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Matthias
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heute 16:15

Leinen los! Ridgeback

Hallo Ihr Lieben, Wann habt ihr angefangen eure Hunde freilaufen zu lassen? Nala wird nächsten Monat 1 Jahr alt, wir haben eine super tolle Bindung zueinander aufgebaut und sie ist auch total auf mich fokussiert. Rückruf an der Schleppleine sitzt perfekt, selbst mit Ablenkung. Mein "Problem" ist immer, sobald ein anderer Hund ins Spiel kommt, ist sie wie versteinert und hört nicht immer direkt. Deshalb habe ich immer Angst sie nicht abrufen zu können und lasse sie leider viel zu selten von der Leine. Mein größter Wunsch sind Gassirunden ohne Leine. Habt Ihr Tipps für mich? Wie ist das bei euch? Liebe Grüße, Matze & Nala
 
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Ilona
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25. Jan. 08:37
Was heisst denn: sobald ein anderer Hund ins Spiel kommt....? Schaut sie hin? Rennt sie hin?
Ich hab ein Umorientierungssignal etabliert. Bei uns ist das: 1,2,3. Bei 3 soll sie sich umdrehen und es fliegt futter in die entgegengesetzte Richtung. Wenn deine Hündin ein " Glotz" Befürfnis hat, weil sie den Reiz wahrnimmt und verarbeiten muss, würde ich sie glotzen lassen. Solange sie nicht ins fixieren kommt. Yuna ist auch ne Glotzerin. Ich lass sie das tun und sie schafft es mittlerweile sehr gut, sich selbst abzuwenden. Ich begleite das stimmlich in ruhiger und entspannter Tonlage, so das sie merkt, das da nichts grusliges ist.
Deine Hündin ist ja noch jung. Du kannst dir ja Gegenden suchen wo wenig bis gar kein Hund lang dackelt. Da muss man schon kreativ werden, vorallem auch due Gassizeiten anpassen. Bei und sind es Büro und Gewerbegebiete am Wochenende, bestimmte Seitenstrasssen, wo morgens niemand unterwegs ist, auch jeine Autos etc. Da könntest du sie ja dann frei laufen lassen. Bedenke auch, du hast ne grössere Rasse. Da ist die Pubertät bis ca. 3 Jahre mit im Spiel, wo dann eben auch Signale auch gerne mal überhört werden. Was du einfach auch machen kannst, sie für Minisequenzen abzuleinen. Für ein gemeinsames Spiel, oder ne Verlorenensuche etc. So gewinnst du auch mehr Vertrauen. Achte aber drauf, ob deine Hündin entspannt ist. Das macht es echt leichter.
 
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Ilona
25. Jan. 08:37
Was heisst denn: sobald ein anderer Hund ins Spiel kommt....? Schaut sie hin? Rennt sie hin?
Ich hab ein Umorientierungssignal etabliert. Bei uns ist das: 1,2,3. Bei 3 soll sie sich umdrehen und es fliegt futter in die entgegengesetzte Richtung. Wenn deine Hündin ein " Glotz" Befürfnis hat, weil sie den Reiz wahrnimmt und verarbeiten muss, würde ich sie glotzen lassen. Solange sie nicht ins fixieren kommt. Yuna ist auch ne Glotzerin. Ich lass sie das tun und sie schafft es mittlerweile sehr gut, sich selbst abzuwenden. Ich begleite das stimmlich in ruhiger und entspannter Tonlage, so das sie merkt, das da nichts grusliges ist.
Deine Hündin ist ja noch jung. Du kannst dir ja Gegenden suchen wo wenig bis gar kein Hund lang dackelt. Da muss man schon kreativ werden, vorallem auch due Gassizeiten anpassen. Bei und sind es Büro und Gewerbegebiete am Wochenende, bestimmte Seitenstrasssen, wo morgens niemand unterwegs ist, auch jeine Autos etc. Da könntest du sie ja dann frei laufen lassen. Bedenke auch, du hast ne grössere Rasse. Da ist die Pubertät bis ca. 3 Jahre mit im Spiel, wo dann eben auch Signale auch gerne mal überhört werden. Was du einfach auch machen kannst, sie für Minisequenzen abzuleinen. Für ein gemeinsames Spiel, oder ne Verlorenensuche etc. So gewinnst du auch mehr Vertrauen. Achte aber drauf, ob deine Hündin entspannt ist. Das macht es echt leichter.
 
