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Svenja
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heute 14:14

Stress bei Hunden durch Vermenschlichung?

Ich wage mich nun doch in die Höhle die Löwen und erstelle einen Thread. Ich hoffe, es gelingt, sich nicht persönlich angegriffen oder gekränkt zu fühlen und die eigene Meinung zu vertreten, ohne die mögliche Gegenseite abzuwerten. Was meiner Meinung nach dabei helfen kann, ist sich immer zu fragen, warum mich Kommentare so emotional machen. - Hat es etwas mit mir selber zu tun? - habe ich Erfahrungen mit dem Schreibenden und kann es sein, dass ich ihn deshalb in der neuen Situation vorverurteile? - Warum kann ich die Meinung des anderen nicht akzeptieren? Geht es wirklich um die Sache an sich oder um mich als Person? Das Thema Stress bei Hunden wird hier immer wieder thematisiert, was ich grundsätzlich echt gut finde. Mir fällt dabei aber oft auf, dass der größte Stressfaktor, nämlich Stress durch Überforderung, die aus Vermenschlichung resultiert, völlig übersehen wird. Hunde funktionieren anders als Menschen. Ist das jedem wirklich bewusst? - Was sind für euch die größten Stressauslöser? - Zeigen eure Hunde Verhaltensauffälligkeiten wie Reaktivitat oder Ängste, Aggressionen? Was ist für euch die Ursache? -Hören sie draußen im Freilauf auf euch? Oder laufen sie nie frei? Warum nicht? Ich fand dazu einen Artikel, der meine Sicht und Erfahrung dazu ganz gut wiedergibt. Ich möchte hier niemanden vorführen, anprangern oder angreifen. Niemand muss sich hier zu Wort melden, wenn er nicht offen für diese Reflektion ist. Zitat aus: https://www.odt.co.nz/star-news/star-lifestyle/pampered-pets-may-become-anxious-behaviourist-says Rena“ (nicht ihr richtiger Name) schläft auf Seidenkissen zwischen den Köpfen ihrer Besitzer, trinkt aus deren Wassergläsern und zerstört Haushaltsgegenstände wie Topfpflanzen und Kissen, wenn sie zu lange allein gelassen wird. Oft sitzt sie mit der Familie am Esstisch; wenn sie sich auf die Couch legt, rücken alle zusammen, um ihr mehr Platz zu geben. Ihr veganes, getreidebasiertes Futter (plus Leckerlis) kostet fast so viel wie der wöchentliche Supermarkteinkauf, ihre Tierarztkosten haben sich bereits auf Tausende von Dollar belaufen (Hüftprobleme) und ihre Besuche beim Hundefriseur sind teurer als ein Haarschnitt für einen Menschen. Sie besitzt eine ganze Garderobe. Die vierjährige schwarze Cockapoo-Hündin (eine Mischung aus Cocker Spaniel und Zwergpudel) ist zweifellos ein verwöhnter Hund. Aber sie ist damit keineswegs allein. Die Bevorzugung von Haustieren ist ein weltweites Phänomen, das sich während der Pandemie noch verstärkte, da Lockdowns einsame Menschen dazu veranlassten, sich Hunde als Begleiter anzuschaffen. Verschärft wurde dies durch den Trend, Designerhunde mit kindlichen Merkmalen (große Augen, kurze Nasen, runde Gesichter) zu züchten, die die Herzen der Menschen erobern sollen. Hinzu kommt ein zunehmendes Misstrauen gegenüber der Menschheit, wodurch Hunde als Freunde umso erstrebenswerter erscheinen. Hunde sind loyal, sie verurteilen uns nicht, und Studien belegen, dass sie die körperliche und seelische Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Besitzer verbessern. Daraus folgt dann sicherlich, dass sie im Gegenzug verwöhnt werden sollten. Das sieht die Hundeverhaltensforscherin und Autorin Selina McIntyre aus Matamata anders. Sie arbeitet seit fast 20 Jahren mit Hunden und ihren Besitzern und hat dabei alle Facetten der Mensch-Hund-Beziehung miterlebt. McIntyre liebt Hunde und hatte im Laufe ihres Lebens schon viele, darunter ihre beiden Border Terrier Trev und Lily („echte Charaktere, die zu kleinen Rabauken werden können, wenn sie nicht genug Auslauf bekommen“). Sie stimmt voll und ganz zu, dass Hunde zur Familie gehören und Menschen eine emotionale Bindung zu ihnen haben. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon. „Hunde sind Tiere. Sie gehören einer anderen Spezies an. Egal, wie niedlich sie auch aussehen mögen, sie bleiben Hunde. Wenn wir sie nicht als Hunde behandeln, tun wir ihnen Unrecht“, sagt sie. „Wenn wir annehmen, dass sie denken und handeln wie wir, sehen wir sie nur aus unserer eigenen Perspektive. Zu glauben, man mache seinen Hund glücklich, indem man ihm alle möglichen Leckerlis kauft und ihn im Bett schlafen lässt, bedeutet, ihn wie einen Menschen zu behandeln, was er definitiv nicht ist.“ Sie sagt, wenn Besitzer über die Bedürfnisse ihrer Hunde sprechen („Schau dir diese Augen an, wie könnte man ihm widerstehen?“), spiegeln sie damit oft ihre eigenen Bedürfnisse wider. Sie könnten einsam oder ängstlich sein oder Zuneigung und Schutz suchen. Manche sind vielleicht allein zu Hause, oder ein Partner arbeitet lange, sodass eine größere Abhängigkeit von einem vierbeinigen Begleiter entsteht. Wenn der Hund ihnen ständig von der Seite weicht, sagen sie vielleicht Dinge wie: „Sie ist sehr anhänglich“ oder „Er klebt förmlich an ihr“. Sie sagt jedoch, dass man Hunden niemals menschliche Formen, Verhaltensweisen und Emotionen zuschreiben oder ihnen die gleichen Rechte und Privilegien wie Menschen gewähren sollte. „Wenn einem Hund aufs Wort jeder Wunsch erfüllt wird, steigt sein sozialer Status über den seiner menschlichen Besitzer. Ein Hund, der mit den Menschen am Tisch isst, in ihrem Bett schläft oder sich auf der Sofalehne über dem Kopf seines Besitzers positioniert, fühlt sich privilegiert und gleicht eher dem König oder der Königin des Hauses. Physische Bevorzugung kann mit sozialer Bevorzugung einhergehen. Der Hund glaubt dann, er sei das wichtigste Lebewesen im Haus.“ Hoher Status bringt eine große Verantwortung mit sich. Laut McIntyre kann das bei Hunden zu übermäßiger Ängstlichkeit führen. „Verwöhnte Hunde schlafen möglicherweise mit einem Ohr gespitzt, um auf Bedrohungen zu achten. Sie fühlen sich ihren Besitzern jederzeit verantwortlich. Sie können große Trennungsangst entwickeln, wenn ihr Mensch den Raum oder das Haus verlässt. Diese Angst kann zu unaufhörlichem Bellen, Winseln, Zerstörung von Gegenständen oder Hin- und Herlaufen am Zaun führen, während sie auf die Rückkehr ihrer Besitzer warten.“ Hunde brauchen Zuneigung, keine Bewunderung, sagt sie. „Hunde müssen wissen, dass ihr Platz im Haus sicher ist, aber sie dürfen nicht das Gefühl haben, für ihre Besitzer verantwortlich sein zu müssen. Man kann ein Tier nicht immer nur aus menschlicher Sicht betrachten. Ein Hund ist eine andere Spezies. Es sind Tiere, um die wir uns kümmern, keine Babys, die wir erziehen.“ Selina McIntyres Tipps für die Bedürfnisse eines Hundes - Zweimal täglich Spaziergänge (auch mit kleinen Hunden) außerhalb Ihres Grundstücks - Sicherheit (das Gefühl, nicht für jede Bewegung seiner Besitzer verantwortlich zu sein) - Verständnis und Wertschätzung der Hundewelt, einschließlich der Art und Weise, wie Hunde in verschiedenen Situationen kommunizieren und sich verhalten - Sozialisierung (entscheidend in den ersten 16 Wochen), um „neue“ Situationen und eine Reihe unterschiedlicher Menschen und Umgebungen kennenzulernen. - Geistige Anregung, unter anderem durch Spiel - Zuneigung, nicht Bewunderung - Grenzen (was ist angemessenes und unangemessenes Verhalten?) - Die Freiheit, hundespezifische Verhaltensweisen wie Futtersuche und Erkundung auszuleben. - Zeit und Geduld, um neue Verhaltensweisen zu erlernen, insbesondere bei älteren Hunden - Wie ein Hund geschätzt zu werden.
 
