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Verena
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Anzahl der Antworten 5
heute 16:29

Hund reagiert plötzlich aggressiv auf fremde Menschen – wie trainieren?

Hallo zusammen, ich würde mich gerne mal mit Leuten austauschen, die vielleicht einen ähnlichen Hund haben oder so ein Verhalten durch Training deutlich verbessern konnten. Wir haben eine 4,5 Jahre alte American Bully XL Hündin mit ca. 34 kg. Zuhause ist sie wirklich ein Traumhund: extrem lieb, anhänglich, ruhig und gehorsam. Auch draußen funktioniert sie meistens gut. Das Problem ist, dass es ihr in bestimmten Situationen gefühlt plötzlich „den Schalter raushaut“, vor allem bei fremden Menschen, die ihr zu nahe kommen oder direkt auf uns zukommen. Vor etwa zwei Jahren hatten wir am Gardasee einen Vorfall. Ein Kellner kam relativ nah an uns heran und sie ist plötzlich nach vorne gegangen und hat ihn am Knie getroffen. Es war kein richtiger Biss, aber es entstand eine kleine Verletzung. Danach haben wir solche Situationen und größere Menschenmengen ziemlich konsequent vermieden. Jetzt waren wir nach längerer Zeit wieder mit ihr im Urlaub in den Niederlanden. In einer kleinen Hafenstadt baten wir einen fremden Mann, ein Foto von uns zu machen. Als er direkt auf uns zukam, ist sie plötzlich massiv nach vorne gesprungen. Zum Glück war sie gut gesichert. Als er anschließend das Foto machte, fing sie erneut an zu bellen und wollte wieder nach vorne. Ähnliche Situationen gibt es manchmal auch im Alltag. Zum Beispiel im Aufzug: Wenn wir darin stehen und jemand versucht einzusteigen, kann sie plötzlich stark reagieren und nach vorne wollen. Gleichzeitig können andere Begegnungen wiederum komplett problemlos verlaufen. Einen gut sitzenden Maulkorb haben wir bereits und den wollen wir künftig bei entsprechenden Situationen natürlich konsequent nutzen. Uns beschäftigt jetzt vor allem die Frage: Wie bekommt man dieses Verhalten wieder besser in den Griff? Haben wir ihr durch das starke Vermeiden solcher Situationen in den letzten zwei Jahren vielleicht sogar die Möglichkeit genommen, zu lernen, dass fremde Menschen nichts Schlimmes bedeuten? Sollte man mit Maulkorb und Sicherung wieder gezielt und kontrolliert mehr üben – natürlich mit genügend Abstand und ohne sie einfach mitten in eine Menschenmenge zu stellen? Hat jemand von euch einen Hund, der zuhause und im eigenen Umfeld absolut lieb und gehorsam ist, bei dem es draußen aber in einzelnen Situationen plötzlich komplett kippen kann? Mich würden vor allem Erfahrungen interessieren, bei wem sich so etwas durch gutes Training wirklich deutlich verbessert hat und wie ihr konkret vorgegangen seid. Wir wollen demnächst zusätzlich mit einer Trainerin arbeiten, die auf Angst- und Aggressionsverhalten spezialisiert ist.
 
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Jochen
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heute 15:46
Das ist bei meinem regelmäßigen Gasthund ganz genau so. Letztens kam uns im Wald eine Oma (ohne Hund) entgegen und meinte „Das sind aber zwei …“ weiter kam sie nicht, denn der eine hing knurrend in ihre Richtung in der Leine. Da ich darauf bei ihm immer vorbereitet bin, passiert nichts, unangenehm ist es trotzdem. Und so schwenkte sie dann auch direkt um auf: „Der ist aber gar nicht brav“.
Ich lache dann nur und sage „ja“.

Mit Angst hat das in der Regel nichts zu tun, oder zeigt er körpersprachliche Signale in diese Richtung?

Diese schöne Feststellung las ich kürzlich in dem Buch „Probemhund“:

Zitat:
Letztendlich geht es immer um Distanz, entweder in einer ganz metrischen Auslegungsform oder aber auch abstrakter: hierarchische Distanz durch das versuchte Einnehmen eines höheren Ranges, das Vertreiben eines Konkurrenten, der das eigene Wohl gefährden könnte, das Abwenden von Bedrohungen durch Fremde oder das Entfernen eines Stressors, der Frustration verursacht.
Zitatende

Das zeigt auch schon den möglichen Trainingsansatz auf, nämlich eine „geordnete“ sukzessive Distanzverringerung.
Es wird am Ende trotzdem keine 100% Sicherheit gegeben sein. Deshalb wäre mein Augenmerk zunächst auf gutes Management gerichtet, was du ja auch schon toll machst.

