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Svenja
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zuletzt 24. Feb.

Stress bei Hunden durch Vermenschlichung?

Ich wage mich nun doch in die Höhle die Löwen und erstelle einen Thread. Ich hoffe, es gelingt, sich nicht persönlich angegriffen oder gekränkt zu fühlen und die eigene Meinung zu vertreten, ohne die mögliche Gegenseite abzuwerten. Was meiner Meinung nach dabei helfen kann, ist sich immer zu fragen, warum mich Kommentare so emotional machen. - Hat es etwas mit mir selber zu tun? - habe ich Erfahrungen mit dem Schreibenden und kann es sein, dass ich ihn deshalb in der neuen Situation vorverurteile? - Warum kann ich die Meinung des anderen nicht akzeptieren? Geht es wirklich um die Sache an sich oder um mich als Person? Das Thema Stress bei Hunden wird hier immer wieder thematisiert, was ich grundsätzlich echt gut finde. Mir fällt dabei aber oft auf, dass der größte Stressfaktor, nämlich Stress durch Überforderung, die aus Vermenschlichung resultiert, völlig übersehen wird. Hunde funktionieren anders als Menschen. Ist das jedem wirklich bewusst? - Was sind für euch die größten Stressauslöser? - Zeigen eure Hunde Verhaltensauffälligkeiten wie Reaktivitat oder Ängste, Aggressionen? Was ist für euch die Ursache? -Hören sie draußen im Freilauf auf euch? Oder laufen sie nie frei? Warum nicht? Ich fand dazu einen Artikel, der meine Sicht und Erfahrung dazu ganz gut wiedergibt. Ich möchte hier niemanden vorführen, anprangern oder angreifen. Niemand muss sich hier zu Wort melden, wenn er nicht offen für diese Reflektion ist. Zitat aus: https://www.odt.co.nz/star-news/star-lifestyle/pampered-pets-may-become-anxious-behaviourist-says Rena“ (nicht ihr richtiger Name) schläft auf Seidenkissen zwischen den Köpfen ihrer Besitzer, trinkt aus deren Wassergläsern und zerstört Haushaltsgegenstände wie Topfpflanzen und Kissen, wenn sie zu lange allein gelassen wird. Oft sitzt sie mit der Familie am Esstisch; wenn sie sich auf die Couch legt, rücken alle zusammen, um ihr mehr Platz zu geben. Ihr veganes, getreidebasiertes Futter (plus Leckerlis) kostet fast so viel wie der wöchentliche Supermarkteinkauf, ihre Tierarztkosten haben sich bereits auf Tausende von Dollar belaufen (Hüftprobleme) und ihre Besuche beim Hundefriseur sind teurer als ein Haarschnitt für einen Menschen. Sie besitzt eine ganze Garderobe. Die vierjährige schwarze Cockapoo-Hündin (eine Mischung aus Cocker Spaniel und Zwergpudel) ist zweifellos ein verwöhnter Hund. Aber sie ist damit keineswegs allein. Die Bevorzugung von Haustieren ist ein weltweites Phänomen, das sich während der Pandemie noch verstärkte, da Lockdowns einsame Menschen dazu veranlassten, sich Hunde als Begleiter anzuschaffen. Verschärft wurde dies durch den Trend, Designerhunde mit kindlichen Merkmalen (große Augen, kurze Nasen, runde Gesichter) zu züchten, die die Herzen der Menschen erobern sollen. Hinzu kommt ein zunehmendes Misstrauen gegenüber der Menschheit, wodurch Hunde als Freunde umso erstrebenswerter erscheinen. Hunde sind loyal, sie verurteilen uns nicht, und Studien belegen, dass sie die körperliche und seelische Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Besitzer verbessern. Daraus folgt dann sicherlich, dass sie im Gegenzug verwöhnt werden sollten. Das sieht die Hundeverhaltensforscherin und Autorin Selina McIntyre aus Matamata anders. Sie arbeitet seit fast 20 Jahren mit Hunden und ihren Besitzern und hat dabei alle Facetten der Mensch-Hund-Beziehung miterlebt. McIntyre liebt Hunde und hatte im Laufe ihres Lebens schon viele, darunter ihre beiden Border Terrier Trev und Lily („echte Charaktere, die zu kleinen Rabauken werden können, wenn sie nicht genug Auslauf bekommen“). Sie stimmt voll und ganz zu, dass Hunde zur Familie gehören und Menschen eine emotionale Bindung zu ihnen haben. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon. „Hunde sind Tiere. Sie gehören einer anderen Spezies an. Egal, wie niedlich sie auch aussehen mögen, sie bleiben Hunde. Wenn wir sie nicht als Hunde behandeln, tun wir ihnen Unrecht“, sagt sie. „Wenn wir annehmen, dass sie denken und handeln wie wir, sehen wir sie nur aus unserer eigenen Perspektive. Zu glauben, man mache seinen Hund glücklich, indem man ihm alle möglichen Leckerlis kauft und ihn im Bett schlafen lässt, bedeutet, ihn wie einen Menschen zu behandeln, was er definitiv nicht ist.“ Sie sagt, wenn Besitzer über die Bedürfnisse ihrer Hunde sprechen („Schau dir diese Augen an, wie könnte man ihm widerstehen?“), spiegeln sie damit oft ihre eigenen Bedürfnisse wider. Sie könnten einsam oder ängstlich sein oder Zuneigung und Schutz suchen. Manche sind vielleicht allein zu Hause, oder ein Partner arbeitet lange, sodass eine größere Abhängigkeit von einem vierbeinigen Begleiter entsteht. Wenn der Hund ihnen ständig von der Seite weicht, sagen sie vielleicht Dinge wie: „Sie ist sehr anhänglich“ oder „Er klebt förmlich an ihr“. Sie sagt jedoch, dass man Hunden niemals menschliche Formen, Verhaltensweisen und Emotionen zuschreiben oder ihnen die gleichen Rechte und Privilegien wie Menschen gewähren sollte. „Wenn einem Hund aufs Wort jeder Wunsch erfüllt wird, steigt sein sozialer Status über den seiner menschlichen Besitzer. Ein Hund, der mit den Menschen am Tisch isst, in ihrem Bett schläft oder sich auf der Sofalehne über dem Kopf seines Besitzers positioniert, fühlt sich privilegiert und gleicht eher dem König oder der Königin des Hauses. Physische Bevorzugung kann mit sozialer Bevorzugung einhergehen. Der Hund glaubt dann, er sei das wichtigste Lebewesen im Haus.“ Hoher Status bringt eine große Verantwortung mit sich. Laut McIntyre kann das bei Hunden zu übermäßiger Ängstlichkeit führen. „Verwöhnte Hunde schlafen möglicherweise mit einem Ohr gespitzt, um auf Bedrohungen zu achten. Sie fühlen sich ihren Besitzern jederzeit verantwortlich. Sie können große Trennungsangst entwickeln, wenn ihr Mensch den Raum oder das Haus verlässt. Diese Angst kann zu unaufhörlichem Bellen, Winseln, Zerstörung von Gegenständen oder Hin- und Herlaufen am Zaun führen, während sie auf die Rückkehr ihrer Besitzer warten.“ Hunde brauchen Zuneigung, keine Bewunderung, sagt sie. „Hunde müssen wissen, dass ihr Platz im Haus sicher ist, aber sie dürfen nicht das Gefühl haben, für ihre Besitzer verantwortlich sein zu müssen. Man kann ein Tier nicht immer nur aus menschlicher Sicht betrachten. Ein Hund ist eine andere Spezies. Es sind Tiere, um die wir uns kümmern, keine Babys, die wir erziehen.“ Selina McIntyres Tipps für die Bedürfnisse eines Hundes - Zweimal täglich Spaziergänge (auch mit kleinen Hunden) außerhalb Ihres Grundstücks - Sicherheit (das Gefühl, nicht für jede Bewegung seiner Besitzer verantwortlich zu sein) - Verständnis und Wertschätzung der Hundewelt, einschließlich der Art und Weise, wie Hunde in verschiedenen Situationen kommunizieren und sich verhalten - Sozialisierung (entscheidend in den ersten 16 Wochen), um „neue“ Situationen und eine Reihe unterschiedlicher Menschen und Umgebungen kennenzulernen. - Geistige Anregung, unter anderem durch Spiel - Zuneigung, nicht Bewunderung - Grenzen (was ist angemessenes und unangemessenes Verhalten?) - Die Freiheit, hundespezifische Verhaltensweisen wie Futtersuche und Erkundung auszuleben. - Zeit und Geduld, um neue Verhaltensweisen zu erlernen, insbesondere bei älteren Hunden - Wie ein Hund geschätzt zu werden.
 
