war auch die Überlegung, dass sie ihn komplett übernimmt. Leider hat sie sich dagegen entschieden. Ich würde es aber so formulieren, dass es nicht nur bei mir so ist, sondern nur bei ihr nicht so ist. ‐------------------------------------------------ [Zitat Ende] Was unterscheidet diese Person von Dir? (Ich glaube das wurdest du schonmal gefragt, - glaube ich zumindest - das stammt aus einem älteren Thread oder Beitrag von dir.) Weitere Aussage von Dir die mich triggert: "Nero gesteht mir die Führungsrolle nicht zu" Ich finde, das ist schon ein heftiger Marker für das Kernproblem in deiner Beziehung in Dir oder zu Dir selbst, und nicht beschränkt auf die Beziehung mit Nero alleine. Ich glaube - vorausgesetzt Nero ist wirklich gesund und hat keine versteckten Schmerzen - dass weder Nero, noch das Training, noch deine intellektuellen Fähigkeiten (gemeint: "technisches How-to") das Problem sind. Trotzdem habe ich immer wieder das Gefühl - seit ich jetzt schon jahrelang deine Texte mitlese - dass "in Dir" was schief steht, und das ist meiner Ansicht nach auch der Punkt warum Nero Dir nicht vertraut oder besser gesagt: Dir nicht vertrauen kann. Aus vielen deinen Texten spricht - für mich - oft Unsicherheit, eine Art fehlende Erdung oder Orientierung. Das ist meiner Ansicht nach das, was Nero dir zeigt und was ihm fehlt. Der Unterschied zwischen Nero und Dir ist: Er, als Hund, "ist das was er tut", also ist authendisch, von der umfassenden Richtigkeit seines Sein's und Tun's überzeugt. Ohne Zweifel, völlig egal ob's richtig oder falsch sein könnte. Dass das in unserer(!) Welt oft nicht passt und ohne Führung durch eine Vertrauens(!)-Person zu üblen Konsequenzen führen kann ist klar, und zu dieser Vertrauens-Person muss sich jeder von uns entwickeln wenn ein Team - von uns geführt - funktionieren soll. Du selbst bist - für mich zumindest vermutbar - nicht überzeugt von deinem Tun, zumindest nicht im Umgang mit einem Wesen wie Nero - ein eigentlich ganz normaler selbstständiger Hütehund. Ich bin mir ziemlich sicher dass er darauf reagieren würde wenn Du anfingest, an deinem "Standing" zu arbeiten - er könnte ein "Marker" sein und so - als dein Assistenz-Hund - dir den Weg zu einem Team mit ihm zeigen. Ich bin übrigens auch alles andere als perfekt, im Grunde immer noch Anfänger was Hunde betrifft, ....ich versuche halt vor allem darauf zu achten, was Baja (Huskymix mit viel Huskyanteil) mit all ihren hündisch optimierten Sinnen "in mir" liest/lesen könnte, um ihre Reaktion auf mich im Training und Alltag besser verstehen zu können. Und ja, das schmeichelt mir oft wirklich nicht wenn mir klar wird was ich dabei über mich erfahre! 😁 Also: Mein Vorschlag währe dass du dir einen Trainer suchst der zu Dir(!) passt und in erster Linie Dich und gezielt dein Standing trainiert und der seine Arbeit auch dementsprechend aufbaut. Oder du machst eine proffessionelle Ausbildung als Hundeführer wenn sicher gestellt ist dass dabei solche Themen zu den zu erarbeitenden Grundlagen gehören, also auch Lernziel sind. Ich hoffe sehr du fühlst dich nicht angegriffen oder erlebst diesen Text als "übergriffig", das ist nicht meine Absicht. 🌻
Zunächst einmal, ich fühle mich überhaupt nicht angegriffen und was du schreibst nicht übergriffig.

Ich denke wir sind an einem Punkt, an dem man die Dinge beim Namen nennen und ich die Hosen runterlassen muss.

Höflichkeiten und Sensibilitäten können dann wieder in anderen Threads ausgepackt werden.

Was unterscheidet mich von dieser Person? Das ist eine gute Frage und gar nicht so einfach zu beantworten. Ein gewisses Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, mit sich im Reinen sein, weniger Gefühlsduselei und Mitleid, in gewisser Hinsicht durchaus eine gewisse "Strenge" und Kompromisslosigkeit, Geduld und Vertrauen in Nero.

Dein Eindruck ist richtig, ich bin nicht geerdet und in mir steht einiges schief, ich habe keine gute Beziehung zu mir selbst. Leider pathologisch und chronisch, was keine Entschuldigung sein soll. Aber es ist nicht oder nicht einfach zu ändern.
Dass das so große Probleme machen wird habe ich nicht geahnt.

Ich bin mit rationaler Intelligenz, Fleißarbeit und als Theoretiker immer mehr oder weniger gut durchs Leben gekommen. Jetzt stoße ich wohl an meine Grenzen.

Vielleicht probiere ich es tatsächlich mit Katrin Scholz bzw ihren Leuten. Die scheint sich schon auf Hundehalterentwicklung und weniger auf Hundetraining zu fokussieren.
Von einer professionellen Hundeführerausbildung außerhalb eines entsprechenden Berufes habe ich noch nicht gehört.