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Dogorama-Mitglied
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heute 05:35

"Wege zur Freundschaft" (Ulli Reichmann)

Hallo ihr Lieben :) Ich habe kürzlich o.g. Buch verschlungen und gleich begeistert mit dem dort aufgeführten Training begonnen. Für alle, die es nicht kennen: Es geht darum gemeinsam mit seinem Hund die Welt zu entdecken und Spuren zu suchen etc.. Quasi ein Leitfaden, wie man dem Hund zeigt nicht mehr alleine jagen zu gehen, sondern voller Freude zu kooperieren. Ich bin nun unendlich begeistert, weil erste (auch unerwartete) Erfolge schon in wenigen Tagen sichtbar wurden und wollte nun mal fragen, ob noch jemand inspiriert von diesen Methoden mit seinem Hund die Welt erkundet? Würde mich über einen Erfahrungsaustausch unheimlich freuen! Liebe Grüße
 
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Jochen
26. März 05:07
Was hättest du denn dort gerne von ihr? Ich bin eigentlich garnicht mit der Vorstellung ran gegangen, was ich von Mila in dem Moment möchte, sondern habe das angenommen, was sie anbietet. So lange wie wir unser Ziel rechtzeitig erreichen, ist alles besser als jagen. Dann laufen wir halt auch einen Bogen.
Ja. Ich denke man sollte aber nicht vergessen, dass Co-Regulation immer stattfindet, bewusst oder unbewusst.

Es ist -und du berichtest es ja auch- deutliches Meideverhalten zu sehen. Das heißt, dein Hund hat schon Druck/Stress.

Ich würde versuchen wieder mehr Entspannung zuzulassen und die (unbewusste?) Tabuisierung zu lockern, beispielsweise öfter hinhocken und gemeinsam beobachten etc.

Ich denke dein Ergebnis ist das, was sich Hundeschulen versprechen, die "Anti-Jagd-Training" anbieten. Das ist aber nicht der Ulliweg.

Edit: Ist schon witzig manchmal, gerade eben im Sami Buch gelesen:
Kontrolle löst immer Verhalten aus beim Hund, der so ins Meiden geht und zurückfällt.
 
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Doro
26. März 14:12
Wieso? Es ist doch nichts negatives. Und deine Videos zeigen den Umgang mit Mila, was Keinerlei negatives dann in Bezug auf den Konflikt darstellt. Und sie nimmt ja dein alternativ Angebot dankend an. 🤗
Ich finde das Wort Konflikt ist schon etwas negativ behaftet. Klingt nach Druck und Ärger.
 
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Doro
26. März 14:24
Ja. Ich denke man sollte aber nicht vergessen, dass Co-Regulation immer stattfindet, bewusst oder unbewusst. Es ist -und du berichtest es ja auch- deutliches Meideverhalten zu sehen. Das heißt, dein Hund hat schon Druck/Stress. Ich würde versuchen wieder mehr Entspannung zuzulassen und die (unbewusste?) Tabuisierung zu lockern, beispielsweise öfter hinhocken und gemeinsam beobachten etc. Ich denke dein Ergebnis ist das, was sich Hundeschulen versprechen, die "Anti-Jagd-Training" anbieten. Das ist aber nicht der Ulliweg. Edit: Ist schon witzig manchmal, gerade eben im Sami Buch gelesen: Kontrolle löst immer Verhalten aus beim Hund, der so ins Meiden geht und zurückfällt.
Hinhocken 🙈Autsch meine Knie 😩

Beobachtest du uns etwa heimlich? Ich habe in der Tat mal ein Antijagdtraining in einer Hundeschule gemacht. Das ist aber schon eine ganze Weile her und davon ist eigentlich nur übrig geblieben, dass sie alleine nicht die Wege verlassen soll und das „raus da“. Das funktioniert im allgemeinen auch recht gut. Nur wenn sie ein Zoomie kriegt hab ich nichts mehr zu melden und sie düst durch die Büsche wie eine Rakete 😬
In letzter Zeit haben wir wenig Wild beobachtet. Im Winter haben wir nicht so die Gelegenheit dazu. Aber jetzt wird es ja wieder früher hell und dann können wir morgens wieder gucken gehen.
Ich denke ihr Verhalten gestern, also der Stress und Druck/die Tabuisierung stammt daher, dass sie vor wenigen Wochen, genau auf diesen Wiesen jagen war und ich deutlich meinen Unmut kundgetan habe. Also so ein bisschen unfreundlich rumgenörgelt habe, sie dann an die kurze Leine genommen habe und direkt zum Auto bin.
 
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Das
26. März 14:47
Ich finde das Wort Konflikt ist schon etwas negativ behaftet. Klingt nach Druck und Ärger.
Wenn du das wie im obigen Beitrag an Jochen beschreibst, ist es das, ja.
Mila wird sich den Vorfall vor wenigen Wochen gemerkt haben.

