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Katharina
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Anzahl der Antworten 9
heute 16:32

Erfahrungen mit schweren Fehldiagnosen beim Tierarzt

Hallo, ich hoffe es gibt hierzu noch keine Beitrag, den ich übersehen habe 😅 Der Tierarzt vom Familienhund eines Bekannten hat eine sehr folgenschwere Fehldiagnose gestellt und ich wollte mal fragen, ob hier jemand mit so etwas Erfahrung hat und welche rechtlichen Schritte möglich sind. Die Familie meines Bekannten hat einen 13 Jahre alten Hund und ging mit diesem mehrere Jahre zu einer örtlichen Tierklinik, bei der sie sich gut aufgehoben gefühlt haben. Die Tierklinik hat auch überwiegend sehr gute Rezensionen. Der Hund hat vor mehreren Jahren zwei Beulen entwickelt, welche als gutartige Fettansammlungen diagnostiziert wurden. Vor über einem Jahr hat der Familienhund eine weitere Beule am Vorderlauf entwickelt. Auch diese wurde nach einer Röntgenaufnahme als gutartige Fettansammlung diagnostiziert. Nach Aussage des Tierarztes wäre eine Entfernung nur sinnvoll wenn der Hund Schmerzen habe. Die Beule am Vorderlauf ist über die Zeit gewachsen und hatte am Ende einen Durchmesser von über 10cm. Dieses Wachstum wurde auch vom Tierarzt dokumentiert. An der Diagnose und der Handlungsempfehlung hat sich nichts geändert. Bei dem letzten Besuch hat die Familie meines Bekannten die Entscheidung getroffen die Beule entfernen zu lassen. Der Tierarzt hat daraufhin ChatGPT geöffnet und sich dort anscheinend eingelesen bevor er einen Kostenvoranschlag erstellt hat. Die Familie meines Bekannten fand das suspekt und hat daraufhin beschlossen sich eine zweite Meinung einzuholen und ist zu einer Spezialklinik in der Umgebung gegangen. Die Diagnose der Spezialklinik war dann komplett anders. Alle drei Beulen sind bösartige Tumore. Der Tumor am Vorderlauf ist mit Blutgefäßen verwachsen und ist deswegen so stark gewachsen. Eine vollständige Entfernung des Tumors wäre nur noch mit einer Amputation des Vorderlaufs möglich gewesen. Aufgrund des Alters des Hundes hat man den Tumor bestmöglich ohne Amputation entfernt und begleitend eine Chemotherapie begonnen. Dem Familienhund geht es den Umständen entsprechend gut und er verträgt auch die Chemo gut. Je nachdem wie die Chemo anschlägt, kann eine Amputation des Vorderlaufs aber trotzdem notwendig werden. Es wäre schön andere Tierbesitzer vor so einer Fehldiagnose bewahren zu können. Ich bin mir nicht sicher, ob die Tierärztekammer sich für solche Vorfälle interessiert. Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen mit seinem Tierarzt machen müssen und falls ja, welche Maßnahmen habt ihr ergriffen? Liebe Grüße, Kathy
 
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Barbara
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Liebe Grüße,
Barbara
 
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Katrin
heute 14:23
Finde es immer etwas schwierig in solchen Fällen von Fehldiagnosen (die durchaus vorkommen können) zu sprechen. Oftmals fehlen einfach auch Infos. Wurde keine FNP gemacht?

Suki hat seit gut 6M ebenfalls einen Knubbel. Nach der FNP erhielten wir ebenfalls die Diagnose harmloses Fettlipom. Die Empfehlung ist ebenfalls die selbe. Wenn es nicht stört oder schmerzt braucht man nix machen. Ich bekam aber auch noch erklärt das auch gutartige Fettlipome sich durchaus verändern können. Das ist zwar selten aber kann passieren. Auch sollten wir regelmäßig schauen und tasten ob sich was verändert. Da der Knubbel gewachsen ist und nun anfängt beim liegen zu stören werden wir ihn demnächst wohl entfernen lassen.
 
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Thomas Alexander
heute 14:40
Ob Fehldiagnose oder Fehlbehandlung wird letztendlich nur durch Gutachter und Gericht zu klären sein.
Ein wachsendes Fettlipom hatte Sky unter der rechten Achsel. Bei der Untersuchung wurde ein weiteres im Brustbereich gefunden. Beide habe ich umgehend entfernen lassen. Richtige Entscheidung. Nichts nachgekommen.
 
