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Ariane
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Anzahl der Antworten 16
zuletzt 13. März

Neuankömmling verteidigt uns gegen unsere Ersthündin )-:

Hallo 🙋🏼‍♀️ Am Sonntag ist unser Müsli bei uns eingezogen. Er kommt aus Ungarn und ist einfach ein Traum auch wenn er sicherlich noch etwas aufgebaut werden muss. Nun haben wir aber ein Riesen Problem: ER akzeptiert unsere Ersthündin nicht, das ging soweit das er Sonntag Abend zu meiner Mama in den ersten Stock gezogen ist. Sobald Betty ihm oder uns zu nah kommt geht er sofort nach vorne. Wir üben jetzt erstmal das entspannte spazieren gehen gemeinsam und haben zum Glück dank Mama auch keinen Druck aber kennt das noch jemand? Wie habt ihr das gehandhabt? Vermittelt wurde er als uneingeschränkt verträglich mit Hündinnen 🤷🏼‍♀️
 
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SandrA
Beliebteste Antwort
11. März 07:46
Ich kenne so eine Dynamik ein bisschen aus unserer eigenen Mehrhundsituation. Bei uns war es zwar nicht der Neuankömmling, der verteidigt hat, aber ich habe erfahren, wie schnell Überforderung entstehen kann, wenn ein neuer Hund in ein bestehendes System kommt.

Gerade wenn ein Hund aus einer Umgebung kommt, in der viel Konkurrenz herrschte (zB Shelter, viele Hunde, wenig Rückzug), kann Nähe zu Menschen plötzlich eine sehr wertvolle Ressource werden. Hunde, wie mein Rüde, reagieren dann aus Unsicherheit und gehen nach vorne, nicht unbedingt, weil sie wirklich „beschützen“ wollen, sondern weil sie versuchen, Kontrolle über eine Situation zu bekommen, die für sie noch sehr unklar ist. Euer Hund ist ja gerade erst eingezogen.

Was uns damals geholfen hat, war tatsächlich erstmal viel Management und Stressreduktion/Entlastung für beide Hunde. Wir haben am Anfang Türgitter installiert, damit die Hunde sich sehen und wahrnehmen konnten, ohne ständig direkt miteinander konfrontiert zu sein. Außerdem hatten beide feste Schlafplätze und eigene Rückzugsbereiche.

Das Ganze hat bei uns ehrlich gesagt einige Wochen gedauert, bis sich eine wirkliche Alltäglichkeit eingestellt hat - ich würde sagen so sechs bis acht Wochen. In der Zeit ging es vor allem darum, größere Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen.

Mit etwas Struktur und Ruhe kann sich sowas oft ganz gut sortieren, wenn die Hunde grundsätzlich sozialverträglich sind. Manchmal brauchen sie einfach ein bisschen Zeit, um sich gegenseitig „lesen“ zu lernen und zu merken, dass sie nicht alles selbst regeln müssen.
 
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Claudia
11. März 07:33
Ich bin keine Spezialistin, aber ich würde die beiden erst mal komplett auseinander halten. Er mag Hündinnen mögen, aber in einem Haus zusammen ist nochmal was anderes. An Eurer Stelle würde ich da nicht selber großartig rumprobieren, ( man macht leicht etwas falsch wenn man nicht schon viel Erfahrung hat) sondern würde mich an einen vernünftigen Hundetrainer wenden, bevor noch was passiert. Der kann Euch vielleicht helfen, damit es zu einem friedlichen Zusammenleben kommt.
 
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SandrA
11. März 07:46
Ich kenne so eine Dynamik ein bisschen aus unserer eigenen Mehrhundsituation. Bei uns war es zwar nicht der Neuankömmling, der verteidigt hat, aber ich habe erfahren, wie schnell Überforderung entstehen kann, wenn ein neuer Hund in ein bestehendes System kommt.

Gerade wenn ein Hund aus einer Umgebung kommt, in der viel Konkurrenz herrschte (zB Shelter, viele Hunde, wenig Rückzug), kann Nähe zu Menschen plötzlich eine sehr wertvolle Ressource werden. Hunde, wie mein Rüde, reagieren dann aus Unsicherheit und gehen nach vorne, nicht unbedingt, weil sie wirklich „beschützen“ wollen, sondern weil sie versuchen, Kontrolle über eine Situation zu bekommen, die für sie noch sehr unklar ist. Euer Hund ist ja gerade erst eingezogen.

