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Svenja
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heute 21:59

Stress bei Hunden durch Vermenschlichung?

Ich wage mich nun doch in die Höhle die Löwen und erstelle einen Thread. Ich hoffe, es gelingt, sich nicht persönlich angegriffen oder gekränkt zu fühlen und die eigene Meinung zu vertreten, ohne die mögliche Gegenseite abzuwerten. Was meiner Meinung nach dabei helfen kann, ist sich immer zu fragen, warum mich Kommentare so emotional machen. - Hat es etwas mit mir selber zu tun? - habe ich Erfahrungen mit dem Schreibenden und kann es sein, dass ich ihn deshalb in der neuen Situation vorverurteile? - Warum kann ich die Meinung des anderen nicht akzeptieren? Geht es wirklich um die Sache an sich oder um mich als Person? Das Thema Stress bei Hunden wird hier immer wieder thematisiert, was ich grundsätzlich echt gut finde. Mir fällt dabei aber oft auf, dass der größte Stressfaktor, nämlich Stress durch Überforderung, die aus Vermenschlichung resultiert, völlig übersehen wird. Hunde funktionieren anders als Menschen. Ist das jedem wirklich bewusst? - Was sind für euch die größten Stressauslöser? - Zeigen eure Hunde Verhaltensauffälligkeiten wie Reaktivitat oder Ängste, Aggressionen? Was ist für euch die Ursache? -Hören sie draußen im Freilauf auf euch? Oder laufen sie nie frei? Warum nicht? Ich fand dazu einen Artikel, der meine Sicht und Erfahrung dazu ganz gut wiedergibt. Ich möchte hier niemanden vorführen, anprangern oder angreifen. Niemand muss sich hier zu Wort melden, wenn er nicht offen für diese Reflektion ist. Zitat aus: https://www.odt.co.nz/star-news/star-lifestyle/pampered-pets-may-become-anxious-behaviourist-says Rena“ (nicht ihr richtiger Name) schläft auf Seidenkissen zwischen den Köpfen ihrer Besitzer, trinkt aus deren Wassergläsern und zerstört Haushaltsgegenstände wie Topfpflanzen und Kissen, wenn sie zu lange allein gelassen wird. Oft sitzt sie mit der Familie am Esstisch; wenn sie sich auf die Couch legt, rücken alle zusammen, um ihr mehr Platz zu geben. Ihr veganes, getreidebasiertes Futter (plus Leckerlis) kostet fast so viel wie der wöchentliche Supermarkteinkauf, ihre Tierarztkosten haben sich bereits auf Tausende von Dollar belaufen (Hüftprobleme) und ihre Besuche beim Hundefriseur sind teurer als ein Haarschnitt für einen Menschen. Sie besitzt eine ganze Garderobe. Die vierjährige schwarze Cockapoo-Hündin (eine Mischung aus Cocker Spaniel und Zwergpudel) ist zweifellos ein verwöhnter Hund. Aber sie ist damit keineswegs allein. Die Bevorzugung von Haustieren ist ein weltweites Phänomen, das sich während der Pandemie noch verstärkte, da Lockdowns einsame Menschen dazu veranlassten, sich Hunde als Begleiter anzuschaffen. Verschärft wurde dies durch den Trend, Designerhunde mit kindlichen Merkmalen (große Augen, kurze Nasen, runde Gesichter) zu züchten, die die Herzen der Menschen erobern sollen. Hinzu kommt ein zunehmendes Misstrauen gegenüber der Menschheit, wodurch Hunde als Freunde umso erstrebenswerter erscheinen. Hunde sind loyal, sie verurteilen uns nicht, und Studien belegen, dass sie die körperliche und seelische Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Besitzer verbessern. Daraus folgt dann sicherlich, dass sie im Gegenzug verwöhnt werden sollten. Das sieht die Hundeverhaltensforscherin und Autorin Selina McIntyre aus Matamata anders. Sie arbeitet seit fast 20 Jahren mit Hunden und ihren Besitzern und hat dabei alle Facetten der Mensch-Hund-Beziehung miterlebt. McIntyre liebt Hunde und hatte im Laufe ihres Lebens schon viele, darunter ihre beiden Border Terrier Trev und Lily („echte Charaktere, die zu kleinen Rabauken werden können, wenn sie nicht genug Auslauf bekommen“). Sie stimmt voll und ganz zu, dass Hunde zur Familie gehören und Menschen eine emotionale Bindung zu ihnen haben. