Liebe Antonia, erst einmal: Willkommen mit Maja 🌿
Es ist schön zu lesen, wie aufmerksam ihr sie beobachtet und wie genau ihr auf sie schaut – das ist eine sehr gute Grundlage.
Vielleicht ist es ja auch interessant für euch, das von dir beobachtete und beschriebene Verhalten Majas, aus dem tierpsychologischen Blick zu verstehen. Daher hier ein paar erste tierpsychologische Gedanken, die dir vielleicht helfen können.
Geräusche im Treppenhaus sind für viele Hunde – besonders nach einem so großen Umbruch wie einer Adoption – hochrelevant. Sie sind unvorhersehbar, kommen sehr nah und lassen sich nicht kontrollieren. Das Nervensystem reagiert darauf oft reflexartig, noch bevor der Hund die Situation kognitiv erfassen kann.
Euer Hinweis auf das starke Beschwichtigen, wenn ihr strenger werdet, ist in diesem Zusammenhang interessant. Aus tierpsychologischer Sicht ist das häufig kein ‚Einsehen‘, sondern eher ein Zeichen von Überforderung.
Bellen und Unsicherheit schließen sich dabei nicht aus. Im Gegenteil: Sie treten häufig gemeinsam auf, wirken nach außen aktiv, haben innerlich aber oft eine stressbedingte Ursache.
Wichtig: Diese Gedanken ersetzen keine individuelle Betrachtung, können aber helfen, Verhalten nicht isoliert zu bewerten, sondern im Zusammenhang mit Majas Erleben, ihrer Vorgeschichte und ihrem aktuellen Ankommen bei euch zu sehen.
Manchmal entsteht Veränderung schon dadurch, dass wir Verhalten anders lesen – nicht schneller eingreifen, nicht Verhalten " wegtrainieren", sondern bewusster wahrnehmen und daraus zu erkennen, was die Fellnase benötigt, um Verhalten stressfreier zu gestalten - für Mensch & Hund.
Liebe PfotenGrüße Carmen 👨🏼🌾🐕💛🌿