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Nad
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 69
zuletzt 28. Dez.

Rüden – Gene, Erziehung oder einfach Charakter? ♂️

Rüden haben oft einen besonderen Ruf: markieren viel, prollig, dominant, reagieren stark auf andere Hunde. Aber wie viel davon ist wirklich „typisch Rüde“ und was bedient Klischees? 🧬 Genetik & Hormone Rasse / Mix, Zuchtlinie, Aufzucht und hormonelle Einflüsse prägen Grundtendenzen. Ein selbstbewusster Rüde bringt andere Voraussetzungen mit als ein sensibler. 👶 Sozialisation Frühe Erfahrungen, besonders mit anderen intakten Rüden, prägen enorm. 🎓 Erziehung & Führung Grenzen, Orientierung und Beziehung schlagen jedes „Der ist halt so“. Ein gut geführter Rüde muss nichts klären – und möchte es oft auch nicht. Ist das so? 🤝 Fairer Umgang Rüden brauchen keine Härte, sondern Verständnis, Verlässlichkeit und klare, faire Regeln. Nicht bestrafen, was biologisch erklärbar ist – sondern begleiten und lenken. 🤔 Was ist bei eurem Rüden Erziehung, was Persönlichkeit? Welche „Rüden-Klischees“ treffen zu – welche gar nicht? Was hat euch am meisten überrascht? Bitte keine Rüden-Bashings oder Pauschalurteile. Jeder Hund, jedes Team, jede Geschichte ist anders. Lasst uns Erfahrungen teilen, nicht bewerten. 🫶🏼
 
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Celine
27. Dez. 21:01
Was soll ich dann sagen 🤣. Telefon hatte nur 1 in der Straße 🤣🤣. 3 Programme im Fernsehen und zum Umschalten musste man aufstehen 😳. Sex war ein Tabuthema... ich bin noch keine 80 🤣. Ich muss gerade lächeln, was das Thema "Rüde" alles ausgräbt. Tatsächlich hängt man bei diesem Thema etwas hinterher. Warum spricht man nicht offen über "feuchte Träume", sensible zurückhaltende Rüden ...?
Wichtig ist, dass man darüber lachen kann! 😂

Feuchte träume hatten wir noch nicht aber gigi hat beim zusammenleben mit läufigen Hündinnen öfter mal Flüssigkeiten verloren oder es an Ronja ausgelassen, so dass sie nass war😂
 
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Jessica
27. Dez. 21:12
Buddy ist mein erster eigener Rüde, wobei meine Eltern immer kastrierte Hündinnen und intakte Rüden hatten, oder 2 Hündinnen.

Buddy ist intakt. Da er erst mit 4 Jahren zu mir kamm, ist die eine oder andere frage schwierig zu beantworten.

Aber fangen wir mal bei Genetik/Rasse und Zuchtlinie an.
Buddy ist ein Großspitz, genau genommen ein schwarzer Großspitz. Den Rüden wird nachgesagt das es Matchos sind mit dem hang zum Größenwahn.
Kann ich bei Buddy überhaupt nicht bestätigen! Allerdings weiß ich mittlerweile das es wohl an der Zuchtlinie liegen soll, spricht der Deckrüde da wohl doch einen Einfluss hat, wie sich die Rüden später geben.
Buddy ist kein Rüde der von sich aus Streit anfängt, auch raufen ist ihm fremd. Er regelt das mit Körpersprache da er ein gesundes Selbstbewusstsein hat, wobei der 50 Kilo Staff... Nun ein Blick reichte und ein Knurren dann war der andere weg.
Oder.... ich könnte da noch ein paar Beispiele schreiben.
Meist ist es wenn andere Hunde Nora "blöd anmachen".
Ihm selbst ist das meist zu blöde und er ignoriert es.

