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Svenja
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heute 19:45

Stress bei Hunden durch Vermenschlichung?

Ich wage mich nun doch in die Höhle die Löwen und erstelle einen Thread. Ich hoffe, es gelingt, sich nicht persönlich angegriffen oder gekränkt zu fühlen und die eigene Meinung zu vertreten, ohne die mögliche Gegenseite abzuwerten. Was meiner Meinung nach dabei helfen kann, ist sich immer zu fragen, warum mich Kommentare so emotional machen. - Hat es etwas mit mir selber zu tun? - habe ich Erfahrungen mit dem Schreibenden und kann es sein, dass ich ihn deshalb in der neuen Situation vorverurteile? - Warum kann ich die Meinung des anderen nicht akzeptieren? Geht es wirklich um die Sache an sich oder um mich als Person? Das Thema Stress bei Hunden wird hier immer wieder thematisiert, was ich grundsätzlich echt gut finde. Mir fällt dabei aber oft auf, dass der größte Stressfaktor, nämlich Stress durch Überforderung, die aus Vermenschlichung resultiert, völlig übersehen wird. Hunde funktionieren anders als Menschen. Ist das jedem wirklich bewusst? - Was sind für euch die größten Stressauslöser? - Zeigen eure Hunde Verhaltensauffälligkeiten wie Reaktivitat oder Ängste, Aggressionen? Was ist für euch die Ursache? -Hören sie draußen im Freilauf auf euch? Oder laufen sie nie frei? Warum nicht? Ich fand dazu einen Artikel, der meine Sicht und Erfahrung dazu ganz gut wiedergibt. Ich möchte hier niemanden vorführen, anprangern oder angreifen. Niemand muss sich hier zu Wort melden, wenn er nicht offen für diese Reflektion ist. Zitat aus: https://www.odt.co.nz/star-news/star-lifestyle/pampered-pets-may-become-anxious-behaviourist-says Rena“ (nicht ihr richtiger Name) schläft auf Seidenkissen zwischen den Köpfen ihrer Besitzer, trinkt aus deren Wassergläsern und zerstört Haushaltsgegenstände wie Topfpflanzen und Kissen, wenn sie zu lange allein gelassen wird. Oft sitzt sie mit der Familie am Esstisch; wenn sie sich auf die Couch legt, rücken alle zusammen, um ihr mehr Platz zu geben. Ihr veganes, getreidebasiertes Futter (plus Leckerlis) kostet fast so viel wie der wöchentliche Supermarkteinkauf, ihre Tierarztkosten haben sich bereits auf Tausende von Dollar belaufen (Hüftprobleme) und ihre Besuche beim Hundefriseur sind teurer als ein Haarschnitt für einen Menschen. Sie besitzt eine ganze Garderobe. Die vierjährige schwarze Cockapoo-Hündin (eine Mischung aus Cocker Spaniel und Zwergpudel) ist zweifellos ein verwöhnter Hund. Aber sie ist damit keineswegs allein. Die Bevorzugung von Haustieren ist ein weltweites Phänomen, das sich während der Pandemie noch verstärkte, da Lockdowns einsame Menschen dazu veranlassten, sich Hunde als Begleiter anzuschaffen. Verschärft wurde dies durch den Trend, Designerhunde mit kindlichen Merkmalen (große Augen, kurze Nasen, runde Gesichter) zu züchten, die die Herzen der Menschen erobern sollen. Hinzu kommt ein zunehmendes Misstrauen gegenüber der Menschheit, wodurch Hunde als Freunde umso erstrebenswerter erscheinen. Hunde sind loyal, sie verurteilen uns nicht, und Studien belegen, dass sie die körperliche und seelische Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Besitzer verbessern. Daraus folgt dann sicherlich, dass sie im Gegenzug verwöhnt werden sollten. Das sieht die Hundeverhaltensforscherin und Autorin Selina McIntyre aus Matamata anders. Sie arbeitet seit fast 20 Jahren mit Hunden und ihren Besitzern und hat dabei alle Facetten der Mensch-Hund-Beziehung miterlebt. McIntyre liebt Hunde und hatte im Laufe ihres Lebens schon viele, darunter ihre beiden Border Terrier Trev und Lily („echte Charaktere, die zu kleinen Rabauken werden können, wenn sie nicht genug Auslauf bekommen“). Sie stimmt voll und ganz zu, dass Hunde zur Familie gehören und Menschen eine emotionale Bindung zu ihnen haben. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon. „Hunde sind Tiere. Sie gehören einer anderen Spezies an. Egal, wie niedlich sie auch aussehen mögen, sie bleiben Hunde. Wenn wir sie nicht als Hunde behandeln, tun wir ihnen Unrecht“, sagt sie. „Wenn wir annehmen, dass sie denken und handeln wie wir, sehen wir sie nur aus unserer eigenen Perspektive. Zu glauben, man mache seinen Hund glücklich, indem man ihm alle möglichen Leckerlis kauft und ihn im Bett schlafen lässt, bedeutet, ihn wie einen Menschen zu behandeln, was er definitiv nicht ist.“ Sie sagt, wenn Besitzer über die Bedürfnisse ihrer Hunde sprechen („Schau dir diese Augen an, wie könnte man ihm widerstehen?“), spiegeln sie damit oft ihre eigenen Bedürfnisse wider. Sie könnten einsam oder ängstlich sein oder Zuneigung und Schutz suchen. Manche sind vielleicht allein zu Hause, oder ein Partner arbeitet lange, sodass eine größere Abhängigkeit von einem vierbeinigen Begleiter entsteht. Wenn der Hund ihnen ständig von der Seite weicht, sagen sie vielleicht Dinge wie: „Sie ist sehr anhänglich“ oder „Er klebt förmlich an ihr“. Sie sagt jedoch, dass man Hunden niemals menschliche Formen, Verhaltensweisen und Emotionen zuschreiben oder ihnen die gleichen Rechte und Privilegien wie Menschen gewähren sollte. „Wenn einem Hund aufs Wort jeder Wunsch erfüllt wird, steigt sein sozialer Status über den seiner menschlichen Besitzer. Ein Hund, der mit den Menschen am Tisch isst, in ihrem Bett schläft oder sich auf der Sofalehne über dem Kopf seines Besitzers positioniert, fühlt sich privilegiert und gleicht eher dem König oder der Königin des Hauses. Physische Bevorzugung kann mit sozialer Bevorzugung einhergehen. Der Hund glaubt dann, er sei das wichtigste Lebewesen im Haus.“ Hoher Status bringt eine große Verantwortung mit sich. Laut McIntyre kann das bei Hunden zu übermäßiger Ängstlichkeit führen. „Verwöhnte Hunde schlafen möglicherweise mit einem Ohr gespitzt, um auf Bedrohungen zu achten. Sie fühlen sich ihren Besitzern jederzeit verantwortlich. Sie können große Trennungsangst entwickeln, wenn ihr Mensch den Raum oder das Haus verlässt. Diese Angst kann zu unaufhörlichem Bellen, Winseln, Zerstörung von Gegenständen oder Hin- und Herlaufen am Zaun führen, während sie auf die Rückkehr ihrer Besitzer warten.“ Hunde brauchen Zuneigung, keine Bewunderung, sagt sie. „Hunde müssen wissen, dass ihr Platz im Haus sicher ist, aber sie dürfen nicht das Gefühl haben, für ihre Besitzer verantwortlich sein zu müssen. Man kann ein Tier nicht immer nur aus menschlicher Sicht betrachten. Ein Hund ist eine andere Spezies. Es sind Tiere, um die wir uns kümmern, keine Babys, die wir erziehen.“ Selina McIntyres Tipps für die Bedürfnisse eines Hundes - Zweimal täglich Spaziergänge (auch mit kleinen Hunden) außerhalb Ihres Grundstücks - Sicherheit (das Gefühl, nicht für jede Bewegung seiner Besitzer verantwortlich zu sein) - Verständnis und Wertschätzung der Hundewelt, einschließlich der Art und Weise, wie Hunde in verschiedenen Situationen kommunizieren und sich verhalten - Sozialisierung (entscheidend in den ersten 16 Wochen), um „neue“ Situationen und eine Reihe unterschiedlicher Menschen und Umgebungen kennenzulernen. - Geistige Anregung, unter anderem durch Spiel - Zuneigung, nicht Bewunderung - Grenzen (was ist angemessenes und unangemessenes Verhalten?) - Die Freiheit, hundespezifische Verhaltensweisen wie Futtersuche und Erkundung auszuleben. - Zeit und Geduld, um neue Verhaltensweisen zu erlernen, insbesondere bei älteren Hunden - Wie ein Hund geschätzt zu werden.
 