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon. „Hunde sind Tiere. Sie gehören einer anderen Spezies an. Egal, wie niedlich sie auch aussehen mögen, sie bleiben Hunde. Wenn wir sie nicht als Hunde behandeln, tun wir ihnen Unrecht“, sagt sie. „Wenn wir annehmen, dass sie denken und handeln wie wir, sehen wir sie nur aus unserer eigenen Perspektive. Zu glauben, man mache seinen Hund glücklich, indem man ihm alle möglichen Leckerlis kauft und ihn im Bett schlafen lässt, bedeutet, ihn wie einen Menschen zu behandeln, was er definitiv nicht ist.“ Sie sagt, wenn Besitzer über die Bedürfnisse ihrer Hunde sprechen („Schau dir diese Augen an, wie könnte man ihm widerstehen?“), spiegeln sie damit oft ihre eigenen Bedürfnisse wider. Sie könnten einsam oder ängstlich sein oder Zuneigung und Schutz suchen. Manche sind vielleicht allein zu Hause, oder ein Partner arbeitet lange, sodass eine größere Abhängigkeit von einem vierbeinigen Begleiter entsteht. Wenn der Hund ihnen ständig von der Seite weicht, sagen sie vielleicht Dinge wie: „Sie ist sehr anhänglich“ oder „Er klebt förmlich an ihr“. Sie sagt jedoch, dass man Hunden niemals menschliche Formen, Verhaltensweisen und Emotionen zuschreiben oder ihnen die gleichen Rechte und Privilegien wie Menschen gewähren sollte. „Wenn einem Hund aufs Wort jeder Wunsch erfüllt wird, steigt sein sozialer Status über den seiner menschlichen Besitzer. Ein Hund, der mit den Menschen am Tisch isst, in ihrem Bett schläft oder sich auf der Sofalehne über dem Kopf seines Besitzers positioniert, fühlt sich privilegiert und gleicht eher dem König oder der Königin des Hauses. Physische Bevorzugung kann mit sozialer Bevorzugung einhergehen. Der Hund glaubt dann, er sei das wichtigste Lebewesen im Haus.“ Hoher Status bringt eine große Verantwortung mit sich. Laut McIntyre kann das bei Hunden zu übermäßiger Ängstlichkeit führen. „Verwöhnte Hunde schlafen möglicherweise mit einem Ohr gespitzt, um auf Bedrohungen zu achten. Sie fühlen sich ihren Besitzern jederzeit verantwortlich. Sie können große Trennungsangst entwickeln, wenn ihr Mensch den Raum oder das Haus verlässt. Diese Angst kann zu unaufhörlichem Bellen, Winseln, Zerstörung von Gegenständen oder Hin- und Herlaufen am Zaun führen, während sie auf die Rückkehr ihrer Besitzer warten.“ Hunde brauchen Zuneigung, keine Bewunderung, sagt sie. „Hunde müssen wissen, dass ihr Platz im Haus sicher ist, aber sie dürfen nicht das Gefühl haben, für ihre Besitzer verantwortlich sein zu müssen. Man kann ein Tier nicht immer nur aus menschlicher Sicht betrachten. Ein Hund ist eine andere Spezies. Es sind Tiere, um die wir uns kümmern, keine Babys, die wir erziehen.“ Selina McIntyres Tipps für die Bedürfnisse eines Hundes - Zweimal täglich Spaziergänge (auch mit kleinen Hunden) außerhalb Ihres Grundstücks - Sicherheit (das Gefühl, nicht für jede Bewegung seiner Besitzer verantwortlich zu sein) - Verständnis und Wertschätzung der Hundewelt, einschließlich der Art und Weise, wie Hunde in verschiedenen Situationen kommunizieren und sich verhalten - Sozialisierung (entscheidend in den ersten 16 Wochen), um „neue“ Situationen und eine Reihe unterschiedlicher Menschen und Umgebungen kennenzulernen. - Geistige Anregung, unter anderem durch Spiel - Zuneigung, nicht Bewunderung - Grenzen (was ist angemessenes und unangemessenes Verhalten?) - Die Freiheit, hundespezifische Verhaltensweisen wie Futtersuche und Erkundung auszuleben. - Zeit und Geduld, um neue Verhaltensweisen zu erlernen, insbesondere bei älteren Hunden - Wie ein Hund geschätzt zu werden.
 