Was uns damals geholfen hat, war tatsächlich erstmal viel Management und Stressreduktion/Entlastung für beide Hunde. Wir haben am Anfang Türgitter installiert, damit die Hunde sich sehen und wahrnehmen konnten, ohne ständig direkt miteinander konfrontiert zu sein. Außerdem hatten beide feste Schlafplätze und eigene Rückzugsbereiche.

Das Ganze hat bei uns ehrlich gesagt einige Wochen gedauert, bis sich eine wirkliche Alltäglichkeit eingestellt hat - ich würde sagen so sechs bis acht Wochen. In der Zeit ging es vor allem darum, größere Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen.

Mit etwas Struktur und Ruhe kann sich sowas oft ganz gut sortieren, wenn die Hunde grundsätzlich sozialverträglich sind. Manchmal brauchen sie einfach ein bisschen Zeit, um sich gegenseitig „lesen“ zu lernen und zu merken, dass sie nicht alles selbst regeln müssen.
 
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Nicole
11. März 07:57
Das geht auf jeden Fall. Immer wieder zusammen setzen und beim Spaziergang an einer Leine laufen lassen so das er merkt das ohne Betty nix geht .Er muss wissen sie war zuerst da und sie ist der Boss 😃
Anders geht es nicht
Viel Spaß noch mit den beiden🥰
 
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Ariane
11. März 09:23
Das geht auf jeden Fall. Immer wieder zusammen setzen und beim Spaziergang an einer Leine laufen lassen so das er merkt das ohne Betty nix geht .Er muss wissen sie war zuerst da und sie ist der Boss 😃 Anders geht es nicht Viel Spaß noch mit den beiden🥰
Zusammen an einer Leine ist eher ne ganz schlechte Idee. Wir laufen gemeinsam aber mit Abstand zu einander, das geht grad ganz gut und beide sind entspannt. Zusamme in die Wohnung geht’s aber erst wieder wenn Ruhe herrscht bei der Begegnung. Solange er immer noch direkt auf Angriff geht wenn er sie sieht mach ich keine Experimente. Es legt sich zwar schnell und beide laufen ohne zu murren aber draußen ist halt draußen und nicht daheim. Hab das Gefühl so lange es draußen nicht wirklich gut ist brauch ich’s drin erst gar nicht testen
 
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Ariane
11. März 09:25
Ich kenne so eine Dynamik ein bisschen aus unserer eigenen Mehrhundsituation. Bei uns war es zwar nicht der Neuankömmling, der verteidigt hat, aber ich habe erfahren, wie schnell Überforderung entstehen kann, wenn ein neuer Hund in ein bestehendes System kommt. Gerade wenn ein Hund aus einer Umgebung kommt, in der viel Konkurrenz herrschte (zB Shelter, viele Hunde, wenig Rückzug), kann Nähe zu Menschen plötzlich eine sehr wertvolle Ressource werden. Hunde, wie mein Rüde, reagieren dann aus Unsicherheit und gehen nach vorne, nicht unbedingt, weil sie wirklich „beschützen“ wollen, sondern weil sie versuchen, Kontrolle über eine Situation zu bekommen, die für sie noch sehr unklar ist. Euer Hund ist ja gerade erst eingezogen. Was uns damals geholfen hat, war tatsächlich erstmal viel Management und Stressreduktion/Entlastung für beide Hunde. Wir haben am Anfang Türgitter installiert, damit die Hunde sich sehen und wahrnehmen konnten, ohne ständig direkt miteinander konfrontiert zu sein. Außerdem hatten beide feste Schlafplätze und eigene Rückzugsbereiche. Das Ganze hat bei uns ehrlich gesagt einige Wochen gedauert, bis sich eine wirkliche Alltäglichkeit eingestellt hat - ich würde sagen so sechs bis acht Wochen. In der Zeit ging es vor allem darum, größere Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit etwas Struktur und Ruhe kann sich sowas oft ganz gut sortieren, wenn die Hunde grundsätzlich sozialverträglich sind. Manchmal brauchen sie einfach ein bisschen Zeit, um sich gegenseitig „lesen“ zu lernen und zu merken, dass sie nicht alles selbst regeln müssen.
Das mit dem Türgitter macht mir Bauchweh. Es wäre ja dann so das einer bei mir im Wohnzimmer ist und einer in der Küche. Mir fällt das schwer einen auszusperren bzw. den Weg zu mir zu versperren. Nächstes „Problem“ Betty liegt viel in der Küche oder vor der Tür aber wenn ich sie dort „einsperre“ kommt mir das vor wie bestrafen dabei macht sie überhaupt nichts falsch.
 