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SandrA
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22. Feb. 08:01
Ein brandaktuelles Thema bei uns☝️
Das Buch „Frust lass nach“ steht schon im Regal 😅.

Mit meiner jungen Hündin merke ich aktuell, wie schnell Erregung hochschießt und wie wenig das mit „Wollen“ oder „Nicht-Wollen“ zu tun hat. Da geht es eben nicht um Ungehorsam, sondern um ein Nervensystem, das Reize noch nicht ausreichend verarbeiten kann.

Bei meinem Rüden hat sich so viel verändert, seit ich nicht mehr seine „Ausbildung“ im Fokus habe - seit ich weniger frage „Wie bekomme ich Verhalten xy weg?“ sondern mehr hinschaue „In welchem Erregungszustand befindet er sich gerade?“, hat sich unsere Beziehung sehr vertieft. Ich verstehe ihn besser und ich habe den Eindruck, er spürt das sehr genau.

Für mich wurde mit der Zeit immer deutlicher, dass Stressarbeit nicht bedeutet, Reize zu vermeiden oder Verhalten zu deckeln, sondern Kapazität aufzubauen und Orientierung unter Erregung möglich zu machen. Und außerdem Management klar von Training zu unterscheiden.

Stress begegne ich bei meinen Hunden deshalb zunehmend nicht mit mehr Technik, sondern mit einem besseren Verständnis von Regulation.
 
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SandrA
22. Feb. 08:01
Ein brandaktuelles Thema bei uns☝️
Das Buch „Frust lass nach“ steht schon im Regal 😅.

Mit meiner jungen Hündin merke ich aktuell, wie schnell Erregung hochschießt und wie wenig das mit „Wollen“ oder „Nicht-Wollen“ zu tun hat. Da geht es eben nicht um Ungehorsam, sondern um ein Nervensystem, das Reize noch nicht ausreichend verarbeiten kann.

Bei meinem Rüden hat sich so viel verändert, seit ich nicht mehr seine „Ausbildung“ im Fokus habe - seit ich weniger frage „Wie bekomme ich Verhalten xy weg?“ sondern mehr hinschaue „In welchem Erregungszustand befindet er sich gerade?“, hat sich unsere Beziehung sehr vertieft. Ich verstehe ihn besser und ich habe den Eindruck, er spürt das sehr genau.

Für mich wurde mit der Zeit immer deutlicher, dass Stressarbeit nicht bedeutet, Reize zu vermeiden oder Verhalten zu deckeln, sondern Kapazität aufzubauen und Orientierung unter Erregung möglich zu machen. Und außerdem Management klar von Training zu unterscheiden.

Stress begegne ich bei meinen Hunden deshalb zunehmend nicht mit mehr Technik, sondern mit einem besseren Verständnis von Regulation.
 
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Li
22. Feb. 08:18
Ein brandaktuelles Thema bei uns☝️ Das Buch „Frust lass nach“ steht schon im Regal 😅. Mit meiner jungen Hündin merke ich aktuell, wie schnell Erregung hochschießt und wie wenig das mit „Wollen“ oder „Nicht-Wollen“ zu tun hat. Da geht es eben nicht um Ungehorsam, sondern um ein Nervensystem, das Reize noch nicht ausreichend verarbeiten kann. Bei meinem Rüden hat sich so viel verändert, seit ich nicht mehr seine „Ausbildung“ im Fokus habe - seit ich weniger frage „Wie bekomme ich Verhalten xy weg?“ sondern mehr hinschaue „In welchem Erregungszustand befindet er sich gerade?“, hat sich unsere Beziehung sehr vertieft. Ich verstehe ihn besser und ich habe den Eindruck, er spürt das sehr genau. Für mich wurde mit der Zeit immer deutlicher, dass Stressarbeit nicht bedeutet, Reize zu vermeiden oder Verhalten zu deckeln, sondern Kapazität aufzubauen und Orientierung unter Erregung möglich zu machen. Und außerdem Management klar von Training zu unterscheiden. Stress begegne ich bei meinen Hunden deshalb zunehmend nicht mit mehr Technik, sondern mit einem besseren Verständnis von Regulation.
Sehr schön geschrieben. 👌
 
