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Mara
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Anzahl der Antworten 63
zuletzt 30. März

Gestresster Hund

Hallo ihr lieben, unser kleiner Mokka ist jetzt seit fünf Tagen bei uns. Er ist ein Tierschutzhund aus Griechenland und ca. 5 Monate alt. Eigentlich klappt der Großteil schon besser als ich dachte, er ist schon fast stubenrein, fühlt sich in unserer Nähe wohl und verträgt sein Futter super. Allerdings ist er in der Außenwelt völlig gestresst und überfordert: draußen bellt er absolut jeden und alles an, kann kaum runterfahren und ist dann zu gestresst um sich zu lösen. Es ist ein absoluter Teufelskreis. Gassi gehen möchte er gar nicht, sobald wir draußen sind zieht er wieder nach drinnen und bellt auch hier alles und jeden an. Auch in der Wohnung bellt er oft unkontrolliert, mit oder ohne Trigger. Hatte jemand eine ähnliche Situation und hat ein paar Tipps für mich? Auch wenn er sonst ein totaler Schatz ist, fühle ich mich mit der Situation ziemlich überfordert. 😞
 
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Martha
28. März 12:27
Hallo liebe Mara,,

Du steckst gerade in einer anstrengenden Situation.

Ein Hund aus dem Tierschutz bringt oft seine eigene Geschichte mit. Er muss sich erst orientieren, verstehen, wo er ist, wer du bist und was von ihm erwartet wird. Gleichzeitig versuchst du, alles richtig zu machen. Diese Kombination kann schnell zu Stress auf beiden Seiten führen.

Die ersten Tage sind selten harmonisch. Es ist eher eine Phase voller Unsicherheit, Missverständnisse und Anpassung. Der Hund zeigt vielleicht Verhalten, das du nicht einordnen kannst, und du hast noch keine Routine oder Sicherheit im Umgang mit ihm.

Überforderung ist in so einer Situation kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Signal: Es ist gerade viel. Und das darf auch so benannt werden.

Wichtig ist jetzt nicht, perfekt zu funktionieren, sondern Druck rauszunehmen. Kleine Schritte, klare Strukturen und vor allem Geduld – mit dem Hund und mit dir selbst. Du musst nicht sofort alles lösen.

Erlaub dir Pausen. Hol dir Unterstützung, wenn möglich. Und erinnere dich daran: Eine Beziehung entsteht nicht in fünf Tagen.

Mit der Zeit wird vieles leichter – nicht, weil plötzlich alles perfekt ist, sondern weil ihr euch gegenseitig besser versteht.

Ich wünsche dir alles Gute mit deinem Schatz.🐕🐾🍀
 
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Mara
28. März 12:28
Hallo liebe Mara,, Du steckst gerade in einer anstrengenden Situation. Ein Hund aus dem Tierschutz bringt oft seine eigene Geschichte mit. Er muss sich erst orientieren, verstehen, wo er ist, wer du bist und was von ihm erwartet wird. Gleichzeitig versuchst du, alles richtig zu machen. Diese Kombination kann schnell zu Stress auf beiden Seiten führen. Die ersten Tage sind selten harmonisch. Es ist eher eine Phase voller Unsicherheit, Missverständnisse und Anpassung. Der Hund zeigt vielleicht Verhalten, das du nicht einordnen kannst, und du hast noch keine Routine oder Sicherheit im Umgang mit ihm. Überforderung ist in so einer Situation kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Signal: Es ist gerade viel. Und das darf auch so benannt werden. Wichtig ist jetzt nicht, perfekt zu funktionieren, sondern Druck rauszunehmen. Kleine Schritte, klare Strukturen und vor allem Geduld – mit dem Hund und mit dir selbst. Du musst nicht sofort alles lösen. Erlaub dir Pausen. Hol dir Unterstützung, wenn möglich. Und erinnere dich daran: Eine Beziehung entsteht nicht in fünf Tagen. Mit der Zeit wird vieles leichter – nicht, weil plötzlich alles perfekt ist, sondern weil ihr euch gegenseitig besser versteht. Ich wünsche dir alles Gute mit deinem Schatz.🐕🐾🍀
Vielen Dank 🫶🏼
 
