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Katrin
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 18
heute 11:17

Verkaufen durch Angst

Hallo zusammen, ich muss mal etwas loswerden, was mir in letzter Zeit extrem auffällt: Die Hundewelt scheint immer mehr von Angst und Misstrauen regiert zu werden. Egal ob in der Werbung, in Facebook-Gruppen oder auf TikTok usw – ständig begegnet man Botschaften, die uns suggerieren, dass wir eigentlich „Versager“ sind, wenn wir nicht Produkt X kaufen oder Methode Y folgen. Es fängt beim Futter an (Stichwort: „Getreide ist Gift“ oder „Trockenfutter macht krank“) und hört bei der Erziehung auf, wo oft mit der Angst vor einem „unkontrollierbaren“ Hund Kasse gemacht wird. Was mich aber besonders besorgt, ist die Kombination aus Marketing und gezielten Falschmeldungen. Oft werden reißerische Warnungen verbreitet – etwa über angeblich tödliche Inhaltsstoffe, die wissenschaftlich gar nicht belegt sind, oder übertriebene Panikmache vor bestimmten Alltagsgegenständen. Diese News verbreiten sich wie ein Lauffeuer, weil wir natürlich nur das Beste für unsere Vierbeiner wollen. Am Ende steht dann oft ein Link zu einem „rettenden“ Produkt. Es fühlt sich so an, als würde unsere emotionale Bindung zum Hund schamlos ausgenutzt, um uns in permanenter Alarmbereitschaft zu halten. Mich würde eure Erfahrung interessieren: Marketing-Druck: Wo hattet ihr schon mal das Gefühl, dass eine Marke euch ein schlechtes Gewissen einreden wollte (z. B. durch Begriffe wie „Schlachtabfälle“ oder „Chemiekeule“)? Fake-News-Falle: Seid ihr schon mal auf eine dieser typischen WhatsApp- oder Social-Media-Warnungen reingefallen und habt danach panisch euer Verhalten oder Futter geändert? Vertrauen: Wem glaubt ihr in diesem Dschungel aus Experten und Influencern überhaupt noch? Verlässt ihr euch eher auf den Tierarzt, die Wissenschaft oder euer Bauchgefühl? Ich bin gespannt auf eure Meinungen – lasst uns mal versuchen, die Fakten von der Panikmache zu trennen! 🐾 Wie immer bitte freundlich bleiben. Liebe Grüße, Katrin und Suki
 
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Carola
heute 08:45
Grundsätzlich ist Angst erstmal eine sinnvolle Einrichtung der Natur. Sie ist dann sinnvoll wenn man vor realen Gefahren Angst hat und im Zweifel auch die Flucht ergreift.
Das Problem ist dass es sich hier ja um irrationale Ängste handelt, die sich zwar genauso anfühlen wie reale Ängste, aber gar nichts mit einer realen Gefahr zu tun haben.
Da hat man mehr Angst vor einer Impfung als vor der Krankheit (Tollwut nur als Beispiel) oder mehr Angst vor einem Zeckenschutz als vor dem Krankheiten die Zecken real übertragen können. Hier empfiehlt sich immer mal wieder ein Realitätscheck und durchaus auch eine Rücksprache mit einem vernünftigen Tierarzt.
Aber nein da wird dann lieber mit Schwarzkümmelöl oder irgendwelchen anderen Ölen herumgemanscht von denen man gar nicht weiß welche Wirkung sie haben oder man hat einfach keine Angst vor den realen schädlichen Wirkungen. Schon alles ein bisschen verrückt.
 
