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Svenja
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heute 11:41

Stress bei Hunden durch Vermenschlichung?

Ich wage mich nun doch in die Höhle die Löwen und erstelle einen Thread. Ich hoffe, es gelingt, sich nicht persönlich angegriffen oder gekränkt zu fühlen und die eigene Meinung zu vertreten, ohne die mögliche Gegenseite abzuwerten. Was meiner Meinung nach dabei helfen kann, ist sich immer zu fragen, warum mich Kommentare so emotional machen. - Hat es etwas mit mir selber zu tun? - habe ich Erfahrungen mit dem Schreibenden und kann es sein, dass ich ihn deshalb in der neuen Situation vorverurteile? - Warum kann ich die Meinung des anderen nicht akzeptieren? Geht es wirklich um die Sache an sich oder um mich als Person? Das Thema Stress bei Hunden wird hier immer wieder thematisiert, was ich grundsätzlich echt gut finde. Mir fällt dabei aber oft auf, dass der größte Stressfaktor, nämlich Stress durch Überforderung, die aus Vermenschlichung resultiert, völlig übersehen wird. Hunde funktionieren anders als Menschen. Ist das jedem wirklich bewusst? - Was sind für euch die größten Stressauslöser? - Zeigen eure Hunde Verhaltensauffälligkeiten wie Reaktivitat oder Ängste, Aggressionen? Was ist für euch die Ursache? -Hören sie draußen im Freilauf auf euch? Oder laufen sie nie frei? Warum nicht? Ich fand dazu einen Artikel, der meine Sicht und Erfahrung dazu ganz gut wiedergibt. Ich möchte hier niemanden vorführen, anprangern oder angreifen. Niemand muss sich hier zu Wort melden, wenn er nicht offen für diese Reflektion ist. Zitat aus: https://www.odt.co.nz/star-news/star-lifestyle/pampered-pets-may-become-anxious-behaviourist-says Rena“ (nicht ihr richtiger Name) schläft auf Seidenkissen zwischen den Köpfen ihrer Besitzer, trinkt aus deren Wassergläsern und zerstört Haushaltsgegenstände wie Topfpflanzen und Kissen, wenn sie zu lange allein gelassen wird. Oft sitzt sie mit der Familie am Esstisch; wenn sie sich auf die Couch legt, rücken alle zusammen, um ihr mehr Platz zu geben. Ihr veganes, getreidebasiertes Futter (plus Leckerlis) kostet fast so viel wie der wöchentliche Supermarkteinkauf, ihre Tierarztkosten haben sich bereits auf Tausende von Dollar belaufen (Hüftprobleme) und ihre Besuche beim Hundefriseur sind teurer als ein Haarschnitt für einen Menschen. Sie besitzt eine ganze Garderobe. Die vierjährige schwarze Cockapoo-Hündin (eine Mischung aus Cocker Spaniel und Zwergpudel) ist zweifellos ein verwöhnter Hund. Aber sie ist damit keineswegs allein. Die Bevorzugung von Haustieren ist ein weltweites Phänomen, das sich während der Pandemie noch verstärkte, da Lockdowns einsame Menschen dazu veranlassten, sich Hunde als Begleiter anzuschaffen. Verschärft wurde dies durch den Trend, Designerhunde mit kindlichen Merkmalen (große Augen, kurze Nasen, runde Gesichter) zu züchten, die die Herzen der Menschen erobern sollen. Hinzu kommt ein zunehmendes Misstrauen gegenüber der Menschheit, wodurch Hunde als Freunde umso erstrebenswerter erscheinen. Hunde sind loyal, sie verurteilen uns nicht, und Studien belegen, dass sie die körperliche und seelische Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Besitzer verbessern. Daraus folgt dann sicherlich, dass sie im Gegenzug verwöhnt werden sollten. Das sieht die Hundeverhaltensforscherin und Autorin Selina McIntyre aus Matamata anders. Sie arbeitet seit fast 20 Jahren mit Hunden und ihren Besitzern und hat dabei alle Facetten der Mensch-Hund-Beziehung miterlebt. McIntyre liebt Hunde und hatte im Laufe ihres Lebens schon viele, darunter ihre beiden Border Terrier Trev und Lily („echte Charaktere, die zu kleinen Rabauken werden können, wenn sie nicht genug Auslauf bekommen“). Sie stimmt voll und ganz zu, dass Hunde zur Familie gehören und Menschen eine emotionale Bindung zu ihnen haben. