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Mel und
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Anzahl der Antworten 68
zuletzt 15. Jan.

Hund an das Bahnfahren gewöhnen – eure Erfahrungen?

Hallo zusammen, ich würde gern wissen, wie ihr eure Hunde ans Bahnfahren gewöhnt habt und was dabei gut oder weniger gut funktioniert hat. Kurz zu meinem eigenen Hund, damit ihr es besser einordnen könnt: Er ist 4 Jahre alt, noch nie Bus oder Bahn gefahren, fährt aber sehr gerne Auto. In neuen Situationen ist er eher unsicher, deshalb vermute ich, dass vor allem das Aus und Einsteigen problematisch werden könnte – insbesondere wegen dem Spalt zwischen Bahn und Bahnsteig und der Tür bzw. den Geräuschen beim Öffnen und Schließen. Mich interessieren vor allem: Wie habt ihr angefangen? (kurze Strecke, direkt rein?) Wie hat euer Hund reagiert – entspannt, unsicher, überfordert? Gab es Dinge, die ihr im Nachhinein anders machen würdet? Regionalbahn, S-Bahn, Straßenbahn – gibt es Unterschiede? Wie lief bei euch das Ein- und Aussteigen? Hatten eure Hunde Angst vor den Türen, Geräuschen vor allem auch wegen dem Zeitdruck bei Aus-Einsteigen? Hat sich euer Hund eher geweigert reinzugehen oder rauszugehen? Wie seid ihr damit umgegangen? Was hat euren Hunden in genau diesem Moment geholfen, wenn Futter keine Option war?Meiner würde nichts nehmen) Tragen eure Hunde beim Bahnfahren immer einen Maulkorb? Kleiner Hinweis noch: Ich werde nicht jeden Beitrag einzeln beantworten, sondern möchte einfach eure Erfahrungen sammeln und in Ruhe lesen – vielleicht kann ich mir das eine oder andere für uns mitnehmen.
 
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Karin
15. Jan. 07:54
Mag im Bus gelten, da gibt’s wahrscheinlich bei jeder Busgesellschaft eigene Vorschriften. Was ich aber echt gemein finde: Bei der DB hab ich irgendwo gelesen, dass selbst wenn der Hund ne Fahrkarte hat, er keinen Anspruch auf einen Platz hat, auch nicht auf dem Boden. So kann der Zugbegleiter einen hinauswerfen, wenn er meint, der Zug ist zu voll! Ist uns einmal passiert: 2 Fahrräder + Anhänger, Hundine und wir zwei Personen… mit ordnungsgemäßen Tickets! Regionalzug im totalen Chaos, da Zug davor ausgefallen, und schon zu spät. Freitag Nachmittag, alle wollen nur noch nach Hause. Zugbegleiterin kurz vor Herzinfarkt. Sie meinte wir müssten aussteigen, es ist zu voll. Haben wir ignoriert (hatten uns gerade mühsam dazwischengequetscht) und zum Glück hatte sie dann Feierabend und die nächste Schicht war deutlich entspannter. Aber lt. ihrer Beförderungsbedingungen haben sie das Recht dazu! Genauso mit Fahrrad, wenn Kinderwagen mitfahren wollen: Das Fahrrad muss dann, trotz Fahrkarte draußenbleiben!
Lebewesen gehen immer vor. So habe ich mich früher immer geärgert wenn ich mit meinem Kind im Kinderwagen nicht in den Bus kam weil dieser voll mit Studenten und jede Menge Fahrräder war. Da hast du schon Kopfkino wenn du weißt dein Baby schiebt gleich wieder Hunger und der nächste Bus kommt erst in 20 Minuten. 🤷‍♀️ Ich war sehr dankbar als sie das dann änderten und Fahrräder mussten raus.
 
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Stephanie
15. Jan. 08:02
Wir haben bereits als Welpe angefangen mit ihr Bus und Bahn zu fahren. Nicht weil sie es unbedingt können muss, hier auf dem Dorf ist’s ja eh schwer mit den Öffis 😅, sondern einfach zur Umweltsozialisierung. Worauf ich damals geachtet habe waren folgende Aspekte:
- zum üben Uhrzeiten auswählen die generell nicht für eine volle Bahn sprechen, also bitte nicht mitten Berufs- oder Schulverkehr
- schau auf die „Stabilität“ deines Hundes - schau wieviel er vertragen kann sodass er es noch positiv abschließen kann.