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Matthias
25. Jan. 08:58
Sie ist auch eine glotzerin, hingerannt ist sie noch nie.

Beispiel: ich habe hier eine große Wiese um die Ecke, da lass ich sie immer rennen. Wenn sie dann grad am "durchdrehen" ist und aus dem Wald (in der Ferne ) ein Hund kommt, bleibt sie abrupt stehen und fängt an zu glotzen. Kein fixieren oder den Anschein, hinrennen zu wollen.

In dieser Situation hätte ich sie aber gerne abgerufen und neben mir. Es dauert dann ein paar Momemte, bis ich ihre Aufmerksamkeit wieder habe, dann klappt auch der Abruf.

Den Tip mit dem Umorientierungssignal finde ich ganz gut. Das werde ich mal testen. 👍
 
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Jessica
25. Jan. 09:04
Ich glaub da gibt es kein alter ab wann man kein Leine braucht...

Meine verstorbene Schäferhündin war an der Leine bis sie 15 Monate war eine Katastrophe! Ohne Leine war sie aber mit 4 Monate komplett abrufbar und zuverlässig.

Nora ist mit 10 Wochen ohne Leine unterwegs gewesen. Sie bleibt bei mir und bleibt im Radius von max 8 Meter, außer sie tobt mal mit einem anderen Hund.

Buddy ist als Erwachsener Hund zu mir gekommen, da entscheide ich heute noch von Tag zu Tag, von Situation zu Situation und auch wie "fit" ich bin ob er ohne Leine laufen darf. Auch hat mir bei ihm geholfen einen Tracker zu nutzen, so bleib ich recht entspannt.

Es gibt da kein alter... Es gibt auch sonst kein Rezept, das musst du selbst bei deinem Hund entscheiden.

Solange du Angst hast solltest du zu deiner Sicherheit die Leine daran lassen, dein Unsicherheit spürt dein Hund.
 
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Lisa-Eileen
25. Jan. 09:11
Ich hab bis er absolut zuverlässig war im Freilauf mit der Schleppi abgesichert, unser Problem waren auch Hunde.
Besonders wenn sie plötzlich ausm nichts vor uns standen.
Grad auch in der Pubertät gibts zwar mal Tage wo man denkt es klappt alles gut aber das kann auch direkt wieder umschlagen... ich musste da auch lernen mich nicht irren zu lassen.
Erst nach der Pubertät hab ich die Schleppi abgelassen als er wirklich zuverlässig war.
Fürn Freilauf gibts ja extra die Schleppi wenn der Hund sich da noch nicht zuverlässig benehmen kann.
Hört sich doch so weit in Ordnung an, brauchst einfach Geduld bis es richtig klappt.
 
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Ilona
25. Jan. 09:11
Sie ist auch eine glotzerin, hingerannt ist sie noch nie. Beispiel: ich habe hier eine große Wiese um die Ecke, da lass ich sie immer rennen. Wenn sie dann grad am "durchdrehen" ist und aus dem Wald (in der Ferne ) ein Hund kommt, bleibt sie abrupt stehen und fängt an zu glotzen. Kein fixieren oder den Anschein, hinrennen zu wollen. In dieser Situation hätte ich sie aber gerne abgerufen und neben mir. Es dauert dann ein paar Momemte, bis ich ihre Aufmerksamkeit wieder habe, dann klappt auch der Abruf. Den Tip mit dem Umorientierungssignal finde ich ganz gut. Das werde ich mal testen. 👍
Na, schau vielleicht, das sie beim rennen nicht in so eine hohe Erregungslage kommt. Je höher die Erregung, desto schwerer ist die Ansprechbarkeit. Du kannst das ruhige schauen stimmlich loben und begleiten. Lieber ruhig schauen, als davon düsen. Das Umorientierungssignal erst mal zuhause in reizarmer Gegend üben. Dann nach und nach Unter verschiedenen Reizen.
Das es ein paar Momente braucht, bis sie dann zu dir kommt, ist völlig normel. Das muss ha erstmal im Hirn ankommen, und gerade wenn da ein Reiz am Horizont ist, ist das umorientieren schwieriger. Bleib ruhig und enstpannt. Werd nicht strenger oder so. Was bei uns auch gut hilft zum umorientieren sind gefüllte Klopapierrollen. Ich brauch dann bloss "Bombe" rufen und Yuna kommt angedüst. Die schmeisst du dann in die entgegengesetzte Richtung. Aber auch hier gilt von reizarm zu reizschwer.
 