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon. „Hunde sind Tiere. Sie gehören einer anderen Spezies an. Egal, wie niedlich sie auch aussehen mögen, sie bleiben Hunde. Wenn wir sie nicht als Hunde behandeln, tun wir ihnen Unrecht“, sagt sie. „Wenn wir annehmen, dass sie denken und handeln wie wir, sehen wir sie nur aus unserer eigenen Perspektive. Zu glauben, man mache seinen Hund glücklich, indem man ihm alle möglichen Leckerlis kauft und ihn im Bett schlafen lässt, bedeutet, ihn wie einen Menschen zu behandeln, was er definitiv nicht ist.“ Sie sagt, wenn Besitzer über die Bedürfnisse ihrer Hunde sprechen („Schau dir diese Augen an, wie könnte man ihm widerstehen?“), spiegeln sie damit oft ihre eigenen Bedürfnisse wider. Sie könnten einsam oder ängstlich sein oder Zuneigung und Schutz suchen. Manche sind vielleicht allein zu Hause, oder ein Partner arbeitet lange, sodass eine größere Abhängigkeit von einem vierbeinigen Begleiter entsteht. Wenn der Hund ihnen ständig von der Seite weicht, sagen sie vielleicht Dinge wie: „Sie ist sehr anhänglich“ oder „Er klebt förmlich an ihr“. Sie sagt jedoch, dass man Hunden niemals menschliche Formen, Verhaltensweisen und Emotionen zuschreiben oder ihnen die gleichen Rechte und Privilegien wie Menschen gewähren sollte. „Wenn einem Hund aufs Wort jeder Wunsch erfüllt wird, steigt sein sozialer Status über den seiner menschlichen Besitzer. Ein Hund, der mit den Menschen am Tisch isst, in ihrem Bett schläft oder sich auf der Sofalehne über dem Kopf seines Besitzers positioniert, fühlt sich privilegiert und gleicht eher dem König oder der Königin des Hauses. Physische Bevorzugung kann mit sozialer Bevorzugung einhergehen. Der Hund glaubt dann, er sei das wichtigste Lebewesen im Haus.“ Hoher Status bringt eine große Verantwortung mit sich. Laut McIntyre kann das bei Hunden zu übermäßiger Ängstlichkeit führen. „Verwöhnte Hunde schlafen möglicherweise mit einem Ohr gespitzt, um auf Bedrohungen zu achten. Sie fühlen sich ihren Besitzern jederzeit verantwortlich. Sie können große Trennungsangst entwickeln, wenn ihr Mensch den Raum oder das Haus verlässt. Diese Angst kann zu unaufhörlichem Bellen, Winseln, Zerstörung von Gegenständen oder Hin- und Herlaufen am Zaun führen, während sie auf die Rückkehr ihrer Besitzer warten.“ Hunde brauchen Zuneigung, keine Bewunderung, sagt sie. „Hunde müssen wissen, dass ihr Platz im Haus sicher ist, aber sie dürfen nicht das Gefühl haben, für ihre Besitzer verantwortlich sein zu müssen. Man kann ein Tier nicht immer nur aus menschlicher Sicht betrachten. Ein Hund ist eine andere Spezies. Es sind Tiere, um die wir uns kümmern, keine Babys, die wir erziehen.“ Selina McIntyres Tipps für die Bedürfnisse eines Hundes - Zweimal täglich Spaziergänge (auch mit kleinen Hunden) außerhalb Ihres Grundstücks - Sicherheit (das Gefühl, nicht für jede Bewegung seiner Besitzer verantwortlich zu sein) - Verständnis und Wertschätzung der Hundewelt, einschließlich der Art und Weise, wie Hunde in verschiedenen Situationen kommunizieren und sich verhalten - Sozialisierung (entscheidend in den ersten 16 Wochen), um „neue“ Situationen und eine Reihe unterschiedlicher Menschen und Umgebungen kennenzulernen. - Geistige Anregung, unter anderem durch Spiel - Zuneigung, nicht Bewunderung - Grenzen (was ist angemessenes und unangemessenes Verhalten?) - Die Freiheit, hundespezifische Verhaltensweisen wie Futtersuche und Erkundung auszuleben. - Zeit und Geduld, um neue Verhaltensweisen zu erlernen, insbesondere bei älteren Hunden - Wie ein Hund geschätzt zu werden.
 
