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Celine
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 121
heute 20:11

Arbeitshund, Welpe

Hallöchen, Ich möchte mir einen Arbeitshund anschaffen, also in die Richtung Malinoi, Bordercollie, Schäferhund. Was sind so eure Erfahrungen, was sollte man dringend am Anfang beachten und habt ihr Tipps und ähnliches? Ich würde mich über Antworten freuen 🫶 Liebe Grüße
 
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Kati
heute 18:18
Also erstmal solltest du wissen, was du möchtest. Du schreibst irgendwo von Leistungssport. Was heißt das?
Kreisklasse oder CACIT? IGP, Mondioring, Agylity? Was führst du jetzt?
Danach richtet sich ja auch die Auswahl der Rasse. Ja ein Border kann auch IGP...

Wenn die Rasse klar ist würde ich mich mit Erkrankungen auseinandersetzen. Beim Border bin ich da zugegeben raus. Beim DSH ist ED/HD eh Pflicht. Ich würde eine VDH/SV oder RSV Zuchtstätte nehmen, wenn du hoch führen willst. Mit Dissidenz kannst du irgendwann leider an Grenzen stoßen.
Elterntiere ansehen und das heißt nicht nur die coolen Titel, sondern wie sind die im Alltag. Deinen Sporthund hast du die 3x 20min aufm Platz, deinen Hund im Alltag die restlichen 23h vom Tag. Behalten die die Nerven, wie vererben die. Also was macht die Nachzucht.
Körperbau anschauen! Beim DSH unbedingt auf Pfoten achten, insgesamt die Festigkeit der Hinterhand... Da kann man sich bei Pat Hastings bzw. Eva Walser & Doris Walder im Buch "Welpentest und Hundeanalyse: Körperbau - Fit for Function - einfach erklärt" gut schlau lesen. Wenn du wirklich Ambitionen zum hohen Sport hast, wäre mir dieses gute Grundgerüst wahnsinnig wichtig. Und bitte auch schon mal Plan B und C-F, wenn der Mali nicht beißt oder der DSH entgegen jeder Prognose doch die Hüfte Schrott hat. Oder der Border als Welpe ins Auto rennt und dadurch nie übers Agylityfeld fliegen kann...

Wenn du dann eine Idee hast welche Linie etc. Züchter kennen lernen. Wie werden die Welpen sozialisiert? Passt das zu deinem Leben? Passen Vorstellungen von Zucht, Gesundheit und sowas zusammen. Wenn ja, dann ist da wahrscheinlich noch eine Warteliste.

Und dann muss so ein Arbeitshund alltagstauglich werden. Und unterschätze das bitte bitte nicht! Ich kenne so viele richtig geile Arbeitshunde, die im Alltag sagen wir mal seehhhrrr viel Management bedeuten. Wenige Vertreter einer Arbeitstasse sind ab Werk wirklich unkomplizierte Mitläufer im Alltag. Was nicht heißt, dass es nicht geht! Das bitte nicht falsch verstehen, aber es ist Arbeit. Viel Arbeit. Viel Ruhe, viel kennen lernen, viele Eindrücke gut verarbeiten...

Ich gebe zu, dass ich das Bauchweh hier bezüglich deines Alters und deiner Lebenserfahrung etwas teile. Andersrum muss ich ehrlich gestehen, dass ich vieles mit 17 nicht so zerdacht habe und intuitiv oftmals die bessere Hundeführerin war😅
Das wäre mein Fahrplan. Dann kommt aber auch immer noch das Leben dazwischen...
 
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Katrin
heute 18:21
Ich denke am besten wäre es wenn die TE sich erstmal genau überlegt was sie mit dem Hund genau machen möchte und auf welchen Level. Hobby, Wettkampf, soll es vielleicht später auch beruflich in die Richtung gehen. Passt der Hund und der Sport auch in 5,6,7 Jahren noch in ihr Leben?
 
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Kati
heute 18:27
Ich würde da du ja Schutzsport machen willst fürn Anfang nen Schäfi nehmen, Border haben keinen Schutztrieb und Malis sind zu krass als erster Hund. Schäfis sind da leichter/ entspannter. Dann aber auch eger Ostdeutsche Linie, nicht die kaputt gezüchteten. Da gäbs zb Schäferhunde vom Altenburger Land, die sind auch selbst Trainer. Hab die über den Hundekongress der Doguniversity kennengelernt und find die echt gut.
Nur weil der Ossi hier erwähnt wird: zum einen ist in die Leistungslinien viel DDR-Blut gegangen. Und dann muss man auch bei so genannten "Ostlinien" inzwischen sehr schauen, was den Körperbau angeht. Viele sind dann auch in der Dissidenz gezogen...
Dazu ist der Ostdeutsche in der Regel schwerer und größer (da haben wir wieder den wichtigen Körperbau). Und unterschätzt nie den Sturkopf eines Ossis! Ich darf das sagen, ich bin selber einer, hab einen geheiratet und führe einen😅
Also das ist schon nochmal ein anderer Charakter. Ich finde es geil, aber Bero wäre auch so ein Kandidat an dem der "Ach ein DSH ist einfach"-Halter oder jemand, der nach einem Show-DSH mal was sportliches will, sich die Zähne ausbeißt. Deswegen auch hier: Eltern anschauen.
 