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Kirsten
26. Feb. 07:42
Stimmt. Besonders die Vermenschlichung von Beschwichtigungen auf den Ärger des Menschen, dessen Ursache Hunden aber in den aller seltensten Fällen bekannt ist, weil ganz einfach der zeitliche oder kausale Zusammenhang fehlt, ist wohl eine absolute Reinform der schädlichen Vermenschlichung. Der zweite Punkt ist für mich auch sehr interessant, weil meiner Meinung nach viele Menschen im Umfeld damit auf die Folgen im Verhalten von Hunden, die durch Vermenschlichung im Sinne einer ungünstigen "Symbiose" entstehen, reagieren, ohne zu wissen, was wirklich hinter dem Verhalten steckt. Ich hoffe, das war verständlich ausgedrückt.
Meinst du, dass sie nicht den Hund selbst so sehen, sondern mit Spott oder Sarkasmus ihre Einschätzung über die Mensch-Hund-Beziehung wiedergeben?

Ich wünschte, es würde sich darauf beschränken. Damit könnte ich gut leben. Mir gehen ab und an die Nackenhaare hoch, wenn mir jemand erzählt, wie kleine Hunde so sind.

Aber gut. Ich möchte nicht jammern, mir ging es viel mehr darum, diesen Punkt sichtbar zu machen ☺️
 
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Carola
26. Feb. 08:39
Meinst du, dass sie nicht den Hund selbst so sehen, sondern mit Spott oder Sarkasmus ihre Einschätzung über die Mensch-Hund-Beziehung wiedergeben? Ich wünschte, es würde sich darauf beschränken. Damit könnte ich gut leben. Mir gehen ab und an die Nackenhaare hoch, wenn mir jemand erzählt, wie kleine Hunde so sind. Aber gut. Ich möchte nicht jammern, mir ging es viel mehr darum, diesen Punkt sichtbar zu machen ☺️
Jetzt würde mich doch mal interessieren wie kleine Hunde denn so sind?
Das Problem bei vielen kleinen Hunden ist dass sie trotz ihrer Veranlagungen von vielen nicht ernst genommen werden. Nehmen wir doch mal den Dackel, der als ausgeprägter Jagdhund alles andere ist als ein Schoßhund.
Immer wieder nehme ich gerne den Mittelspitz, weil ich selbst welche habe, nein die sind nicht niedlich!
Und das Schöne ist, da sie nicht wie der Zwergspitz deformiert sind und auch noch ihren Ruf haben, werden Sie selten angefasst.
Ich persönlich finde es immer ganz lustig wenn mir die Leute aus dem Weg gehen weil sie Spitze für Kläffer halten. Meine gehen in der Regel völlig ruhig an anderen Hunden vorbei auch wenn die herumtoben.
Leider werden gerade kleine Hunde weil sie"süß" aussehen oftmals als Kind Ersatz missbraucht, in Schlafanzüge oder sonst etwas gezwängt und das wird auch noch toll gefunden. Mir drehen sich da immer die Zehennägel um!
 
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Babs
26. Feb. 08:51
Zum Thema Vermenschlichung begegnen mir sowohl privat als auch auf Social Media bestimmte Narrative: „Er weiß genau, dass das falsch war.“ „Die weiß genau, wie sie mich manipuliert.“ „Der tanzt dir auf der Nase herum.“ Sowie Charakterurteile wie zum Beispiel Hinterhältigkeit oder Boshaftigkeit. Besonders wenn es um kleine Hunde geht, fällt mir eine Vermenschlichung auf. Dabei geht es mir hier konkret gar nicht um den Halter (das wurde hier ausgiebig besprochen), sondern um das Umfeld. Es ist die Rede von Tyrannen, Diktatoren, von Napoleon und ähnlichen Zuschreibungen oder auch davon, dass sie keine richtigen Hunde sind. Ich beobachte, das diese Begriffe aus oft hochemotionalen Situationen entstehen, und kann zum Teil nachvollziehen, dass sie genutzt werden, um dem eigenen Ärger Luft zu verschaffen. Nach meinem Empfinden überdecken sie Ursachen des Verhaltens, legitimieren für manche Personen einen groben Umgang und können dazu beitragen, dass Hunde weniger ernst genommen werden. Ich habe den Eindruck, dass diese Form der Vermenschlichung so verankert ist, dass sie häufig nicht wahrgenommen wird.
Ich finde Deine Gedanken, insb. zu dem Umfeld, sehr interessant.