Sozialisierung: wie schon geschrieben er war erwachsen als er zu mir kam, da wir aber eine Zeitlang in eine Hundschule sind....
Der Trainer meinte er ist super sozial. Das zeigte er im übrigen auch heute beim spazieren gehen, als eine alte kranke Shelti Hündin ein Stück mit uns zusammen spazieren ist.
Als ein andere größerer Hund auf die kleine zugerannt kam stellte er sich vor sie und Knurrte den anderen aus, so das dieser abgedreht ist.
Wohl bemerkt wir haben diese Hündin heute das erste Mal getroffen. Wäre der andere in die alte Dame so rein gerannt wäre das ziemlich unschön geworden. Hätte er aber auch gemacht wenn der andere so auf Nora zu wäre.
Wobei er aber mit anderen auch intakten Rüden gut auskommt. Selbst wenn noch eine läufige Hündin dabei ist.

Erziehung & Führung:
Grenzen braucht jeder Hund! Buddy darf gewisse Sachen regeln, kann er auch und ich bin der Meinung einem gut sozialisierten Hund kann man das auch zutrauen. Management können andere betreiben, deren Hunde kein normalen Umgang gelernt haben.

Fairer Umfang:
Buddy wurde mir ein Husten wenn ich meinen würde Härte ware der Schlüssel zum Erfolg. Klare, faire Regeln und Verlässlichkeit mit Verständnis so bekommt man einen guten Begleiter im Alltag
 
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Jessica
27. Dez. 21:19
Direkt von den hündinnen zu lernen und dort die Kommunikation richtig vermittelt zu bekommen ist denke ich auch sehr gut und wichtig. Für alle hunde ist es immer gut die Möglichkeit zu haben von einem souveränen althund zu lernen.
Deshalb geh ich ab und zu in eine Welpen/Junghundespielgruppe mit meinen beiden.

Weil der Trainer es schwer hat soziale "Althunde" zu finden.

Und ja es gibt immer weniger an gut sozialisierten souveränen Hunden, weil es viele gar nicht mehr lernen können/dürfen.

Einige Hundebesitzer sind mit dem Managment so hinterher das für normalen Kontakt keine Zeit bleibt
 
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Babs
27. Dez. 21:25
Buddy ist mein erster eigener Rüde, wobei meine Eltern immer kastrierte Hündinnen und intakte Rüden hatten, oder 2 Hündinnen. Buddy ist intakt. Da er erst mit 4 Jahren zu mir kamm, ist die eine oder andere frage schwierig zu beantworten. Aber fangen wir mal bei Genetik/Rasse und Zuchtlinie an. Buddy ist ein Großspitz, genau genommen ein schwarzer Großspitz. Den Rüden wird nachgesagt das es Matchos sind mit dem hang zum Größenwahn. Kann ich bei Buddy überhaupt nicht bestätigen! Allerdings weiß ich mittlerweile das es wohl an der Zuchtlinie liegen soll, spricht der Deckrüde da wohl doch einen Einfluss hat, wie sich die Rüden später geben. Buddy ist kein Rüde der von sich aus Streit anfängt, auch raufen ist ihm fremd. Er regelt das mit Körpersprache da er ein gesundes Selbstbewusstsein hat, wobei der 50 Kilo Staff... Nun ein Blick reichte und ein Knurren dann war der andere weg. Oder.... ich könnte da noch ein paar Beispiele schreiben. Meist ist es wenn andere Hunde Nora "blöd anmachen". Ihm selbst ist das meist zu blöde und er ignoriert es. Sozialisierung: wie schon geschrieben er war erwachsen als er zu mir kam, da wir aber eine Zeitlang in eine Hundschule sind.... Der Trainer meinte er ist super sozial. Das zeigte er im übrigen auch heute beim spazieren gehen, als eine alte kranke Shelti Hündin ein Stück mit uns zusammen spazieren ist. Als ein andere größerer Hund auf die kleine zugerannt kam stellte er sich vor sie und Knurrte den anderen aus, so das dieser abgedreht ist. Wohl bemerkt wir haben diese Hündin heute das erste Mal getroffen. Wäre der andere in die alte Dame so rein gerannt wäre das ziemlich unschön geworden. Hätte er aber auch gemacht wenn der andere so auf Nora zu wäre. Wobei er aber mit anderen auch intakten Rüden gut auskommt. Selbst wenn noch eine läufige Hündin dabei ist. Erziehung & Führung: Grenzen braucht jeder Hund! Buddy darf gewisse Sachen regeln, kann er auch und ich bin der Meinung einem gut sozialisierten Hund kann man das auch zutrauen. Management können andere betreiben, deren Hunde kein normalen Umgang gelernt haben. Fairer Umfang: Buddy wurde mir ein Husten wenn ich meinen würde Härte ware der Schlüssel zum Erfolg. Klare, faire Regeln und Verlässlichkeit mit Verständnis so bekommt man einen guten Begleiter im Alltag
Ich finde es u. a. einen sehr interessanten und wichtigen Aspekt, dass er auch im Beisein einer läufigen Hündin mit anderen Rüden gut auskommt.