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Stef
heute 18:30
Warum fragst du eigentlich wenn du schon so viel Erfahrung mit Hunden hast?
Für mich ist ganz klar:
Schule, Lehre, Ausbildung oder Studium sind extrem zeitintensiv, für mich undenkbar, da noch nebenher (alleine?) einem Hund aus Arbeitslinie gerecht werden zu können!
Und wenn man noch so hundeerfahren ist-jeder Hund ist anders und auch ein erfahrener Mensch kann unter Umständen an seine Grenzen kommen (siehe auch die überfüllten Tierheime) und ein Tag hat einfach nicht genug Stunden um allem gerecht zu werden!
 
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Steffi
heute 18:35
Warum fragst du eigentlich wenn du schon so viel Erfahrung mit Hunden hast? Für mich ist ganz klar: Schule, Lehre, Ausbildung oder Studium sind extrem zeitintensiv, für mich undenkbar, da noch nebenher (alleine?) einem Hund aus Arbeitslinie gerecht werden zu können! Und wenn man noch so hundeerfahren ist-jeder Hund ist anders und auch ein erfahrener Mensch kann unter Umständen an seine Grenzen kommen (siehe auch die überfüllten Tierheime) und ein Tag hat einfach nicht genug Stunden um allem gerecht zu werden!
Sie fragt, weil sie auch von anderen Erfahrungen profitieren möchte..ein guter Ansatz wie ich finde. Und dafür ist das Forum auch gedacht, oder nicht?
 
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C
heute 18:36
Zwei Beispiele aus meinem Umfeld, Kinder von Freunden, beide tierverrückt seit Kindesbeinen, charakterstark und immer weiter im Kopf wie manche, die wesentlich älter waren plus null Interesse an Party und anderem Aktivitäten, die hier immer wieder exemplarisch ins Feld geführt werden:

Beispiel 1 aus dem Pferdebereich, studiert online mit wenigen Präsenzzeiten und dafür hat sie ein Netzwerk. Ansonsten ist sie im Stall, hat zwei eigene Pferde und reitet sehr erfolgreich in höheren Turnierklassen. Hat sich mit 16 mit einer guten Idee selbstständig gemacht und verdient bereits jetzt mit knapp 20 mehr, wie vermutlich Viele hier im Forum.

Beispiel 2 aus dem Hundebereich, jetzt 19, hat mit 17 mit einem Schäfi ebenfalls mit Schutzhundesport begonnen, ist in der Ausbildung zur Tierarzthelferin und ihr Hund kann tagsüber auf dem weitläufigen Gelände in einem abgetrennten Bereich sich aufhalten und ist gut aufgehoben. Sie ist morgens zwei Stunden vor Arbeitsbeginn mit dem Hund unterwegs und arbeitet mit ihm, in der Pause hängt sie nicht am Handy, sondern ist bei ihrem Hund und auch die Abende sind mit ihm gestaltet. Für die Berufsschultage hat sie eine Sitterin. Würde sagen, der hat es besser wie so mancher Familienhund, der den ganzen Tag das Gequäke von irgendwelchen Kindern ertragen muss oder diese eben doch immer Vorrang in der Zuwendung haben.

Also alle die hier sofort lostreten und den erhobenen Elternzeigefinger auspacken, einfach mal kurz überlegen, ob Celine möglicherweise zu oben genannten jungen Menschen gehört.

Und an dich Celine: Wenn du alles gut organisierst, durchdacht und abgewogen hast, was für alle Menschen gilt egal welchen Alters, die sich für ein Tier entscheiden, dann lass dich hier nicht von deinem Weg abhalten.

Zu den Rassen und deiner Ausgangsfrage gab es ja zum Glück nun doch auch noch hilfreiche Hinweise, die ich alle nur unterstreichen kann.
 
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Lisa-Eileen
heute 18:47
Spaß sollte der Hund und Halter dran haben, die Rasse an sich ist wenn man es nicht wettkampfmäßig betreiben will zweitrangig. Von Chi bis Deutsche Dogge hab ich da schon die unterschiedlichsten Hunde im Training gesehen.
Nochmal: der Hund braucht da gewisse Anlagen für, wenn der kein Bock auf sowas hat oder nicht geeignet ist aus welchen Gründen auch immer kannste da nix machen.
Da sie ja auch ambitioniert unterwegs ist machts kein Sinn auf gut Glück nen Hund der nicht dafür gezüchtet ist zu holen und zu hoffen das er Eignung zeigt.
 
