Ich bin mit Pico recht früh nachdem er zu mir kam Bus gefahren. Autofahren kannte er und liebt er. Er war von dem städtischen Umfeld schnell überfordert.
Ich bin mit ihm zur nächsten Bushaltestelle gegangen und er war leicht überfordert. Dann sind wir in eine Buslinie gestiegen, die immer leer ist. Da habe ich ihn zwischen Glasscheibe und Sitz geparkt und er konnte erstmal rausgucken. Das fand er richtig gut. Auch der Wechsel von der stressigen Bushaltestelle zum ruhigen Bus war sinnvoll (das hat das Busfahren direkt zu etwas angenehmen gemacht). Ausgestiegen sind wir dann an einer sehr ruhigen Haltestelle an seiner Standard Gassistrecke (Endhaltestelle). Da hat er nochmal viel Zeit bekommen anzukommen, zu schnüffeln und den Stress abzuschütteln.
Zurück sind wir gelaufen.
So haben wir das ein paar Wochen lang mehrere Tage die Woche geübt und dann erst mit dem Maulkorb angefangen. Der verunsichert Pico leider etwas, da er die Sicht einschränkt. Auch das hat gut funktioniert (inzwischen habe ich den Maulkorb nur noch bei Überlandbussen, Bahnfahrten und im Urlaub dabei).
Das erste Mal Zugfahren habe ich mit einem anderen Hund zusammen gemacht, da hat er sich auch direkt abgelegt. Da hatte ich mir davor Sorgen gemacht, wegen der Vibrationen und der ungewohnten Umgebung. Das hat aber auch gut funktioniert.
Davor waren wir schon ein paarmal am Bahnhof um seinen Besitzer abzuholen. Auch das war schon stressig für ihn, aber die Freude über den Besitzer hat das dann gut abgemildert. Deswegen war der Schritt in den Zug einzusteigen gar nicht so groß.
Tatsächlich würde ich sagen, dass der Bahnhof / die Bushaltestelle mehr Probleme machen als die eigentliche Fahrt.
Ich gebe Pico Sicherheit durch Nähe und festhalten (ist nicht für jeden Hund was, aber für meinen genau das richtige). Und durch Routine. Wir fahren recht regelmäßig Bus (mindestens einmal im Monat, manchmal auch wöchentlich). Wenn wir den Bus betreten, ist Pico an kurzer Leine. Wir gehen direkt zu einem Platz (wenn zwei nebeneinander frei sind) und ich schicke Pico in den Fußraum. Wenn keine Plätze frei sind, bleibe ich im Gang stehen und er legt sich direkt zu meinen Füßen. Wenn es voll ist, dann stelle ich mich über ihn.
Übrigens, nachdem Pico Busfahren kennengelernt hat, stand die nächste Trainingseinheit an: Wir steigen nicht einfach so in jeden Bus ein! Er hat nämlich sehr schnell begriffen, das Busfahren heißt, dass er nicht laufen muss 🙃