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Jadi
heute 14:59
Unser Hund wurde innerhalb zwei Wochen eingeschläfert und heute bereue ich die Entscheidung vertraut zu haben.
Bei meinem Hund kam eine Tennisgroße Beule aus dem Nichts am Hals vorne, am selben Tag kamen noch zwei weitere.
Alle zwei Tage sind wir zum TA und es hieß es wären Lymphdrüsen. Es gab eine Spritze die anschwellen bewirken sollte. Tat sie auch, nur mit heftigen Nebenwirkung die die Nieren betrafen. Nach knapp zwei Wochen sind wir wegen Nebenwirkung wieder zum TA.
Es hieß; entweder die Spritze mit Nebenwirkung oder wir setzen sie ab und die Beulen schwellen wieder an und drücken wieder auf die Atemwege und er erstickt vielleicht dabei.
Ihr Rat war es ihn direkt zu erlösen.
Heulend stimmten wir zu um ihn weitere Qualen zu ersparen.

Heute hasse ich mich dafür.
TA hat keine Probleme entnommen, keine Test gemacht, und ich habe blind vertraut.
 
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Katharina
heute 15:09
Finde es immer etwas schwierig in solchen Fällen von Fehldiagnosen (die durchaus vorkommen können) zu sprechen. Oftmals fehlen einfach auch Infos. Wurde keine FNP gemacht? Suki hat seit gut 6M ebenfalls einen Knubbel. Nach der FNP erhielten wir ebenfalls die Diagnose harmloses Fettlipom. Die Empfehlung ist ebenfalls die selbe. Wenn es nicht stört oder schmerzt braucht man nix machen. Ich bekam aber auch noch erklärt das auch gutartige Fettlipome sich durchaus verändern können. Das ist zwar selten aber kann passieren. Auch sollten wir regelmäßig schauen und tasten ob sich was verändert. Da der Knubbel gewachsen ist und nun anfängt beim liegen zu stören werden wir ihn demnächst wohl entfernen lassen.
Nein, es wurde keine FNP gemacht. Die Diagnose des Tierarztes, dass es ein Fettlipom ist, wurde auf Basis des Röntgenbildes erstellt.
Weitere Untersuchungen wurden nicht durchgeführt und wurden auch seitens des Tierarztes nicht vorgeschlagen, obwohl regelmäßig festgestellt wurde, dass der Tumor gewachsen ist.
Die Familie meines Bekannten hat - vermutlich auch zu blauäugig - darauf vertraut, dass der Arzt rechtzeitig weitere Untersuchungen empfehlen wird.

Ich drücke euch die Daumen, dass die Entfernung bei Suki unproblematisch verläuft
 
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Katharina
heute 15:17
Unser Hund wurde innerhalb zwei Wochen eingeschläfert und heute bereue ich die Entscheidung vertraut zu haben. Bei meinem Hund kam eine Tennisgroße Beule aus dem Nichts am Hals vorne, am selben Tag kamen noch zwei weitere. Alle zwei Tage sind wir zum TA und es hieß es wären Lymphdrüsen. Es gab eine Spritze die anschwellen bewirken sollte. Tat sie auch, nur mit heftigen Nebenwirkung die die Nieren betrafen. Nach knapp zwei Wochen sind wir wegen Nebenwirkung wieder zum TA. Es hieß; entweder die Spritze mit Nebenwirkung oder wir setzen sie ab und die Beulen schwellen wieder an und drücken wieder auf die Atemwege und er erstickt vielleicht dabei. Ihr Rat war es ihn direkt zu erlösen. Heulend stimmten wir zu um ihn weitere Qualen zu ersparen. Heute hasse ich mich dafür. TA hat keine Probleme entnommen, keine Test gemacht, und ich habe blind vertraut.
Es tut mir sehr leid zu hören, dass ihr euren Hund so gehen lassen musstet
 
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Katrin
heute 15:21
Nein, es wurde keine FNP gemacht. Die Diagnose des Tierarztes, dass es ein Fettlipom ist, wurde auf Basis des Röntgenbildes erstellt. Weitere Untersuchungen wurden nicht durchgeführt und wurden auch seitens des Tierarztes nicht vorgeschlagen, obwohl regelmäßig festgestellt wurde, dass der Tumor gewachsen ist. Die Familie meines Bekannten hat - vermutlich auch zu blauäugig - darauf vertraut, dass der Arzt rechtzeitig weitere Untersuchungen empfehlen wird. Ich drücke euch die Daumen, dass die Entfernung bei Suki unproblematisch verläuft
Dankeschön fürs Daumen drücken.