Ich denke, dass Hunde insgesamt von der Gesellschaft vermenschlicht werden. Einerseits wird gesagt:" Es sind Tiere." Andererseits wird gesagt:" Hunde müssen erzogen sein." Sie bekommen viele Regeln/Verbote auferlegt, die eher menschlich sind, als zu dem Lebewesen Hund gehören. Ganz klassisch ist das Bellen. Sätze wie:"Der ist aber nicht erzogen." sind da nicht selten. Oder, dass er ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr bellen darf (Ruhestörung), sind m.E. Vermenschlichungen. Also einerseits sind sie Tiere, aber andererseits haben sie sich an den menschlichen/gesellschaftlichen Regeln zu halten. Es gibt Menschen die nur darauf warten, dass der Hund einen Fehler macht.

Dann gibt es diejenigen in der Gesellschaft, die Hund "toll" finden. Gerade kleine Hunde sind da begehrt. Kinder werden hingeschickt und die Eltern erwarten, dass der Hund sich wie ein Stofftier von den Kindern betatschen lässt (da habe ich selber die Erfahrung machen müssen, als ich im Park auf 3 kleine Hunde aufgepasst habe. Bei meinen wird in der Regel ein großer Bogen gelaufen).

Ich hoffe es kommt rüber, worauf ich hinaus möchte.
 
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Carola
26. Feb. 08:58
Ich finde Deine Gedanken, insb. zu dem Umfeld, sehr interessant. Ich denke, dass Hunde insgesamt von der Gesellschaft vermenschlicht werden. Einerseits wird gesagt:" Es sind Tiere." Andererseits wird gesagt:" Hunde müssen erzogen sein." Sie bekommen viele Regeln/Verbote auferlegt, die eher menschlich sind, als zu dem Lebewesen Hund gehören. Ganz klassisch ist das Bellen. Sätze wie:"Der ist aber nicht erzogen." sind da nicht selten. Oder, dass er ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr bellen darf (Ruhestörung), sind m.E. Vermenschlichungen. Also einerseits sind sie Tiere, aber andererseits haben sie sich an den menschlichen/gesellschaftlichen Regeln zu halten. Es gibt Menschen die nur darauf warten, dass der Hund einen Fehler macht. Dann gibt es diejenigen in der Gesellschaft, die Hund "toll" finden. Gerade kleine Hunde sind da begehrt. Kinder werden hingeschickt und die Eltern erwarten, dass der Hund sich wie ein Stofftier von den Kindern betatschen lässt (da habe ich selber die Erfahrung machen müssen, als ich im Park auf 3 kleine Hunde aufgepasst habe. Bei meinen wird in der Regel ein großer Bogen gelaufen). Ich hoffe es kommt rüber, worauf ich hinaus möchte.
Nun eine Erziehung sowie Orientierung und Führung sind aus meiner Sicht notwendig um einen erfreuliches Zusammenleben mit Mensch und Hund zu ermöglichen.
Selbst wenn das eine oder andere Verbot menschlich ist so ist es doch so dass der Hund und der Halter sich nun mal in einer menschlichen Gesellschaft bewegen, menschliche Nachbarn haben und nicht jeder diese Nachbarn ist ein Hundefreund.
Ich bin absolut der Meinung dass Hunde"erzogen" sein müssen. Sie müssen lernen was man von ihnen erwartet und sie lernen es auch. Schließlich leben Mensch und Hund schon sehr lange gemeinsam und durch die große Anpassungsfähigkeit des Hundes ist ja dieses Zusammenleben überhaupt erst möglich geworden. Natürlich haben sich mit den Jahrtausenden die Anforderungen an Hunde geändert dennoch ist immer auch eine Anpassung notwendig.
Ja es gibt Leute die meinen dass man Hunde insbesondere kleine Hunde- nicht erziehen müsse. Was dann herauskommt ist meist wenig erfreulich und der arme Hund kann nicht mal was dafür da er gar nicht weiß was er tun und was er lassen soll.
Und nein ich möchte in meinem Haus keinen Hund zu Besuch haben der die Möbel anfrisst, auf Sofa und Teppich uriniert, meine Hunde drangsaliert. Solche Hunde haben bei mir Hausverbot! Hunde die gelernt haben sich halbwegs zu benehmen sind bei mir herzlich willkommen.
 
