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Ramona
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Anzahl der Antworten 63
zuletzt 1. Jan.

Beziehung zum Hund

Vielen lieben Dank für die ganzen Tipps und lieben Antworten 🙏🏻❤️ Hallo Zusammen, ich habe ein Problem 😅 Mein Partner und ich haben einen 10 Monate alten Labbi Rüden namens Tempel, für mich mein erster Hund, mein Partner hatte selbst schon Hunde. Von Anfang an war Tempel auf meinen Partner fixiert, die zwei sind Pech und Schwefel ❤️ Ich liebe Tempel und ich glaube er mag mich auch 😅 und ich habe kein Problem damit, wenn er in einen Partner schockverliebt ist, war ich ja auch 😁 ABER, das wird langsam bisschen zum Problem. Zusammen Gassi gehen geht nur, wenn er ihn an der Leine hat. Wenn ich ihn an der Leine habe will er die ganze Zeit nur zu meinem Partner, den kompletten Spaziergang. Mittlerweile wenn ich alleine mit ihm draußen bin, kommen wir überhaupt nicht mehr weiter weil er nur noch springt und schnappt - er beisst nicht, aber er schnappt. Momentan geht mein Partner die großen Gassi runden oder halt wir beide, weil er muss ja auch mal weiter als zur nächsten Pipi Wiese, aber soweit komme ich momentan nicht mehr... Nun haben wir das Problem drinnen auch, wenn ich ihn auf seinen Platz schicke, er aufsteht und ich ihn wieder zurück bringen will, springt er mich an. Mich macht das unglaublich traurig, zumal ich eigentlich echt gerne mit ihm raus wollen würde, mit ihm was erleben wollen würde, ihm die Welt zeigen, momentan kann ich ihm aber nur die Pipi Wiese zeigen und bin froh wenn wir ohne "Streit" wieder in die Wohnung kommen. Ich habe auch schon alles ausprobiert, wenn er in seinem Tunnelmodus ist (aus dem kommt er dann nämlich schwer raus) Ignorieren und weiter gehen (das muss wild aussehen für andere 😅), bestimmt das Abbruch Signal sagen (was sonst auch wunderbar funktioniert), laut werden, ruhig bleiben, wirklich alles. Das einzige was klappt, ist ihm zb einen Stock zum tragen zu geben, ich hab mittlerweile in der Gassi Tasche einfach Stöcke die ich ihm dann geben kann, wenn der durch ist, springt er wieder... Das kann doch auch nicht die Lösung sein oder? Draußen ist es auch wirklich nicht vorhersehbar was ich grad falsch gemacht habe, ein Beispiel von gestern: Mein Partner und ich waren mit ihm draußen, ich hatte ihn an der Leine, wir haben uns unterhalten waren auf dem Rückweg und er springt mich einfach von hinten an und ist im Tunnel ... Sind ab Januar bei einer Hundeschule, wollte aber trz mal hier fragen ob jemand mit dem bisschen Info einen Tipp hat ❤️
 
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Ramona
18. Dez. 12:28
Das, was du beschreibst, sieht man bei Junghunden in dem Alter leider sehr häufig, vor allem um die 8–12 Monate. Das Anspringen und Schnappen wirkt total heftig, ist aber in den meisten Fällen kein aggressives Verhalten, sondern Frust, Überforderung und Pubertät. Die Impulskontrolle ist da einfach noch kaum vorhanden. Dass er so stark auf deinen Partner fixiert ist, hat meist nichts mit Ablehnung zu tun, sondern damit, dass Hunde sich in der Phase oft an der Person orientieren, die für sie am meisten Ruhe und Sicherheit ausstrahlt. Das kann sich auch wieder verschieben. Draußen scheint er sehr schnell in Stress zu kommen. Da hilft es oft, die Ansprüche erstmal runterzufahren: lieber kurze, ruhige Runden, kein „Programm“, kein Training, einfach nur raus und wieder rein. Weniger Reize = weniger Explosion. Wenn er hochfährt, möglichst wenig machen: stehen bleiben, Abstand, nicht reden, nicht anfassen – jede Aktion kann ihn sonst weiter pushen. Drinnen würde ich das „Zurückschicken auf den Platz“ erstmal rausnehmen, wenn er dich dabei anspringt. Das triggert viele Hunde extrem. Besser ist, den Platz positiv aufzubauen (Kauartikel, Schleckmatte nur dort) und ihn selbst entscheiden zu lassen, dort zu bleiben, statt ihn körperlich oder aktiv zu korrigieren. Dass es mit einem Stock oder Trageobjekt kurz besser wird, zeigt eigentlich nur, wie viel Spannung in ihm steckt – das ist eher ein Ventil als eine Lösung. Langfristig hilft mehr Ruhe, klare Routinen und weniger Druck oft deutlich mehr als zusätzliche Auslastung. Hundeschule ab Januar ist auf jeden Fall eine sehr gute Idee. Achtet nur darauf, dass dort ruhig und modern gearbeitet wird (keine Dominanz- oder „da muss er durch“-Ansätze). Und ganz wichtig: Du machst nichts falsch. Das fühlt sich gerade schlimm an, geht aber vielen so – und mit der richtigen Unterstützung wird das besser 🌱
Dankeschön ☺️