Ich habe mal einen Film gesehen, in dem 1 läufige Hündin und 5 intakte (teilweise noch sehr junge/pubertäre) Rüden waren. Es gab keine Konflikte zwischen den Rüden. Die waren mit ihren Hormonen und ihrem Sexualtrieb beschäftigt. Thema Nr.1 war die Hündin und nicht die anderen Rüden.

Ich habe das jetzt aus Deinem Kommentar aufgegriffen, weil mir , als ich das bei Dir gelesen habe, dieser Film einfiel.
 
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Jessica
27. Dez. 22:10
Ich finde es u. a. einen sehr interessanten und wichtigen Aspekt, dass er auch im Beisein einer läufigen Hündin mit anderen Rüden gut auskommt. Ich habe mal einen Film gesehen, in dem 1 läufige Hündin und 5 intakte (teilweise noch sehr junge/pubertäre) Rüden waren. Es gab keine Konflikte zwischen den Rüden. Die waren mit ihren Hormonen und ihrem Sexualtrieb beschäftigt. Thema Nr.1 war die Hündin und nicht die anderen Rüden. Ich habe das jetzt aus Deinem Kommentar aufgegriffen, weil mir , als ich das bei Dir gelesen habe, dieser Film einfiel.
Es funktioniert in verschiedenen Konstellationen.

Die eine intakte Hündin ist meiner Schwester und da läßt es sich nicht vermeiden das man sich auch mal trifft wenn ihre Läufig ist.
Buddy reagiert nur wenn es genau die Stehtage sind, wobei er da sehr charmant ist.
Die beiden Rüden gehören meiner Mam. Der eine ist nun 9 Jahre und der andere ist 13 Monate alt.

Ich könnte jetzt nicht sagen das einer der drei oder alle nur mit der läufigen Hündin geschäftigt wären. Buddy spielt sogar mit dem Jungen Rüden.

Auch beim besuch einer Freundin die 3 intakte Hündinnen hat, gibt es kein Problem. Sie und ihr Mann waren bei uns (also die intakte Hündin meiner Schwester "Läufig", die beiden Rüden meiner Mam und mir mit Nora die kastriert ist und Buddy) zu besuch. Eine von den 3 war gerade am Läufig werden, die andere gerade so "fertig"
Alle in einem Raum, die einzige die mal kurz gezickt hat war Nora weil die eine "Besucherhündin" zeitgleich an den Wassernapf wollte.

Für Buddy sind nur die Stehtage interessant, auch sonst macht er sich draußen nicht viel aus läufigen Hündinnen.
Wobei er sehr genau weiß um was es geht! Eventuell weiß er es auch zu gut und stresst deshalb nicht Wochenlang und mit anderen Rüden rum.

Da kann dann noch zu allen ein oder der andere weitere Rüde dazu kommen.
Das stresst keinen der Rüden in der Familie.

Manchmal glaub ich nämlich das je mehr "Urinstinkt" vorhanden ist, je stressfreier ist es für die Rüden.

Auch finde ich es ein Unding wenn Rüden alle 4 Wochen ihre Schnauze zwischen die Beine von uns Frauen stecken.
Kenn ich von Buddy überhaupt nicht. Das einzige was er in der Zeit macht ist mehr wachen. Macht er aber auch wenn ich krank bin.
Somit ist das für mich auch in Ordnung.