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Svenja
23. Feb. 11:42
Zum Thema Ruhebedürfnis von Hunden hat ja Gott sei Dank endlich jemand mal eine vernünftige Forschung betrieben. Seit es Hundetraining gibt, erzählen Hundeschulen, ein Hund ruhe 16-20 Stunden am Tag. Sarah Fink beschreibt in ihrem Buch "das geheime Leben der Straßenhunde" ihre Beobachtungen an eigens dafür getrackten Straßenhunden. Das Ergebnis war sensationell, auch da zeigt sich ein absolut individuelles Bild. Der eine dümpelt den halben Tag vor sich hin, andere sind 10 Stunden am Stück hoch aktiv, dazwischen gibt es - auch bei Welpen - alle erdenklichen Variationen von Ruhe und Aktivitätsphasen und -dauern. Meine älteste ist 13 und in "Rente", sprich sie darf selber entscheiden, wann sie mit uns geht, und wann nicht. Bei schönem Wetter läuft sie manchmal 2-3 große Runde inklusive der zwei kleinen Pippi Runden mit, sie apportiert und clickert so gerne und ambitioniert, dass ich sie da schon bremsen muss 😅, aber bei schlechtem Wetter bekomme ich sie auch schon mal außer zum pinkeln nicht aus dem Körbchen 🤷🏼‍♀️ Ich weiß nicht, was ihr so für Leute kennt, aber viele, viele Hunde, die ich kenne, führen ein Leben ohne jede geistige Stimulation auf dem Sofa, gehen 2-3 Runden an der Leine über Asphalt und randalieren, falls vorhanden, noch am Gartenzaun. Für diese armen Kreaturen würde ich mir Beschäftigung wünschen, und sei es nur endlich mal das erkunden natürlicher Umgebung, und zwar frei 🙁
Und noch etwas dazu. Meine Hunde begleiten mich sehr oft zur Arbeit. Sie sind also viel unterwegs, ich verlange aber nichts von ihnen. D.h. sie dürfen viel frei laufen und haben sehr viel Kontakt zu anderen Hunden.
An manchen Tagen schlafen sie tagsüber kaum, auch schonmal Tage hintereinander. Überforderungssignale oder Stress gab es hier trotzdem noch nie.
 
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Katrin
23. Feb. 11:51
Ich sehe das etwas differenzierter. Erstmal muss man unterscheiden zwischen Schlaf (und Schlafqualität) und dem Ruhen. Dazu kommt das unterschiedliche Lebensphasen unterschiedliche Zeiten benötigen. Zu guter letzt kommen individuelle Einflüsse dazu wie Gesundheit, Einfluss der Hormone, Rasse, Lebenssituation uvm.

Hunde schlafen anders wie wir was die unterschiedlichen Schlafphasen angeht.

Dazu kommen die individuellen Zeiten für Reizverarbeitung und/oder körperlicher Regeneration nach einem anstrengenden oder aufregenden Tag.

Ich mag mich da ehrlich gesagt nicht an Straßenhunden orientieren als Haushundbesitzer.
 