Man merkt auch, dass das nichts mit Aggression zu tun hat, ich hab auch keine Angst vor ihm oder so, da ist null Verletzungsabsicht dabei, ich sehe das auch so, das ist Frust und Überforderung und ich muss halt lernen ihm Sicherheit und Struktur zu vermitteln ☺️

Ich sehe schon, nicht so viel zerdenken, die Phase gemeinsam durchstehen und am Ende wachsen wir ja beide daran
 
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𝑺𝒉𝒆𝒍𝒍𝒚 &
18. Dez. 12:30
Dankeschön ☺️ Man merkt auch, dass das nichts mit Aggression zu tun hat, ich hab auch keine Angst vor ihm oder so, da ist null Verletzungsabsicht dabei, ich sehe das auch so, das ist Frust und Überforderung und ich muss halt lernen ihm Sicherheit und Struktur zu vermitteln ☺️ Ich sehe schon, nicht so viel zerdenken, die Phase gemeinsam durchstehen und am Ende wachsen wir ja beide daran
Genau 👍 weniger ist manchmal mehr. Ich glaube daran das ihr das packt.
 
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Jessica
18. Dez. 14:34
Hi Ramona,

Ich kenne das Gefühl noch gut - auch wenn ich es toll fand, wie gut mein Hund und mein Partner miteinander sind, war ich immer irgendwie traurig und schon auch ein bisschen neidisch - ich wollte doch einfach auch nur so eine schöne Verbindung zu unserem Hund und wusste nicht, was ich falsch mache 🥹

Ich denke, viele von den Tipps hier werden dir schon gut helfen. Was ich noch hinzufügen kann ist: mein Hund fand mich täglich besser, als ich angefangen habe, die Strukturen vorzugeben. Ich wurde sein Anker. Ich gebe seinem Tag Routine und Struktur. Ich mache die Regeln, kommuniziere die, bestehe auf sie und bin fair und daher vorhersehbar in meinen Reaktionen. Ich regel Situationen, die ihn überfordern (bspw. Hunde die auf uns zu gerannt kommen, Menschen die einfach ihre Hand nach seinem Kopf ausstrecken etc) und er kann mir vertrauen, dass ich ihn in keine doofen Situationen bringe. Und dann natürlich: Ich erlebe Abenteuer mit ihm! Ich stehe mit ihm scary Situationen durch. Ich spiele mit ihm und nehme Hobbys mit ihm auf, die uns beiden Spaß machen und die Kollaboration fördern. Heute sind wir ein super Team ❤️ und vielleicht, ganz vielleicht, bin ich heute sogar sein Favorit 🤣

Oh und edit: ich habe gelernt, mehr Ruhe auszustrahlen und mich mit mehr Bedacht zu bewegen. Dass er sieht, ich bin mir meiner Sache sicher und ich weiß, was ich will und was zu tun ist. Ich bin souverän und er kann sich an mich halten.
 
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Kim
18. Dez. 15:48
Ja ich zerdenke alles 😅 mein Partner meinte auch schon ich soll aufhören so unglaublich viel über das Thema zu lesen weil man sich halt auch schnell reinsteigert wenn es dann nicht klappt was man so alles liest
Ich weiß es ist leichter gesagt als getan, gerade weil man ja alles richtig machen möchte - aber alles kann man eh nicht richtig machen 😄 aber du kannst dein bestes geben! Ich denke im Leben leider auch viel zu viel nach und da sagt mein Partner mir auch immer, ich soll doch mal chillen 😂 - ich wünschte ich könnte es so einfach!! Deswegen verstehe ich dich auch total gut. Ich kann dir nur von meinen Erfahrungen berichten, zudem weil wir eine ähnliche Situation haben. Versuch wirklich mal weniger darüber nachzudenken was du falsch machen könntest und sei einfach souverän,selbstbewusst und manchmal in gewissen Situationen ist das ignorieren auch mal ganz angebracht.
Ich kann mir aber gut vorstellen wenn du es schaffst dich frei zu machen und dann selbstbewusst und souverän mit ihm umgehst zudem die anderen super Tipps wie das füttern ect. beherzigst das es schnell mit euch beiden besser wird. 🐾🐶🥰
 