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Steffi
22. Feb. 10:38
Zumindest kann ich dir sagen, warum das für mich so viel Sinn macht (unabhängig von meiner Erfahrung) Hunde (ehemals Wölfe) leben in Hierarchien. "Anführer" sind Elterntiere, die über Erfahrung und Souveränität ein Rudel erhalten können. Im Umkehrschluss tragen sie auch die Verantwortung. Ähnlich wie bei Menschen. Sie genießen die Privilegien, sich fortpflanzen zu dürfen, können vorrangig Beute fressen, managen das Rudel, indem sie Entscheidungen für es treffen, einschließlich der Bestimmung der Reiserouten, der Jagdstrategien und der Wahl des Rastplatzes. Darüber hinaus markieren Elterntiere das Revier und verteidigen es gegen fremde Wölfe und kontrollieren neben der Nahrung den Zugang zu wichtigen Ressourcen im Territorium. Hunde sind vielfältig und selbst innerhalb einer Rasse gibt es sehr verschiedene Persönlichkeiten. Sie sind unterschiedlich sozial, territorial, jagdlich usw. motiviert. Viele Hunde bleiben ein Leben lang unauffällig, weil sie mit Verwöhnung klar kommen und keinen Stress dadurch erleiden. Aber wenn Besitzer verteidigt werden, der Hund Besuch aggressiv angeht oder vor lauter Wachsamkeit nicht zur Ruhe kommt, dann kann das an seinem sozialen Status liegen, der ihn überfordert, weil er nicht in einer hündischen, sondern in einer menschlichen Welt lebt, die er nicht verstehen kann (warum laufen wir frontal an der Leine auf Artgenossen zu, warum kommen ständige Fremde in die "Höhle", warum gehen so oft Fremde am Grundstück vorbei, warum umarmen sich Menschen usw). Er kann aber lernen, sicher zu sein. Und das funktioniert nach dieser These nicht, in dem ich ihn verwöhne und ihm alles gebe, was er will (oder von dem ich denke was er braucht), sondern sein Verhalten und seine Herkunft und seine individuelle Persönlichkeit realisiere und ihn wie ein Tier behandele. Mit Zuneigung, aber nicht mit Bewunderung.
Meiner Meinung nach sind die Gefühle, die man für seinen Hund empfindet, schwer steuerbar, d.h. wenn ich Liebe empfinde und auch Bewunderung aufgrund der vielfältigen und anderen Fähigkeiten, die der Hund hat, ist das menschlich und nicht so einfach abzustellen. Das ist auch ok. Was steuerbar ist, ist mein Verhalten. Liebe und Bewunderung müssen und sollten nicht in Vermenschlichung des Tieres münden.
 
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Lisa-Eileen
22. Feb. 10:51
Kann dem geschriebenen nur zustimmen so händel ich es möglichst auch.
Oft werde ich dafür dann noch angefeindet und dann kommen die Leute mit ihrer Vermenschlichung.🥲
Aber grade dadurch das ich ihn als das nehme und behandle was er ist haben wir eine umso dickere Bindung und Vertrauen miteinander.
Ich find vieles hündische sogar viel angenehmer und muss bei Menschen immer wieder aufpassen mich dann da wieder anzupassen.🤣😅
 