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Frank
25. Jan. 10:03
Unterstütze deinen Hund mit entsprechendem Training, seine natürlichen Impulse zu kontrollieren.
Z.B. mit der Reizangel, Abruch-Übungen beim Apportieren & beim Reizangeltrainig. Jagdersatztraining ist auch supergut geeignet.
Lass keinen hohen Stress dabei aufkommen und bleibe immer freundlich.
Spiel und Spass zum Abschluss sollten das ganze auflockern und haben belohnenden Effekt, festigen auch die Teamsituation.
Je nach mentaler Leistungsfähigkeit etwa 3 - 6 Minuten. Im Zweifel lieber beim Minimum bleiben.

Stell dich darauf ein das manchmal einfach nichts klappt, dann breche ab und mach Sachen die Hundi schon kann. Es ist wichtig dass dasTraining mit einem wenigstens kleinen Erfolgserlebnis endet.

Und begegne Misserfolgen und Fehler am besten mit Humor, das hilft zu verhindern dass sich schlechte Stimmung / Frustration einschleicht.
Nichts wirkt sich negativer auf Training und Teamarbeit aus als schlechte innere Verfassung beim Hundeführer/in.
Da ist wirklich Wachsamkeit angesagt.

LG 🌻

Achja, wie andere User schon geschrieben haben:
Mindestens 3 Jahre, frühestens nach Ende der Pupertät, kann das i.d.R. bei (vor allem grösseren) Hunden dauern bis alles "einigermaßen" zuverlässig sitzt.
100% gibt es so gut wie nie.
Aufgefrischt muss das auch ab und zu mal werden.
 
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Sebbi
25. Jan. 10:50
Ich habe Sebbi von Anfang an ohne Leine laufen lassen. 🤔

Als Welpe war er ohnehin nur in meiner Nähe. Das habe ich selbstverständlich direkt für das Training ausgenutzt. 🤭
Bereits zu diesem Zeitpunkt begann ich mit dem Aufbau von „Stopp“ und Rückruf.
Die Grundkenntnisse wollte ich ihm noch vor der Pubertät auch spielend vermitteln, da dies erfahrungsgemäß während dieser Phase schwieriger ist.

Später habe ich ihm dann statt des Halsbands ab und an auch einfach nur ein Geschirr angelegt Quasi als Vorbereitung auf das Training an der Schleppleine. Bis dahin hatte ich jedoch erst einmal das „Stopp“ etabliert und zwischendurch immer wieder die verschiedenen Arten von Rückruf und Stopp trainiert.

An der Schleppleine habe ich ihn an die entsprechenden Distanzen gewöhnt:
* „Bei mir“ (In meiner Nähe) – Maximale Entfernung: ca. 2 m
* „Go“ (Freilauf) – Maximale Entfernung: ca. 20 m

Wenn ich so darüber nachdenke: Das mit den Distanzen muss ich mal wieder nachjustieren. 🤔
Ich muss ihn mittlerweile zu oft korrigieren.🤭
 
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Sandra
25. Jan. 10:55
Ich kann nur sagen, vertraue deinem Hund.
Wenn wir unseren Hunden nicht vertrauen, wie sollen sie uns dann vertrauen.
Und wenn es tatsächlich einmal schief gehen sollte, davon geht die Welt auch nicht unter.
Mich befremdet es, dass wir von unseren Hunden 100% Gehorsam erwarten. Das sind doch keine Maschinen.
Wenn sie geiert, versuch doch mal ihr zu sagen, dass das okay ist und sie es lassen soll. Wenn sie dann die Anspannung verliert, dickes Lob.
 