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Ilona
11. März 09:49
Das mit dem Türgitter macht mir Bauchweh. Es wäre ja dann so das einer bei mir im Wohnzimmer ist und einer in der Küche. Mir fällt das schwer einen auszusperren bzw. den Weg zu mir zu versperren. Nächstes „Problem“ Betty liegt viel in der Küche oder vor der Tür aber wenn ich sie dort „einsperre“ kommt mir das vor wie bestrafen dabei macht sie überhaupt nichts falsch.
Das ist aber sehr menschlich gedacht, der Gedanke das deine Hündin sich bestraft vorkommt. Ich würde das mit den Türgittern machen . Ist ja nicht für ewig. Aber so lernen sie sich kennen ohne das du eingreifen musst oder ein Hund verletzt wird. Einen Trainer/in würde ich noch mit ins Boot holen. Aber bitte keine die aversiv arbeitet.
 
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Karin
11. März 10:17
Ich würde die Hunde nicht trennen, sondern sehr gut aufpassen und managen.
Trennen nur wenn niemand dabei ist. Meiner Erfahrung nach backen neue Hunde erstmal sehr kleine Brötchen und ändern später erst neue Strategien wenn sie wissen wie der Hase läuft. Wenn du nun zu Anfang bereits das machst was er will so kann es sein das er noch dominanter auftritt. Den Hund in der Wohnung an einer Hausleine führen und jedem Hund einen eigenen Bereich schaffen der für den anderen tabu ist. Gemeinsame Spaziergänge fördern den Zusammenhalt.
Beim füttern , auch leckerlis, etwas vorsichtig sein.
Vielleicht ist er einfach noch etwas durch von der langen Reise, zu anfangs etwas unsicher oder ggf hat er Schmerzen. Achte mal gut auf die Körpersprache. Wünsche euch alles gute. 👋
 
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Ariane
11. März 10:28
Ich würde die Hunde nicht trennen, sondern sehr gut aufpassen und managen. Trennen nur wenn niemand dabei ist. Meiner Erfahrung nach backen neue Hunde erstmal sehr kleine Brötchen und ändern später erst neue Strategien wenn sie wissen wie der Hase läuft. Wenn du nun zu Anfang bereits das machst was er will so kann es sein das er noch dominanter auftritt. Den Hund in der Wohnung an einer Hausleine führen und jedem Hund einen eigenen Bereich schaffen der für den anderen tabu ist. Gemeinsame Spaziergänge fördern den Zusammenhalt. Beim füttern , auch leckerlis, etwas vorsichtig sein. Vielleicht ist er einfach noch etwas durch von der langen Reise, zu anfangs etwas unsicher oder ggf hat er Schmerzen. Achte mal gut auf die Körpersprache. Wünsche euch alles gute. 👋
Das mit den Schmerzen schließe ich nicht aus, ist aber eine zusätzliche Baustelle. Freitag geht er eh mit zur Arbeit und dann wird er durch gecheckt (Tierarzthelferin 😉)
Der backt schon ordentlich Brote der Zwerg 🙈 aber ja, hab ihm jetzt nochmal einen Platz eingerichtet wo er aus dem Geschehen raus ist, er muss lernen wer pöpelt darf nicht bei mir bleiben und muss alleine liegen. Heute Mittag drehen wir wieder zusammen eine Runde und dann werd ich’s wagen ihn mit hoch zu nehmen, beide auf ihren Platz und eine schleckmatte dazu. Getrennt wird während dessen mit türgitter, sie haben sich aber sowieso nicht im Blick.
Ich mach ja nicht was er will, er will uns für sich beanspruchen darauf hin ging’s für ihn eine Etage tiefer
 
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Sabine
11. März 10:29
Ich würde auch Gitter nutzen. Ständiges Auseinderhalten im Alltag ohne Trennung finde ich schwierig zu realisieren und wenn es erst zu einer Beißerei gekomnen ist, wird die Vergesellschaftung noch schwieriger. Alternativ abgezäunter Bereich für ihn, so dass sich die Hündin trotzden bewegen kann oder großer Laufstall/ große Gitterbox?
 
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Kirsten
11. März 10:44
Ich finde den Vorschlag von Sandra mit den Gittern auch eine gute Übergangslösung. Es geht ja nicht um sozialen Ausschluss oder Strafe. Wenn du oder deine Hunde sich damit schwer tun, kannst du vielleicht eine andere Person (deine Mutter, Partner, Freundin) miteinbeziehen, käme das für dich in Frage?

Es geht ja erstmal darum, dass Nähe und Kennenlernen ohne Eskalation möglich ist, ohne das permanent angeleitet wird. Das Müsli (süßer Name btw. ☺️) sich einfinden kann und Co-Existenz möglich wird, ohne durchgehend auf Spannung zu sein.