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Svenja
22. Feb. 08:28
Ein brandaktuelles Thema bei uns☝️ Das Buch „Frust lass nach“ steht schon im Regal 😅. Mit meiner jungen Hündin merke ich aktuell, wie schnell Erregung hochschießt und wie wenig das mit „Wollen“ oder „Nicht-Wollen“ zu tun hat. Da geht es eben nicht um Ungehorsam, sondern um ein Nervensystem, das Reize noch nicht ausreichend verarbeiten kann. Bei meinem Rüden hat sich so viel verändert, seit ich nicht mehr seine „Ausbildung“ im Fokus habe - seit ich weniger frage „Wie bekomme ich Verhalten xy weg?“ sondern mehr hinschaue „In welchem Erregungszustand befindet er sich gerade?“, hat sich unsere Beziehung sehr vertieft. Ich verstehe ihn besser und ich habe den Eindruck, er spürt das sehr genau. Für mich wurde mit der Zeit immer deutlicher, dass Stressarbeit nicht bedeutet, Reize zu vermeiden oder Verhalten zu deckeln, sondern Kapazität aufzubauen und Orientierung unter Erregung möglich zu machen. Und außerdem Management klar von Training zu unterscheiden. Stress begegne ich bei meinen Hunden deshalb zunehmend nicht mit mehr Technik, sondern mit einem besseren Verständnis von Regulation.
Kannst du schreiben, wie es dir gelingt, Kapazitäten aufzubauen und Orientierung unter Erregung möglich zu machen?
Ist es für dich nachvollziehbar oder abwegig, dass viele Privilegien und vermenschlichendes Verwöhnen einen hohen sozialen Status implizieren, der damit Verantwortung für die Gruppe mit sich bringt und dadurch gewisse Hundetypen überfordert? Mir geht es ganz unabhängig von Training oder Gehorsam (du hast den Begriff ins Spiel gebracht und ich habe Sorge, mein Thema könnte falsch verstanden werden) darum, zu verstehen, wie hündisches Sozialverhalten und "Denken" sich von menschlichem unterscheidet.
 
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Jochen
22. Feb. 08:42
Kannst du schreiben, wie es dir gelingt, Kapazitäten aufzubauen und Orientierung unter Erregung möglich zu machen? Ist es für dich nachvollziehbar oder abwegig, dass viele Privilegien und vermenschlichendes Verwöhnen einen hohen sozialen Status implizieren, der damit Verantwortung für die Gruppe mit sich bringt und dadurch gewisse Hundetypen überfordert? Mir geht es ganz unabhängig von Training oder Gehorsam (du hast den Begriff ins Spiel gebracht und ich habe Sorge, mein Thema könnte falsch verstanden werden) darum, zu verstehen, wie hündisches Sozialverhalten und "Denken" sich von menschlichem unterscheidet.
„ich habe Sorge, mein Thema könnte falsch verstanden werden) darum, zu verstehen, wie hündisches Sozialverhalten und "Denken" sich von menschlichem unterscheidet.“

Dann würde ich den Titel ändern, Stress ist ja ein weites Feld und resultiert nicht nur aus Vermenschlichung.
 
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Steffi
22. Feb. 08:42
Hallo Svenja, ist der Punkt
"aus menschlicher Sicht sehr verwöhnter Hund = impliziert beim Hund einen hohen Status in der Gruppe mit einhergehender zu übernehmender Verantwortung" denn eine These? Oder ist dieser Zusammenhang belegt? Ich kenne mich ehrlich gesagt für eine fundierte Meinung dazu zu wenig aus.
 
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Svenja
22. Feb. 08:44
„ich habe Sorge, mein Thema könnte falsch verstanden werden) darum, zu verstehen, wie hündisches Sozialverhalten und "Denken" sich von menschlichem unterscheidet.“ Dann würde ich den Titel ändern, Stress ist ja ein weites Feld und resultiert nicht nur aus Vermenschlichung.
Denke ich drüber nach, danke für den Einwand.
 
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Svenja
22. Feb. 08:48
Hallo Svenja, ist der Punkt "aus menschlicher Sicht sehr verwöhnter Hund = impliziert beim Hund einen hohen Status in der Gruppe mit einhergehender zu übernehmender Verantwortung" denn eine These? Oder ist dieser Zusammenhang belegt? Ich kenne mich ehrlich gesagt für eine fundierte Meinung dazu zu wenig aus.
Hallo Steffi, nimm es als eine These, die ich gerne diskutieren möchte.
Viele Verhaltensforscher, z.B. die, die ich zitiert habe, und langjährige Trainer vertreten sie. Da ich gerade mit den Hunden unterwegs bin, kann ich gerade nicht die Studienlage checken, hole ich aber gern nach.
Und ich bin übrigens nicht der Meinung, ein Hund, der im Bett schläft, strebt nach der Weltherrschaft. Es geht explizit NICHT um Dominanz etc, sondern darum, wo Vermenschlichung anfängt und wo und vor allem warum sie Hunden schadet.
 