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Sonja
heute 08:47
Wenn wer "einzig richtige Methode" predigt sehe ich rot....ganz egal ob bei Futter , trainingsmethoden etc... besondes "allergisch" bin ich auf die diversen Promitrainer , ganz egal ob es deutsche, amerikanische, UK etc. sind. Leider sind bei denen Sprüche wie klappt bei jedem Tier "Geschäftssrategie"... ich verteufle solche "Personen" nicht grundsätzlich, fast jeder dieser Promis hat/hatte mal brauchbare und auch gute "ansätze" ( egal ob es nun methoden oder Zubehör waren)ABER bei nahezu allen von ihnen hat sich das im laufe ihrer zunehmenden Bekanntheit ins negative verändert. Sie sind mittlerweile nicht mehr in erster linie "Trainer" sondern "Geschäftsleute und Entertainer" (egal ob Pferde-oder Hundetrainer).... Zubehör wo ihr "Name darauf steht" werden preislich um vielfaches verkauft als solches von anderen renomierten Firmen die mindestens , wenn nicht sogar bessere Qualität/Funktionalität bieten....🤗. Dasselbe gilt für Futtermittel; nur weil Promi-Trainer XY, auf der Verpackung lächelt oder sogar "empfiehlt" heisst es noch lange nicht das es gut oder sogar besser ist als Futter YX.... Ja, es wird versucht eine "emotionale Bindung" auszunutzen, aber nicht nur bei "Tierbedarf", das ist ein Ziel der Webung allgemein, und ja es werden oft subtile Elemente dafür verwendet ( kenn mich da bischen aus da,ich auch Werbefotografie nache🤫), aber schlussendlich muss/soll jeder "Konsument" auch selbst denken /abwägen/nachfragen etc zum "blind kaufen" wird niemand gezwungen...( echte/wirkungsvolle unterschwellige versteckte Botschaften sind ein Märchen😉). Bei Begriffe/Wortwahl wie "Schlachtabfälle" "Chemie" etc. steht es jeden frei weiter "nachzuforschen" ...Eine Karotte ist auch "Chemie", und Pansen/Blättermagen, Schweineohren etc sind "Schlachtabfälle". Auch nicht jede "Chemische Formel und oder "seltsame bezeichnung" etc bezeichnet was schädliches/schlechtes ( " H2O " ist z.b. Wasser)🤗. Also Fazit : wenn man etwas nachdenkt und auch nachzuforschen/recherchieren, wird man auch nicht "reingelegt" . Ich vertraue auf einen Mix aus; Fachleuten , Wissenschaft, Neutrale belegte Quellen, eigener recherche ( Bücher ,Digital) , erfahrung ( von mir selbst und "Bekannten") und auch Bauchgefühl...
 
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Olli
heute 09:20
Kann immer nur das folgende Zitat dazu nennen:
"Wer nichts weiß, muss alles glauben"
Marie Freifrau Ebner von Eschenbach (1830 - 1916)

Und das fängt bei Kindern an, wenn laut Pisa-Studie knapp die Hälfte der 15-jährigen nicht zwischen Fakt und Meinung unterscheiden kann.

Mit dem TA ist es z.B. genauso. Ich erwarte, dass er mir als Laie auf jede meine Fragen eine fachlich kompetente Antwort gibt, die für mich auch schlüssig ist. Wenn er keine oder nur unzureichend Ahnung von etwas hat (z.B. Kreuzband-OP und drumrum), haut er Sätze raus wie: "Damit gehen sie am besten Mal zu einem Experten." :-) Das ist offen und ehrlich.

Was in der heutigen Zeit Segen und Fluch zugleich ist, sind die vielen Möglichkeiten der Informationsgewinnung über's Innternet.
Früher habe ich ein Buch gelesen, um mir Wissen anzueignen. Wenn ich nicht gerade ein weiteres Buch zum Thema gelesen habe, das andere Aspekte des gleichen Themas betrachtete, habe ich die Argumente des ersten Buches - wenn sie mir schlüssig erschienen - zu eigen gemacht.

Um sich z.B. zum Thema Hund (Verhalten und Gesundheit) eine fundierte Meinung zu bilden, müsste man also _alle_ verfügbaren Bücher gelesen haben. Das ist nicht möglich und dafür gibt es Inhaltsangaben und Rezensionen. Hier fängt es schon an, wem man glaubt, dem Autor oder dem Rezensenten.

In den letzten 30 Jahren hat sich ja gerade im Bereich Ausbildung, Erziehung, Ernährung und Gesundheit durch Studien viel neues Wissen aufgetan, dass 'altes' Wissen z.T. widerlegt hat.

