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Ivonne
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 8
heute 11:47

Mein Junghund (7 Monate) bellt andere Hunde weg

Hallo Ihr Lieben, meine Süße (Aussie) bellt grundsätzlich andere Hunde weg. Sie steigert sich dann auch richtig rein. Gehe ich mit Ihr dann trotzdem zu dem anderen Hund ist plötzlich alles gut. Dann wird auch zusammen gespielt. Trennen wir uns wieder, fängt das Belle wieder an. Kennt das jemand von Euch? Wenn ja, was hat Euch geholfen das abzutrainieren? Ablenkung mit Spieli, Leckerli, Tricks fruchten nicht.
 
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Marion
Beliebteste Antwort
heute 10:34
Um das korrekt einschätzen zu können, müsste man es sehen.
Klingt für mich jedenfalls erst mal nicht nach Wegbellen, sondern eher nach Frust, weil sie hinmöchte.
Sie dann tatsächlich hinzulassen, ist kontraproduktiv. Dadurch lernt sie nur "wenn ich belle, darf ich hin". Ein Ansatzpunkt wäre, abzuwarten bis sie ruhig ist, und sie erst dann zum Spielen zu lassen, sodass sie lernt "wenn ich ruhig bin, darf ich hin". Auf der anderen Seite aber auch das ruhige Vorbeigehen zu üben. Wenn sie jedes Mal hindarf, entsteht eine Erwartungshaltung. Darf sie dann doch mal nicht hin, ist der Frust groß.
 
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Marion
heute 10:34
Um das korrekt einschätzen zu können, müsste man es sehen.
Klingt für mich jedenfalls erst mal nicht nach Wegbellen, sondern eher nach Frust, weil sie hinmöchte.
Sie dann tatsächlich hinzulassen, ist kontraproduktiv. Dadurch lernt sie nur "wenn ich belle, darf ich hin". Ein Ansatzpunkt wäre, abzuwarten bis sie ruhig ist, und sie erst dann zum Spielen zu lassen, sodass sie lernt "wenn ich ruhig bin, darf ich hin". Auf der anderen Seite aber auch das ruhige Vorbeigehen zu üben. Wenn sie jedes Mal hindarf, entsteht eine Erwartungshaltung. Darf sie dann doch mal nicht hin, ist der Frust groß.
 
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Sebbi
heute 11:14
Der Aussie gehört zu den Hütehunden.☝🏼
Bei dieser Gattung ist das von Dir beschriebene Verhalten nicht unüblich.
Was mir von allen Seiten eingetrichtert wurde, bevor ich mich für einen Border Collie entschieden habe: Was auch immer du von geistiger und körperlicher Auslastung gehört hast – das Wichtigste, was er primär lernen muss, ist Ruhe, danach Ruhe und am Ende Ruhe.

In Deinem Fall klingt das nach klassischer Leinenfrustration: Dein Hund möchte die Situation kontrollieren oder einfach hin, und der Frust entlädt sich an der Leine in Gebell. Dass beim Kontakt plötzlich alles gut ist, zeigt, dass sie nur ein Problem mit der Distanz und der Barriere hat.

Das Problem bei Leckerlis ist oft, dass sie in diesem Stress-Modus gar nicht mehr im Gehirn ankommen.

Wenn du zum anderen Hund hingehst, um das Bellen zu stoppen, lernt sie leider unbeabsichtigt: „Ich muss nur laut genug pöbeln, dann darf ich hin.“

Versuch am besten, die Distanz zum anderen Hund so weit zu vergrößern, dass sie gerade noch ruhig bleiben kann. Wenn du dich als Puffer zwischen sie und den anderen Hund bringst und kommentarlos einen Bogen läufst, nimmst du ihr die Entscheidung ab.
Auch Social Walks können da helfen, damit sie lernt, andere Hunde einfach auszuhalten, ohne dass daraus direkt Action entstehen muss.

Wie läuft das in der Welpengruppe bei euch an?
 
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Sonja
heute 11:16
Ich würde Social Walks mitmachen, damit sie lernt, die Anwesenheit anderer Hunde als normal zu betrachten, ohne dass etwas passiert.

Mir ist beim Lesen spontan der Gedanke gekommen, ob sie aussietypisch andere auf Abstand halten will, Deine Entscheidung aber akzeptiert, hinzugehen.
Marions Erklärung finde ich aber auch plausibel.
Die Frage ist, ob sie tatsächlich andere Hunde WEG bellt.
 