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Svenja
22. Feb. 08:50
Denke ich drüber nach, danke für den Einwand.
Erledigt
 
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C
22. Feb. 09:25
Ich finde die letzten letzten Punkte von Mc Intyres sehr wichtig und es ist für mich immer mehr die Frage zentral: Wie sehr ist den Menschen der gesunde Hausverstand verloren gegangen? All das müsste doch selbstverständlich und logisch sein!

Und dann sehe ich

*die Videos auf Social Media, wo Hundeverhalten mit Comicstimmen untermalt und in einen menschlichen Kontext eingerahmt wird.

*sich Menschen als Mama oder Papa des Hundes definieren und nicht einfach als Mensch an seiner Seite.

*all die Accessoire-Gegenstände, die den Hund an sich erhöhen: Bella, meine Prinzessin.

Und, gleichzeitig ganz viele Menschen, die nicht mit ihrem Hund draußen die Welt erleben, sondern am Telefon hängen während der Hund sein Ding macht.

Aber auch das andere Phänomen unter dem menschlichen Missverständnis der Auslastung: Die Überbeschäftigung, auch nicht besser!

Es ist in meinem Augen eine aus den Fugen geratene Welt, die ganz weit weg gerückt ist von einem natürlichen und gesunden Umgang mit den Hunden und der Natur im Allgemeinen.

Und ja, das löst Stress in den Tieren aus: Wenn wir sie vermenschlichen und in Folge dessen auch nicht korrekt lesen und sie dann in Situationen bringen, die grenzwertig sind, bedeutet das für das Tier in der Regel Stress mit allen lesbaren Signalen. Von dem Züngeln über die Nase in den oben erwähnten Social Media Postings, bis hin zur Eskalation an der Leine, weil draußen König sein halt nicht geht, bis zu Menschen, die auf der Hundewiese stehen und es ganz toll finden, wie die spielen obwohl ganz deutlich einer halt der Gejagte und die Beute ist.
 
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Svenja
22. Feb. 09:38
Hallo Svenja, ist der Punkt "aus menschlicher Sicht sehr verwöhnter Hund = impliziert beim Hund einen hohen Status in der Gruppe mit einhergehender zu übernehmender Verantwortung" denn eine These? Oder ist dieser Zusammenhang belegt? Ich kenne mich ehrlich gesagt für eine fundierte Meinung dazu zu wenig aus.
Zumindest kann ich dir sagen, warum das für mich so viel Sinn macht (unabhängig von meiner Erfahrung)
Hunde (ehemals Wölfe) leben in Hierarchien.
"Anführer" sind Elterntiere, die über Erfahrung und Souveränität ein Rudel erhalten können.
Im Umkehrschluss tragen sie auch die Verantwortung. Ähnlich wie bei Menschen. Sie genießen die Privilegien, sich fortpflanzen zu dürfen, können vorrangig Beute fressen, managen das Rudel, indem sie Entscheidungen für es treffen, einschließlich der Bestimmung der Reiserouten, der Jagdstrategien und der Wahl des Rastplatzes.
Darüber hinaus markieren Elterntiere das Revier und verteidigen es gegen fremde Wölfe und kontrollieren neben der Nahrung den Zugang zu wichtigen Ressourcen im Territorium.

Hunde sind vielfältig und selbst innerhalb einer Rasse gibt es sehr verschiedene Persönlichkeiten. Sie sind unterschiedlich sozial, territorial, jagdlich usw. motiviert.
Viele Hunde bleiben ein Leben lang unauffällig, weil sie mit Verwöhnung klar kommen und keinen Stress dadurch erleiden.
Aber wenn Besitzer verteidigt werden, der Hund Besuch aggressiv angeht oder vor lauter Wachsamkeit nicht zur Ruhe kommt, dann kann das an seinem sozialen Status liegen, der ihn überfordert, weil er nicht in einer hündischen, sondern in einer menschlichen Welt lebt, die er nicht verstehen kann (warum laufen wir frontal an der Leine auf Artgenossen zu, warum kommen ständige Fremde in die "Höhle", warum gehen so oft Fremde am Grundstück vorbei, warum umarmen sich Menschen usw). Er kann aber lernen, sicher zu sein. Und das funktioniert nach dieser These nicht, in dem ich ihn verwöhne und ihm alles gebe, was er will (oder von dem ich denke was er braucht), sondern sein Verhalten und seine Herkunft und seine individuelle Persönlichkeit realisiere und ihn wie ein Tier behandele. Mit Zuneigung, aber nicht mit Bewunderung.