Bei meinem Hund hilft es tatsächlich indem ich quasi gar kein großes Ding aus Sachen mache. Wenn ich entspannt reingehe, dann kommt sie i.d.R entspannt mit. Ich hab es also so gehandhabt als wäre es das normalste der Welt in eine Bahn einzusteigen - was es ja auch eigentlich ist 😄
Heute fahren wir ab und zu immer nochmal Bahn um sie weiterhin an Alltagssituationen mit ihr zu üben. Jetzt mit 1,5 Jahren trägt sie allerdings in der Bahn immer einen Maulkorb - einfach zu ihrem Schutz und aus Rücksichtnahme anderen Menschen gegenüber :)
 
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Katja
15. Jan. 10:08
Lebewesen gehen immer vor. So habe ich mich früher immer geärgert wenn ich mit meinem Kind im Kinderwagen nicht in den Bus kam weil dieser voll mit Studenten und jede Menge Fahrräder war. Da hast du schon Kopfkino wenn du weißt dein Baby schiebt gleich wieder Hunger und der nächste Bus kommt erst in 20 Minuten. 🤷‍♀️ Ich war sehr dankbar als sie das dann änderten und Fahrräder mussten raus.
Jo, selbiges Kopfkino lief bei mir, als ich von ner Fahrradtour Richtung Ostsee am Sonntag Abend zurück nach Berlin wollte: bei jeder Bahnhofseinfahrt hab ich gezittert und die Kinderwagen gezählt!

Grundsätzlich find ich’s ja ok so. Kann halt u.U. schon zu ziemlich absurden Situationen führen… auch im Hinblick auf den Hund im vollen Zug…
Im Zweifel bleibt man halt eben trotz Fahrkarte stehen.😫
 
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Chiara
15. Jan. 16:38
Hallöchen :)

Am besten lernen sie ja durch Belohnungen… Ich würde mich eventuell erstmal darauf konzentrieren, dass er sich auch draußen belohnen lässt..(Egal ob Leckerchen oder mit nem Ball oder irgendeinem Spielzeug, welches er festhalten kann)

Also man kann das ja trainieren, dass Hunde draußen / auch in stressigen Situationen was annehmen…. Und die „stressige“ Situation somit irgendwann zur freudigen Situation wird -> Belohnungen = positiv, wenn das positive Erlebnis (lecker bekommen etc.) in, vor, usw, der Bahn / Zug … passiert, wird das verknüpft und er freut sich bald darauf

Also wenn er vier ist und draußen nichts nimmt, wird es sehr viel Geduld benötigen aber es wird sich auszahlen!

Man kann ja auch Hunde, die von Menschen oder anderen Hunden verletzt wurden, wieder Vertrauen beibringen… (also meistens. Und mit sehr sehr viel Geduld, Durchsetzungsvermögen und man selbst darf keine Unruhe ausstrahlen, Hunde merken das, dann werden sie auch automatisch „angespannter“)


Also vielleicht nochmal zusammengefasst:

- Ich würde erst trainieren, dass er sich draußen belohnen lässt.
Sprich, Augenkontakt mit dir hält und iwas annimmt (auch ’ne streichel-einheit tuts)

- Auf jeden Fall auch Linien nehmen, die nicht so voll sind. Irgendwelche Busse evtl, da sind die Türen (eigentlich) nicht so laut wie die von S-Bahnen.

- Maulkorb im Zug immer, Nahverkehr (Bus und Straßenbahn) muss GLAUBE ICH nicht.
Bin mir aber nicht sicher.
In Zügen ist es aber generell besser, weil es in manchen Regionen Pflicht ist und auch, weil viele Menschen Angst vor Hunden haben und so schon mal „nicht gebissen werden können“ (als Hundeführer MUSS man ja immer sicherstellen, dass der Hund für andere kein Problem darstellt…)



Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen und wenn ich irgendwie helfen kann, was das belohnen angeht(oder natürlich auch bei anderen Problemchen/ Nicht-Problemchen), bin ich hier 😊
 
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Mel und
15. Jan. 17:50
Hallöchen :) Am besten lernen sie ja durch Belohnungen… Ich würde mich eventuell erstmal darauf konzentrieren, dass er sich auch draußen belohnen lässt..(Egal ob Leckerchen oder mit nem Ball oder irgendeinem Spielzeug, welches er festhalten kann) Also man kann das ja trainieren, dass Hunde draußen / auch in stressigen Situationen was annehmen…. Und die „stressige“ Situation somit irgendwann zur freudigen Situation wird -> Belohnungen = positiv, wenn das positive Erlebnis (lecker bekommen etc.) in, vor, usw, der Bahn / Zug … passiert, wird das verknüpft und er freut sich bald darauf Also wenn er vier ist und draußen nichts nimmt, wird es sehr viel Geduld benötigen aber es wird sich auszahlen! Man kann ja auch Hunde, die von Menschen oder anderen Hunden verletzt wurden, wieder Vertrauen beibringen… (also meistens. Und mit sehr sehr viel Geduld, Durchsetzungsvermögen und man selbst darf keine Unruhe ausstrahlen, Hunde merken das, dann werden sie auch automatisch „angespannter“) Also vielleicht nochmal zusammengefasst: - Ich würde erst trainieren, dass er sich draußen belohnen lässt. Sprich, Augenkontakt mit dir hält und iwas annimmt (auch ’ne streichel-einheit tuts) - Auf jeden Fall auch Linien nehmen, die nicht so voll sind. Irgendwelche Busse evtl, da sind die Türen (eigentlich) nicht so laut wie die von S-Bahnen. - Maulkorb im Zug immer, Nahverkehr (Bus und Straßenbahn) muss GLAUBE ICH nicht. Bin mir aber nicht sicher. In Zügen ist es aber generell besser, weil es in manchen Regionen Pflicht ist und auch, weil viele Menschen Angst vor Hunden haben und so schon mal „nicht gebissen werden können“ (als Hundeführer MUSS man ja immer sicherstellen, dass der Hund für andere kein Problem darstellt…) Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen und wenn ich irgendwie helfen kann, was das belohnen angeht(oder natürlich auch bei anderen Problemchen/ Nicht-Problemchen), bin ich hier 😊
Vielen Dank für deine Tipps,

