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Svenja
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heute 07:57

Stress bei Hunden durch Vermenschlichung?

Ich wage mich nun doch in die Höhle die Löwen und erstelle einen Thread. Ich hoffe, es gelingt, sich nicht persönlich angegriffen oder gekränkt zu fühlen und die eigene Meinung zu vertreten, ohne die mögliche Gegenseite abzuwerten. Was meiner Meinung nach dabei helfen kann, ist sich immer zu fragen, warum mich Kommentare so emotional machen. - Hat es etwas mit mir selber zu tun? - habe ich Erfahrungen mit dem Schreibenden und kann es sein, dass ich ihn deshalb in der neuen Situation vorverurteile? - Warum kann ich die Meinung des anderen nicht akzeptieren? Geht es wirklich um die Sache an sich oder um mich als Person? Das Thema Stress bei Hunden wird hier immer wieder thematisiert, was ich grundsätzlich echt gut finde. Mir fällt dabei aber oft auf, dass der größte Stressfaktor, nämlich Stress durch Überforderung, die aus Vermenschlichung resultiert, völlig übersehen wird. Hunde funktionieren anders als Menschen. Ist das jedem wirklich bewusst? - Was sind für euch die größten Stressauslöser? - Zeigen eure Hunde Verhaltensauffälligkeiten wie Reaktivitat oder Ängste, Aggressionen? Was ist für euch die Ursache? -Hören sie draußen im Freilauf auf euch? Oder laufen sie nie frei? Warum nicht? Ich fand dazu einen Artikel, der meine Sicht und Erfahrung dazu ganz gut wiedergibt. Ich möchte hier niemanden vorführen, anprangern oder angreifen. Niemand muss sich hier zu Wort melden, wenn er nicht offen für diese Reflektion ist. Zitat aus: https://www.odt.co.nz/star-news/star-lifestyle/pampered-pets-may-become-anxious-behaviourist-says Rena“ (nicht ihr richtiger Name) schläft auf Seidenkissen zwischen den Köpfen ihrer Besitzer, trinkt aus deren Wassergläsern und zerstört Haushaltsgegenstände wie Topfpflanzen und Kissen, wenn sie zu lange allein gelassen wird. Oft sitzt sie mit der Familie am Esstisch; wenn sie sich auf die Couch legt, rücken alle zusammen, um ihr mehr Platz zu geben. Ihr veganes, getreidebasiertes Futter (plus Leckerlis) kostet fast so viel wie der wöchentliche Supermarkteinkauf, ihre Tierarztkosten haben sich bereits auf Tausende von Dollar belaufen (Hüftprobleme) und ihre Besuche beim Hundefriseur sind teurer als ein Haarschnitt für einen Menschen. Sie besitzt eine ganze Garderobe. Die vierjährige schwarze Cockapoo-Hündin (eine Mischung aus Cocker Spaniel und Zwergpudel) ist zweifellos ein verwöhnter Hund. Aber sie ist damit keineswegs allein. Die Bevorzugung von Haustieren ist ein weltweites Phänomen, das sich während der Pandemie noch verstärkte, da Lockdowns einsame Menschen dazu veranlassten, sich Hunde als Begleiter anzuschaffen. Verschärft wurde dies durch den Trend, Designerhunde mit kindlichen Merkmalen (große Augen, kurze Nasen, runde Gesichter) zu züchten, die die Herzen der Menschen erobern sollen. Hinzu kommt ein zunehmendes Misstrauen gegenüber der Menschheit, wodurch Hunde als Freunde umso erstrebenswerter erscheinen. Hunde sind loyal, sie verurteilen uns nicht, und Studien belegen, dass sie die körperliche und seelische Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Besitzer verbessern. Daraus folgt dann sicherlich, dass sie im Gegenzug verwöhnt werden sollten. Das sieht die Hundeverhaltensforscherin und Autorin Selina McIntyre aus Matamata anders. Sie arbeitet seit fast 20 Jahren mit Hunden und ihren Besitzern und hat dabei alle Facetten der Mensch-Hund-Beziehung miterlebt. McIntyre liebt Hunde und hatte im Laufe ihres Lebens schon viele, darunter ihre beiden Border Terrier Trev und Lily („echte Charaktere, die zu kleinen Rabauken werden können, wenn sie nicht genug Auslauf bekommen“). Sie stimmt voll und ganz zu, dass Hunde zur Familie gehören und Menschen eine emotionale Bindung zu ihnen haben. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon. „Hunde sind Tiere. Sie gehören einer anderen Spezies an. Egal, wie niedlich sie auch aussehen mögen, sie bleiben Hunde. Wenn wir sie nicht als Hunde behandeln, tun wir ihnen Unrecht“, sagt sie. „Wenn wir annehmen, dass sie denken und handeln wie wir, sehen wir sie nur aus unserer eigenen Perspektive. Zu glauben, man mache seinen Hund glücklich, indem man ihm alle möglichen Leckerlis kauft und ihn im Bett schlafen lässt, bedeutet, ihn wie einen Menschen zu behandeln, was er definitiv nicht ist.“ Sie sagt, wenn Besitzer über die Bedürfnisse ihrer Hunde sprechen („Schau dir diese Augen an, wie könnte man ihm widerstehen?“), spiegeln sie damit oft ihre eigenen Bedürfnisse wider. Sie könnten einsam oder ängstlich sein oder Zuneigung und Schutz suchen. Manche sind vielleicht allein zu Hause, oder ein Partner arbeitet lange, sodass eine größere Abhängigkeit von einem vierbeinigen Begleiter entsteht. Wenn der Hund ihnen ständig von der Seite weicht, sagen sie vielleicht Dinge wie: „Sie ist sehr anhänglich“ oder „Er klebt förmlich an ihr“. Sie sagt jedoch, dass man Hunden niemals menschliche Formen, Verhaltensweisen und Emotionen zuschreiben oder ihnen die gleichen Rechte und Privilegien wie Menschen gewähren sollte. „Wenn einem Hund aufs Wort jeder Wunsch erfüllt wird, steigt sein sozialer Status über den seiner menschlichen Besitzer. Ein Hund, der mit den Menschen am Tisch isst, in ihrem Bett schläft oder sich auf der Sofalehne über dem Kopf seines Besitzers positioniert, fühlt sich privilegiert und gleicht eher dem König oder der Königin des Hauses. Physische Bevorzugung kann mit sozialer Bevorzugung einhergehen. Der Hund glaubt dann, er sei das wichtigste Lebewesen im Haus.“ Hoher Status bringt eine große Verantwortung mit sich. Laut McIntyre kann das bei Hunden zu übermäßiger Ängstlichkeit führen. „Verwöhnte Hunde schlafen möglicherweise mit einem Ohr gespitzt, um auf Bedrohungen zu achten. Sie fühlen sich ihren Besitzern jederzeit verantwortlich. Sie können große Trennungsangst entwickeln, wenn ihr Mensch den Raum oder das Haus verlässt. Diese Angst kann zu unaufhörlichem Bellen, Winseln, Zerstörung von Gegenständen oder Hin- und Herlaufen am Zaun führen, während sie auf die Rückkehr ihrer Besitzer warten.“ Hunde brauchen Zuneigung, keine Bewunderung, sagt sie. „Hunde müssen wissen, dass ihr Platz im Haus sicher ist, aber sie dürfen nicht das Gefühl haben, für ihre Besitzer verantwortlich sein zu müssen. Man kann ein Tier nicht immer nur aus menschlicher Sicht betrachten. Ein Hund ist eine andere Spezies. Es sind Tiere, um die wir uns kümmern, keine Babys, die wir erziehen.“ Selina McIntyres Tipps für die Bedürfnisse eines Hundes - Zweimal täglich Spaziergänge (auch mit kleinen Hunden) außerhalb Ihres Grundstücks - Sicherheit (das Gefühl, nicht für jede Bewegung seiner Besitzer verantwortlich zu sein) - Verständnis und Wertschätzung der Hundewelt, einschließlich der Art und Weise, wie Hunde in verschiedenen Situationen kommunizieren und sich verhalten - Sozialisierung (entscheidend in den ersten 16 Wochen), um „neue“ Situationen und eine Reihe unterschiedlicher Menschen und Umgebungen kennenzulernen. - Geistige Anregung, unter anderem durch Spiel - Zuneigung, nicht Bewunderung - Grenzen (was ist angemessenes und unangemessenes Verhalten?) - Die Freiheit, hundespezifische Verhaltensweisen wie Futtersuche und Erkundung auszuleben. - Zeit und Geduld, um neue Verhaltensweisen zu erlernen, insbesondere bei älteren Hunden - Wie ein Hund geschätzt zu werden.
 
