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Svenja
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heute 07:18

Stress bei Hunden durch Vermenschlichung?

Ich wage mich nun doch in die Höhle die Löwen und erstelle einen Thread. Ich hoffe, es gelingt, sich nicht persönlich angegriffen oder gekränkt zu fühlen und die eigene Meinung zu vertreten, ohne die mögliche Gegenseite abzuwerten. Was meiner Meinung nach dabei helfen kann, ist sich immer zu fragen, warum mich Kommentare so emotional machen. - Hat es etwas mit mir selber zu tun? - habe ich Erfahrungen mit dem Schreibenden und kann es sein, dass ich ihn deshalb in der neuen Situation vorverurteile? - Warum kann ich die Meinung des anderen nicht akzeptieren? Geht es wirklich um die Sache an sich oder um mich als Person? Das Thema Stress bei Hunden wird hier immer wieder thematisiert, was ich grundsätzlich echt gut finde. Mir fällt dabei aber oft auf, dass der größte Stressfaktor, nämlich Stress durch Überforderung, die aus Vermenschlichung resultiert, völlig übersehen wird. Hunde funktionieren anders als Menschen. Ist das jedem wirklich bewusst? - Was sind für euch die größten Stressauslöser? - Zeigen eure Hunde Verhaltensauffälligkeiten wie Reaktivitat oder Ängste, Aggressionen? Was ist für euch die Ursache? -Hören sie draußen im Freilauf auf euch? Oder laufen sie nie frei? Warum nicht? Ich fand dazu einen Artikel, der meine Sicht und Erfahrung dazu ganz gut wiedergibt. Ich möchte hier niemanden vorführen, anprangern oder angreifen. Niemand muss sich hier zu Wort melden, wenn er nicht offen für diese Reflektion ist. Zitat aus: https://www.odt.co.nz/star-news/star-lifestyle/pampered-pets-may-become-anxious-behaviourist-says Rena“ (nicht ihr richtiger Name) schläft auf Seidenkissen zwischen den Köpfen ihrer Besitzer, trinkt aus deren Wassergläsern und zerstört Haushaltsgegenstände wie Topfpflanzen und Kissen, wenn sie zu lange allein gelassen wird. Oft sitzt sie mit der Familie am Esstisch; wenn sie sich auf die Couch legt, rücken alle zusammen, um ihr mehr Platz zu geben. Ihr veganes, getreidebasiertes Futter (plus Leckerlis) kostet fast so viel wie der wöchentliche Supermarkteinkauf, ihre Tierarztkosten haben sich bereits auf Tausende von Dollar belaufen (Hüftprobleme) und ihre Besuche beim Hundefriseur sind teurer als ein Haarschnitt für einen Menschen. Sie besitzt eine ganze Garderobe. Die vierjährige schwarze Cockapoo-Hündin (eine Mischung aus Cocker Spaniel und Zwergpudel) ist zweifellos ein verwöhnter Hund. Aber sie ist damit keineswegs allein. Die Bevorzugung von Haustieren ist ein weltweites Phänomen, das sich während der Pandemie noch verstärkte, da Lockdowns einsame Menschen dazu veranlassten, sich Hunde als Begleiter anzuschaffen. Verschärft wurde dies durch den Trend, Designerhunde mit kindlichen Merkmalen (große Augen, kurze Nasen, runde Gesichter) zu züchten, die die Herzen der Menschen erobern sollen. Hinzu kommt ein zunehmendes Misstrauen gegenüber der Menschheit, wodurch Hunde als Freunde umso erstrebenswerter erscheinen. Hunde sind loyal, sie verurteilen uns nicht, und Studien belegen, dass sie die körperliche und seelische Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Besitzer verbessern. Daraus folgt dann sicherlich, dass sie im Gegenzug verwöhnt werden sollten. Das sieht die Hundeverhaltensforscherin und Autorin Selina McIntyre aus Matamata anders. Sie arbeitet seit fast 20 Jahren mit Hunden und ihren Besitzern und hat dabei alle Facetten der Mensch-Hund-Beziehung miterlebt. McIntyre liebt Hunde und hatte im Laufe ihres Lebens schon viele, darunter ihre beiden Border Terrier Trev und Lily („echte Charaktere, die zu kleinen Rabauken werden können, wenn sie nicht genug Auslauf bekommen“). Sie stimmt voll und ganz zu, dass Hunde zur Familie gehören und Menschen eine emotionale Bindung zu ihnen haben. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon. „Hunde sind Tiere. Sie gehören einer anderen Spezies an. Egal, wie niedlich sie auch aussehen mögen, sie bleiben Hunde. Wenn wir sie nicht als Hunde behandeln, tun wir ihnen Unrecht“, sagt sie. „Wenn wir annehmen, dass sie denken und handeln wie wir, sehen wir sie nur aus unserer eigenen Perspektive. Zu glauben, man mache seinen Hund glücklich, indem man ihm alle möglichen Leckerlis kauft und ihn im Bett schlafen lässt, bedeutet, ihn wie einen Menschen zu behandeln, was er definitiv nicht ist.“ Sie sagt, wenn Besitzer über die Bedürfnisse ihrer Hunde sprechen („Schau dir diese Augen an, wie könnte man ihm widerstehen?“), spiegeln sie damit oft ihre eigenen Bedürfnisse wider. Sie könnten einsam oder ängstlich sein oder Zuneigung und Schutz suchen. Manche sind vielleicht allein zu Hause, oder ein Partner arbeitet lange, sodass eine größere Abhängigkeit von einem vierbeinigen Begleiter entsteht. Wenn der Hund ihnen ständig von der Seite weicht, sagen sie vielleicht Dinge wie: „Sie ist sehr anhänglich“ oder „Er klebt förmlich an ihr“. Sie sagt jedoch, dass man Hunden niemals menschliche Formen, Verhaltensweisen und Emotionen zuschreiben oder ihnen die gleichen Rechte und Privilegien wie Menschen gewähren sollte. „Wenn einem Hund aufs Wort jeder Wunsch erfüllt wird, steigt sein sozialer Status über den seiner menschlichen Besitzer. Ein Hund, der mit den Menschen am Tisch isst, in ihrem Bett schläft oder sich auf der Sofalehne über dem Kopf seines Besitzers positioniert, fühlt sich privilegiert und gleicht eher dem König oder der Königin des Hauses. Physische Bevorzugung kann mit sozialer Bevorzugung einhergehen. Der Hund glaubt dann, er sei das wichtigste Lebewesen im Haus.“ Hoher Status bringt eine große Verantwortung mit sich. Laut McIntyre kann das bei Hunden zu übermäßiger Ängstlichkeit führen. „Verwöhnte Hunde schlafen möglicherweise mit einem Ohr gespitzt, um auf Bedrohungen zu achten. Sie fühlen sich ihren Besitzern jederzeit verantwortlich. Sie können große Trennungsangst entwickeln, wenn ihr Mensch den Raum oder das Haus verlässt. Diese Angst kann zu unaufhörlichem Bellen, Winseln, Zerstörung von Gegenständen oder Hin- und Herlaufen am Zaun führen, während sie auf die Rückkehr ihrer Besitzer warten.“ Hunde brauchen Zuneigung, keine Bewunderung, sagt sie. „Hunde müssen wissen, dass ihr Platz im Haus sicher ist, aber sie dürfen nicht das Gefühl haben, für ihre Besitzer verantwortlich sein zu müssen. Man kann ein Tier nicht immer nur aus menschlicher Sicht betrachten. Ein Hund ist eine andere Spezies. Es sind Tiere, um die wir uns kümmern, keine Babys, die wir erziehen.“ Selina McIntyres Tipps für die Bedürfnisse eines Hundes - Zweimal täglich Spaziergänge (auch mit kleinen Hunden) außerhalb Ihres Grundstücks - Sicherheit (das Gefühl, nicht für jede Bewegung seiner Besitzer verantwortlich zu sein) - Verständnis und Wertschätzung der Hundewelt, einschließlich der Art und Weise, wie Hunde in verschiedenen Situationen kommunizieren und sich verhalten - Sozialisierung (entscheidend in den ersten 16 Wochen), um „neue“ Situationen und eine Reihe unterschiedlicher Menschen und Umgebungen kennenzulernen. - Geistige Anregung, unter anderem durch Spiel - Zuneigung, nicht Bewunderung - Grenzen (was ist angemessenes und unangemessenes Verhalten?) - Die Freiheit, hundespezifische Verhaltensweisen wie Futtersuche und Erkundung auszuleben. - Zeit und Geduld, um neue Verhaltensweisen zu erlernen, insbesondere bei älteren Hunden - Wie ein Hund geschätzt zu werden.
 