Und wenn euch das Spaß macht, dann trainiert die Distanzverringerung, aber eben nicht mit der Prämisse, dass man sich danach darauf verlassen kann, dass sie niemals auslöst.
 
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Olli
heute 15:28
Das gibt es schon recht häufig und nennt sich Territorialverhalten, d.h. Hund entscheidet, wer sich nähern darf - deshalb klappt's auch bei manchen.

Ihr braucht jemanden, der den Fremden spielt und sich in Absprache mit euch nähert, bzw. entfernt.

Ziel ist es dabei, dass ihr jederzeit die Aufmerksamkeit eures Hundes behaltet.

Manchen nennen das Ampeltraining (--> google) welches auch bei Hundebegegnungen zum Einsatz kommt.
 
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Sabine
heute 15:41
Bin jetzt nicht bei Olli, dann müsste der Hund auch reagieren, wenn ihr ihn festbindet und aus seinem Nähe geht, sondern eher bei Resourcenverteidigung. Also am besten einen Trainer schauen lassen, was wirklich dem Verhalten zugrunde liegt.
 
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Jochen
heute 15:46
Das ist bei meinem regelmäßigen Gasthund ganz genau so. Letztens kam uns im Wald eine Oma (ohne Hund) entgegen und meinte „Das sind aber zwei …“ weiter kam sie nicht, denn der eine hing knurrend in ihre Richtung in der Leine. Da ich darauf bei ihm immer vorbereitet bin, passiert nichts, unangenehm ist es trotzdem. Und so schwenkte sie dann auch direkt um auf: „Der ist aber gar nicht brav“.
Ich lache dann nur und sage „ja“.

Mit Angst hat das in der Regel nichts zu tun, oder zeigt er körpersprachliche Signale in diese Richtung?

Diese schöne Feststellung las ich kürzlich in dem Buch „Probemhund“:

Zitat:
Letztendlich geht es immer um Distanz, entweder in einer ganz metrischen Auslegungsform oder aber auch abstrakter: hierarchische Distanz durch das versuchte Einnehmen eines höheren Ranges, das Vertreiben eines Konkurrenten, der das eigene Wohl gefährden könnte, das Abwenden von Bedrohungen durch Fremde oder das Entfernen eines Stressors, der Frustration verursacht.
Zitatende

Das zeigt auch schon den möglichen Trainingsansatz auf, nämlich eine „geordnete“ sukzessive Distanzverringerung.
Es wird am Ende trotzdem keine 100% Sicherheit gegeben sein. Deshalb wäre mein Augenmerk zunächst auf gutes Management gerichtet, was du ja auch schon toll machst.

Und wenn euch das Spaß macht, dann trainiert die Distanzverringerung, aber eben nicht mit der Prämisse, dass man sich danach darauf verlassen kann, dass sie niemals auslöst.
 
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Tina
heute 15:57
Ich hatte einen Hund mit Aggressionen und ja ich habe es hinbekommen.
Aggression ist erst einmal Kommunikation. Wie Jochen sagt, will der Hund Distanz waren. Jetzt kommt der Haken: wenn Du oder andere die Distanz unterschreitet, während er kommuniziert (knurrt), dann greift er das nächste Mal vielleicht ohne Vorwarnung an. Dann wird es gefährlich.
Mein Tipp: das Training muss extrem exakt sein. Ich habe ausschließlich unter fachmännische Anleitung trainiert. Ich würde daher raten nicht selber zu probieren. In so einem Fall würde ich auch keine Tipps aus einem Forum annehmen.
Betreibt Management und wartet auf die Trainerin.
 
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Bettina
heute 16:29
Hier...ich hab nen Distanz.hund🤣...trainierbar ist da nix mehr(bei ihr ist es Schutztrieb)...wir laufen Bögen...halten Abstand zu Fremdlingen ...Bully halt💞...mit "Buddys" von denen wir viele haben...kein Problem 🙏...das macht sie halt aus
...Bully.love.4.ever