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Aga
heute 18:49
Zwei Beispiele aus meinem Umfeld, Kinder von Freunden, beide tierverrückt seit Kindesbeinen, charakterstark und immer weiter im Kopf wie manche, die wesentlich älter waren plus null Interesse an Party und anderem Aktivitäten, die hier immer wieder exemplarisch ins Feld geführt werden: Beispiel 1 aus dem Pferdebereich, studiert online mit wenigen Präsenzzeiten und dafür hat sie ein Netzwerk. Ansonsten ist sie im Stall, hat zwei eigene Pferde und reitet sehr erfolgreich in höheren Turnierklassen. Hat sich mit 16 mit einer guten Idee selbstständig gemacht und verdient bereits jetzt mit knapp 20 mehr, wie vermutlich Viele hier im Forum. Beispiel 2 aus dem Hundebereich, jetzt 19, hat mit 17 mit einem Schäfi ebenfalls mit Schutzhundesport begonnen, ist in der Ausbildung zur Tierarzthelferin und ihr Hund kann tagsüber auf dem weitläufigen Gelände in einem abgetrennten Bereich sich aufhalten und ist gut aufgehoben. Sie ist morgens zwei Stunden vor Arbeitsbeginn mit dem Hund unterwegs und arbeitet mit ihm, in der Pause hängt sie nicht am Handy, sondern ist bei ihrem Hund und auch die Abende sind mit ihm gestaltet. Für die Berufsschultage hat sie eine Sitterin. Würde sagen, der hat es besser wie so mancher Familienhund, der den ganzen Tag das Gequäke von irgendwelchen Kindern ertragen muss oder diese eben doch immer Vorrang in der Zuwendung haben. Also alle die hier sofort lostreten und den erhobenen Elternzeigefinger auspacken, einfach mal kurz überlegen, ob Celine möglicherweise zu oben genannten jungen Menschen gehört. Und an dich Celine: Wenn du alles gut organisierst, durchdacht und abgewogen hast, was für alle Menschen gilt egal welchen Alters, die sich für ein Tier entscheiden, dann lass dich hier nicht von deinem Weg abhalten. Zu den Rassen und deiner Ausgangsfrage gab es ja zum Glück nun doch auch noch hilfreiche Hinweise, die ich alle nur unterstreichen kann.
Ich habe zwei Ausbildungen mit Hund gemacht, alleine gewohnt, s war ein Labbi Mix aus Ungarn und ich kann definitiv sagen, dass ich es so nie wieder machen würde. Mein Parvo wurde 15 und ich hab mein gesamtes Leben nach ihm gerichtet. Heute mit einer Arbeitshundrasse bin ich der Meinung wäre ich meiner jetzigen Hündin damals nie gerecht geworden. Da gehört einfach verdammt viel Zeit und Bildung dazu.
 
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Stef
heute 18:51
Ich hoffe sehr, dass Züchter und Eltern einen klaren und realistischen Blick haben. Soweit ich weiß benötigt man in diesem Alter tatsächlich die Zustimmung der Eltern.
Solche Hunde sind eine enorme Verantwortung und ich hoffe für alle Beteiligten, dass nichts schief geht!
 
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Sonja
heute 18:53
Was ich in deinem alter auch sehr wichtig finde: Gibt es in deinem direkten Umfeld Eltern/Verwandte , Freunde der Familie etc) Erwachsene mit "aktiver Sport/Arbeitshunde" erfahrung.🤔. Also jemand mit erfahrung der/die dir unter die Arme greifen kann, resp auch mal einspringt wenn du nicht besonders "Bock" drauf hast, die Zeiten werden kommen, du bist 16 und das ist völlig normal... ein Welpen in "Turnierform" zu bringen und halten ist nochmals eine völlig "andere Liga" als z.B. ; "Familienhund & Spass Agility". Es steckt Jahrelange intnsive Arbeit dahinter. Auch ist es so erst wenn der Hund 2 + ist an " Leistungs/Turnieren" teilgenommen werden sollte/darf zum einen aus gesundheitlichen Gründen zum anderen haben nicht weige "grössere" Turniere bestandene BHP als Voraussetzung der Teilnahme..... Ich hatte meinen ersten Sporthund/Arbeitshund mit 14 ,ABER das war ein "Pensionierter Zoll Diensthund" (und mehere Diensthundeführer in der Fanilie/Verwandtschaft). Also leute "vom Fach und mit Erfahrung" und selbst dann wars nicht immer einfach..🤗