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SandrA
26. Feb. 12:27
Aber es ist doch dann die persönliche Wahrnehmung des HH , der auf etwas reagiert , was ein Außenstehender, der garnix mit Hunden zu tun hat, kommentiert. Da sollte es am HH sein, sich Wissen, Erfahrungen, was auch immer anzueignen, um dann selbstbewusst zu werden.
Aber dafür muss der Halter erstmal ein Problembewusstsein entwickelt haben - und das passiert zunächst über die Wahrnehmung vermenschlichender Mechanismen, Konzepte und deren Auswirkungen.

Gesellschaftliche Narrative - die über Social Media Küsschen Videos noch befeuert werden - erschweren ein solches Problembewusstsein sicher ganz erheblich.
 
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Carola
26. Feb. 12:30
Aber hier in dem Thread geht es doch darum, ob eine Vermenschlichung des Hundes beim Hund Stress auslösen kann. Ihr beantwortet m. E. die Frage in Bezug auf das Umfeld mit "ja", da ihr diese Menschen (das Umfeld) von Euren Hunden fern halten wollt.
Nein ich halte meine Hunde nicht von anderen Menschen fern und andere Menschen auch nicht von meinen Hunden- was ich aber verhindere ist Übergriffigkeit! Ich erwarte nicht mal von einem Menschen der nichts mit Hunden zu tun hat, irgendwelches Wissen oder Verständnis. Aber ich erwarte dass ein fremder Mensch meinen Hunden gegenüber nicht übergriffig wird. Das heißt für mich anfassen, hochheben im schlimmsten Falle schubsen oder treten.
Was irgendein Mensch sagt Interessiert Hund schon mal gar nicht und ich kann mich darum kümmern oder es lassen.
Frag mich jemand freundlich dann erkläre und erzähle ich gerne etwas über Hundeverhalten und sage ihm auch was er/sie tun kann oder auch nicht. Das aber setzt Interesse des Gegenüber voraus
 
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Steffi
26. Feb. 12:31
Nichts. Rein Sachlich: Sie vermenschlicht den Hund!!!!
Ich denke auch, das Problem der " Vermenschlichung" von hündischem Verhalten in der großen Gruppe von Menschen ohne Hund durchaus zu beobachten ist. Auch wenn man sich darüber nicht wundern, ärgern oder gar Expertise erwarten sollte, kann das durchaus Stress für Hunde bedeuten. Sei es direkt oder auch darüber, dass der Halter in Stress gerät und diesen überträgt.
Auch in der großen Gruppe der Halter gibt es ja z.B. Neulinge, die noch nicht auf jahrzehntelange Hundeerfahrung zurückgreifen können, oder Hundehalter die sich gar nicht mit dem Thema Hund auseinandersetzen, oder die, die selber vermenschlichen...
 
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Michi
26. Feb. 12:44
Aber es ist doch dann die persönliche Wahrnehmung des HH , der auf etwas reagiert , was ein Außenstehender, der garnix mit Hunden zu tun hat, kommentiert. Da sollte es am HH sein, sich Wissen, Erfahrungen, was auch immer anzueignen, um dann selbstbewusst zu werden.
Richtig, aber die außenstehenden Nichthundehalter werden wir nicht verändern können. Die wird es immer geben und auch ihre Interpretationen.
Verändern kann sich nur das Bewusstsein der HH.
Mit falschen Kommentaren müssen alle leben.
 