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Svenja
23. Feb. 11:52
Ich sehe das etwas differenzierter. Erstmal muss man unterscheiden zwischen Schlaf (und Schlafqualität) und dem Ruhen. Dazu kommt das unterschiedliche Lebensphasen unterschiedliche Zeiten benötigen. Zu guter letzt kommen individuelle Einflüsse dazu wie Gesundheit, Einfluss der Hormone, Rasse, Lebenssituation uvm. Hunde schlafen anders wie wir was die unterschiedlichen Schlafphasen angeht. Dazu kommen die individuellen Zeiten für Reizverarbeitung und/oder körperlicher Regeneration nach einem anstrengenden oder aufregenden Tag. Ich mag mich da ehrlich gesagt nicht an Straßenhunden orientieren als Haushundbesitzer.
Es sollte aber den Anstoß geben, darüber nachzudenken, ob wir vielleicht auch hier individueller schauen müssen, was sind die Bedürfnisse des einzelnen Hundes und nicht pauschal sagen, es wird zuviel oder zuwenig gemacht.
 
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Svenja
23. Feb. 11:57
Ich sehe das etwas differenzierter. Erstmal muss man unterscheiden zwischen Schlaf (und Schlafqualität) und dem Ruhen. Dazu kommt das unterschiedliche Lebensphasen unterschiedliche Zeiten benötigen. Zu guter letzt kommen individuelle Einflüsse dazu wie Gesundheit, Einfluss der Hormone, Rasse, Lebenssituation uvm. Hunde schlafen anders wie wir was die unterschiedlichen Schlafphasen angeht. Dazu kommen die individuellen Zeiten für Reizverarbeitung und/oder körperlicher Regeneration nach einem anstrengenden oder aufregenden Tag. Ich mag mich da ehrlich gesagt nicht an Straßenhunden orientieren als Haushundbesitzer.
Ich höre zum Beispiel oft, "daran hat mein Hund kein Interesse".

Sind die Hunde dann bei mir, haben sie dann aber sogar großes Interesse.
Meist fehlen einfach Angebote.

Und natürlich, wenn ein Hund im Haus "eingesperrt" ist und keiner bietet etwas an, dann schläft er. Viele Hunde verschlafen ihren Frust. (Es sei denn es ist eine echte Arbeitsrasse, die randanliert dann oft eher.)
Und das ist wirklich und ehrlich keine Anspielung auf Suki! 😉
 
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Katja
23. Feb. 12:09
Ich mache mir hier schon immer wieder Gedanken, ob wir Hundine genug angedeihen lassen oder ob das zu wenig ist…🤔

Aber dann sehe ich immer wieder, wie sie sich nach einem Tag Voll-Programm freut, wieder zuhause zu sein: sie steht dann wirklich schwanzwedelnd vor der definitiv leeren Wohnung und will sofort rein!
Wenn sie sich dann noch seufzend auf „ihr“ Sofa ergießt und rein gar nicht mehr von dort aufstehen will, weiß ich: die Gute muss heute definitiv nur noch zum kurzen Klogang zur ersten Baumscheibe raus!

Wenn wir dagegen auf dem Weg zur Küche an der Wohnungstür vorbeikommen und sie kurz anhält und mich fragend anschaut, weiß ich: heute möchte jemand laufen und was erleben!😀
Wenn es allerdings in Strömen regnet, so wie gestern, versickert diese Idee ganz schnell auf dem letzten Treppenabsatz und es wird denn doch der Rückwärtsgang eingelegt!

Meist lasse ich mich dann überreden…😬

PS: Selbiges mit Mänteln -> hab ich persönlich immer für komplett überflüssig gehalten, aber Polli ist sonst bei Regen oder Kälte echt unglücklich!
Ich versuche aber z.B. gerade jetzt in der Übergangszeit immer zu schauen: möchte sie überhaupt nen Mantel oder ist sie der Meinung, dass das auch so geht? Wenn ich meine, es braucht den, nehme ich ihn aber zumindest mit. Aber Polli hat mich da auch schon öfter eines Besseren belehrt! Wenn man fragt und genau hinschaut, bekommt man durchaus auch ne Antwort… dafür ist’s ja ein Individuum und kein Plüschtier!😀
 
