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Tara
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Anzahl der Antworten 38
zuletzt 13. März

Unsicher oder Eifersucht gegenüber meines Partners?

Hintergrund: Wir haben Quinn jetzt seit etwas mehr als zwei Wochen. Sie kommt ursprünglich aus Rumänien, kam mit 5 Monaten nach Deutschland und lebte 4,5 Jahre bei einem jungen Mann mit Zweithund. Sie ist super schnell verunsichert. Hier bei uns bin ich (schwanger und zuhause), mein Partner (viel arbeiten, auch über Nacht öfter weg) und bis auf Kaninchen im Garten keine weiteren Tiere. Die ersten zwei Tage war sie auf meinen Partner fixiert, mittlerweile garnicht mehr, nun bin ich ihre Bezugsperson, was ja erstmal logisch und nicht schlimm ist. Nun zum Problem: Ich kann alles mit ihr machen, sie überall anfassen, kuscheln, ihr "befehle" geben... Sie akzeptiert es und fordert es selbstständig an. Mein Partner allerdings darf sie vorsichtig begrüßen und streicheln, oder auf dem Sofa mit uns kuscheln, aber von einem auf den nächsten Moment knurrt sie ihn an und wenn er dann nicht sofort aufhört, schnappt sie nach ihm (sie könnte treffen, tut sie aber nicht). Meist schaut sie kurz vorher zu mir, aber unabhängig davon ob ich eine Reaktion zeige oder nicht, ändert sich schlagartig ihr Verhalten. Teilweise macht er nichtmal was.... Sie ist generell schwer zu lesen, aber da bin ich nun wirklich ratlos, ist das Eifersucht, Unsicherheit, Verteidigung...? Wenn Sie knurrt und ich sofort aufstehe und gehe, hört sie auf und will mir hinterher. Hat sie nicht die Möglichkeit dazu legt sie sich mit etwas Abstand wieder zu ihm.
 
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Armin mit
11. März 21:40
Genau. Sie schickt ihn weg und das ist dann ihre Entscheidung. Da sag ich dann nix zu, weil in dem Moment hat sie das Machtwort. Wenn ich jetzt genauso aggressiv dem Hund gegenüber wäre, würde das die Situation nur verstärken, und die Angst die er vor mir zeigt.

Kann es sein dass sie evtl nicht an bestimmten Stellen angefasst werden will? Oder hat sie Bedenken vor der Kleidung? Unser Kleiner kann mit mir gar nicht, wenn ich dunkel (schwarz oder dunkelblau) angezogen bin.

Weiß man was sie in Rumänien erlebt hat? Vllt. stand dein Freund wie ein "Hundefänger" hinter ihr und sie hat sich daran erinnert dass das in Rumänien auch so war? - Ist nur ein Gedanke.😉
 
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Caro
11. März 21:42
Achso, und was auf jeden Fall dazu gehört, Auslastung, Auslastung und Auslastung.😁 Wir gehen jeden Tag min 5-7km. Dazu Schnüffelspielchen, Futter im Garten suchen, etc. Futterbrocken in alte Brottütenpapiere wickeln und in Klorollen stopfen, dann ihn Warten lassen und nach kurzer Zeit darf er das Ding dann zerpflücken.😁Da hat er nen Heidenspaß dran. Zusätzlich gehen wir in zwei Trainingsstunden (bei verschiedenen Trainern) für die Geduldsübung und Schnüffelspiele/Fährten suchen/Mantrailing.
Der Hund ist erst seit knapp zwei Wochen da und ist mit dem Kennenlernen der neuen Situation schonmal ziemlich beschäftigt. Wenn sie dann körperlich müde UND geistig erschöpft UND unsicher ist, kommt nix Gescheites dabei raus. Klar muss der Hund raus und sich bewegen, aber das Programm sollte schon eher einfach gestaltet sein, zumindest anfangs.
 
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Armin mit
11. März 21:48
Der Hund ist erst seit knapp zwei Wochen da und ist mit dem Kennenlernen der neuen Situation schonmal ziemlich beschäftigt. Wenn sie dann körperlich müde UND geistig erschöpft UND unsicher ist, kommt nix Gescheites dabei raus. Klar muss der Hund raus und sich bewegen, aber das Programm sollte schon eher einfach gestaltet sein, zumindest anfangs.
Stimmt! Auf jeden Fall muß das angepasst an die Situation sein. Mein Aussagen beziehen sich auf meine Erfahrungen aus einem Jahr zusammenleben mit einem unsicheren Tierschutzhund. Er wurde aus einer Mehrhundehaltung sichergestellt. Daher ist jede Hund und jede Situation individuell zu betrachten.
 