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Katja
25. Jan. 10:58
Ich meine, zwischen den Zeilen zu lesen, dass der Hund das schon ganz gut kann (klar: Pubertät, schlechter Tag kann das alles auch mal wieder in Frage stellen… aber offensichtlich kannst Du Deinen Hund ja schon ganz gut lesen). Und jetzt eigentlich die Frage ist: wie lernt‘s Matze…?😉

Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, wo wir beschlossen haben, dass die Schlepp eh einfach nur noch hinterhergezogen wird und wir im wirklichen Ernstfall realistisch eh nicht mehr drankämen. Bevor wir uns also weiter Brandwunden durch umwickelte Knöchel holen (war echt schmerzhaft!!!) Schlepp also ab, fröhlicher Hund. Und dann gab Polli Gas… VON MIR WEG!!!😳
Ich dachte: ok, das war’s, der Hund ist weg (Polli ist mein erster Hund). Eher proforma hab ich hinterhergerufen, aber nicht wirklich erwartet, dass sie kommt. Und was tat Hundine? Raste in einem großen Bogen wieder zu mir zurück!!! Das war einfach pure Lebensfreude und nicht das Bestreben, sich vom Acker zu machen!😀

Und so geht die Reise weiter: An der Leine und auf dem Feld kennst Du Deine Nala schon. Jetzt musst Du das gleiche Vertrauen ohne Leine in den verschiedensten Situationen aufbauen: wissen, wann sie wie wo reagiert. Und wann Du vielleicht doch erstmal noch ne Leine dranhaben möchtest, weil Dir das noch nicht sicher genug ist.
Aber irgendwann muss man da ins kalte Wasser springen und es tun, es hilft nix! Mach‘s.😀

PS: Es hilft vielleicht auch, sich vorzustellen, was schlimmstenfalls schiefgehen kann: Polli nimmt z.B. eigentlich nie aktiv Kontakt zu anderen Hunden auf. Aber einige wenige gibt’s (und da gibt’s kein Muster), die will sie unbedingt kennenlernen, da rennt sie hin. Wenn ich das merke und nix mehr machen kann, nehme ich rechtzeitig zum Gegenüber Kontakt auf und meist sind die dann geschmeichelt, dass Polli als schüchterner Hund ihren Hund unbedingt kennenlernen möchte. Reden hilft viel, auch wenn mal was schiefgeht… 😀
 
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Katja
25. Jan. 11:05
Ich kann nur sagen, vertraue deinem Hund. Wenn wir unseren Hunden nicht vertrauen, wie sollen sie uns dann vertrauen. Und wenn es tatsächlich einmal schief gehen sollte, davon geht die Welt auch nicht unter. Mich befremdet es, dass wir von unseren Hunden 100% Gehorsam erwarten. Das sind doch keine Maschinen. Wenn sie geiert, versuch doch mal ihr zu sagen, dass das okay ist und sie es lassen soll. Wenn sie dann die Anspannung verliert, dickes Lob.
Wie wahr, wie wahr!
Und nichts ist schöner als das Gefühl, dass man einfach laufen und auch mal abbiegen kann… und weiß: der Hund ist aufmerksam und kommt mit!

Mein Ideal sind immer irgendwelche Punks mit ihren Hunden: das funktioniert im dicksten Getümmel alles ohne Worte!
Letztens ein Mensch/Hund-Paar in der U-Bahn getroffen: rein, geparkt, raus… alles ohne Worte. Und je dicker das Getümmel war, desto dichter war der Hund beim Herrchen…. alles ohne Leine und gänzlich unaufgeregt!
Das ist echt Verbundenheit!🤗