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Inga
23. Feb. 12:26
Ich finde dieses Thema nach wie vor spannend 🧐
Und denke schon drüber nach ob mein Hund zufrieden mit seines Da Seins ist.
Er kam nach den Kindern
Unser erstes gemeinsames Haustier
Er zog einmal mit uns um 3. mal für ihn … Welpe zu 1. Besitzer , 2 mal mit uns.
Erwischen tue ich mich schon ab und an das ich ihn vermenschliche , aber in was ? Glaube ich rede zu oft mit ihm in ganzen Sätzen. Aber sonst zuhause ..? Unterwegs? Gibt’s schon kurze knappe Ansagen.
Meinen Kindern sage ich schon öfters
Lasst ihn mal in Ruhe
Oder wenn du mit ihm spielst , pass auf wenn er im Spiel ist , Krallen können u. U mal doof werden. Klappt immer. ..also in den Hunde Salon oder ein Mantel Wirds nicht geben, es sei denn es tut sichtbar Not.
 
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Katrin
23. Feb. 12:29
Es sollte aber den Anstoß geben, darüber nachzudenken, ob wir vielleicht auch hier individueller schauen müssen, was sind die Bedürfnisse des einzelnen Hundes und nicht pauschal sagen, es wird zuviel oder zuwenig gemacht.
Individuell muss man eh immer schauen. Als Orientierung finde ich aber die bekannten ,,Standardzeiten" für Welpe, Adult, Senior nicht verkehrt.

Meine fand schlafen doof als Welpe und musste das Ruhen echt mühsam lernen weil sie sonst total drüber war. Wer aufmerksam beobachtet lernt schnell die Anzeichen kennen wann und wieviel Action, Bewegung, Auslastung angebracht ist. Genauso auch woran der Hund Spaß hat. Meine hasst es zB neben den Rad zu laufen. Dafür macht man ihr eine riesige Freude mit Fährten die sie im eigenen Tempo ablaufen darf oder wenn es gemütlicher sein soll mit einer Schnüffelrunde. Also ich denke schon das Hunde durchaus mal keine Lust auf etwas haben. Ich denke da zB an Sukis Mama. Tricksen zur Auslastung. Da hat sie einem echt die Mittelkralle gezeigt😅. Der nächste Hund ist total wild drauf und ein anderer macht es weil es dafür eine Belohnung gibt ist aber ohne Begeisterung dabei.

Ich glaube die meisten HH machen gar nicht zu wenig. Ich glaube ganz oft wird aber das falsche oder unpassende gewählt und dann eingestellt oder reduziert weil eben der Hund keinen Bock drauf hat, der Halter es aber falsch interpretiert (denkt es wäre zuviel für den Hund).
 
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Inga
23. Feb. 12:34
Ich bin auch der Meinung mit den meisten Hund Hunden wird zu viel interagiert. Wenn man sich das Ruhebedürfnis von Hunden anschaut, passt es eigentlich ganz gut, wenn die außer Gassi gehen, essen und abendlicher Quality time wenig Interaktion bekommen. Natürlich will ich das nicht verallgemeinern, ich merk es nur bei meinem Hund. Wenn der während der Arbeit bei mir liegen darf und ansonsten wenig Aufmerksamkeit bekommt. Außerhalb der genannten Zeiten, ist er total glücklich und entspannt. Wenn wir actionreiche Tage hatten und er keine Zeit für sich hatte, dann braucht er am nächsten Tag einen kompletten Tag Schlaf (und wird dann auch gerne mal länger allein gelassen). Ich würde (unter anderem) Martin Rütter dafür die Schuld geben. Als sein Format aufkam, hatten wir viele Hunde, die zu wenig Beschäftigung hatten. Deswegen geht’s bei ihm ja auch viel darum, die Bedürfnisse des Hundes zu befriedigen und dann zu trainieren. Daraus wurde aber leider bei den ambitionierten Haltern, ein Konzept, in dem die Hunde eigentlich permanent bespaßt werden. Und das führt zu überforderten und gestressten Hunden. Pico hat die amüsante Eigenschaft, wenn seine Bedürfnisse befriedigt sind, macht er nichts. D.h. wenn dieser Hund satt ist, eine Stunde lang spazieren war und sich seine Portion Liebe abgeholt hat dann liegt der stundenlang nur (in meiner Nähe) rum und tut absolut gar nichts. Wenn er drei Tage lang zu wenig Gassi war, oder Hunger hat, kommt er an und ist anhänglich, möchte schmusen und vielleicht auch mal mit dem Bällchen spielen und ist ein ganz süßer und aufgeweckter Hund. Für mich war es wirklich schwer zu akzeptieren, dass dieser Hund glücklicher und ausgewogener ist, wenn er nicht mit mir interagiert. Mein Bild von Hundehaltung beinhaltete immer viel mehr Interaktion 😅
Genau so einen habe ich auch
Es gibt solche , und solche Tage , mal habe ich viel Zeit und gehe täglich 2 h und mehr am Stück
Oder wir haben mal Tage wo Gassi gehen nur ausreichen muss. Der Arme musste auch schon 6 h mit , mit Pause natürlich , danach , trinken Abendbrot , Körbchen , nichts gehört mehr ins gesehen. Zum Spielen wird auch gefordert , man merkt auch in der Tat wenn er nicht ausgelastet ist. Spätestens dann sollte man tätig werden.
 