Eine FNP ist bei meinen TÄ das erste was gemacht wird. Röntgenbilder sind meines Wissens nach nicht aussagekräftig genug.

Aber ich bin halt kein Tierarzt. Mich hätte nur das Röntgen eher stutzig gemacht wie die Nutzung von Chat GPT.
 
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Petra
heute 15:29
Ich hab da hauptsächlich im Großtier Bereich meine Erfahrungen machen dürfen.
Wir haben über längere Zeit parallel mit Tierarzt und Tierheilpraktiker gearbeitet. Dann immer mehr mit Tierheilpraktiker, weil die immer besser hin schauen, mehr hinterfragen, alles mögliche in Betracht ziehen.
Wenn du einen Tierarzt nach einer Geburt eines Kälbchens holst, weil die Kuh nicht aufstehen will/kann, dann kommen die TÄ und spritzen nach kurzem Abhören des Tiers grundsätzlich Calcium.
Da wird nicht geschaut/ getastet, ob sie vielleicht Schmerzen/ Verletzungen am Becken hat und sie deshalb nicht aufsteht….
Dies nur ein Beispiel.
Bei den Tierheilpraktiker ist man halt ein fester Termin, da werden je nachdem 1,5 Stunden eingeplant.
Tierärzte fahren von einem zum nächsten Termin, da bist halt der nächste auf der Liste, die er abarbeiten muss, es würde den Zeitplan eines Tierarztes sprengen mehr Zeit zu investieren…..
Feste Behandlungspläne bei bestimmten Symptomen führen dann auch noch schnell zur Fehldiagnose und Fehlbehandlung.
 
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Karin
heute 15:31
Hi, ich habe in Vergangenheit ebenfalls Probleme mit einer ansässigen Tierärztin gehabt. Diese stellte mir von mir erbetene Untersuchungen in Rechnung die sie nie gemacht hat. Auch eine daraus folgende Diagnose war erlogen da die laborergebnisse dazu nicht erfolgten. Ich habe erst versucht dies mit dieser Ärztin zu besprechen was nicht funktionierte. Ich habe dies daraufhin der Tierärztekammer gemeldet wo ich aber auch keine Rückmeldung bekam.
Ich habe es dann letztendlich dabei belassen.
Es gibt aber auch Anwälte für Tierrecht.
 
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Melanie
heute 16:32
Mit unseren Hundedamen hab ich diesbezüglich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Allerdings kenne ich das von unseren Wellensittichen:
Vor gut 6 Jahren ging es unserem damaligen Wellensittichweibchen sehr plötzlich überhaupt nicht gut. Sie magerte zunehmend ab. Vom damaligen Tierarzt bekamen wir ein Vitaminpräparat und ein Antibiotikum. Er meinte damals dann noch das unser Wellensittichhahn davon nicht betroffen wäre und nicht mit behandelt werden muss, da es sich "nur" um eine Immunschwäche handle. 2 Tage später war ich dann mit ihr in der Tierklinik. Sie wurde dort erlöst, da sie Trichomonaden hatte ( ähnlich wie Giardien beim Hund nur viel tödlicher). Dort wurde unserem Wellensittichhahn sofort eine Probe aus dem Kropf und dem Magen genommen. Heraus kam das er auch betroffen war. Für ihn bekamen wir dann ein spezielles Medikament und Antibiotika. 2 Wochen schwebte der gute dann noch in Lebensgefahr. Danach bin ich immer mit unseren Wellis in diese Tierklinik gefahren und habe mit der Zeit dann eine gute und vor allem Vogelkundige Tierärztin hier bei uns gesucht und gefunden. Manchmal ist eine 2. Meinung besser.