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Karin
11. März 22:02
Danke, damit kann ich schon eher was anfangen:) Sie hat einen festen Platz, sie geht auch zuverlässig drauf, am bleiben arbeiten wir gerade noch. Das mit der Hausleine ist eine gute Idee, sie mag es nämlich nicht, körperlich bedrängt zu werden und das könnte den Druck raus nehmen. Bett und Kinderzimmer sind Tabu, das klappt aktuell auch zuverlässig. Was hältst du davon, wenn ich sie nicht gänzlich vom Sofa verbanne..? Meinst du das macht es schlimmer? Ich brauche das abendliche kuscheln zu sehr, gerade weil mein Partner so viel weg ist..
Ich halte es nicht für so wichtig ob ein Hund auf das Sofa darf oder nicht sondern eher wer es entscheidet und wie man sich darauf benimmt. Bei uns fragt Roxy ob sie hoch darf. Dazu legt sie ihren Kopf auf das Sofa und schaut mir tief in die Augen. Auf der Couch liegt eine Decke für sie. Natürlich nah bei mir. 😉 Da darf sie dann liegen und wir kuscheln miteinander. Jedoch bestimme ich wann und wie lange sie auf der Couch bleiben darf. Dafür ist in der Anfangszeit eine Hausleine echt super. Lade sie zu dir ein indem du mit einer Handbewegung und z.b. hopp signalisierst das du ihre Nähe möchtest.
Nach einer Zeit nimmst du die Leine und mit einer ausladenden Handbewegung und z.b. runter schickst du sie auf den Boden. Wenn sie Krawall macht solltest du sie immer runter schicken. Warte etwas bis sie sich beruhigt hat und lade sie wieder zu dir ein.....
Solange bis sie es kapiert hat. Das versteht sie bestimmt schnell. 👋
 
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Sebbi
11. März 23:15
Hallo Tara,
erst mal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Das ist eine aufregende Zeit, aber ich mache mir ehrlich gesagt ein wenig Gedanken um eure Konstellation.

Ich bin mir unsicher, ob der Zeitpunkt für einen Tierschutzhund und dann noch dieser Größe ideal gewählt war, wenn bei dir in naher Zukunft die Entbindung und damit ein riesiger Umbruch ansteht. Mir wäre das vorher schon zu viel Konjunktiv gewesen.

Nach gerade mal zwei Wochen kann man einen Hund noch überhaupt nicht einschätzen. Quinn ist aktuell noch voll im Beobachtungsmodus. Es dauert oft Monate, bis ein Hund wirklich angekommen ist und zeigt, wie er im „Aktivmodus“ tatsächlich tickt und damit sein wahres zum Vorschein kommt.

Was mir Bauchschmerzen bereitet, ist das Unberechenbare.
Wenn alles gut läuft, ist es toll. Wenn es weniger gut läuft, muss Quinn wieder gehen. Und wenn es richtig schlecht läuft… naja, da kann leider alles passieren und am Ende muss jemand leiden. Bleibt zu hoffen, dass es nicht euer Baby ist.

Ein Hund in dieser Größe, der jetzt schon schnappt (auch wenn er noch nicht „trifft“), ist ein Risiko, das man mit einem Neugeborenen im Haus kaum kalkulieren kann.

Bitte passt gut auf euch auf und überlegt euch genau, ob ihr die Kapazitäten habt, dieses Risiko in den nächsten Monaten mit Schlafmangel und Baby wirklich sicher zu managen.
 
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Tara
12. März 11:31
Genau. Sie schickt ihn weg und das ist dann ihre Entscheidung. Da sag ich dann nix zu, weil in dem Moment hat sie das Machtwort. Wenn ich jetzt genauso aggressiv dem Hund gegenüber wäre, würde das die Situation nur verstärken, und die Angst die er vor mir zeigt. Kann es sein dass sie evtl nicht an bestimmten Stellen angefasst werden will? Oder hat sie Bedenken vor der Kleidung? Unser Kleiner kann mit mir gar nicht, wenn ich dunkel (schwarz oder dunkelblau) angezogen bin. Weiß man was sie in Rumänien erlebt hat? Vllt. stand dein Freund wie ein "Hundefänger" hinter ihr und sie hat sich daran erinnert dass das in Rumänien auch so war? - Ist nur ein Gedanke.😉
Das mit der Kleidung beobachte ich mal, die Farben eher nicht (er trägt viel Blaue und Rote Pullis, Blaue Kleider trag ich auch)