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Michi
26. Feb. 09:38
Ich finde Deine Gedanken, insb. zu dem Umfeld, sehr interessant. Ich denke, dass Hunde insgesamt von der Gesellschaft vermenschlicht werden. Einerseits wird gesagt:" Es sind Tiere." Andererseits wird gesagt:" Hunde müssen erzogen sein." Sie bekommen viele Regeln/Verbote auferlegt, die eher menschlich sind, als zu dem Lebewesen Hund gehören. Ganz klassisch ist das Bellen. Sätze wie:"Der ist aber nicht erzogen." sind da nicht selten. Oder, dass er ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr bellen darf (Ruhestörung), sind m.E. Vermenschlichungen. Also einerseits sind sie Tiere, aber andererseits haben sie sich an den menschlichen/gesellschaftlichen Regeln zu halten. Es gibt Menschen die nur darauf warten, dass der Hund einen Fehler macht. Dann gibt es diejenigen in der Gesellschaft, die Hund "toll" finden. Gerade kleine Hunde sind da begehrt. Kinder werden hingeschickt und die Eltern erwarten, dass der Hund sich wie ein Stofftier von den Kindern betatschen lässt (da habe ich selber die Erfahrung machen müssen, als ich im Park auf 3 kleine Hunde aufgepasst habe. Bei meinen wird in der Regel ein großer Bogen gelaufen). Ich hoffe es kommt rüber, worauf ich hinaus möchte.
Erziehung ist für mich keinesfalls Vermenschlichung, eher das Gegenteil.
Genauso das Einhalten gewisser Regeln und Grenzen, welche für ein soziales Miteinander wichtig sind.
Wir leben nunmal nicht auf einer einsamen Insel.
Auch Straßenhunde lernen sehr schnell, dass sie sich an gewisse Regeln und Grenzen zu halten haben. Im Miteinander und auch in der Coexistenz zum Menschen, dann haben sie zumindest eine kleine Chance zu überleben.
 
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Vic
26. Feb. 09:43
Die Vermenschlichung fängt im Kindesalter an. Zeichentrickfilme mit sprechende Tiere wie Bambi, Susi u. Strolch. In Filmen usw. Der Mensch hat es schwer das Tier zu verstehen und versucht seine eigene Vorstellungen zu geben. Wenn man versucht mit Tieren zu kommunizieren und zu verstehen muss man sich belesen, informieren. Es ist viel Arbeit die nicht jeder bereit ist den Aufwand zu machen.
 