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Annett
28. März 12:40
Leider kriegt man ihn da in solchen Momenten kaum weg 🥲 Selbst vorher „umlenken“ klappt nicht wirklich, manchmal hab ich das Gefühl er will nur zum Bellen raus 😄
Du musst aufmerksamer sein. Merkst du, dass jemand kommt, stell dich möglichst vorher zwischen ihn und den Zaun und schicke ihn körpersprachlich weg, wenn er Anstalten macht. So machst du ihm klar, dass du das im Griff hast, wer dort langgeht und er sich nicht darum kümmern muss. Wenn er bereits kläffend losgerannt ist, wird es schwerer, aber auch da würde ich einfach hingehen, mich zwischen ihn und den Zaun stellen und ihn wegschicken.
 
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Mara
28. März 12:51
Ich habe damals von der Orga, von der ich meinen Hund adoptiert habe, ein Bild bekommen, das die 3-er Regel für Hunde aus dem Tierschutz beschreibt: Die ersten 3 Tage: Stressabbau / Nach 3 Wochen: Routinen kennenlernen / Nach 3 Monaten: sich zuhause fühlen - es entwickelt sich zunehmend eine Bindung. Meine Hündin hat etwas länger gebraucht, bis sie sich wirklich zuhause gefühlt hat, war aber auch schon erwachsen. Vielleicht hilft dir das bei der Einschätzung der Zeit. Meine Hündin konnte sich anfangs nur an einer bestimmten Stelle hinterm Haus lösen, also bin ich immer nur mit ihr zu dieser Stelle. Ansonsten habe ich mich relativ oft und länger mit ihr draußen irgendwo hingestellt oder gesetzt und nur beobachtet, im Gassigehen hat sie auch keinen Sinn gesehen, sie ist eingefroren und hat keinen Schritt mehr gemacht. Sie hat sich immer sehr an anderen Hunden orientiert, das tut sie heute noch wenn sie etwas unsicher ist. Das erste Mal in der Hundeschule ich mit ihr nach ca. 4 Monaten. Anfassen lassen ging aber bei ihr von Anfang an und ich hatte auch das Gefühl, dass es sie beruhigt hat, wenn sie aufgregt war. Zum Bellen kann ich nichts sagen, das hat meine Hündin sich die ersten Monate gar nicht getraut. Dein Hund scheint unerschrockener zu sein als meine Hündin damals war, aber vielleicht hilft dir das ja trotzdem. Gut gemeinte Ratschläge die ich so bekommen habe, haben mir damals leider nicht geholfen. Beispielsweise einfach über die Leine mitnehmen ging nicht, ich hätte sie über den Boden geschleif mit ihrem Sicherheitsgeschirr, heute zieht sie sich das Geschirr oder Halsband einfauch aus (hört aber und bleibt bei mir), also habe ich mich anfangs immer wieder hingehockt und sie gelockt, das hat dann geklappt. Ich würde mich daher an deiner Stelle auf deine Intuition verlassen, also wenn etwas ganz gut klappt, das dann weiter so zu machen.
Ich wünsche dir eine ganz tolle Kennenlernzeit mit deinem Hund und dass ihr ein tolles Team werdet 😊💪.
 
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Mara
28. März 13:41
Der Hund ist erst ein paar Tage dort . Alles hat sich verändert und er ist extrem unsicher. Dem Bellen im Haus, bei Geräuschen würde ich erstmal garkeine große Bedeutung zumessen und, wie gesagt, viel mit Nähe und komplett ohne Dinge wie ignorieren etc. arbeiten. Im Garten würde ich ihn erstmal an der Schleppleine lassen und unbedingt dabei bleiben, um zu verhindern, dass er am Zaun steht und bellt. Ich würde auf jeden Fall spazieren gehen, aber nicht zuhause in belebten Gebiet, sondern mit dem Auto an einem ruhigen Ort. Natürlich muss man auch im Haus Regeln aufstellen, aber auf eine liebevolle Art und Weise.
So würde ich persönlich das Bellen auch handhaben und erst körpersprachlich wegschicken o.ä., wenn eine gewisse Bindung da ist oder andere freundlichere Methoden nicht funktionieren. Ich würde vermuten, dass er eher aus Unsicherheit bellt als dass er irgendwie Kontrolle haben möchte oder sich verantwortlich für etwas fühlt.
 