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Lisa-Eileen
22. Feb. 11:00
Ein brandaktuelles Thema bei uns☝️ Das Buch „Frust lass nach“ steht schon im Regal 😅. Mit meiner jungen Hündin merke ich aktuell, wie schnell Erregung hochschießt und wie wenig das mit „Wollen“ oder „Nicht-Wollen“ zu tun hat. Da geht es eben nicht um Ungehorsam, sondern um ein Nervensystem, das Reize noch nicht ausreichend verarbeiten kann. Bei meinem Rüden hat sich so viel verändert, seit ich nicht mehr seine „Ausbildung“ im Fokus habe - seit ich weniger frage „Wie bekomme ich Verhalten xy weg?“ sondern mehr hinschaue „In welchem Erregungszustand befindet er sich gerade?“, hat sich unsere Beziehung sehr vertieft. Ich verstehe ihn besser und ich habe den Eindruck, er spürt das sehr genau. Für mich wurde mit der Zeit immer deutlicher, dass Stressarbeit nicht bedeutet, Reize zu vermeiden oder Verhalten zu deckeln, sondern Kapazität aufzubauen und Orientierung unter Erregung möglich zu machen. Und außerdem Management klar von Training zu unterscheiden. Stress begegne ich bei meinen Hunden deshalb zunehmend nicht mit mehr Technik, sondern mit einem besseren Verständnis von Regulation.
Kann ich so nur unterschreiben.
Ich hab früher oft versucht mit Training Probleme zu lösen, bis zu nem gewissen Grad gings natürlich weil er dadurch mehr Rahmen und Führung bekam, aber vor ner Woche ca ist sein Verhalten total eskaliert (plötzlich schreckhaft, extrem außenorientiert und mir gegenüber grundlos ängstlich in Situationen).
Sobald die Leine dran war oder wir drinnen waren war alles wieder tutti.
Ich dachte erst sowas wie er hört nicht oder so, was sich aber auch nicht richtig anfühlte weil ich weiß ja das er eigentlich top erzogen und ausgebildet ist und alles auch gut gefestigt ist, das irritierte mich total.
Habs dann durch ChatGPT gejagt und es hat mir alles aufgeschlüsselt und die Zusammenhänge erklärt.
Wir machen jetzt grad ganz viel nur um sein Nervensystem wieder zu regulieren und es hat direkt viel besser alles wieder geklappt.
Er war an mir orientiert und wieder motiviert bei mir und das alles ohne das ich was sagen musste ganz von selbst.
Da merkte ich wieder wie krass es was ausmacht wenn das Nervensystem einfach völlig dysreguliert ist.
Bis wir seine Schmerzen jetzt wieder im Griff haben und er sich wieder selbst regulieren kann bleibt er jetzt an der Leine, das scheint ihm Sicherheit zu geben.
Ich wusste halt auch nicht wie man regulieren kann, das war jetzt das fehlende Puzzleteil nach dem ich so lange gesucht habe.
Ich denke jetzt wirds auch dann stabil werden und nicht wieder zu so Rückfällen kommen.
Seit ChatGPT mir das alles erklärte und eben sagte wie ich ihn regulieren und unterstützen kann fühlt sich unsere Bindung auch so viel tiefer an, obwohl sie schon immer stark war.
Wir sind einfach 2 überreizte Nervensysteme, unsere Beziehung war nie kaputt.
Das war so heilsam und hilft mir auch extremst nicht mehr so gereizt zu werden sondern entspannt und verständnisvoll damit umgehen zu können.
 
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Steffi
22. Feb. 11:03
Meiner Meinung nach sind die Gefühle, die man für seinen Hund empfindet, schwer steuerbar, d.h. wenn ich Liebe empfinde und auch Bewunderung aufgrund der vielfältigen und anderen Fähigkeiten, die der Hund hat, ist das menschlich und nicht so einfach abzustellen. Das ist auch ok. Was steuerbar ist, ist mein Verhalten. Liebe und Bewunderung müssen und sollten nicht in Vermenschlichung des Tieres münden.
Mal ein kleines Beispiel. Unsere Hüte-Lumi schläft bei uns im Schlafzimmer. Letzte Nacht hatte mein Sohn einen Albtraum und wollte bei mir schlafen. Mein Mann ist ins Teenie-Zimmer gewechselt. Heute morgen hat er sich dann total überschwänglich gefreut, dass Lumi ihn - für meine Begriffe schon leicht maßregelnd- begrüßt hat..Ja meine Süße, wie schön dass Du mich gleich so vermisst🙄😅..
Sie hütet uns..meckert auch immer kurz, wenn Familienmitglieder das Haus verlassen, versucht den winzigen Garten zu checken, bevor jemand aus der Familie rausgeht...
Wie man raushört, wird das in unserer Familie unterschiedlich bewertet und auch unterschiedlich reagiert..
 
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Lisa-Eileen
22. Feb. 11:06
Hallo Steffi, nimm es als eine These, die ich gerne diskutieren möchte. Viele Verhaltensforscher, z.B. die, die ich zitiert habe, und langjährige Trainer vertreten sie. Da ich gerade mit den Hunden unterwegs bin, kann ich gerade nicht die Studienlage checken, hole ich aber gern nach. Und ich bin übrigens nicht der Meinung, ein Hund, der im Bett schläft, strebt nach der Weltherrschaft. Es geht explizit NICHT um Dominanz etc, sondern darum, wo Vermenschlichung anfängt und wo und vor allem warum sie Hunden schadet.
Ich würd mal sagen bei dem Bettthema gehts eher um Bestimmen, Resourcenverwaltung.
Es ist ja ein Unterschied ob jetzt die Oma Hildetrud ihren kleinen Prinzen machen lässt was er will und er alles bestimmen darf (aus Hundesicht muss) und daher voll die Verantwortung auf den Schultern trägt oder ob man selbst bestimmt und Grenzen setzt und setzen kann/ darf die vom Hund ohne Murren akzeptiert und angenommen werden.
So Rocket zb darf bei mir grundsätzlich immer auf Couch und ins Bett usw, ich kann ihn aber auch jederzeit runter oder wegschicken und zwischen uns ist geklärt das ich bestimme und verwalte und nicht er.
Daher ist er zuhause auch total tiefenentspannt.
 