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Babs
26. Feb. 09:46
Nun eine Erziehung sowie Orientierung und Führung sind aus meiner Sicht notwendig um einen erfreuliches Zusammenleben mit Mensch und Hund zu ermöglichen. Selbst wenn das eine oder andere Verbot menschlich ist so ist es doch so dass der Hund und der Halter sich nun mal in einer menschlichen Gesellschaft bewegen, menschliche Nachbarn haben und nicht jeder diese Nachbarn ist ein Hundefreund. Ich bin absolut der Meinung dass Hunde"erzogen" sein müssen. Sie müssen lernen was man von ihnen erwartet und sie lernen es auch. Schließlich leben Mensch und Hund schon sehr lange gemeinsam und durch die große Anpassungsfähigkeit des Hundes ist ja dieses Zusammenleben überhaupt erst möglich geworden. Natürlich haben sich mit den Jahrtausenden die Anforderungen an Hunde geändert dennoch ist immer auch eine Anpassung notwendig. Ja es gibt Leute die meinen dass man Hunde insbesondere kleine Hunde- nicht erziehen müsse. Was dann herauskommt ist meist wenig erfreulich und der arme Hund kann nicht mal was dafür da er gar nicht weiß was er tun und was er lassen soll. Und nein ich möchte in meinem Haus keinen Hund zu Besuch haben der die Möbel anfrisst, auf Sofa und Teppich uriniert, meine Hunde drangsaliert. Solche Hunde haben bei mir Hausverbot! Hunde die gelernt haben sich halbwegs zu benehmen sind bei mir herzlich willkommen.
Darum geht es mir nicht. Natürlich sorge ich dafür, dass meine Hunde keine Probleme bekommen und sie lernen mit Stress ... umzugehen und sich sozial verhalten. Aber nicht, weil das die Gesellschaft erwartet, sondern zum Wohle meiner Hunde (insb. was ihre Gesundheit angeht).
Was ich meine ist, dass das Umfeld erwartet, dass der Hund nach ihren Maßstäben erzogen. Und das sind menschliche Maßstäbe. Ich habe Hunde, die in der Dämmerung aktiv werden und aufgrund ihres genetischen Auftrages anfangen zu bewachen. Da kann es passieren, dass sie um 24 Uhr bellen, weil draußen ein unbekanntes Geräusch war. Ab 22 Uhr dürften sie aber nicht mehr bellen, da es dann Ruhestörung wäre. Von einem Menschen kann man erwarten, dass er seinen Fernseher auf Zimmerlautstärke stellt, aber woher soll der Hund wissen, dass es 22 Uhr ist und er nun nicht mehr bellen darf? Für ihn ist das entgegen seiner Natur. Andererseits nimmt der Mensch seine Fähigkeiten z. B. in der Menschenrettung an und dann darf er bellen, wenn er einen Mensch gefunden hat. Dennoch hat er ja nicht den Status eines Menschen, sondern ist ein Tier bzw. eine Sache.

Bei der Erziehung geht es mir um die menschlichen Maßstäbe, die sich mit der hündischen Erziehung nicht immer decken. Wenn ich höre:" Dein Hund kann sich nicht benehmen.", dann ist das eine menschliche Sichtweise. Aus Hundesicht ist es aber in dieser Situation ein ganz normales Verhalten z. B. Bellen. Was bitte ist schlimm am Bellen eines Hundes? Es ist für viele Menschen schlichtweg unangenehm oder zu laut, aber der Hund ist dann nicht erzogen oder sogar aggressiv. Das ist mMn Vermenschlichung.
 
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SandrA
26. Feb. 09:49
Nun eine Erziehung sowie Orientierung und Führung sind aus meiner Sicht notwendig um einen erfreuliches Zusammenleben mit Mensch und Hund zu ermöglichen. Selbst wenn das eine oder andere Verbot menschlich ist so ist es doch so dass der Hund und der Halter sich nun mal in einer menschlichen Gesellschaft bewegen, menschliche Nachbarn haben und nicht jeder diese Nachbarn ist ein Hundefreund. Ich bin absolut der Meinung dass Hunde"erzogen" sein müssen. Sie müssen lernen was man von ihnen erwartet und sie lernen es auch. Schließlich leben Mensch und Hund schon sehr lange gemeinsam und durch die große Anpassungsfähigkeit des Hundes ist ja dieses Zusammenleben überhaupt erst möglich geworden. Natürlich haben sich mit den Jahrtausenden die Anforderungen an Hunde geändert dennoch ist immer auch eine Anpassung notwendig. Ja es gibt Leute die meinen dass man Hunde insbesondere kleine Hunde- nicht erziehen müsse. Was dann herauskommt ist meist wenig erfreulich und der arme Hund kann nicht mal was dafür da er gar nicht weiß was er tun und was er lassen soll. Und nein ich möchte in meinem Haus keinen Hund zu Besuch haben der die Möbel anfrisst, auf Sofa und Teppich uriniert, meine Hunde drangsaliert. Solche Hunde haben bei mir Hausverbot! Hunde die gelernt haben sich halbwegs zu benehmen sind bei mir herzlich willkommen.
Ich glaube, ihr meint eigentlich unterschiedliche Dinge.