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Sigrid
28. März 13:51
Er braucht Zeit um alles kennen zu lernen Umgebung,Geräusche,Gerüche Land u.Leute es braucht seine Zeit die müsst Ihr Ihm schon gönnen🤷‍♀️
 
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Nathalie
28. März 15:26
Hallo Mara ,

Lass Mokka erstmal ankommen . Das knurren und bellen macht er aus Unsicherheit. Er ist erst seit 5 Tagen bei euch..... ,das ist überhaupt keine Zeit .....Er kennt das Leben im Haus nicht ,die Umgebung ist fremd, ihr sprecht eine andere Sprache . Geh mit ihm erstmal nur raus lass ihn beobachten und belohne gutes Verhalten mit Leckchen, wo er drauf abfährt die besonders sind . Gib ihm Sichherheit. Wenn jemand von vorne kommt stell dich vor ihm und gib ihm so Schutz, lass nicht zu das er von jedem angequascht wird oder angefasst wird ..... immer nur kleine Runden laufen, wenn er möchte . Und ganz wichtig macht er was toll belohne ihn .

Meine Hündin kommt aus Rumänien und Leni hat sich ähnlich verhalten. Die ersten 3 Wochen wollte sie gar nicht vom Grundstück runter ,so dass wir mit ihr spazieren gehen konnten , ihr Geschäft hat sie die ersten Tage / Wochen bei uns im Garten gemacht . Spazieren gehen konnte ich nur in Begleitung eines anderen Hundes ,an dem sie dich orientieren konnte oder meine Mutter war jeden Tag mit ihrer Hündin bei uns,dann ging es .
Draußen hat sie auch alles angebellt und angeknurrt ,was ihr unheimlich war . Ganz schlimm waren Männer, Kinder ...... Mein Mann inklusive.
Autofahren ging gar nicht ,da sie so gesabbelt hat ,dass wir hinterher ein Schwimmbad im Auto hatten .
An der Strasse hatte sie Angst ,war unsicher.......
Ich habe es so gemacht ,dass ich sie erst ankommen lassen habe . Wir hatten feste Strukturen, klare Regeln für meine Kinder & meinem Mann ....
Drinnen habe ich sie die ersten Wochen nur aus der Hand gefüttert und gutes Verhalten belohnt .....
Das bellen & knurren habe ich ignoriert bin gar nicht drauf eingegangen......
Ich habe viele Bindungsspiele mit ihr gemacht und sie hat sich sehr doll an andere Hunde orientiert das alles zusammen hat uns geholfen und heute ist sie eine tolle Hündin ,die wir nicht mehr missen wollen .....und von unseren Startschwierigkeiten merkt man heute nichts mehr.

Alles andere haben wir klein schrittig geübt inklusive Tierarzttraining, auch da hatte sie Angst und hat alle angeknurrt .

Ich wünsche euch ganz viel Glück🍀🌻🍀 eine ganz tolle Kennenlern - Zeit . Das wird schon .....
 
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Jens
28. März 15:40
Professionelle Hilfe suchen.
Ich kann ne deutsche Online-Trainerin empfehlen, die Tierschutz in Griechenland macht.

https://www.hundeverstehen-onlinecoaching.de/

Womöglich förderlicher für Hund und Halter ;)
 