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Lisa-Eileen
22. Feb. 11:07
Ich finde die letzten letzten Punkte von Mc Intyres sehr wichtig und es ist für mich immer mehr die Frage zentral: Wie sehr ist den Menschen der gesunde Hausverstand verloren gegangen? All das müsste doch selbstverständlich und logisch sein! Und dann sehe ich *die Videos auf Social Media, wo Hundeverhalten mit Comicstimmen untermalt und in einen menschlichen Kontext eingerahmt wird. *sich Menschen als Mama oder Papa des Hundes definieren und nicht einfach als Mensch an seiner Seite. *all die Accessoire-Gegenstände, die den Hund an sich erhöhen: Bella, meine Prinzessin. Und, gleichzeitig ganz viele Menschen, die nicht mit ihrem Hund draußen die Welt erleben, sondern am Telefon hängen während der Hund sein Ding macht. Aber auch das andere Phänomen unter dem menschlichen Missverständnis der Auslastung: Die Überbeschäftigung, auch nicht besser! Es ist in meinem Augen eine aus den Fugen geratene Welt, die ganz weit weg gerückt ist von einem natürlichen und gesunden Umgang mit den Hunden und der Natur im Allgemeinen. Und ja, das löst Stress in den Tieren aus: Wenn wir sie vermenschlichen und in Folge dessen auch nicht korrekt lesen und sie dann in Situationen bringen, die grenzwertig sind, bedeutet das für das Tier in der Regel Stress mit allen lesbaren Signalen. Von dem Züngeln über die Nase in den oben erwähnten Social Media Postings, bis hin zur Eskalation an der Leine, weil draußen König sein halt nicht geht, bis zu Menschen, die auf der Hundewiese stehen und es ganz toll finden, wie die spielen obwohl ganz deutlich einer halt der Gejagte und die Beute ist.
Genau das.👌🏻
 
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Lisa-Eileen
22. Feb. 11:12
Zumindest kann ich dir sagen, warum das für mich so viel Sinn macht (unabhängig von meiner Erfahrung) Hunde (ehemals Wölfe) leben in Hierarchien. "Anführer" sind Elterntiere, die über Erfahrung und Souveränität ein Rudel erhalten können. Im Umkehrschluss tragen sie auch die Verantwortung. Ähnlich wie bei Menschen. Sie genießen die Privilegien, sich fortpflanzen zu dürfen, können vorrangig Beute fressen, managen das Rudel, indem sie Entscheidungen für es treffen, einschließlich der Bestimmung der Reiserouten, der Jagdstrategien und der Wahl des Rastplatzes. Darüber hinaus markieren Elterntiere das Revier und verteidigen es gegen fremde Wölfe und kontrollieren neben der Nahrung den Zugang zu wichtigen Ressourcen im Territorium. Hunde sind vielfältig und selbst innerhalb einer Rasse gibt es sehr verschiedene Persönlichkeiten. Sie sind unterschiedlich sozial, territorial, jagdlich usw. motiviert. Viele Hunde bleiben ein Leben lang unauffällig, weil sie mit Verwöhnung klar kommen und keinen Stress dadurch erleiden. Aber wenn Besitzer verteidigt werden, der Hund Besuch aggressiv angeht oder vor lauter Wachsamkeit nicht zur Ruhe kommt, dann kann das an seinem sozialen Status liegen, der ihn überfordert, weil er nicht in einer hündischen, sondern in einer menschlichen Welt lebt, die er nicht verstehen kann (warum laufen wir frontal an der Leine auf Artgenossen zu, warum kommen ständige Fremde in die "Höhle", warum gehen so oft Fremde am Grundstück vorbei, warum umarmen sich Menschen usw). Er kann aber lernen, sicher zu sein. Und das funktioniert nach dieser These nicht, in dem ich ihn verwöhne und ihm alles gebe, was er will (oder von dem ich denke was er braucht), sondern sein Verhalten und seine Herkunft und seine individuelle Persönlichkeit realisiere und ihn wie ein Tier behandele. Mit Zuneigung, aber nicht mit Bewunderung.
Das mit den Hierarchien wie du es beschreibst ist allerdings veraltet und Hunde ticken auch nicht mehr so wie Wölfe.
Die Doguniversity hatte da mal n gutes Video und das erklärt und beschrieben, weiß grad nicht mehr in welchem Vortrag das war.
Es gibt keine feste Rangfolge oä, es ist wie bei Pferden auch eher eine Gruppe wo individuell jeder zueinander einen höheren oder niedrigeren Status hat und jeder hat so seine Aufgaben und arbeitet miteinander.
Dog Life Coaching hatte das mal gut erklärt mit Grafiken und Videos von Begegnungen.
 