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SandrA
26. Feb. 12:54
Richtig, aber die außenstehenden Nichthundehalter werden wir nicht verändern können. Die wird es immer geben und auch ihre Interpretationen. Verändern kann sich nur das Bewusstsein der HH. Mit falschen Kommentaren müssen alle leben.
Ist jetzt ein bisschen die Frage nach Huhn oder Ei - das Bewusstsein der HH ist beeinflussbar je nachdem wie viel Wissen angeeignet wurde. Es gibt genügend HH die sich nicht über hündische Verhaltensweisen informieren und vermenschlichende Narrative vordergründig bleiben. Und der Nichthundehalter von heute kauft sich morgen vielleicht einen besten Freund, der brav schaut und immer Küsschen haben will.
Letztlich wäre es schon ein Anfang als HH die Narrative nicht zu bedienen und - siehe Social Media - oftmals scheitert es ja bereits an diesem Punkt 🤷‍♀️
 
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Michi
26. Feb. 12:57
Ist jetzt ein bisschen die Frage nach Huhn oder Ei - das Bewusstsein der HH ist beeinflussbar je nachdem wie viel Wissen angeeignet wurde. Es gibt genügend HH die sich nicht über hündische Verhaltensweisen informieren und vermenschlichende Narrative vordergründig bleiben. Und der Nichthundehalter von heute kauft sich morgen vielleicht einen besten Freund, der brav schaut und immer Küsschen haben will. Letztlich wäre es schon ein Anfang als HH die Narrative nicht zu bedienen und - siehe Social Media - oftmals scheitert es ja bereits an diesem Punkt 🤷‍♀️
Tatsächlich denke ich, dass der Schlüssel nur in einem selber liegt. Was von außen auf uns einprasselt, das können wir nicht ändern.
Und Ändern wird sich sowieso nur etwas für Menschen, die dafür offen und interessiert sind.
Und daran mangelt es ja sogar schon in der HH Bubble schon immens.
Da brauchen wir über Nichthundehalter garnicht erst zu sprechen...
 
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Steffi
26. Feb. 13:12
Tatsächlich denke ich, dass der Schlüssel nur in einem selber liegt. Was von außen auf uns einprasselt, das können wir nicht ändern. Und Ändern wird sich sowieso nur etwas für Menschen, die dafür offen und interessiert sind. Und daran mangelt es ja sogar schon in der HH Bubble schon immens. Da brauchen wir über Nichthundehalter garnicht erst zu sprechen...
Dann braucht man eigentlich gar nicht wirklich zu sprechen - ausgenommen vielleicht über ganz konkrete Fragen - der Schlüssel liegt immer in einem selber. Der Auslöser allerdings nicht unbedingt.
 
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SandrA
26. Feb. 13:16
Tatsächlich denke ich, dass der Schlüssel nur in einem selber liegt. Was von außen auf uns einprasselt, das können wir nicht ändern. Und Ändern wird sich sowieso nur etwas für Menschen, die dafür offen und interessiert sind. Und daran mangelt es ja sogar schon in der HH Bubble schon immens. Da brauchen wir über Nichthundehalter garnicht erst zu sprechen...
ja, Offenheit kann man nicht erzwingen, aber Narrative entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie werden reproduziert oder eben nicht. Und da sehe ich schon unseren kleinen Einflussbereich, eben wie wir selbst sprechen, reagieren, einordnen.

Wir können die Außenwelt nicht steuern, aber prägen mit, was in unserer eigenen Bubble „normal“ wird.
 
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Michi
26. Feb. 13:20
Dann braucht man eigentlich gar nicht wirklich zu sprechen - ausgenommen vielleicht über ganz konkrete Fragen - der Schlüssel liegt immer in einem selber. Der Auslöser allerdings nicht unbedingt.
Richtig, nur den Auslöser können wir halt nicht beeinflussen, nur das, wie wir damit umgehen.
 
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Michi
26. Feb. 13:22
ja, Offenheit kann man nicht erzwingen, aber Narrative entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie werden reproduziert oder eben nicht. Und da sehe ich schon unseren kleinen Einflussbereich, eben wie wir selbst sprechen, reagieren, einordnen. Wir können die Außenwelt nicht steuern, aber prägen mit, was in unserer eigenen Bubble „normal“ wird.
Natürlich, aber eben nur in unserer Bubble. Die Außenstehenden betrifft das nicht, außer vielleicht Einzelexemplare , denen man etwas erklären kann.