Aber ich persönlich sehe einen Konflikt als Chance, sich untereinander besser kennenzulernen, sich selbst besser kennenzulernen, einen Konflikt durchzustehen und daran in der Beziehung zu wachsen.
Dracu hat auch immer schlimmstes von mir erwartet wenn wir einen Konflikt hatten mit unterschiedlicher Meinung. Er hatte enorm Stress, wollte mich meiden(lief weg), hatte Angst, doch ich blieb in den Situation stoisch. Lieb, freundlich, berechnend egal was er "verbrochen" hat.
Mittlerweile durchleben wir Konflikte auf emotionaler Augenhöhe.
 
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Kirsten
26. März 15:14
Macht Tina auch, vor allem bei Katzen. Oder sie fiept und möchte schnell daran vorbei. Ich habe dann auch den Eindruck, dass sie der Versuchung entgehen möchte und nicht weiss, wie sonst. Ich denke dann jedoch eher, dass ich versagt habe, ihr zu zeigen, was ich dort gerne von ihr hätte. 🤔 Aber Ihr seid ein tolles Team. 🤗
Bei Katzen zeigt Mira auch teilweise Meideverhalten, aber in Folge von Kommunikation seitens der Katze.

Mira würde eigentlich sehr gerne hin, aber die Katzen quittieren ihre Annäherungsversuche eher mit „Verzieh dich!“, das erkenne sogar ich, die sich mit denen nicht auskennt 😬 Ich achte natürlich drauf, dass wir keine Katzen irgendwo in blöde Situationen bringen, aus denen sie nicht weggehen könnten oder zu stark bedrängen. Ich möchte sie ja nicht ärgern oder in eine Situation bringen, in der sie glauben, sie müssten sich gegen uns verteidigen.

Da die Mira einen sehr starken Willen hat, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, freue ich mich, das mit ein bisschen Bedenkzeit annehmen kann, dass die Katzen nichts mit ihr zu tun haben möchten. Wenn die Katzen (und ich) es erlauben würden, würde Mira ganz sicher hingehen.

Vielleicht ist die Tina auch etwas sensibler als Mira und reagiert viel frühzeitiger auf die Signale der Katzen? Nur eine Idee.

Ansonsten kenne ich bei Mira kein Meideverhalten bei Tieren.
 
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Jochen
26. März 15:15
Hinhocken 🙈Autsch meine Knie 😩 Beobachtest du uns etwa heimlich? Ich habe in der Tat mal ein Antijagdtraining in einer Hundeschule gemacht. Das ist aber schon eine ganze Weile her und davon ist eigentlich nur übrig geblieben, dass sie alleine nicht die Wege verlassen soll und das „raus da“. Das funktioniert im allgemeinen auch recht gut. Nur wenn sie ein Zoomie kriegt hab ich nichts mehr zu melden und sie düst durch die Büsche wie eine Rakete 😬 In letzter Zeit haben wir wenig Wild beobachtet. Im Winter haben wir nicht so die Gelegenheit dazu. Aber jetzt wird es ja wieder früher hell und dann können wir morgens wieder gucken gehen. Ich denke ihr Verhalten gestern, also der Stress und Druck/die Tabuisierung stammt daher, dass sie vor wenigen Wochen, genau auf diesen Wiesen jagen war und ich deutlich meinen Unmut kundgetan habe. Also so ein bisschen unfreundlich rumgenörgelt habe, sie dann an die kurze Leine genommen habe und direkt zum Auto bin.
Zitat
Beobachtest du uns etwa heimlich? Ich habe in der Tat mal ein Antijagdtraining in einer Hundeschule gemacht. Das ist aber schon eine ganze Weile her und davon ist eigentlich nur übrig geblieben, dass sie alleine nicht die Wege verlassen soll und das „raus da“. Das funktioniert im allgemeinen auch recht gut.
Zitatende

Ich will das auch gar nicht schlechtreden, die meisten HundehalterInnen wären überglücklich, wenn ihr Hund so selbstbeherrscht am Wild an lockerer Leine vorbeilaufen würde!
Und das Meiden ist ja kein Dauerzustand, oder?

Zitat
Nur wenn sie ein Zoomie kriegt hab ich nichts mehr zu melden und sie düst durch die Büsche wie eine Rakete 😬
Zitatende

😀... die zählen nicht (sind aber auch ein "Ausdruck" von Aufgestautem)


Zitat
Ich denke ihr Verhalten gestern, also der Stress und Druck/die Tabuisierung stammt daher, dass sie vor wenigen Wochen, genau auf diesen Wiesen jagen war und ich deutlich meinen Unmut kundgetan habe. Also so ein bisschen unfreundlich rumgenörgelt habe, sie dann an die kurze Leine genommen habe und direkt zum Auto bin.
Zitatende

Das kann sein, sie ist ja auch so eine Sensible, wenn ich mich recht erinnere...
 