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Carola
23. Feb. 07:27
Ich füge mal noch eine interessante Beobachtung hinzu, die ich in den letzten Tagen bei meinen Hunden gemacht habe:
In meinem Garten wurde ein Zaun abgerissen weil er erneuert werden muss. Nun stand für einige Tage dort ein Bauzaun durch den die Hunde ohne Probleme hindurchgekommen wären. Ich sagte ihnen einmal dass sie das nicht tun sollen und tatsächlich haben sie diese Grenze nicht ein einziges Mal überschritten. Sie haben zwar den Zaun akribisch beobachtet und jede Bewegung auf der anderen Seite registriert aber da sie wissen wo ihre Grenze ist haben sie sie nicht übertreten.
Ich gebe zu dass ich darauf sehr stolz war und dass die Hunde so genau ihr Revier kennen.
Natürlich hatte ich immer auch ein Auge drauf aber tatsächlich haben Sie nicht einen Versuch gemacht die andere Seite zu entdecken. Funktioniert sicherlich eher bei territorialen Hunden aber finde ich schon beeindruckend. Und ich habe mich auch wirklich darüber gefreut dass ich Ihnen vertrauen kann.
 
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Svenja
23. Feb. 07:27
Meiner Erfahrung nach ist ein ganz großer Stressfaktor bei Hunden das eigentlich übergriffige Verhalten von Menschen weil sie nicht in der Lage sind die Signale des Hundes richtig zu deuten. Dazu kommt eine aus meiner Sicht ungesunde ,,ohne Hund ohne mich" Einstellung. Hundehaltung ist was tolles aber Hunde sollten nicht der Lebensmittelpunkt sein um den sich alles dreht, den man ständig dabei haben muss. Regeln und Grenzen gelten für beide, den Hund und den Menschen. Das bedeutet auch als Halter hab ich auf die Bedürfnisse meines Hundes Rücksicht zu nehmen. Dazu gehört auch das Bedürfnis der Selbstverwirklichung. Das nutzen und ausleben von Talenten/Fähigkeiten. Selbstbestimmung in Form von ich möchte jetzt nicht angefasst werden uä. Die Liste ist da echt lang.
Genau das macht eine gesunde Beziehung aus, finde ich. Unter Menschen, wie unter Hunden. Und das eine hat auch immer Einfluss auf das andere. Bindungsstörungen scheinen vor keiner Art der Beziehung halt zu machen.
 
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Svenja
23. Feb. 07:35
Ich denke es gibt sowohl Formen von Vermenschlichung, die bei Hunden zu Stress führen können aber auch Formen (wenn man das überhaupt so bezeichnen will), die alles andere als schlimm ist. Beispiel 1: namenhafte TV-Sendung und Schnauzerwelpe soll bloß nicht die Wege draußen betreten, da ist es dreckig 🙈 sorry, das ist wirklich weder für das Tier noch die Halterin gesund. Beispiel 2, nicht-Hundehalter kritisieren als „Vermenschlichung“: Rollihunde, Windeln für Inkontinenz, wenn Wagen/Tragen oder ähnliches für Hunde benutzt werden, wenn diese nicht lange laufen können, aufwendiges Hundefutter. Wenn das Vermenschlichung ist, dann finde ich das gut 👍 Wichtig ist das es den Hunden gut geht, deren Bedürfnisse artgerecht erfüllt werden. Im Umgang mit Freiheiten etc. kann dies bei jedem Hund anders sein. Unser 2. Hund hatte wohl sehr viele Freiheiten inkl. meine Dauendecke, aber er hat dadurch kein ungesundes Gefühl für Verantwortung bekommen, dafür war (zum Glück) viel zu dösig.
Meine Hunde haben auch viele Freiheiten. Sie dürfen sogar temporär auf die Couch und auch mal auf die Bettdecke noch oben drauf, wenn sie mich fragen. Dass sie das nicht immer dürfen, liegt auch eher an hygienischen Gründen, weil hier bei mir schon immer ziemlich viele Pfoten herum rennen. Ansonsten gilt hier zuhause aufgrund der Anzahl der Hunde ein Ruhe-Gebot, dafür sind wir täglich stundenlang im Freilauf an wechselnden Orten mit wechselnden Hunden unterwegs, wir apportieren, clickern, machen Physio Übungen, alles auf Laienniveu zur reinen geistigen Stimulation.
Meine Hunde bewachen mich nicht und ich würde mal sagen, sie sind emotional stabil und ausgeglichen.
Allerdings gibt es da die kleine Zwergin... Sie ist schon 13 und seit 9 Jahren chronisch krank, sie war schon einige Male am seidenen Faden in der Tierklinik und weil sie zudem noch so unendlich süß und klein und zart ist, neige ich bei ihr auch immer wieder zum Betüddeln. Und ob ihr das glaubt oder nicht, in Phasen, in denen ich ihr "zu nah" bin, fängt sie an, Hunde und manchmal auch Menschen von mir fern halten zu wollen 😅
Bringe ich Distanz rein, verhält sie sich wieder wie immer.
 