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Sonja &
22. Feb. 14:15
Ich glaube es sind leider oft gerade kleinere Rassen/Hunde betroffen. Was man da so im www sieht, will man besser nicht sehen.
 
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Svenja
22. Feb. 14:21
Ok, dann kannst Du vielleicht die Frage auf was sich 'den Hund einfach mal machen lassen' bezieht verdeutlichen? Im Haus bei welchen Situationen oder draußen? Oder ist das berühmte "ignorieren" gemeint?
Ok, ich versuch's:
Ich meine damit, den Hund nicht ständig zu beobachten, nicht alles zu kommentieren und zu reglementieren, was er tut. Damit hat er das Gefühl, ich orientiere mich an ihm, was ihn massiv stressen kann.
Nicht ängstlich jede Hunde Begegnung moderieren wollen, zu akzeptieren, dass Hunde untereinander anders kommunizieren, als Menschen. Nicht hysterisch zu werden, wenn es mal turbulenter in einer solchen zugeht oder wenn ein Hund (in menschlichen Augen) etwas "falsch" macht, ihm mehr zutrauen, ihm Freilauf gewähren (auch jagdlich motivierte und unsichere Hunde können einen sicheren Rückruf erlernen), ihn damit frei und ungelenkt erkunden zu lassen. Ihm Kontakt zu Artgenossen ermöglichen, aber nicht wahllos auf einer eingezäunten Hundewiese, sondern geeignete Hunde im freien Raum, wo sie gemeinsam erkunden und voneinander profitieren können. Hunde (sozial gefestigte) sind für andere Hunde meiner Erfahrung nach sehr heilsam.
Hunde nicht ständig zuzutexten, und vor allem: In schwierigen, stressigen Situationen nicht schnellstmöglich raus aus der Situation, weil sie einem unangenehm ist oder Angst macht, sondern extra Zeit nehmen, um auch dem Hund die Möglichkeit zu geben, diese umzubewerten. Beobachten, Präsenz zeigen, innerlich ruhig.
Und wo wir bei Bewertung sind: Hundeverhalten nicht bewerten, sondern akzeptieren.
 
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Inga
22. Feb. 14:29
Ich habe tatsächlich alles gelesen , was für ein Mega Text mit vielen Infos und Klarheiten. Danke an der Stelle

Zu mein Hund :
Wir besuchen keine Hundeschule mehr und brauchen diese Main Trail etc. nicht , die Hundeschule war von kurzer Dauer überteuert , und absolut keine gute Schule. Fühlte mich nicht gut aufgehoben

4 Jahre fast lebt er bei uns
Im Bett schlafen auf kein Fall , die Liebe die er mir geben würde würde ein Bein oder eine Pfote im Gesicht bedeuten, nein danke , er sabbert und müffelt ab und an … nein !

Sein Futter bekommt er im Flur immer am Platz !

Schlafplätze hätte er 3 im Haus , Nummer drei im Keller bei warmen Temperaturen

Sein Haupt Bett ist zwischen Kinder Zimmer und Schlafzimmer

Er geht an der str an leine
Ich werde nie ein Ende der Erziehung haben , wenn der gegenüber Hund schräg aussieht oder nicht gut riecht wird gekläfft , aber in sicheren Gewahrsam. Würde nicht behaupten er sei aggressiv!

Wenn s die Gegend erlaubt , wird er grundsätzlich frei gelassen , und wieder angeleint wenns nötig ist.

Er darf in Gewässer und sich komplett einsauen , und mit Stöckern und Stämmen spielen ! Er darf mit allen Hunden spielen wenn man ihn lässt. , er darf nicht jagen gehen und keine Katzen ärgern.
Bei mir darf ein Hund dreckig nach Hause kommen

Eben erdige Dusche. Und nur lauwarmes Wasser und selten Hunde Shampoo!!!! ,
Krallen schneide ich nie , wetzt sich das schon ab
Fell pflege einmal täglich vor der Tür , bei Fell Wechsel mehrfach !

