Ich musste meine geliebte 17-jährige Chihuahua-Hündin unter sehr belastenden Umständen als Akut-Notfall erlösen lassen. Was mich bis heute beschäftigt, ist die Frage, ob die Schwere ihrer Erkrankungen ausreichend berücksichtigt wurde. Laut Tierklinik litt sie an einer hochgradigen Gallenblasenmukozele mit der ausdrücklichen schriftlichen Warnung, dass die Gallenblase jederzeit platzen könnte. Hinzu kamen Tumore, und ihre Nieren arbeiteten bereits nicht mehr richtig. Zu Hause zeigte sie deutliche Anzeichen von Leid: Schmerzen, nächtliche Unruhe, stark vermehrtes Trinken und tägliches morgendliches Würgen. Aus Sorge um ihr Wohl wollte ich deshalb eine Euthanasie zu Hause durchführen lassen, damit meine Mona in ihrer vertrauten Umgebung friedlich einschlafen kann. Da dies nicht möglich war, bin ich mit ihr in diese Praxis gefahren, weil dort sehr wenig los ist und ich ihr wenigstens einen ruhigen und würdevollen Abschied ermöglichen wollte. Stattdessen wurde mir vermittelt, dass sie noch nicht so weit sei. Da sie in der Praxis noch lief und aufmerksam wirkte, wurde meine Einschätzung ihrer Lebensqualität aus meiner Sicht nicht ausreichend berücksichtigt. Vielmehr hatte ich das Gefühl, mich dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich ihr weiteres Leiden ersparen wollte. Statt einer Auseinandersetzung mit den schwerwiegenden Diagnosen erhielt meine Mona eine Librela-Spritze zur Linderung von Gelenkbeschwerden. Für mich blieb die Frage offen, welchen Nutzen dies angesichts ihrer bekannten schweren Organerkrankungen noch haben sollte. Nur drei Tage später erlitt meine Hündin einen schweren Krampfanfall, schrie vor Schmerzen und brach zusammen. Die anschließende Euthanasie in der Notfallklinik verlief aufgrund ihres bereits kritischen Zustands äußerst belastend.Es musste mehrfach versucht werden, einen venösen Zugang zu legen. Für mich war es sehr schwer mitanzusehen, wie meine kleine Hündin in ihren letzten Momenten zusätzlich diesem Stress ausgesetzt war. Und bekam noch einen Maulkorb an. Besonders traurig macht mich rückblickend, dass bei einem 17 Jahre alten Hund mit so schwerwiegenden Diagnosen und deutlichen Beschwerden aus meiner Sicht nicht stärker das Tierwohl im Vordergrund stand. Für mich bedeutet Verantwortung gegenüber einem geliebten Tier auch, zu erkennen, wann weiteres Leiden nicht mehr verhindert werden kann. Ich schreibe dies nicht aus Wut, sondern aus tiefer Trauer. Mein Wunsch war es, meiner treuen Begleiterin einen friedlichen und würdevollen Abschied zu ermöglichen. Leider ist genau das nicht geschehen.
(Cornelia )