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Svenja
23. Feb. 07:36
Ich füge mal noch eine interessante Beobachtung hinzu, die ich in den letzten Tagen bei meinen Hunden gemacht habe: In meinem Garten wurde ein Zaun abgerissen weil er erneuert werden muss. Nun stand für einige Tage dort ein Bauzaun durch den die Hunde ohne Probleme hindurchgekommen wären. Ich sagte ihnen einmal dass sie das nicht tun sollen und tatsächlich haben sie diese Grenze nicht ein einziges Mal überschritten. Sie haben zwar den Zaun akribisch beobachtet und jede Bewegung auf der anderen Seite registriert aber da sie wissen wo ihre Grenze ist haben sie sie nicht übertreten. Ich gebe zu dass ich darauf sehr stolz war und dass die Hunde so genau ihr Revier kennen. Natürlich hatte ich immer auch ein Auge drauf aber tatsächlich haben Sie nicht einen Versuch gemacht die andere Seite zu entdecken. Funktioniert sicherlich eher bei territorialen Hunden aber finde ich schon beeindruckend. Und ich habe mich auch wirklich darüber gefreut dass ich Ihnen vertrauen kann.
Sie nehmen dich ernst und respektieren deine Grenze 👍🏻
 
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Carola
23. Feb. 07:45
Sie nehmen dich ernst und respektieren deine Grenze 👍🏻
Ja das stimmt und darauf bin ich auch stolz. Aber sie kennen halt auch genau Ihren Auftrag den sie haben. Und ja der entspricht auch ihrer Genetik und trotzdem funktioniert das natürlich nicht ganz ohne Anleitung. Selbstverständlich ist es nicht schwer einem Hund einen Auftrag beizubringen der seiner Mentalität und seiner Genetik entspricht als wenn man dagegen arbeitet.
 
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Svenja
23. Feb. 07:51
Ja das stimmt und darauf bin ich auch stolz. Aber sie kennen halt auch genau Ihren Auftrag den sie haben. Und ja der entspricht auch ihrer Genetik und trotzdem funktioniert das natürlich nicht ganz ohne Anleitung. Selbstverständlich ist es nicht schwer einem Hund einen Auftrag beizubringen der seiner Mentalität und seiner Genetik entspricht als wenn man dagegen arbeitet.
Darauf wäre ich auch stolz 😊
 
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Vivi &
23. Feb. 09:29
Ich bin auch der Meinung mit den meisten Hund Hunden wird zu viel interagiert. Wenn man sich das Ruhebedürfnis von Hunden anschaut, passt es eigentlich ganz gut, wenn die außer Gassi gehen, essen und abendlicher Quality time wenig Interaktion bekommen. Natürlich will ich das nicht verallgemeinern, ich merk es nur bei meinem Hund. Wenn der während der Arbeit bei mir liegen darf und ansonsten wenig Aufmerksamkeit bekommt. Außerhalb der genannten Zeiten, ist er total glücklich und entspannt. Wenn wir actionreiche Tage hatten und er keine Zeit für sich hatte, dann braucht er am nächsten Tag einen kompletten Tag Schlaf (und wird dann auch gerne mal länger allein gelassen).