Wobei ich aber auch sagen muss ich weiß das dies alles nicht selbstverständlich ist und ich mit Buddy ein riesen Glück hab!
 
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Arinka
28. Dez. 07:40
Ich hatte schon alles: kastrierte und intakte Rüden sowie Hündinnen, auch in unterschiedlichen Konstellationen zusammen.
Ich kann nicht sagen, dass alls Rüden alle Klischees bedient haben... es waren so gesehen auch Rüdinnen drunter 😉
Meine Rüden mussten sich nicht mit fremden Rüden verstehen. Andersrum hatte ich auch Hündinnen, die mit anderen Hündinnen nicht klar kamen.
Für mich gab es keinen einzigen Punkt, der sich bei einem Geschlecht durchgezogen hat.
 
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Selina
28. Dez. 13:38
Ich habe einen Rüden, der so ziemlich alle Rüden Klischees erfüllt. Macho, Prollig, Schlägertyp. Vor allem vor dem 4 Lebensjahr war das sehr ausgeprägt. Inzwischen ist er deutlich entspannter, aber er würde keinem Konflikt, Kommentkampf oder echten Kampf mit fremden Rüden aus dem Weg gehen. Er eskaliert nicht mehr aktiv, aber deeskaliert auch nicht. Seine soziale Stellung ist ihm äußerst wichtig. Er präsentiert sich, scharrt mit einer Intensität, dass ich mir manchmal Sorgen um die Pfoten mache. Er will etwas zu sagen haben, er will wichtig sein. Ich hoffe er wächst noch weiter in seine Rolle rein, wird weise und souverän. Ich kann es aber nicht erzwingen und habe die "Rüdensozialisierung" jetzt auf Eis gelegt. Das alleine scheint aber schon zu mehr Entspannung geführt zu haben. Mit Kastraten klappt es in der Regel nach guter Vergesellschaftung problemlos. Intakte Rüden werden nicht toleriert. Man kann zwar inzwischen mit Abstand spazieren gehen, aber es kann jederzeit kippen und somit sehe ich keinen Mehrwert. Früher dachte ich immer, dass man das weg erziehen und sozialisieren muss oder kann. Inzwischen habe ich meine Meinung geändert. Er soll nicht pöbeln und keinen angreifen, aber er muss keinen Kontakt mit intakten Rüden haben und das finde ich vollkommen ok so und ich respektiere das. Meiner rudimentären Recherche nach ist das Sozialverhalten zwischen Rüden durchaus durch die Rasse geprägt und keine Sozialisierung der Welt kann die Genetik oder den individuellen Charakter aushebeln. Lange Zeit bin ich mit den Rüden Allüren nicht gut zurecht gekommen und fand sie äußerst unnötig und anstrengend. Inzwischen entwickle ich eine vorsichtige Wertschätzung für die "Droge" Testosteron. Wettbewerbsfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Mut, Bereitschaft zum Risiko und auch zu Aggression sind Eigenschaften, die alle Männchen jeder Spezies in sich tragen. Das macht sie aber auch zu Beschützern und Verteidigern, die ihre körperliche Unversehrtheit aufs Spiel setzen, um Territorium und die eigene Gruppe zu erhalten. Als ich das erste Mal richtiges und produktives Schutzverhalten bei Nero erlebt habe, konnte ich gar nicht anders, als eine gewisse Bewunderung dafür zu entwickeln.
Redest du von meinem Hund? Er ist aktuell 1:1 so 😅
Bei mir trägt er aktuell auch Maulkorb, weil ich für den Notfall gerne abgesichert bin.

Mit Baileys trainieren ich aktuell fast jeden Tag unter Anleitung eines Trainers damit sein Verhalten etwas weniger wird, aber ich glaube er wird kein Rüde, der jeden und alles lieben wird. Muss er auch nicht, aber manchmal wünsche ich mir schon den Hund zurück, der selbst Leinenpöbler ignoriert hat insbesondere, wenn wir aufgrund des Maulkorbs böse angesehen werden.
 