Und auch hier hat nicht jeder die Zeit, sich durch Studienberichte zu kämpfen, sondern sucht sich z.B. einen HT, der ihm fachlich und ethisch versiert scheint. Immerhin kann man sich vorher über ihn informieren, um zu schauen, ob es fachlich und emotional passt.

Der Giftköder-Radar ist aus dem Grund wohl eines der Tools, weshalb die App geladen wurde. (meine Behauptung :-) )
Man darf dabei nur nicht vergessen, dass erst der Köder da sein muss, bevor eine Warnung gegeben werden kann - manchmal ist die Warnung auch fingiert oder schon erledigt. Alle Fälle verlangen gesunden Menschenverstand, denn sich nur auf die App zu verlassen, wäre fahrlässig.
 
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Lisa-Eileen
heute 09:25
Ich hab mit sowas glaubich eher weniger Berührung weil ich auf sowas nicht anspringe.😅
Ich hör immer auf mein Bauchgefühl, ansonsten wenn ich mich mit was noch nicht befasst hab wälze ich sämtliche Internetseiten darüber durch und mach mir selbst nen Bild, man merkt ja ob etwas sachlich und neutral berichtend oder reißerisch und manipulativ geschrieben ist.
Generell wenn mir jemand völlig festgefahren mit etwas ankommt ist bei mir eh schon zu, da merkt man auch wieder das die Person uninformiert ist oder was nachplappert, auf so jemanden hör ich dann garnicht erst.
Hier rein, da raus.
 
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Carola
heute 09:38
Kann immer nur das folgende Zitat dazu nennen: "Wer nichts weiß, muss alles glauben" Marie Freifrau Ebner von Eschenbach (1830 - 1916) Und das fängt bei Kindern an, wenn laut Pisa-Studie knapp die Hälfte der 15-jährigen nicht zwischen Fakt und Meinung unterscheiden kann. Mit dem TA ist es z.B. genauso. Ich erwarte, dass er mir als Laie auf jede meine Fragen eine fachlich kompetente Antwort gibt, die für mich auch schlüssig ist. Wenn er keine oder nur unzureichend Ahnung von etwas hat (z.B. Kreuzband-OP und drumrum), haut er Sätze raus wie: "Damit gehen sie am besten Mal zu einem Experten." :-) Das ist offen und ehrlich. Was in der heutigen Zeit Segen und Fluch zugleich ist, sind die vielen Möglichkeiten der Informationsgewinnung über's Innternet. Früher habe ich ein Buch gelesen, um mir Wissen anzueignen. Wenn ich nicht gerade ein weiteres Buch zum Thema gelesen habe, das andere Aspekte des gleichen Themas betrachtete, habe ich die Argumente des ersten Buches - wenn sie mir schlüssig erschienen - zu eigen gemacht. Um sich z.B. zum Thema Hund (Verhalten und Gesundheit) eine fundierte Meinung zu bilden, müsste man also _alle_ verfügbaren Bücher gelesen haben. Das ist nicht möglich und dafür gibt es Inhaltsangaben und Rezensionen. Hier fängt es schon an, wem man glaubt, dem Autor oder dem Rezensenten. In den letzten 30 Jahren hat sich ja gerade im Bereich Ausbildung, Erziehung, Ernährung und Gesundheit durch Studien viel neues Wissen aufgetan, dass 'altes' Wissen z.T. widerlegt hat. Und auch hier hat nicht jeder die Zeit, sich durch Studienberichte zu kämpfen, sondern sucht sich z.B. einen HT, der ihm fachlich und ethisch versiert scheint. Immerhin kann man sich vorher über ihn informieren, um zu schauen, ob es fachlich und emotional passt. Der Giftköder-Radar ist aus dem Grund wohl eines der Tools, weshalb die App geladen wurde. (meine Behauptung :-) ) Man darf dabei nur nicht vergessen, dass erst der Köder da sein muss, bevor eine Warnung gegeben werden kann - manchmal ist die Warnung auch fingiert oder schon erledigt. Alle Fälle verlangen gesunden Menschenverstand, denn sich nur auf die App zu verlassen, wäre fahrlässig.
Nun es ist ja nicht immer so einfach Fakt, Meinung, Propaganda und Fake zu erkennen. Es werden ja sogar in sogenannten seriösen Medien deep Fakes veröffentlicht die als Fakt verkauft werden. Da muss man schon sehr genau hinschauen und oftmals auch viele Seiten recherchieren um herauszufinden was der Wahrheit am nächsten kommt.
Außerdem sollten wir auch die jungen Leute nicht unterschätzen denn sehr viele merken ganz genau wenn sie verar**** werden werden!
 