Er darf nicht ins Wohnzimmer außer mein Mann ist nicht da , dann aber nur wenn er sich hinlegt und nicht umherläuft.. Ich glaube er ist zufrieden mit seinem Hunde Leben , 😊☺️
 
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Svenja
22. Feb. 14:52
Ok, ich versuch's: Ich meine damit, den Hund nicht ständig zu beobachten, nicht alles zu kommentieren und zu reglementieren, was er tut. Damit hat er das Gefühl, ich orientiere mich an ihm, was ihn massiv stressen kann. Nicht ängstlich jede Hunde Begegnung moderieren wollen, zu akzeptieren, dass Hunde untereinander anders kommunizieren, als Menschen. Nicht hysterisch zu werden, wenn es mal turbulenter in einer solchen zugeht oder wenn ein Hund (in menschlichen Augen) etwas "falsch" macht, ihm mehr zutrauen, ihm Freilauf gewähren (auch jagdlich motivierte und unsichere Hunde können einen sicheren Rückruf erlernen), ihn damit frei und ungelenkt erkunden zu lassen. Ihm Kontakt zu Artgenossen ermöglichen, aber nicht wahllos auf einer eingezäunten Hundewiese, sondern geeignete Hunde im freien Raum, wo sie gemeinsam erkunden und voneinander profitieren können. Hunde (sozial gefestigte) sind für andere Hunde meiner Erfahrung nach sehr heilsam. Hunde nicht ständig zuzutexten, und vor allem: In schwierigen, stressigen Situationen nicht schnellstmöglich raus aus der Situation, weil sie einem unangenehm ist oder Angst macht, sondern extra Zeit nehmen, um auch dem Hund die Möglichkeit zu geben, diese umzubewerten. Beobachten, Präsenz zeigen, innerlich ruhig. Und wo wir bei Bewertung sind: Hundeverhalten nicht bewerten, sondern akzeptieren.
Ach und nicht auf alles, was der Hund initiiert, eingehen. Kann man ignorieren nennen, sollte aber eigentlich ein "bei sich bleiben" sein. Tun Hunde untereinander ständig.
 
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Katja
22. Feb. 15:11
Ok, dann kannst Du vielleicht die Frage auf was sich 'den Hund einfach mal machen lassen' bezieht verdeutlichen? Im Haus bei welchen Situationen oder draußen? Oder ist das berühmte "ignorieren" gemeint?
Hab jetzt die Folge doch noch gefunden, leider mit Werbeblöcken, sorry!

https://www.rtl.de/video/pueppi-und-antje-haben-sich-gefunden-64897997f70d215d5f0e6bd2.html

Ich finde da Rütters Freude auch so schön („das läuft alles so anders als bei mir…“): da haben sich echt zwei gefunden!😀
 
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Steffi
22. Feb. 15:32
Hab jetzt die Folge doch noch gefunden, leider mit Werbeblöcken, sorry! https://www.rtl.de/video/pueppi-und-antje-haben-sich-gefunden-64897997f70d215d5f0e6bd2.html Ich finde da Rütters Freude auch so schön („das läuft alles so anders als bei mir…“): da haben sich echt zwei gefunden!😀
Ja, vielleicht nimmt sie Lumi auch noch😅...ich darf das sagen, Hundine kann nicht lesen.
 
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Lisa-Eileen
22. Feb. 16:10
Ich weiß, was du meinst, ich selber lebe seit fast 20 Jahren in Hunde Gruppen und beobachte täglich, dass Status nicht statisch ist, sondern situationsbezogen, trotzdem sind Hunde keine Demokraten und die, die höheren Sozialstatus haben, schützen auch die Gruppe. Es geht hier nicht um Dominanz Theorien, sondern um Verantwortung. Dass es DEN Alpha usw. nicht gibt, sollte jeder verstanden haben 😅
Hörte sich von wie du es sagtest alles nach dem alten Kram an, sorry.😅
 
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Lisa-Eileen
22. Feb. 16:11
Ich will auch überhaupt nicht darauf hinaus, dass ich meinen Hund dominieren muss oder der Rudel Führer sein oder den Raum ständig verwalten muss oder sämtliche Ressourcen. Ich möchte nur wissen, wie diese These, dass Vermenschlichung im Sinne von unbegrenzten Privilegien (Ressourcen, ständige Aufmerksamkeit, keine Grenzen und Regeln usw.) einige Hundetypen massiv überfordert, andere sehen und was sie denken, warum. Oder ob sie - wie ich - vielleicht sogar schon die Erfahrung gemacht haben, wie sehr ein reaktiver, aggressiver Hund davon profitieren kann, diese Privilegien zurück zu fahren. Nicht um zu verhindern, dass er die Weltherrschaft erlangt, sondern um ihn zu entlasten.
Erlebe ich sehr oft, kenne auch solche Fälle.
 
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Mayleen
22. Feb. 16:36
Von wo sind die Halsbänder?
 
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Svenja
22. Feb. 17:16
Hörte sich von wie du es sagtest alles nach dem alten Kram an, sorry.😅
Alles gut, gibt ja noch genug Anhänger dieser Theorien.