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SandrA
28. Dez. 18:28
Für mich lässt sich die Frage „Gene, Erziehung oder einfach Charakter?“ bei meinem Rüden nur mit alle drei gleichzeitig beantworten 😅

Neo ist 4 Jahre alt und schon sehr rüdenhaft unterwegs - aber zugleich passt er - und ich denke viele andere auch - nicht ins hormonelle Klischee. Er markiert, scharrt, zeigt deutliches Statusverhalten und knurrt, wenn Rivalen nicht mal unbedingt sichtbar, aber in der Luft sind. Dieses Knurren habe ich ganz bewusst erlaubt und auch bestärkt, weil ich Kommunikation wichtig finde. Mir ist ein Hund, der früh sagt „das stört mich“, „ich bin unsicher“, „ bis hierhin und nicht weiter“, deutlich lieber als einer, der lange aushält und dann ohne Vorwarnung eskaliert (hatten wir vorher, war blöd🙈).

Gleichzeitig wäre es blauäugig zu behaupten, dass damit alles geregelt ist. Gegenüber Fremdhunden reicht diese Kommunikation bei Neo nicht aus - ganz unabhängig von Geschlecht oder Alter des Gegenübers. Wenn eine Situation für ihn zu unübersichtlich wird und das trifft auf jede Begegnung zu, die jenseits fester Rahmung stattfindet, kippt das Ganze – dann geht es null um Austausch, sondern um Sicherheit und Selbstschutz. Für mich hat das wenig mit Dominanz zu tun, aber sehr viel mit seinem Bedürfnis in sozialen Kontakten die Kontrolle zu behalten. Neo braucht Vorhersagbarkeit und klare Rahmen, um reguliert zu bleiben. Sonst übernimmt er selbst und das kann dann sehr unschön werden.

Seine HSH- und Malamute-Anteile erklären für mich rückblickend einiges: Sicherheitsorientierung, Eigenständigkeit und dieses Bedürfnis, Situationen zu regeln, bevor sie aus dem Ruder laufen.

Besonders deutlich wird dieses Bedürfnis angesichts der Situ mit Ivy - unserer Zweithündin. Nach längerer Eingewöhnung kann Neo sich hier richtig fallen lassen. Hier zeigt er eine ganz andere Seite – weich, verspielt, albern, kooperativ, konflikttolerant. Er muss nichts regeln, nichts absichern, nichts kontrollieren. Die Beziehung ist für ihn sicher, vorhersehbar und emotional stabil. Genau das fehlt ihm in Kontakten mit flüchtigen Bekannten und erst recht mit Fremdhunden. Er ist wohl eher sozial unsicher mit konfliktbereiter Strategie. Sein Verhalten dient mE aber in erster Linie der Distanz- und Selbstsicherung, nicht einer rüdigen Machtdemonstration.

Aktuell ist er hormonell gechippt, weil bei uns die Läufigkeit von Ivy ansteht. Wir haben das lange und sehr gründlich mit unserer TÄ besprochen. Eine Testosteronspitze hätte seine innere Anspannung und sehr wahrscheinlich auch sein Aggressionsverhalten gegenüber anderen Hunde und vor allem Rüden weiter verschärft. Wir haben uns also für die Variante entschieden, mit der wir besser arbeiten können.
Seit der Chip wirkt, ist Neo tatsächlich etwas unsicherer und nervöser geworden. Das überrascht mich nicht, denn Testosteron wirkt ja auch oft stabilisierend. Diese Unsicherheit lässt sich bei ihm aber gut auffangen. Wir arbeiten aktuell viel über selbstwirksamkeitsfördernde Dinge wie Sucharbeit und klare, lösbare Aufgaben. Das hilft ihm spürbar, wieder in Handlungskompetenz zu kommen.

Interessant finde ich, dass sich sein „Sheriff spielen“ in der sozialen Interaktionsgruppe durch den Chip überhaupt nicht verändert hat. Er schützt Ivy gezielt, wenn „Zuviel“ Dynamik entsteht - andere Hunde werden geblockt und das Spiel kontrolliert.
Für mich durchaus ein Hinweis darauf, dass dieses Verhalten weniger hormonell als vielmehr charakterlich und lerngeschichtlich geprägt ist.