Babs hat – wenn ich sie richtig verstanden habe – nicht die Notwendigkeit von Erziehung in Frage gestellt, sondern eher diese gesellschaftliche Ambivalenz beschrieben. Einerseits werden Hunde emotional aufgeladen oder verniedlicht, andererseits sollen sie perfekt funktionieren. Ihr tierisches Wesen bleibt dabei aber auf der Strecke.

Erziehung und klare Regeln sind selbstverständlich - sonst wäre Zusammenleben kaum möglich.

Vermenschlichung droht auch für mich da, wo wir Verhalten moralisch aufladen („boshaft“, „manipulativ“, „tyrannisch“) oder wo wir Hunde gleichzeitig als Stofftiere und als „regelkonforme Bürger“ behandeln.

Es geht mMn also weniger um das Ob von Regeln, sondern eher um die Haltung dahinter.
 
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SandrA
26. Feb. 09:50
Darum geht es mir nicht. Natürlich sorge ich dafür, dass meine Hunde keine Probleme bekommen und sie lernen mit Stress ... umzugehen und sich sozial verhalten. Aber nicht, weil das die Gesellschaft erwartet, sondern zum Wohle meiner Hunde (insb. was ihre Gesundheit angeht). Was ich meine ist, dass das Umfeld erwartet, dass der Hund nach ihren Maßstäben erzogen. Und das sind menschliche Maßstäbe. Ich habe Hunde, die in der Dämmerung aktiv werden und aufgrund ihres genetischen Auftrages anfangen zu bewachen. Da kann es passieren, dass sie um 24 Uhr bellen, weil draußen ein unbekanntes Geräusch war. Ab 22 Uhr dürften sie aber nicht mehr bellen, da es dann Ruhestörung wäre. Von einem Menschen kann man erwarten, dass er seinen Fernseher auf Zimmerlautstärke stellt, aber woher soll der Hund wissen, dass es 22 Uhr ist und er nun nicht mehr bellen darf? Für ihn ist das entgegen seiner Natur. Andererseits nimmt der Mensch seine Fähigkeiten z. B. in der Menschenrettung an und dann darf er bellen, wenn er einen Mensch gefunden hat. Dennoch hat er ja nicht den Status eines Menschen, sondern ist ein Tier bzw. eine Sache. Bei der Erziehung geht es mir um die menschlichen Maßstäbe, die sich mit der hündischen Erziehung nicht immer decken. Wenn ich höre:" Dein Hund kann sich nicht benehmen.", dann ist das eine menschliche Sichtweise. Aus Hundesicht ist es aber in dieser Situation ein ganz normales Verhalten z. B. Bellen. Was bitte ist schlimm am Bellen eines Hundes? Es ist für viele Menschen schlichtweg unangenehm oder zu laut, aber der Hund ist dann nicht erzogen oder sogar aggressiv. Das ist mMn Vermenschlichung.
Da warst du schneller 😅 ich hoffe, ich habe dich richtig verstanden ☺️
 
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Babs
26. Feb. 09:51
Ich glaube, ihr meint eigentlich unterschiedliche Dinge. Babs hat – wenn ich sie richtig verstanden habe – nicht die Notwendigkeit von Erziehung in Frage gestellt, sondern eher diese gesellschaftliche Ambivalenz beschrieben. Einerseits werden Hunde emotional aufgeladen oder verniedlicht, andererseits sollen sie perfekt funktionieren. Ihr tierisches Wesen bleibt dabei aber auf der Strecke. Erziehung und klare Regeln sind selbstverständlich - sonst wäre Zusammenleben kaum möglich. Vermenschlichung droht auch für mich da, wo wir Verhalten moralisch aufladen („boshaft“, „manipulativ“, „tyrannisch“) oder wo wir Hunde gleichzeitig als Stofftiere und als „regelkonforme Bürger“ behandeln. Es geht mMn also weniger um das Ob von Regeln, sondern eher um die Haltung dahinter.
Danke 😊, ich hätte auf Deinen Kommentar warten sollen. Genau darauf wollte ich hinaus.