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Julia 🐾Nero
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heute 11:38

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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Alois
13. Juni 20:13
Also negative Verstärkung, um den Hund zu beeindrucken? An sich finde ich das gut, aber das so in einem Forum zu posten ist gefährlich. Führung ..Wie erreicht man Führung. Gelebte Führung bei Anfängern, ist Domininzgehabe ohne Sinn und d Verstand.
Ist leider so, von negativer Verstärkung habe ich nichts geschrieben, aber eine berechtigte und faire Korrrektur die der Hund auch verstehen kann, halte ich bei bestimmten Hunden für sinnvoll!
 
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Daniel
13. Juni 20:16
Im Training hat man immer eine Lernkurve. Oder stell es dir mehr wie eine Treppe vor. Da macht man einem Tag gefühlt drei Stufen. Und beim nächsten Mal steigt man wieder zwei Stufen hinab. Darauf folgen dann aber wieder gleich vier Stufen. Wichtig sind Pausen. Also auch nicht jeden Tag, immer das selbe trainieren. Auch mal zwei Tage Pause machen. Kommt natürlich auf das Trainingsziel an.

Aber bei allem darf man nicht vergessen, dass Hunde auch ein Limit haben. Nach einem zweistündigen Matheblock, war auch erstmal mental am Ende 😉 Auf die Tagesform kommt es auch immer an.
 
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Tina
13. Juni 20:20
Ist leider so, von negativer Verstärkung habe ich nichts geschrieben, aber eine berechtigte und faire Korrrektur die der Hund auch verstehen kann, halte ich bei bestimmten Hunden für sinnvoll!
Auch bei Angsthunden und Hunden mit schweren Deprivationssydrom?
 
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Alois
13. Juni 20:27
Das Wesen des Hund bestimmt die Arbeitsweise!
Leider beherzigen nicht alle diesen Grundsatz😕
Oft wird auch in Hundeschulen mit Tierschutzhunden gearbeitet, die mental nicht fähig sind dies momentan zu leisten😕
Generell halte ich Beziehungsaufbau und Bindung für die wichtigsten Grundlagen,
nur so erreicht der Hund eine gewisse Stabilität!
Leider werden oft Hunde auch durch Training überfordert😕
Obwohl das eine umfassende Sozialisierung und Stabilisierung oft sinnvoller wäre!
 
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Lisa-Eileen
13. Juni 20:49
Im Grunde ist das Endergebnis schon, dass ich aufgebe. Aber ich versuche es durchaus lange, nur entgegnet Nero mit Verweigerung oder sich blöd stellen (was natürlich eine menschliche Sichtweise ist, nur fällt mir keine bessere Interpretation ein). Wie bleibt man konsequent? Das ist eine ernst gemeinte Frage, vielleicht verstehe ich das Konzept der Konsequenz nicht richtig. Er ignoriert mich dann einfach 🤷🏻‍♀️. Hochwertigere Belohnung wird links liegen gelassen und strengere Korrektur beeindruckt ihn sowieso nicht, wenn er an dem Punkt ist. Wenn es an mangelnder Konsequenz liegt, dann weiß ich einfach nicht, wie ich diese durchsetzen soll, wenn der Hund die Kooperation einstellt. Aber ja ich denke schon das seine Sichtweise ist "das war jetzt voll nett und jetzt mache ich wieder mein Ding".
Nicht hart oder böse werden sondern entspannt bleiben und den längeren Atem haben.
Vielleicht könnte auch das Timing noch reinspielen und eben auch wie dolle.
Wenn man zb zu dolle ist kann der Hund auch aus Selbstschutz auf Durchzug schalten, es kann aber auch so wirken wenn der Hund zb vom Nervensystem einfach völlig durchgenudelt ist.
In dem Fall kann er dann garnicht selbst wenn er wollte.
Also da muss man halt auch erstmal verstehen was es ist.
Bei mir hilfts oft wenn er Fehler macht oder nicht hört das ich ihn wieder in Ausgangsposition bringe und neu starte.
Wenns um ne bestimmte Aufgabe geht zb.
Wenns eher schwer ist oder so versuch ich dazwischen was abzurufen was er gut kann und gern macht und nicht nur das was grad Probleme macht durchzuhämmern weil er sehr schnell frustig ist und dann eben zu macht.
 
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Lisa-Eileen
13. Juni 21:05
Kannst du vielleicht konkreter erklären, was du mit Konsequenz meinst und wie das umzusetzen ist? Es ist nicht so, dass ich es nicht versuchen würde. Ich versuche mich schon durchzusetzen, es "auszudiskutieren" wie man im Hundetrainer Jargon gerne sagt, eine Verbindlichkeit zu erreichen. Aber wie mache ich das, wenn der Hund dicht macht? Wenn er weder auf tollere Belohnung, noch auf strengere Korrektur reagiert? Ich habe versucht in der Situation zu bleiben, nicht weiterzugehen, bis er mitmacht. Aber in der Praxis weiß ich tatsächlich nicht, wie ich diese Konsequenz durchsetzen soll, wenn der Hund weder kooperiert, noch reagiert. Ich fühle mich als wären mir die Hände gebunden. Zum Beispiel als wir über Körpersprache gearbeitet haben. Ich spreche den Hund ein, lade ihn über Körpersprache nach hinten ein und nehme den Raum vorne ein. Das hat wunderbar geklappt, Nero was sehr empfindlich, auf ein bisschen mit dem Oberkörper nach vorne lehnen hat er schon regiert, wenn er sich zu weit nach vorne bewegt hat und sich wieder zurückorientiert. Und dann eines Tages ging es los. Auf Einladung noch reagiert, aber direkt wieder nach vorne. Dann nicht mehr nach hinten gekommen, dann nicht mal mehr auf Ansprache umgedreht um zu schauen. Anfangs habe ich ihn angestupst, konkreter nach vorne blockiert usw. Aus Empfindlichkeit wurde völlige Stumpfheit meiner Körpersprache gegenüber. Und irgendwann schreie ich dem Hund hinterher und er guckt nicht mal. Wo geht das schief, was mache ich falsch?
Da hörts sich eher nach Timing Fehler an.
Denke auch das er da gelernt hat das er damit ja durchkommt weil die Korrektur oder Ansprache im falschen Moment oder garnicht kam.
 