Ich würde (unter anderem) Martin Rütter dafür die Schuld geben. Als sein Format aufkam, hatten wir viele Hunde, die zu wenig Beschäftigung hatten. Deswegen geht’s bei ihm ja auch viel darum, die Bedürfnisse des Hundes zu befriedigen und dann zu trainieren. Daraus wurde aber leider bei den ambitionierten Haltern, ein Konzept, in dem die Hunde eigentlich permanent bespaßt werden. Und das führt zu überforderten und gestressten Hunden.

Pico hat die amüsante Eigenschaft, wenn seine Bedürfnisse befriedigt sind, macht er nichts. D.h. wenn dieser Hund satt ist, eine Stunde lang spazieren war und sich seine Portion Liebe abgeholt hat dann liegt der stundenlang nur (in meiner Nähe) rum und tut absolut gar nichts. Wenn er drei Tage lang zu wenig Gassi war, oder Hunger hat, kommt er an und ist anhänglich, möchte schmusen und vielleicht auch mal mit dem Bällchen spielen und ist ein ganz süßer und aufgeweckter Hund.
Für mich war es wirklich schwer zu akzeptieren, dass dieser Hund glücklicher und ausgewogener ist, wenn er nicht mit mir interagiert.
Mein Bild von Hundehaltung beinhaltete immer viel mehr Interaktion 😅
 
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Carola
23. Feb. 09:40
Ich bin auch der Meinung mit den meisten Hund Hunden wird zu viel interagiert. Wenn man sich das Ruhebedürfnis von Hunden anschaut, passt es eigentlich ganz gut, wenn die außer Gassi gehen, essen und abendlicher Quality time wenig Interaktion bekommen. Natürlich will ich das nicht verallgemeinern, ich merk es nur bei meinem Hund. Wenn der während der Arbeit bei mir liegen darf und ansonsten wenig Aufmerksamkeit bekommt. Außerhalb der genannten Zeiten, ist er total glücklich und entspannt. Wenn wir actionreiche Tage hatten und er keine Zeit für sich hatte, dann braucht er am nächsten Tag einen kompletten Tag Schlaf (und wird dann auch gerne mal länger allein gelassen). Ich würde (unter anderem) Martin Rütter dafür die Schuld geben. Als sein Format aufkam, hatten wir viele Hunde, die zu wenig Beschäftigung hatten. Deswegen geht’s bei ihm ja auch viel darum, die Bedürfnisse des Hundes zu befriedigen und dann zu trainieren. Daraus wurde aber leider bei den ambitionierten Haltern, ein Konzept, in dem die Hunde eigentlich permanent bespaßt werden. Und das führt zu überforderten und gestressten Hunden. Pico hat die amüsante Eigenschaft, wenn seine Bedürfnisse befriedigt sind, macht er nichts. D.h. wenn dieser Hund satt ist, eine Stunde lang spazieren war und sich seine Portion Liebe abgeholt hat dann liegt der stundenlang nur (in meiner Nähe) rum und tut absolut gar nichts. Wenn er drei Tage lang zu wenig Gassi war, oder Hunger hat, kommt er an und ist anhänglich, möchte schmusen und vielleicht auch mal mit dem Bällchen spielen und ist ein ganz süßer und aufgeweckter Hund. Für mich war es wirklich schwer zu akzeptieren, dass dieser Hund glücklicher und ausgewogener ist, wenn er nicht mit mir interagiert. Mein Bild von Hundehaltung beinhaltete immer viel mehr Interaktion 😅
Natürlich brauchen Hunde Beschäftigung und eine Aufgabe aber wie du schon sagst keine rundum Bespaßung.
Der Schönheitsschlaf darf auch nicht zu kurz kommen😏.
Ich gehe mit jedem Hund einmal die Woche zum Training und alle 14 Tage machen wir Rally Obedience zusätzlich. Mit den Spaziergängen und den üblichen Trainingseinheiten reicht das völlig aus.
Natürlich merkt man nach langen Regentagen oder in dieser großen Kälte wenn die Hunde nicht ausgelastet sind. Das lässt sich aber mit etwas Action schnell beheben. Wenn man bedenkt dass ein Hund ca 20 Stunden am Tag schläft wenn man ihn nicht stört, dann kann einem auch klar sein dass er keine Rundumbespassung braucht aber dennoch braucht er eine vernünftige Aufgabe.
Stress kann durch zu viel aber auch durch zu wenig Beschäftigung entstehen. Und man sollte auch die Bedürfnisse des Hundes berücksichtigen. Hat ein Hund Bewegungsdrang und ist unternehmungslustig muss man nicht unbedingt Deckentraining mit ihm machen denn das stresst ihn sicherlich mehr als wenn er in Ruhe durch den Garten schnüffeln kann oder man eine kleine Trainingseinheit mit ihm macht.
 
