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Mel und
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 24
heute 20:36

Hund an das Bahnfahren gewöhnen – eure Erfahrungen?

Hallo zusammen, ich würde gern wissen, wie ihr eure Hunde ans Bahnfahren gewöhnt habt und was dabei gut oder weniger gut funktioniert hat. Kurz zu meinem eigenen Hund, damit ihr es besser einordnen könnt: Er ist 4 Jahre alt, noch nie Bus oder Bahn gefahren, fährt aber sehr gerne Auto. In neuen Situationen ist er eher unsicher, deshalb vermute ich, dass vor allem das Aus und Einsteigen problematisch werden könnte – insbesondere wegen dem Spalt zwischen Bahn und Bahnsteig und der Tür bzw. den Geräuschen beim Öffnen und Schließen. Mich interessieren vor allem: Wie habt ihr angefangen? (kurze Strecke, direkt rein?) Wie hat euer Hund reagiert – entspannt, unsicher, überfordert? Gab es Dinge, die ihr im Nachhinein anders machen würdet? Regionalbahn, S-Bahn, Straßenbahn – gibt es Unterschiede? Wie lief bei euch das Ein- und Aussteigen? Hatten eure Hunde Angst vor den Türen, Geräuschen vor allem auch wegen dem Zeitdruck bei Aus-Einsteigen? Hat sich euer Hund eher geweigert reinzugehen oder rauszugehen? Wie seid ihr damit umgegangen? Was hat euren Hunden in genau diesem Moment geholfen, wenn Futter keine Option war?Meiner würde nichts nehmen) Tragen eure Hunde beim Bahnfahren immer einen Maulkorb? Kleiner Hinweis noch: Ich werde nicht jeden Beitrag einzeln beantworten, sondern möchte einfach eure Erfahrungen sammeln und in Ruhe lesen – vielleicht kann ich mir das eine oder andere für uns mitnehmen.
 
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Katja
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heute 17:12
Ich bin mir zu 99% sicher dass er beim Einsteigen krasse Probleme haben wird – sowohl bei der Bahn als auch im Bus. Der Zeitdruck dabei macht mir am meisten Sorgen: man hat kaum die Möglichkeit, dem Hund die Situation in Ruhe zu "erklären"oder ihm wirklich Zeit zu geben. Er hat generell "Angst"vor automatischen Glastüren auch in Geschäften
Dann such Dir ne Endhaltestelle und frag, ob Du üben kannst!
Viele Fahrer sind ganz erfreut über die Unterhaltung…😀
 
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Andrea
heute 16:54
Wir haben recht früh angefangen Freya an den Bus zu gewöhnen.
Sie war das erste Mal etwas unsicher beim Einsteigen.
Aber dann fand sie es spannend und seitdem möchte sie immer gerne Einsteigen, wenn wir an einem Bus vorbeigehen.
Die nächste Steigerung war die S-Bahn nach Hannover. Da war sie zunächst auch etwas unsicher. Mit gutem Zureden ist sie dann eingestiegen.
In der Bahn fand sie es dann wieder recht spannend.
Seither ist es kein Problem.
In der Bahn trägt sie Maulkorb, da es vorgeschrieben ist bei der Üstra. Im Bus brauchte sie noch keinen tragen, weil der Fahrer Hausrecht hat, und es bisher nie verlangt wurde.
Ich muss dazu sagen, dass Freya vom Wesen her sehr entspannt ist.
 
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Vivi &
heute 16:59
Ich bin mit Pico recht früh nachdem er zu mir kam Bus gefahren. Autofahren kannte er und liebt er. Er war von dem städtischen Umfeld schnell überfordert.

Ich bin mit ihm zur nächsten Bushaltestelle gegangen und er war leicht überfordert. Dann sind wir in eine Buslinie gestiegen, die immer leer ist. Da habe ich ihn zwischen Glasscheibe und Sitz geparkt und er konnte erstmal rausgucken. Das fand er richtig gut. Auch der Wechsel von der stressigen Bushaltestelle zum ruhigen Bus war sinnvoll (das hat das Busfahren direkt zu etwas angenehmen gemacht). Ausgestiegen sind wir dann an einer sehr ruhigen Haltestelle an seiner Standard Gassistrecke (Endhaltestelle). Da hat er nochmal viel Zeit bekommen anzukommen, zu schnüffeln und den Stress abzuschütteln.
Zurück sind wir gelaufen.

