Ja dein Eindruck ist richtig, der Freizeitmodus überwiegt und die Trainingseinheiten sind eher kurz, wobei wir diese durchaus schon auch in der Dauer und Schwierigkeit gesteigert haben.
Dennoch fällt es mir sehr schwer Nero nicht sein Ding machen zu lassen. Ich gehe schon *für* ihn spazieren, das soll seine Zeit sein.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass sich sein Leinenverhalten auch zwischen den Einheiten deutlich verbessert hatte. Und das ist ja eigenlich das Ziel, dass der Hund sich in der Freizeit immer mehr dem Leinenführigksmodus angleicht. Das hat stattgefunden.
Das Losgehen machen wir falsch, das will ich gar nicht abstreiten. Nero ist sehr aufgeregt und steigert sich an der Wohnungstür schon rein (läuft rum, jammert, hechelt), daher versuche ich möglichst schnell loszugehen. Wir fangen auch erst mal mit Freizeit an, also gehen aus dem Haus und er darf erst mal machen.
Ich bin da der Meinung, dass er zu aufgeregt ist und erst mal paar Minuten braucht, bevor ich überhaupt irgendwas von ihm verlangen kann. Richtig wäre es ruhig loszugehen.
Das haben wir auch mal eine zeitlang priorisiert, aber dann ist das irgendwie eingeschlafen.
Jetzt direkt vorweg eine Bitte an alle: nicht falsch verstehen! Bedürfnisse von Hunden müssen artgerecht befriedigend werden, das ist oberste Priorität. Dennoch:
Nero schleift dich durch die Gegend, dass dir alles weh tut. Er ignoriert dich, jagt, greift auf große Distanzen andere Hunde an, er ist - wie du selber sagst - völlig außer Kontrolle und bringt dich in die unmöglichsten Situationen und dir fällt es schwer, ihn nicht sein Ding machen zu lassen??
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Ich erlebe es oft, dass die Hunde, deren Halter ihnen alles Recht machen möchten, die größten Schwierigkeiten bereiten.
Natürlich gibt es Hunde, die du den ganzen Tag betüddeln, mit Futter voll stopfen und ihr Ding machen lassen kannst und die trotzdem ein Leben lang unauffällig bleiben. Aber es gibt auch eben die anderen, die sofort merken, wenn sich ihr Mensch an ihnen orientiert.
Bedürfnisse kann man auch anders befriedigen und dabei Regeln und Grenzen einbauen und sich so langsam eine Position erarbeiten, die auch solche Hunde annehmen.