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Mara
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Anzahl der Antworten 63
zuletzt 30. März

Gestresster Hund

Hallo ihr lieben, unser kleiner Mokka ist jetzt seit fünf Tagen bei uns. Er ist ein Tierschutzhund aus Griechenland und ca. 5 Monate alt. Eigentlich klappt der Großteil schon besser als ich dachte, er ist schon fast stubenrein, fühlt sich in unserer Nähe wohl und verträgt sein Futter super. Allerdings ist er in der Außenwelt völlig gestresst und überfordert: draußen bellt er absolut jeden und alles an, kann kaum runterfahren und ist dann zu gestresst um sich zu lösen. Es ist ein absoluter Teufelskreis. Gassi gehen möchte er gar nicht, sobald wir draußen sind zieht er wieder nach drinnen und bellt auch hier alles und jeden an. Auch in der Wohnung bellt er oft unkontrolliert, mit oder ohne Trigger. Hatte jemand eine ähnliche Situation und hat ein paar Tipps für mich? Auch wenn er sonst ein totaler Schatz ist, fühle ich mich mit der Situation ziemlich überfordert. 😞
 
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C
27. März 20:50
In diesem Alter beginnt manchmal schon die „Gruselphase“ und wenn dann eine neue Umgebung etc. dazu kommt, ist es einfach viel für die Junghunde.

Ich würde empfehlen:

*Ankommen lassen & Tempo rausnehmen

*Immer kurz abwägen, wo aus der Situation nehmen & wo gemeinsam durchgehen

*Kaubeschäftigungen & Leckmatte zur Nervenregulation

*Interaktionen mit euch, die Bindung&Beziehung fördern wie z.B. gemeinsam ein Leckerchen suchen, gemeinsam im Garten auf dem Boden sitzen und die Natur beobachten etc.

*Hausleine für daheim, um ihn aus Situationen zu nehmen wie das beginnende Bellen am Zaun

Und, nicht jeder (Tierschutz-)Hund ist für eine reguläre Hundeschule gemacht. Manchmal ist Einzeltraining besser und das bewusste Aussuchen von souveränen erwachsenen Hunden mit denen ihr euch dann trefft.
 
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Kirsten
27. März 21:28
Ja den Garten liebt er total, da kann er auch wunderbar toben 😊 Allerdings gibt es einen nicht blickdichten Zaun Richtung Fußgängerweg, da zieht es ihn wie magnetisch zum Bellen hin 🥲 Aber ja da hast du sicher recht, Geduld und Ruhe sind vermutlich der Schlüssel 🔑🤎
Da habt ihr schon einen enorm großen Vorteil, der euch sehr entlasten kann.

Für Mokka hat ja gerade erst ein neues Leben begonnen und es wirken so viele neue Dinge auf ihn ein.
Je nach Situation benötigt der Abbau von Stresshormonen Stunden bis hin zu mehren Tagen. Ein gestresster Hund reagiert heftiger und schneller auf Reize.
Meine Hündin reagiert bis heute sensibler als sonst auf Außengeräusche nach extrem stressigen Erlebnissen, oder wenn es ihr nicht gut geht, die im Normalzustand maximal ein Öffnen der Augen oder Aufstellen eines Ohrs bewirken.

Ausreichend Ruhe und Schlaf zur Regeneration kann helfen, auch wenn das sicher auch erstmal gar nicht so leicht ist ☺️
Ein klarer Kopf ist lern- und aufnahmefähiger.

Kannst du Mokka mit einer Ansprache oder über die Leine freundlich vom Zaun weg mitnehmen bzw. dirket so managen, dass er da gar nicht erst hingeht? Lautstark Leute oder Artgenossen verscheuchen kann natürlich ein tolles Ventil werden, von dem man aus menschlicher Sicht hinterher vielleicht nicht ganz so begeistert ist 😬
 