Ich denke, dass Neo gut ist, wie er ist. Das aller wichtigste für mich ist, dass er heute recht zuverlässig abbrechbar ist. Auch in schwierigen Situationen bleibt er ansprechbar. Da steckt viel Arbeit drin, aber genau das zeigt für mich, wie stark Beziehung, Führung und Erziehung Verhalten beeinflussen können.
Für mich ist er ein etwas kantiger, aber klar kommunizierender Rüde, der seinen Erziehungsauftrag Ivy gegenüber nicht nur ganz hervorragend versteht sondern auch mit Spiel und Spaß wunderbar ausbalanciert 😅
 
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Sonja
28. Dez. 22:13
Rionnag ist mit seinen 7Jahren ein "gestandener" Rüde. Seine besten Kumpels sind ebenfalls Intakte Rüden , die meisten ein paar Jahre Jünger, die sich aber schon seit Jahren kennen....Aber er hat auch ein paar "Endgegner", die entsprechen eigentlich alle einem Hundetyp ( Langfelllig und hell oder weiss) und sind intakte Rüden. Aber ich denke das ein grossteil auch daran liegt das er als Welpe ein "echt blödes" zusammentreffen mit zwei Exemplare dieses Hundetypes hatte...😏 Das Erlebnis hat ihn wohl geprägt. .... Er ist zwar sehr selbstsicher aber nicht unbedingt Dominant oder "streitlustig", er lässt sich aber auch nicht alles gefallen. Von sich aus ist er kein Pöbler, oder Aggressor, aber bei einigen anderen Rüden reagiert er auf dessen "Machogehabe" ; ist dabei aber kontrolierbar. ((Er darf auch sagen wenn er was nicht will/mag , also auch ( frühzeitig) Knurren , laut geben etc...aber (eben halt dabei nicht "ausrasten")). Die Mehrheit der "Kläffer/Leinenrambos ignoriert er einfach😉. Ich denke das ist auch Rassebedingt, und durch seinen Wolfanteil vielleicht nochmal ausgeprägter. (Wölfe sind ja von Natur aus auch nicht "Aggresiv" aber die Rüden sind bereit ihr "Rudel", "bis zum Tod "zu verteidigen/beschützen.) Wenn ich z.b bedrängt werde und mich dabei "unwohl fühle" weisst er den "Gegenüber" in die Schranken, ganz egal ob es sich um Mensch, andere Hunde oder auch z.B. Fremdpferde etc.. handelt.....Bisher habe ich das mit Knurren und andere "Drohgebärden" erlebt , aber nicht unmöglich; dass er , wenn nötig auch "weitergehen" würde... 🤗 . Hündinnen gegenüber ist er sehr "gentle like" , er mag sie zwar, bedrängt sie aber nicht und akzepiert auch "Ansagen/Absagen von den Mädels"😉...Er ist sozusagen "Prinz Charming vom Quartier" wird also auch von den Hündinnen "gemocht"... Wenn läufige in der Gegend sind , kommt er auch gut klar, also kein Stress wie jammen, futterstreik etc... Markieren , schnüffeln , klar macht er das, darf er auch, aber auch nicht "dauernd" und/oder "übertrieben"... festschnüffeln kommt vor aber mit einen bestimmten "zuruf" läste er es auch und kommt/geht weiter. Also in einigen Dingen ist Rionnag "typisch Rüde" resp. "klische Rüde" aber mittlerweile alles im "grünen Bereich" 😉...Während seiner Punbertät wars manchmal nicht einfach, und es gab auch Phasen " da hätte ich ihn am liebsten auf den Mond geschossen" 🤗...ABER durch faires Training, Geduld, Verständnis und auch "Trainerhilfe"haben wir das gemeistert....so das er zu einem "Alltagstauglichen Hund" wurde den ich nicht mehr missen möchte. Wenn es irgendwann einen Nachfolger gibt ( naürlich hoffe ich noch auf viele gemeinsame Jahre ) denke ich das es auch wieder ein Rüde werden würde...😉