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Ivonne
heute 11:33
Um das korrekt einschätzen zu können, müsste man es sehen. Klingt für mich jedenfalls erst mal nicht nach Wegbellen, sondern eher nach Frust, weil sie hinmöchte. Sie dann tatsächlich hinzulassen, ist kontraproduktiv. Dadurch lernt sie nur "wenn ich belle, darf ich hin". Ein Ansatzpunkt wäre, abzuwarten bis sie ruhig ist, und sie erst dann zum Spielen zu lassen, sodass sie lernt "wenn ich ruhig bin, darf ich hin". Auf der anderen Seite aber auch das ruhige Vorbeigehen zu üben. Wenn sie jedes Mal hindarf, entsteht eine Erwartungshaltung. Darf sie dann doch mal nicht hin, ist der Frust groß.
Sie darf nur selten hin. Ich wollte es austesten, da sie kein aggressiver Hund ist, da habe ich es festgestellt.
Das schlimme ist, dass die anderen Hundehalter uns oft nicht die Zeit geben uns zu beruhigen.
Daher würde ich gerne wissen, wie andere in diesem Fall vorgehen. Der Hundetrainer sagt: Abstand halten. Ist aber oft gar nicht so einfach.
 
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Ivonne
heute 11:35
Der Aussie gehört zu den Hütehunden.☝🏼 Bei dieser Gattung ist das von Dir beschriebene Verhalten nicht unüblich. Was mir von allen Seiten eingetrichtert wurde, bevor ich mich für einen Border Collie entschieden habe: Was auch immer du von geistiger und körperlicher Auslastung gehört hast – das Wichtigste, was er primär lernen muss, ist Ruhe, danach Ruhe und am Ende Ruhe. In Deinem Fall klingt das nach klassischer Leinenfrustration: Dein Hund möchte die Situation kontrollieren oder einfach hin, und der Frust entlädt sich an der Leine in Gebell. Dass beim Kontakt plötzlich alles gut ist, zeigt, dass sie nur ein Problem mit der Distanz und der Barriere hat. Das Problem bei Leckerlis ist oft, dass sie in diesem Stress-Modus gar nicht mehr im Gehirn ankommen. Wenn du zum anderen Hund hingehst, um das Bellen zu stoppen, lernt sie leider unbeabsichtigt: „Ich muss nur laut genug pöbeln, dann darf ich hin.“ Versuch am besten, die Distanz zum anderen Hund so weit zu vergrößern, dass sie gerade noch ruhig bleiben kann. Wenn du dich als Puffer zwischen sie und den anderen Hund bringst und kommentarlos einen Bogen läufst, nimmst du ihr die Entscheidung ab. Auch Social Walks können da helfen, damit sie lernt, andere Hunde einfach auszuhalten, ohne dass daraus direkt Action entstehen muss. Wie läuft das in der Welpengruppe bei euch an?
Leider waren alle Welpengruppen voll. Nun müssen wir warten, bis Ende Februar die Hundegruppen wieder öffnen. Gerade ist Winterpause. Leider.
Sie ist ein Zweithund. Mit unserem Großen haben wir gar keine Probleme in dieser Sache. Er bleibt total entspannt.
 
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Ivonne
heute 11:36
Ich würde Social Walks mitmachen, damit sie lernt, die Anwesenheit anderer Hunde als normal zu betrachten, ohne dass etwas passiert. Mir ist beim Lesen spontan der Gedanke gekommen, ob sie aussietypisch andere auf Abstand halten will, Deine Entscheidung aber akzeptiert, hinzugehen. Marions Erklärung finde ich aber auch plausibel. Die Frage ist, ob sie tatsächlich andere Hunde WEG bellt.
Hmmm. Das ist ein guter Einwand.
Ich bleibe auf jeden Fall mit dem Training dran. Hoffe es wird bald.
 
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Bernd
heute 11:42
Daniel Joerges Buch " Artgerechte Hundeerziehung" kann ich sehr empfehlen. Hat mir schon oft geholfen, es gibt immer gute Ratschläge. Der soziale Aspekt ist nicht zu unterschätzen.
 
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Ivonne
heute 11:47
Daniel Joerges Buch " Artgerechte Hundeerziehung" kann ich sehr empfehlen. Hat mir schon oft geholfen, es gibt immer gute Ratschläge. Der soziale Aspekt ist nicht zu unterschätzen.
Danke Dir.