Bei meinem Hund klappt es tatsächlich nicht, dass er in solchen Situationen Futter annimmt – aber ich kann ihn trotzdem belohnen.

Für ihn zählen meine Wertschätzung, Lob und meine Aufmerksamkeit genauso viel oder sogar mehr.
Ich persönlich bin auch kein Fan davon, Hunde dauerhaft nur mit Leckerchen zu „bestechen“, sondern finde es schöner, wenn sie durch positive Interaktion und gemeinsame Freude motiviert werden.
Deine Hinweise mit ruhigen Linien und kurzen Strecken werde ich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten!
Danke ☺️
 
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Susa
15. Jan. 19:14
Jo, selbiges Kopfkino lief bei mir, als ich von ner Fahrradtour Richtung Ostsee am Sonntag Abend zurück nach Berlin wollte: bei jeder Bahnhofseinfahrt hab ich gezittert und die Kinderwagen gezählt! Grundsätzlich find ich’s ja ok so. Kann halt u.U. schon zu ziemlich absurden Situationen führen… auch im Hinblick auf den Hund im vollen Zug… Im Zweifel bleibt man halt eben trotz Fahrkarte stehen.😫
Ich finde Zug fahren ist in den letzten Jahren wirklich eine Zumutung für alle geworden.
Zumindest in meiner Region. Ständig Ausfälle, Schienenersatz, verpasste Anschlüsse, komplett überfüllte Züge...

Ich lebe schon lange in der Stadt, ich hab weder Führerschein noch Auto, aber seit wir den Hund haben, sind wir schon am überlegen.
Wir hatten es auch schon mal, dass unser Hund 9 Stunden alleine zu Hause war, weil eine Zugahrt die 20 Minuten hätte dauern sollte, am Ende fast 3 Stunden gedauert hat.
 
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Karin
15. Jan. 20:13
Die Verkehrsbetriebe. Bei den meisten würdest du dafür hochkant rausfliegen. (Die haben Hausrecht im Bus und Bahn und können das mit Polizei durchsetzen) Die können keine Hundehaare auf den Sitzen gebrauchen (Rückenlehne ist ja sogar ganz ohne Schutz) und der Hund zahlt zwar, aber keinen vollen Preis und den Sitzplatz kann jemand anders bekommen.
In Kroatien dürfe Hunde nur in Bus und Bahn, wenn sie Handtaschenformat haben und in einer Hundehandtasche befördert werden können. Da finde ich es in Deutschland richtig gut wie Hunde, Fahrräder/Tretroller und deren Elektro Varianten und Kinderwagen gehandhabt werden.
 
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Karin
15. Jan. 20:17
Das Wichtigste ist, das du selbst souverän bist und ohne viel Trara in die S-Bahn oder den Bus steigst. Nehme Leckerlis mit und lobe ihn sobald ihr auf eurem Platz seid und gebe ihm die Belohnung, damit er es als positives Ergebnis abspeichern kann. Anfangen würde ich mit zwei drei Stationen S-Bahn fahren und dann beim Aussteigen wieder Loben und Leckerli. Möglichst gleich am nächsten Tag wiederholen, damit es zur Routine wird. Wenn es in der S-Bahn gut klappt, können Bus ( meist mehr Gedränge als in der S-Bahn) und Bahn angegangen werden. In der Bahn kann man ja nicht so schnell aussteigen wie aus der S-Bahn mit kurzen Haltetakten. Deshalb würde ich damit anfangen. Bei meinem Snoopy 14 Jahre alt,den ich mit 13 Jahren bei mir aufgenommen habe, ist es das wichtigste das Ich dabei bin, dann legt er sich auch hin und kann entspannt Bus oder S-Bahn fahren auch ohne Leckerlis. Aber zB bei meiner Tochter legt er sich nicht hin, bleibt die ganze Zeit stehen, aber solange nicht gehechelt und gespeichelt wird, ist es okay auch wenn Mama nicht dabei ist. 😉 Viel Erfolg beim Training 🍀🙏🏼
Regionalzüge und ICE würde ich wegen der Stufen beim Einstieg und engeren Einstiegsbereiche, sofern möglich hinten anstellen