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Doro
26. März 16:15
Macht Tina auch, vor allem bei Katzen. Oder sie fiept und möchte schnell daran vorbei. Ich habe dann auch den Eindruck, dass sie der Versuchung entgehen möchte und nicht weiss, wie sonst. Ich denke dann jedoch eher, dass ich versagt habe, ihr zu zeigen, was ich dort gerne von ihr hätte. 🤔 Aber Ihr seid ein tolles Team. 🤗
Bei Katzen wäre ich froh, wenn sie einen Bogen laufen würde. Ich bin aber schon zufrieden damit, wenn sie nicht sofort in die Leine geht. Katzen sind in der Stadt unser Endgegner. Die würde sie vermutlich zu Tode hetzen.
Ich weiß, Katzen können sich sehr gut wehren und man kann schlecht sagen für wen es besser ausgehen würde.
 
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Doro
26. März 16:40
Wenn du das wie im obigen Beitrag an Jochen beschreibst, ist es das, ja. Mila wird sich den Vorfall vor wenigen Wochen gemerkt haben. Aber ich persönlich sehe einen Konflikt als Chance, sich untereinander besser kennenzulernen, sich selbst besser kennenzulernen, einen Konflikt durchzustehen und daran in der Beziehung zu wachsen. Dracu hat auch immer schlimmstes von mir erwartet wenn wir einen Konflikt hatten mit unterschiedlicher Meinung. Er hatte enorm Stress, wollte mich meiden(lief weg), hatte Angst, doch ich blieb in den Situation stoisch. Lieb, freundlich, berechnend egal was er "verbrochen" hat. Mittlerweile durchleben wir Konflikte auf emotionaler Augenhöhe.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich keine freundliche Reaktion für jagen über. Es widerspricht mir innerlich total sie da noch anzufeuern. Meine Reaktion war eine ehrliche Mischung aus Ärger, weil ich vielleicht hätte früher reagieren müssen, Endtäuschung weil sie durchgestartet ist und Hilflosigkeit. Aber wenn ich mich recht erinnere, schreibt Ulli auch man soll ehrlich sein und der Hund darf ruhig auch mal wissen, wenn ich sauer bin. Vorspielen können wir unseren Hunden eh nichts.
 
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Doro
26. März 16:50
Zitat Beobachtest du uns etwa heimlich? Ich habe in der Tat mal ein Antijagdtraining in einer Hundeschule gemacht. Das ist aber schon eine ganze Weile her und davon ist eigentlich nur übrig geblieben, dass sie alleine nicht die Wege verlassen soll und das „raus da“. Das funktioniert im allgemeinen auch recht gut. Zitatende Ich will das auch gar nicht schlechtreden, die meisten HundehalterInnen wären überglücklich, wenn ihr Hund so selbstbeherrscht am Wild an lockerer Leine vorbeilaufen würde! Und das Meiden ist ja kein Dauerzustand, oder? Zitat Nur wenn sie ein Zoomie kriegt hab ich nichts mehr zu melden und sie düst durch die Büsche wie eine Rakete 😬 Zitatende 😀... die zählen nicht (sind aber auch ein "Ausdruck" von Aufgestautem) Zitat Ich denke ihr Verhalten gestern, also der Stress und Druck/die Tabuisierung stammt daher, dass sie vor wenigen Wochen, genau auf diesen Wiesen jagen war und ich deutlich meinen Unmut kundgetan habe. Also so ein bisschen unfreundlich rumgenörgelt habe, sie dann an die kurze Leine genommen habe und direkt zum Auto bin. Zitatende Das kann sein, sie ist ja auch so eine Sensible, wenn ich mich recht erinnere...
Das meiden ist kein Dauerzustand.

Ich weiß dass Zoomies ein Zeichen von Stress sein können. Deshalb machen wir auch Pausen. Die Zoomies sind auch schon viel weniger geworden.

Und Mila ist ein ziemliches Sensibelchen.
 
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Anneke
26. März 17:38
Für Tina sind Katzen auch EndgegnerInnen.
Aber sie weiss, dass ich das nicht will.
Ist sie mal wieder drüber, kann sie auch nicht an sich halten und steigt u.a. auch mal in die Leine.
Ansonsten versucht sie, es nicht falsch zu machen. Und an der Stelle wäre es schöner, sie könnte es richtig machen, weiss jedoch nicht, was sie machen soll.
Wir haben eine Katzenstelle, wo wir zusammen die Katze suchen (Hecke hinter einem Zaun) und ich sie lobe, wenn sie gründlich geguckt hat und dann mitkommt.
Das klappt gut, kann aber auf andere Situationen eben nicht immer übertragen werden.
Hier muss ich einfach noch deutlicher werden.
Aber momentan bin ich froh, wenn wir vorbei kommen.
Besser als Kampf.
Und wir arbeiten ja am Stressabbau, damit Tina sich besser konzentrieren kann und nicht immer so drüber ist. Auch medikamentös.
Dauert nur eine Weile.