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Tina
23. Feb. 09:42
Ich bin auch der Meinung mit den meisten Hund Hunden wird zu viel interagiert. Wenn man sich das Ruhebedürfnis von Hunden anschaut, passt es eigentlich ganz gut, wenn die außer Gassi gehen, essen und abendlicher Quality time wenig Interaktion bekommen. Natürlich will ich das nicht verallgemeinern, ich merk es nur bei meinem Hund. Wenn der während der Arbeit bei mir liegen darf und ansonsten wenig Aufmerksamkeit bekommt. Außerhalb der genannten Zeiten, ist er total glücklich und entspannt. Wenn wir actionreiche Tage hatten und er keine Zeit für sich hatte, dann braucht er am nächsten Tag einen kompletten Tag Schlaf (und wird dann auch gerne mal länger allein gelassen). Ich würde (unter anderem) Martin Rütter dafür die Schuld geben. Als sein Format aufkam, hatten wir viele Hunde, die zu wenig Beschäftigung hatten. Deswegen geht’s bei ihm ja auch viel darum, die Bedürfnisse des Hundes zu befriedigen und dann zu trainieren. Daraus wurde aber leider bei den ambitionierten Haltern, ein Konzept, in dem die Hunde eigentlich permanent bespaßt werden. Und das führt zu überforderten und gestressten Hunden. Pico hat die amüsante Eigenschaft, wenn seine Bedürfnisse befriedigt sind, macht er nichts. D.h. wenn dieser Hund satt ist, eine Stunde lang spazieren war und sich seine Portion Liebe abgeholt hat dann liegt der stundenlang nur (in meiner Nähe) rum und tut absolut gar nichts. Wenn er drei Tage lang zu wenig Gassi war, oder Hunger hat, kommt er an und ist anhänglich, möchte schmusen und vielleicht auch mal mit dem Bällchen spielen und ist ein ganz süßer und aufgeweckter Hund. Für mich war es wirklich schwer zu akzeptieren, dass dieser Hund glücklicher und ausgewogener ist, wenn er nicht mit mir interagiert. Mein Bild von Hundehaltung beinhaltete immer viel mehr Interaktion 😅
Gutes Statement. Bei meiner letzten Hündin war das im Alter auch so, ab ca. 5 Jahre wurde sie von Jahr zu Jahr deutlich ruhiger und es lief zunehmend so, wie du es bei euch beschreibst.

Jedoch finde ich das bei Junghunden nicht so ganz zutreffend. Da ist es ja schon wichtig - verglichen mit einem älteren Hund - etwas mehr zu interagieren. Allein schon Deckentraining/Ruhe beibringen ist ja auch eine Sache die Intaktion benötigt. Und dann möchte der Hund die Welt entdecken und wir helfen die Dinge positiv zu verknüpfen. Aber ich stimme dir insoweit definitiv zu, dass es ausreichend Ruhezeiten braucht, wo er Hund auch nicht beachtet wird, und auf keinen Fall eine Dauerbespaßung/zu viel des Guten.
 
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Katja
23. Feb. 09:46
Erinnert mich jetzt sehr an eine PN von einem Mitglied hier, er schrieb: "Ich war vor ein paar Jahren mal bei der Eberhard Trumler Station und der Biologe sagte mir das schlimmste heute ist eine über Interpretation, manchmal ist ein Hund einfach nur ein Hund 🤣 das vergesse ich nie und denke das bei Beiträgen im Netz so oft" Falsche und Überinterpretationen sind wahrscheinlich deutlich häufiger als eine realistische Deutung.
Übrigens eine sehr schöne Lektüre zum Thema „Verhalten von Hunden“…
Kam aus dem Fundus der Schwiegereltern (die ihren Boxer immer dominiert haben) und ich hatte es, da es zudem noch aus den 70ern ist, gleich entsorgt.
Aber wieder vorgeholt und inzwischen ist es eins meiner Lieblingsbücher zu dem Thema!😀