So haben wir das ein paar Wochen lang mehrere Tage die Woche geübt und dann erst mit dem Maulkorb angefangen. Der verunsichert Pico leider etwas, da er die Sicht einschränkt. Auch das hat gut funktioniert (inzwischen habe ich den Maulkorb nur noch bei Überlandbussen, Bahnfahrten und im Urlaub dabei).

Das erste Mal Zugfahren habe ich mit einem anderen Hund zusammen gemacht, da hat er sich auch direkt abgelegt. Da hatte ich mir davor Sorgen gemacht, wegen der Vibrationen und der ungewohnten Umgebung. Das hat aber auch gut funktioniert.
Davor waren wir schon ein paarmal am Bahnhof um seinen Besitzer abzuholen. Auch das war schon stressig für ihn, aber die Freude über den Besitzer hat das dann gut abgemildert. Deswegen war der Schritt in den Zug einzusteigen gar nicht so groß.

Tatsächlich würde ich sagen, dass der Bahnhof / die Bushaltestelle mehr Probleme machen als die eigentliche Fahrt.

Ich gebe Pico Sicherheit durch Nähe und festhalten (ist nicht für jeden Hund was, aber für meinen genau das richtige). Und durch Routine. Wir fahren recht regelmäßig Bus (mindestens einmal im Monat, manchmal auch wöchentlich). Wenn wir den Bus betreten, ist Pico an kurzer Leine. Wir gehen direkt zu einem Platz (wenn zwei nebeneinander frei sind) und ich schicke Pico in den Fußraum. Wenn keine Plätze frei sind, bleibe ich im Gang stehen und er legt sich direkt zu meinen Füßen. Wenn es voll ist, dann stelle ich mich über ihn.

Übrigens, nachdem Pico Busfahren kennengelernt hat, stand die nächste Trainingseinheit an: Wir steigen nicht einfach so in jeden Bus ein! Er hat nämlich sehr schnell begriffen, das Busfahren heißt, dass er nicht laufen muss 🙃
 
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Mel und
heute 17:09
Ich bin mir zu 99% sicher dass er beim Einsteigen krasse Probleme haben wird – sowohl bei der Bahn als auch im Bus. Der Zeitdruck dabei macht mir am meisten Sorgen: man hat kaum die Möglichkeit, dem Hund die Situation in Ruhe zu "erklären"oder ihm wirklich Zeit zu geben.

Er hat generell "Angst"vor automatischen Glastüren auch in Geschäften
 
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Katja
heute 17:11
Wir haben uns auch erstmal wenig genutzte Linien und Randzeiten genutzt. Ich wollte einfach alle Zeit der Welt haben und im Zweifel auch mal was wegfahren lassen.
Polli als Strassenhund war aber scheinbar (Menschen-) Trubel gut gewohnt. Auch heute noch muss sie immer mitten rein ins Getümmel, wenn’s rein oder raus geht… sie immer als erstes!🥴

Bisschen schwierig ist es, sie irgendwo in die Ecke zu bugsieren: sie liegt gerne mitten im Gang und hat da alles im Blick. Wenn sie nicht gerade staubsaugend unter den Bänken rumkriecht: so eine S-Bahn in Berlin ist da verdammt ergiebig… und das weiß sie!
An Liebsten hab ich sie eigentlich zwischen meinen Beinen oder unter meinem Sitz, zumindest wenn’s voll ist. Muss man üben.

Ich würde das ganz langsam und gelassen angehen: alles kann, nix muss. Und wenn Du merkst, dass Nio mit irgendwas ein Problem hat, das erstmal kurz halten und allmählich aufbauen.