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Dani
heute 09:39
Wenn ich bei etwas unsicher bin, kann ich jederzeit die Züchterin um Rat fragen, das hat mir schon oft weitergeholfen. Ansonsten orientiere ich mich an der Tierärztin.
Bei einigem folge ich auch meinem Bauchgefühl.
Nach sehr schlechten Erfahrungen mit der Hundeschule bei unserem vorigen Hund bin ich bei sowas sehr vorsichtig. Zum Glück haben wir jetzt einen tolle Trainer gefunden, der Methoden vorstellt, bei denen ich selbst ein gutes Gefühl habe.
Es ist wie bei den Kindern: beim zweiten höre ich viel mehr auf mein Bauchgefühl und wünschte ich hätte das schon beim ersten Kind (und Hund) so gemacht.
 
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Katrin
heute 11:15
Erstmal ein Dankeschön an alle für die Teilnahme am Thread. Ich bin Team Lesemaus und Faktencheck.

Jetzt erschlägt einen der Markt inzwischen mit Büchern über sämtliche Themen was ich eigentlich gut finde. Es gibt aber durchaus auch Bücher von zB Tierärzten geschrieben wo ich mir anschließend dachte was zum Geier hab ich mir dabei gedacht für den Mist Geld auszugeben. Auch online trifft man immer wieder auf ,,fachmännische" Aussagen wo ich mir stets an den Kopf packe. Leider glauben das halt wirklich viele. Schließlich erzählt das ja ein Tierarzt. Auch von Züchtern hab ich schon Sachen gehört/gesehen die mich von deren Zucht echt Abstand nehmen lassen würde.

Man kann aus meiner Sicht also nicht mehr allein darauf vertrauen das eine Aussage von TA/Züchter auch tatsächlich richtig ist. Denn auch dort gibt es jene die nicht wirklich evidenzbasiert arbeiten.

Inzwischen bin ich soweit das ich erstmal jede Aussage egal zu welchem Thema in Frage stelle und nachforsche. Dank dem Internet stehen einem da zum Glück eine Menge an Infos zur Verfügung. Das kostet aber halt auch echt Zeit und zum Teil auch Geld. Ich stütze mich dabei Hauptsächliche auf Studien, Fachartikel, Fachbücher etc. Gerade die richtig guten Bücher sind echt teuer je nach Thema. Dazu kommen die Meinungen/Infos von mir bekannten Leuten von denen ich viel halte weil sie über Fachwissen verfügen.

Hundetraining und Erziehung läuft bei mir hauptsächlich übers Bauchgefühl. Trainingsbücher, Videos etc sehe ich höchstens als Ideensammlung an. Fachliteratur ist gern gesehen aber halt eher über das Lernverhalten von Hunden, das Ausdrucksverhalten usw.

Ich befürchte aber ehrlich gesagt das wir zukünftig durch KI und social media eher noch mehr (und für einige sicher auch schwerer erkennbar ) durch Angstmarketing manipuliert werden.
 
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Heike
heute 11:17
Das Fazit von Sonja S. kann ich nur unterstreichen, so verfahre ich auch.
Facebook, Instagram und Tiktok habe ich mir mal angeschaut und ganz schnell wieder gelöscht, Influencer kenne ich keine, zumindest nicht bewusst. Ich bin in einem Alter, wo ich all das nicht brauche, bei den jungen Menschen gehören diese Dinge aber zum täglichen Leben dazu 🤨
Ich versuche, das Internet positiv zu nutzen, also mich schlau zu machen, wenn ich tiefergehendes Wissen brauche.
Wenn es um Geld machen geht, geht die Wahrheit leider oft verloren und sicher bin ich auch schon mal auf Werbetricks reingefallen.