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Lisa-Eileen
13. Juni 21:18
Ich glaube nicht, dass Nero das so sieht, dass das Verlassen der Gemeinschaft Gefahr bedeutet und asozial ist. Das ist einfach nicht sein modus operandi wenn man es so nennen will. Das stehen bleiben und einladen klingt sehr nach dem, was Methode 2/ Trainer 2 mit uns gemacht hat. Das hat anfangs auch prima geklappt, bis es nicht mehr geklappt hat. Ich weiß aber immer noch nicht, wie sich in diesem Zusammenhang Konsequenz auszeichnet oder diese umzusetzen ist. Damals war es so, er hat angefangen nach der Einladung direkt wieder vor zu gehen. Daran hat auch nichts geändert, dass ich immer wieder stehen geblieben bin. Dann ist er auf Einladung gar nicht mehr gekommen, wie setzt man sich da konsequent durch? Stehen bleiben und aussitzen? Das haben wir auch mal probiert, da hat er sich so reingesteigert und hochgedreht das gar nichts mehr ging. Nero scheut nicht davor zurück selber auszusitzen und am Ende ist es eben ein Macht/Kraftgerangel. Wie bleibt man konsequent ohne gegen den Hund zu arbeiten, wenn der Hund aktiv Zusammenarbeit verweigert?
Beim direkt wieder vorgehen hättest du dich direkt eindrehen müssen, je nach Intensität mit ner schiebenden Hilfe nachsetzen.
Ich hab zb mittlerweile eingeführt wenn er an der Leine ist hat er immer hinter mir auf der angewiesenen Seite zu bleiben, er darf mich generell nicht überholen.
Setzt er auch nur dazu an zu schnell zu werden brems ich ihn körpersprachlich einmal aus.
Viele machen oft den Fehler garnicht auf die kleineren Zeichen zu reagieren oder viel zu spät dann zu reagieren und meist dann auch zu doll und das ist dann nicht klar für den Hund.
Hatte es ja früher auch, denke das könnte bei euch warscheinlich auch in die Richtung gehen?

Wenns um Freilauf geht hab ichs so gemacht das ich wenn er nicht reagiert hat einmal an der Schleppi nen Impuls gab und falls er darauf nicht reagierte wurde er kommentarlos rangeangelt und dann war Freizeit erstmal vorbei.
Konsequenz ist zum einen Verbindlichkeit einfordern durch direktes soziales Feedback aber auch das es dann eben weniger Privilegien gibt wenn der Hund sich nicht benimmt.
 
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Lisa-Eileen
13. Juni 21:20
Ich glaube, es gibt einen riesigen Unterschied zwischen stehen bleiben und konsequent stehen bleiben 🤪 Der liegt in deiner Haltung und Persönlichkeit und in dem, was du in diesem Moment fühlst und welcher Überzeugung du bist. Das ist aber etwas, das man nicht mit Worten beschreiben kann.
Find schon, das ist auch n Stück weit wie mit dem Blocken.
Man darf halt net eindrehen und dann wieder weitergehen sondern halt kurz halten und warten das der Hund auch Feedback gibt das ers gecheckt hat und dann eben auch respektiert.
Setzt man an und der Hund geht direkt los oder brettert sogar rein dann wars nicht ordentlich durchgesetzt.
 
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Alois
13. Juni 21:29
Ich glaube, es gibt einen riesigen Unterschied zwischen stehen bleiben und konsequent stehen bleiben 🤪 Der liegt in deiner Haltung und Persönlichkeit und in dem, was du in diesem Moment fühlst und welcher Überzeugung du bist. Das ist aber etwas, das man nicht mit Worten beschreiben kann.
Das ist doch mal ein Ansatz😊
 
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Katharina
13. Juni 21:43
Mein Eindruck ist, nachdem ich einige(nicht alle) Kommentare und v.a. die Antworten darauf gelesen habe: die Lernkurve ist da, der Erfolg scheint für Hund und Halter vorausschaubar da. Und dann wird's langweilig für Hund und Halter, der Hund macht nicht mehr mit, der Halter ist frustriert. Und letzteres liest sich so, als ob auch das ganz erwartungsgemäß und nach Plan abläuft. Der Hund erfüllt die Erwartung seines Halters, also folgsamer Hund. Vielleicht einfach mal ab dem Moment, wo man feststellt, der Hund scheint es verstanden zu haben mit einer überraschenden Wendung das Schema durchbrechen. Vielleicht sogar einen kurzen Moment vor dem "Ziel" sich interessant machen durch z B eine Spiel -Aufforderung, so richtig mit den Hund albern. Und danach noch einmal KURZ das Erlernte abrufen. LG