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Karin
28. März 15:54
Hallo Mara , Lass Mokka erstmal ankommen . Das knurren und bellen macht er aus Unsicherheit. Er ist erst seit 5 Tagen bei euch..... ,das ist überhaupt keine Zeit .....Er kennt das Leben im Haus nicht ,die Umgebung ist fremd, ihr sprecht eine andere Sprache . Geh mit ihm erstmal nur raus lass ihn beobachten und belohne gutes Verhalten mit Leckchen, wo er drauf abfährt die besonders sind . Gib ihm Sichherheit. Wenn jemand von vorne kommt stell dich vor ihm und gib ihm so Schutz, lass nicht zu das er von jedem angequascht wird oder angefasst wird ..... immer nur kleine Runden laufen, wenn er möchte . Und ganz wichtig macht er was toll belohne ihn . Meine Hündin kommt aus Rumänien und Leni hat sich ähnlich verhalten. Die ersten 3 Wochen wollte sie gar nicht vom Grundstück runter ,so dass wir mit ihr spazieren gehen konnten , ihr Geschäft hat sie die ersten Tage / Wochen bei uns im Garten gemacht . Spazieren gehen konnte ich nur in Begleitung eines anderen Hundes ,an dem sie dich orientieren konnte oder meine Mutter war jeden Tag mit ihrer Hündin bei uns,dann ging es . Draußen hat sie auch alles angebellt und angeknurrt ,was ihr unheimlich war . Ganz schlimm waren Männer, Kinder ...... Mein Mann inklusive. Autofahren ging gar nicht ,da sie so gesabbelt hat ,dass wir hinterher ein Schwimmbad im Auto hatten . An der Strasse hatte sie Angst ,war unsicher....... Ich habe es so gemacht ,dass ich sie erst ankommen lassen habe . Wir hatten feste Strukturen, klare Regeln für meine Kinder & meinem Mann .... Drinnen habe ich sie die ersten Wochen nur aus der Hand gefüttert und gutes Verhalten belohnt ..... Das bellen & knurren habe ich ignoriert bin gar nicht drauf eingegangen...... Ich habe viele Bindungsspiele mit ihr gemacht und sie hat sich sehr doll an andere Hunde orientiert das alles zusammen hat uns geholfen und heute ist sie eine tolle Hündin ,die wir nicht mehr missen wollen .....und von unseren Startschwierigkeiten merkt man heute nichts mehr. Alles andere haben wir klein schrittig geübt inklusive Tierarzttraining, auch da hatte sie Angst und hat alle angeknurrt . Ich wünsche euch ganz viel Glück🍀🌻🍀 eine ganz tolle Kennenlern - Zeit . Das wird schon .....
War hier genauso ☺️ Und heute hab ich eine Hündin die mit ins Büro kommt, so gerne spazieren geht und sich einen Ast ausfreut wenn meine Kollegin sie streichelt.

Nala hat komplett die Angst vor meinem Mann verloren, generell hat sich ihre Angst fast komplett gelegt.

Wir sind in Restaurants, gehen bewusst an viel besuchte Plätze, gehen mit ihr am Dorf fussballplatz. Sie liebt Kinder, ist aber selber so unerfahren gewesen was den Umgang betrifft.

Nala fährt gerne Auto, ist überall dabei und liebt das Kuscheln mit uns.

Nur mut, in ein paar Wochen sieht die Welt schon anders aus ❤️
 
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Anne
28. März 17:17
Wir hatten das auch. Kira kam aus Bulgarien und kannte nichts außer Zwinger. Sie hat sich Zuhause am wohlsten gefühlt. Draußen sehr nervös und ängstlich. Man will ja nur das Beste und macht sich selber Stress. Erst als wir gesagt haben... wir bleiben jetzt entspannt und erwarten nichts und sind jeden Tag in der direkten Umgebung kleine Runden gelaufen, wurde es besser. Die Routine, immer zu den gleichen Zeiten. So konnte sie sich drauf einstellen, wusste was wann kommt. Also, ich meine, Tagesstruktur. So konnte sie ihr Revier kennenlernen, auch die anderen Hunde. Immer schnüffeln lassen. So hat sie sich immer mehr eingelebt. Niemand hat Druck gemacht. So wurde sie sicherer. Aber das dauert... braucht man einfach Geduld
Wünsche Euch alles Liebe...das wird schon 🫶