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Kim
18. Dez. 15:54
Ja ich zerdenke alles 😅 mein Partner meinte auch schon ich soll aufhören so unglaublich viel über das Thema zu lesen weil man sich halt auch schnell reinsteigert wenn es dann nicht klappt was man so alles liest
Ach so, zudem musste ich auch feststellen das gewisse erziehungsmethoden bei meiner ersten Hündin super geklappt haben aber nun bei meiner Lani einfach überhaupt nicht funktionieren. Jeder Hund ist natürlich anders und deswegen muss man auch ein bisschen ausprobieren und die Geduld aufbringen und nur weils mit der einen Sache nicht klappt heißt es nicht das alles verloren ist… dann muss man sich halt den nächsten Tipp vornehmen und schauen ob es damit klappt.
Ich lerne gerade auch nochmal alles neu und vor allem anders, bei meiner kleinen muss ich ganz anders heran gehen weil sie ganz andere Bedürfnisse hat. Und sie lernt auch einfach anders als meine verstorbene Hündin.
Sorry… Ich Sabbel schon wieder zu viel. Ich wünsche euch alles gute 🍀
 
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Ramona
18. Dez. 15:56
Ach so, zudem musste ich auch feststellen das gewisse erziehungsmethoden bei meiner ersten Hündin super geklappt haben aber nun bei meiner Lani einfach überhaupt nicht funktionieren. Jeder Hund ist natürlich anders und deswegen muss man auch ein bisschen ausprobieren und die Geduld aufbringen und nur weils mit der einen Sache nicht klappt heißt es nicht das alles verloren ist… dann muss man sich halt den nächsten Tipp vornehmen und schauen ob es damit klappt. Ich lerne gerade auch nochmal alles neu und vor allem anders, bei meiner kleinen muss ich ganz anders heran gehen weil sie ganz andere Bedürfnisse hat. Und sie lernt auch einfach anders als meine verstorbene Hündin. Sorry… Ich Sabbel schon wieder zu viel. Ich wünsche euch alles gute 🍀
Du sabbelst garnicht zu viel, bin sehr dankbar um jede Erfahrung welche mit mir geteilt wird ☺️❤️
 
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Kim
18. Dez. 16:13
Du sabbelst garnicht zu viel, bin sehr dankbar um jede Erfahrung welche mit mir geteilt wird ☺️❤️
Das ist lieb, ich bin eh sehr empathisch und wenn dann noch eine etwas ähnliche Situation dazu kommt… ich möchte auch nur helfen und wenn dann einer meiner Tipps sogar noch funktioniert, wäre das ja optimal.
Alle hier sind ziemlich engagiert und das ist echt toll.
Ich selbst bin erst seit kurzem in der Gruppe, weils hier momentan Giftköder regnet. Aber ich war so positiv überrascht über all die super Themen, die hier angeboten werden.
 
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Michaela
18. Dez. 17:38
Hallo Ramona Ich finde auch die geschriebenen Tips gut und wichtig, hätte aber noch zwei Anregungen aus meiner Erfahrung…. Ich habe auch einen jüngeren Labi Rüden, 1Jahr und 8Monate, recht sportlicher Typ. Deiner sieht auch recht sportlich aus! Was auch beziehungsfördernd ist und Spass macht wäre zusammen spielen, gerade Labis lieben das. Klar du sagst wann und was, z. B. fangen spielen, zergeln, sich verstecken und finden lassen, zusammen über Hindernisse klettern, Klar wenns zu körperlich zu hart wird oder die Energie zu hoch wird wieder ruhigeres machen z.B. Suchspiele. Umrennen, hochspringen, nach Kleider/Leine schnappen nicht dulden. Meiner liebt z.B. fangen spielen rund um einen Busch und zusammen ganz schnell rennen, er berührt mich dabei nicht! Spielen und Erlebnisse verbinden sehr schön! Das andere wäre noch mehr in die Zukunft gedacht, Hundeschule/Hundesport besuchen welcher ihn auslastet geistig und körperlich, denn er wird noch grösser, schwerer und energievoller in den nächsten Monaten, dann kommt auch noch das Interesse an Hündinnen/Hormone dazu. Bei meinem gehts recht gut bis jetzt, ich bin aber froh um alles was ich schon mit ihm erarbeitet habe und das ich ihm eine gute Auslastung bieten kann.
Keine gute Idee wenn der Hund auf sie hin schnappt nicht abfangen spielen mit ihm ansonsten kann es dazu führen das er irgendwann richtig zu beißt und das wäre kontraproduktiv.
 