Maulkorb hatten wir erstmal nicht drauf, weil ich keinen zusätzlichen Stressfaktor wollte. In den Bahnen sagt bei uns in Berlin sowieso meist niemand was. Und wenn der Busfahrer einen ohne nicht mitnehmen will, warte ich halt auf den nächsten Bus.
Aber inzwischen ist das auch kein Problem mehr und Maulkorb kommt nach Bedarf drauf. Meist reicht‘s aber schon, wenn er irgendwo am Rucksack bamselt (-> Bereitschaft signalisieren!). Wenn ich sehe, jemand guckt grimmig, frage ich auch schonmal, ob ich den Maulkorb lieber draufmachen soll… oft kommt ein „Ach, muss doch nicht“ zurück!
Polli kann im Zweifel aber auch sehr süß gucken!😀
 
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Katja
heute 17:12
Ich bin mir zu 99% sicher dass er beim Einsteigen krasse Probleme haben wird – sowohl bei der Bahn als auch im Bus. Der Zeitdruck dabei macht mir am meisten Sorgen: man hat kaum die Möglichkeit, dem Hund die Situation in Ruhe zu "erklären"oder ihm wirklich Zeit zu geben. Er hat generell "Angst"vor automatischen Glastüren auch in Geschäften
Dann such Dir ne Endhaltestelle und frag, ob Du üben kannst!
Viele Fahrer sind ganz erfreut über die Unterhaltung…😀
 
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Mel und
heute 17:13
Dann such Dir ne Endhaltestelle und frag, ob Du üben kannst! Viele Fahrer sind ganz erfreut über die Unterhaltung…😀
Gute Idee 👍
 
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Vivi &
heute 17:13
Ich bin mir zu 99% sicher dass er beim Einsteigen krasse Probleme haben wird – sowohl bei der Bahn als auch im Bus. Der Zeitdruck dabei macht mir am meisten Sorgen: man hat kaum die Möglichkeit, dem Hund die Situation in Ruhe zu "erklären"oder ihm wirklich Zeit zu geben. Er hat generell "Angst"vor automatischen Glastüren auch in Geschäften
Beim Bus gibt es die Option Endhaltestelle. Ich fand das zum aussteigen sinnvoll, aber auch einsteigen ist da für den Anfang möglich.
Ich weiß, dass einige so trainieren, dass sie an der Endhaltestelle einsteigen, sich kurz Bus angucken und wieder aussteigen.
Das wäre für meinen Hund gegangen, aber ihm hätte der Sinn gefehlt. Pico hat Busfahren von Anfang an kennen gelernt als etwas sehr angenehmes, weil er aus einer stressigen Situation entkommt und bei einer schönen Gassi Stelle aussteigt.
 
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Katja
heute 17:15
Beim Bus gibt es die Option Endhaltestelle. Ich fand das zum aussteigen sinnvoll, aber auch einsteigen ist da für den Anfang möglich. Ich weiß, dass einige so trainieren, dass sie an der Endhaltestelle einsteigen, sich kurz Bus angucken und wieder aussteigen. Das wäre für meinen Hund gegangen, aber ihm hätte der Sinn gefehlt. Pico hat Busfahren von Anfang an kennen gelernt als etwas sehr angenehmes, weil er aus einer stressigen Situation entkommt und bei einer schönen Gassi Stelle aussteigt.
Bei uns stehen auch öfter mal S-Bahnen an der Endhaltestelle offen rum!😀
 
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Andrea
heute 17:33
Ich bin mir zu 99% sicher dass er beim Einsteigen krasse Probleme haben wird – sowohl bei der Bahn als auch im Bus. Der Zeitdruck dabei macht mir am meisten Sorgen: man hat kaum die Möglichkeit, dem Hund die Situation in Ruhe zu "erklären"oder ihm wirklich Zeit zu geben. Er hat generell "Angst"vor automatischen Glastüren auch in Geschäften
Ich weiß ja nicht welche Frequenzen eure Busse haben. Bei uns fährt 1x die Stunde einer und er steht meist 10 Minuten. Und es ust nur zu den Haupt-Schulzeiten voll besetzt. Zu den anderen Zeiten konnten wir ganz entspannt üben.
Wenn man mit dem Busfahrer spricht, unter meist sehr Verständnisvoll.
 
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Andrea
heute 17:34
Bei uns stehen auch öfter mal S-Bahnen an der Endhaltestelle offen rum!😀
Bei uns auch.👍🏻