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Inga
23. Feb. 12:36
Zwischen "Bespaßung" und "gemeinsam Spaß haben" liegen mMn Welten. Ich mache mit meinen Hunden nichts aus dem Gefühl der Verpflichtung heraus, dass er ausgelastet sein muss, sondern ich mache mit meinen Hunden was, weil es uns Freude bereitet. Das ist aus meiner Sicht ein ganz großer Unterschied in der Grundeinstellung. Das Wort "Bespaßung" ist für mich schon eine Vermenschlichung.
Genau 👍 so ist es
 
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Svenja
23. Feb. 12:39
Individuell muss man eh immer schauen. Als Orientierung finde ich aber die bekannten ,,Standardzeiten" für Welpe, Adult, Senior nicht verkehrt. Meine fand schlafen doof als Welpe und musste das Ruhen echt mühsam lernen weil sie sonst total drüber war. Wer aufmerksam beobachtet lernt schnell die Anzeichen kennen wann und wieviel Action, Bewegung, Auslastung angebracht ist. Genauso auch woran der Hund Spaß hat. Meine hasst es zB neben den Rad zu laufen. Dafür macht man ihr eine riesige Freude mit Fährten die sie im eigenen Tempo ablaufen darf oder wenn es gemütlicher sein soll mit einer Schnüffelrunde. Also ich denke schon das Hunde durchaus mal keine Lust auf etwas haben. Ich denke da zB an Sukis Mama. Tricksen zur Auslastung. Da hat sie einem echt die Mittelkralle gezeigt😅. Der nächste Hund ist total wild drauf und ein anderer macht es weil es dafür eine Belohnung gibt ist aber ohne Begeisterung dabei. Ich glaube die meisten HH machen gar nicht zu wenig. Ich glaube ganz oft wird aber das falsche oder unpassende gewählt und dann eingestellt oder reduziert weil eben der Hund keinen Bock drauf hat, der Halter es aber falsch interpretiert (denkt es wäre zuviel für den Hund).
Sarah Fink schreibt oder erzählte in einem Interview, ich weiß nicht mehr genau, dass sie versucht hat, heraus zu finden, woher diese Standardregeln kommen. Und nichts gefunden hat 🤔
Du schriebst, du magst dich nicht an Straßenhunden orientieren.
Ich nehme lieber zur Kenntnis, was frei lebende, eigenständig agierende Hunde den ganzen Tag so tun, als irgend eine alte Regel, deren Herkunft ungewiss ist, zu befolgen. Aber mit Festhalten an Dingen, die schon immer so waren, tu ich mich eh schwer und das ist auch off-topic.
Natürlich gehört ein gutes Gefühl für den Hund dazu, ihn nicht zu unter-oder zu überfordern und ja, vielen Menschen helfen dabei solche Maßstäbe 💁🏼‍♀️