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𝑺𝒉𝒆𝒍𝒍𝒚 &
18. Dez. 17:44
Hallo Ramona Ich finde auch die geschriebenen Tips gut und wichtig, hätte aber noch zwei Anregungen aus meiner Erfahrung…. Ich habe auch einen jüngeren Labi Rüden, 1Jahr und 8Monate, recht sportlicher Typ. Deiner sieht auch recht sportlich aus! Was auch beziehungsfördernd ist und Spass macht wäre zusammen spielen, gerade Labis lieben das. Klar du sagst wann und was, z. B. fangen spielen, zergeln, sich verstecken und finden lassen, zusammen über Hindernisse klettern, Klar wenns zu körperlich zu hart wird oder die Energie zu hoch wird wieder ruhigeres machen z.B. Suchspiele. Umrennen, hochspringen, nach Kleider/Leine schnappen nicht dulden. Meiner liebt z.B. fangen spielen rund um einen Busch und zusammen ganz schnell rennen, er berührt mich dabei nicht! Spielen und Erlebnisse verbinden sehr schön! Das andere wäre noch mehr in die Zukunft gedacht, Hundeschule/Hundesport besuchen welcher ihn auslastet geistig und körperlich, denn er wird noch grösser, schwerer und energievoller in den nächsten Monaten, dann kommt auch noch das Interesse an Hündinnen/Hormone dazu. Bei meinem gehts recht gut bis jetzt, ich bin aber froh um alles was ich schon mit ihm erarbeitet habe und das ich ihm eine gute Auslastung bieten kann.
Das halte ich in dieser Situation für eher kontraproduktiv.
Wenn der Hund an der Leine auf sie zuschnappt, sollte genau dort angesetzt werden.
Eine Hundeschule bzw. ein qualifizierter Trainer muss ihm beibringen, ruhig zu bleiben und sich sicher sowie kontrolliert an ihrer Leine führen zu lassen.
Ausweichen oder bestimmte Situationen vermeiden löst das Grundproblem nicht, sondern verschiebt es nur.
Ziel sollte sein, dass der Hund lernt, auch mit ihr Orientierung, Ruhe und Führung anzunehmen – und das geht am sinnvollsten strukturiert und professionell angeleitet.
 
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Sonja
18. Dez. 19:17
Das halte ich in dieser Situation für eher kontraproduktiv. Wenn der Hund an der Leine auf sie zuschnappt, sollte genau dort angesetzt werden. Eine Hundeschule bzw. ein qualifizierter Trainer muss ihm beibringen, ruhig zu bleiben und sich sicher sowie kontrolliert an ihrer Leine führen zu lassen. Ausweichen oder bestimmte Situationen vermeiden löst das Grundproblem nicht, sondern verschiebt es nur. Ziel sollte sein, dass der Hund lernt, auch mit ihr Orientierung, Ruhe und Führung anzunehmen – und das geht am sinnvollsten strukturiert und professionell angeleitet.
In der Situation, wo Tempel eh aufgeregt ist, ist das sicher nicht angebracht. Aber die beiden können aus der Ruhe heraus miteinander raufen, zergeln, spielen. Dabei könnte Ramona spielerisch üben, den Energielevel zu steigern und wieder zu senken, und Tempel könnte spielerisch lernen, wo seine Grenzen sind.
Das Spiel kann ja jederzeit beendet werden durch Weggehen. Und wenn es gar nicht funktioniert, bleibt es eben ein einmaliges Ausprobieren.

Ramona, wenn Du das probieren willst, würde es Dir helfen, wenn Du Dich mit Jacke und Handschuhen schützt. Das gibt Dir mehr Sicherheit, und Du kannst zum Runterfahren die Strategie ausprobieren, dass Du da bleibst, aber einfach nicht mehr mitmachst. Wenn Tempel sich dann zurücknimmt, spielst Du wieder mit.
Dabei sind Verletzungen natürlich nicht völlig ausgeschlossen und auch, dass Kleidung kaputt geht. Da musst Du selbst einschätzen, wie wild Tempel ist, wie viel und doll er "beißt" (in Anführungszeichen, weil ich es nicht für aggressives Beißen halte, wenn auch trotzdem ernst zu nehmen als rüpelhaftes Verhalten), und ob Du Dich dem aussetzen willst.