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Svenja
22. Feb. 11:14
Ich würd mal sagen bei dem Bettthema gehts eher um Bestimmen, Resourcenverwaltung. Es ist ja ein Unterschied ob jetzt die Oma Hildetrud ihren kleinen Prinzen machen lässt was er will und er alles bestimmen darf (aus Hundesicht muss) und daher voll die Verantwortung auf den Schultern trägt oder ob man selbst bestimmt und Grenzen setzt und setzen kann/ darf die vom Hund ohne Murren akzeptiert und angenommen werden. So Rocket zb darf bei mir grundsätzlich immer auf Couch und ins Bett usw, ich kann ihn aber auch jederzeit runter oder wegschicken und zwischen uns ist geklärt das ich bestimme und verwalte und nicht er. Daher ist er zuhause auch total tiefenentspannt.
Genua, es geht um Extreme, dass ein Hund im Bett kein Problem darstellt, habe ich zu Anfang schon geschrieben.
 
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Svenja
22. Feb. 11:17
Das mit den Hierarchien wie du es beschreibst ist allerdings veraltet und Hunde ticken auch nicht mehr so wie Wölfe. Die Doguniversity hatte da mal n gutes Video und das erklärt und beschrieben, weiß grad nicht mehr in welchem Vortrag das war. Es gibt keine feste Rangfolge oä, es ist wie bei Pferden auch eher eine Gruppe wo individuell jeder zueinander einen höheren oder niedrigeren Status hat und jeder hat so seine Aufgaben und arbeitet miteinander. Dog Life Coaching hatte das mal gut erklärt mit Grafiken und Videos von Begegnungen.
Ich weiß, was du meinst, ich selber lebe seit fast 20 Jahren in Hunde Gruppen und beobachte täglich, dass Status nicht statisch ist, sondern situationsbezogen, trotzdem sind Hunde keine Demokraten und die, die höheren Sozialstatus haben, schützen auch die Gruppe. Es geht hier nicht um Dominanz Theorien, sondern um Verantwortung. Dass es DEN Alpha usw. nicht gibt, sollte jeder verstanden haben 😅
 
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Svenja
22. Feb. 11:25
Ich weiß, was du meinst, ich selber lebe seit fast 20 Jahren in Hunde Gruppen und beobachte täglich, dass Status nicht statisch ist, sondern situationsbezogen, trotzdem sind Hunde keine Demokraten und die, die höheren Sozialstatus haben, schützen auch die Gruppe. Es geht hier nicht um Dominanz Theorien, sondern um Verantwortung. Dass es DEN Alpha usw. nicht gibt, sollte jeder verstanden haben 😅
Ich will auch überhaupt nicht darauf hinaus, dass ich meinen Hund dominieren muss oder der Rudel Führer sein oder den Raum ständig verwalten muss oder sämtliche Ressourcen.
Ich möchte nur wissen, wie diese These, dass Vermenschlichung im Sinne von unbegrenzten Privilegien (Ressourcen, ständige Aufmerksamkeit, keine Grenzen und Regeln usw.) einige Hundetypen massiv überfordert, andere sehen und was sie denken, warum. Oder ob sie - wie ich - vielleicht sogar schon die Erfahrung gemacht haben, wie sehr ein reaktiver, aggressiver Hund davon profitieren kann, diese Privilegien zurück zu fahren.
Nicht um zu verhindern, dass er die Weltherrschaft erlangt, sondern um ihn zu entlasten.