Die Situationen sind immer ganz unterschiedlich, mal auf dem Sofa, mal im Flur stehend, mal im Flur sitzend.... Etc, ich suche ein Muster, aber aktuell finde ich keins
 
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Tara
12. März 11:32
Ich halte es nicht für so wichtig ob ein Hund auf das Sofa darf oder nicht sondern eher wer es entscheidet und wie man sich darauf benimmt. Bei uns fragt Roxy ob sie hoch darf. Dazu legt sie ihren Kopf auf das Sofa und schaut mir tief in die Augen. Auf der Couch liegt eine Decke für sie. Natürlich nah bei mir. 😉 Da darf sie dann liegen und wir kuscheln miteinander. Jedoch bestimme ich wann und wie lange sie auf der Couch bleiben darf. Dafür ist in der Anfangszeit eine Hausleine echt super. Lade sie zu dir ein indem du mit einer Handbewegung und z.b. hopp signalisierst das du ihre Nähe möchtest. Nach einer Zeit nimmst du die Leine und mit einer ausladenden Handbewegung und z.b. runter schickst du sie auf den Boden. Wenn sie Krawall macht solltest du sie immer runter schicken. Warte etwas bis sie sich beruhigt hat und lade sie wieder zu dir ein..... Solange bis sie es kapiert hat. Das versteht sie bestimmt schnell. 👋
Probieren wir👍
 
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Tara
12. März 11:35
Hallo Tara, erst mal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Das ist eine aufregende Zeit, aber ich mache mir ehrlich gesagt ein wenig Gedanken um eure Konstellation. Ich bin mir unsicher, ob der Zeitpunkt für einen Tierschutzhund und dann noch dieser Größe ideal gewählt war, wenn bei dir in naher Zukunft die Entbindung und damit ein riesiger Umbruch ansteht. Mir wäre das vorher schon zu viel Konjunktiv gewesen. Nach gerade mal zwei Wochen kann man einen Hund noch überhaupt nicht einschätzen. Quinn ist aktuell noch voll im Beobachtungsmodus. Es dauert oft Monate, bis ein Hund wirklich angekommen ist und zeigt, wie er im „Aktivmodus“ tatsächlich tickt und damit sein wahres zum Vorschein kommt. Was mir Bauchschmerzen bereitet, ist das Unberechenbare. Wenn alles gut läuft, ist es toll. Wenn es weniger gut läuft, muss Quinn wieder gehen. Und wenn es richtig schlecht läuft… naja, da kann leider alles passieren und am Ende muss jemand leiden. Bleibt zu hoffen, dass es nicht euer Baby ist. Ein Hund in dieser Größe, der jetzt schon schnappt (auch wenn er noch nicht „trifft“), ist ein Risiko, das man mit einem Neugeborenen im Haus kaum kalkulieren kann. Bitte passt gut auf euch auf und überlegt euch genau, ob ihr die Kapazitäten habt, dieses Risiko in den nächsten Monaten mit Schlafmangel und Baby wirklich sicher zu managen.
Danke schon mal :)
Ich verstehe die Bedenken, darüber haben wir uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht. Bis das Baby da ist, ist noch viel Zeit und an und für sich macht Quinn sich echt gut.
Ich bin mir sicher, dass wir das hinbekommen und evtl hab ich sogar einen Trainer gefunden
 
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Sonja &
12. März 12:35
Danke schon mal :) Ich verstehe die Bedenken, darüber haben wir uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht. Bis das Baby da ist, ist noch viel Zeit und an und für sich macht Quinn sich echt gut. Ich bin mir sicher, dass wir das hinbekommen und evtl hab ich sogar einen Trainer gefunden
Hast du mal testen können, wie dein Hund überhaupt auf Kinder reagiert?
 
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Sina
12. März 13:07
Ist es nicht ein wenig übereifrig sich jetzt gleich auf ein Ressourcenproblem festzulegen, nur anhand dieser Beschreibung?

Das kann genauso Unsicherheit sein, evtl einfach bei Männern ja keine Seltenheit bei Tierschutzhunden, gerade wenn noch keine richtige Bindung da ist, und man Schwierigkeiten hat, den Hund zu lesen.
Oder was ganz anderes.

Zumindest ein Video wäre hilfreich.