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Mara
27. März 21:38
Da habt ihr schon einen enorm großen Vorteil, der euch sehr entlasten kann. Für Mokka hat ja gerade erst ein neues Leben begonnen und es wirken so viele neue Dinge auf ihn ein. Je nach Situation benötigt der Abbau von Stresshormonen Stunden bis hin zu mehren Tagen. Ein gestresster Hund reagiert heftiger und schneller auf Reize. Meine Hündin reagiert bis heute sensibler als sonst auf Außengeräusche nach extrem stressigen Erlebnissen, oder wenn es ihr nicht gut geht, die im Normalzustand maximal ein Öffnen der Augen oder Aufstellen eines Ohrs bewirken. Ausreichend Ruhe und Schlaf zur Regeneration kann helfen, auch wenn das sicher auch erstmal gar nicht so leicht ist ☺️ Ein klarer Kopf ist lern- und aufnahmefähiger. Kannst du Mokka mit einer Ansprache oder über die Leine freundlich vom Zaun weg mitnehmen bzw. dirket so managen, dass er da gar nicht erst hingeht? Lautstark Leute oder Artgenossen verscheuchen kann natürlich ein tolles Ventil werden, von dem man aus menschlicher Sicht hinterher vielleicht nicht ganz so begeistert ist 😬
Leider kriegt man ihn da in solchen Momenten kaum weg 🥲
Selbst vorher „umlenken“ klappt nicht wirklich, manchmal hab ich das Gefühl er will nur zum Bellen raus 😄
 
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Anneke
27. März 21:57
Mara hat nach Hilfe und Tips gefragt. Was ja sehr positiv ist. Sie hat nirgendwo geschrieben, dass sie irgendwas voraussetzt, was schon klappen sollte !
Doch, hatte sie.
Sie schrieb, dass der Hund keinen Kommandos folge, woraufhin ich erklärte, dass der Hund diese nach 5 Tagen noch nicht kennen könne.
Und das ist und war gleichzeitig der Tip, sich Zeit zu lassen.
Ebenso erhielt sie den Tip, das Programm zu reduzieren und einen kurzen angeblich erwünschten Erfahrungsbericht, was ansonsten auch wenige geantwortet haben.

Auf den jetzigen Eingangstext hätte ich auch anders geantwortet.
 
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Anneke
28. März 00:55
Danke für eure „nett“ gemeinten Tipps, hier spricht tatsächlich nur eine Hundeanfängerin die nach Rat fragt. Mir ist völlig bewusst, dass er Zeit braucht und womöglich nicht ideal ins Leben gestartet ist. Genau deshalb frage ich hier nach Erfahrungsberichten, keine Belehrungen.
Da mir das keine Ruhe lässt, antworte ich jetzt doch noch.
Ich hatte gar nicht die Absicht, "nett" zu sein.
Und bevor die Aufregung wieder los geht: auch nicht das Gegenteil oder irgendwas dazwischen.
Ist ein Mathebuch nett? Nein, dennoch liefert es Informationen.

Und ich verstehe überhaupt nicht, wieso Du Dich lieber angegriffen fühlen magst statt im Sinne Deines Hundes zu überlegen, ob Du etwas lernen kannst.

Im ursprünglichenEingangstext war von Überforderung, Stress und nicht erfüllten Erwartungen die Rede.

Deshalb hatte ich bewusst geschrieben, dass auch Du nach 5 Tagen im Stress eine neue Sprache nicht beherrschen kannst, um Dich Deinem Hunde näher zu bringen und Verständnis für seine Situation und sein Verhalten zu schaffen.

Für Dich ist es der erste Hund - für Mokka bist Du vermutlich die erste Halterin.
Du verstehst das Bellen und die Körpersprache nicht - Mokka versteht vielleicht nicht mal, dass Du nicht mit dem Körper, sondern nur dem Mund sprichst (Hinweis: dies ist auch ein Tip, sich mit der Körpersprache von Hunden zu beschäftigen).
Ihr sitzt doch im selben Boot!
Nur kann Mokka nicht im Internet oder mit Menschen aus der Umgebung sprechen (Hinweis: dies ist auch ein Tip, Mokka das Eine oder Andere von einem anderen Hund lernen zu lassen), Du jedoch schon.
Und Du hast mehr Wissen über Eure vorherigen Lebensabschnitte und lebst weiterhin in Deiner, nur veränderten, Welt.
Ausserdem hast Du für Euch dieses neue Leben entschieden, also trägst Du auch die Verantwortung und musst auch mal mit Kritik leben.

Du bist überfordert - Mokka ist es auch und Mokka hat viel mehr zu verarbeiten als Du.

Nochmal über weniger Programm und meinen Erfahrungen zu schreiben, spare ich mir jetzt.
Vermutlich ist ja auch das hier schon wieder verkehrt.
 
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Mara
28. März 01:31
Da mir das keine Ruhe lässt, antworte ich jetzt doch noch. Ich hatte gar nicht die Absicht, "nett" zu sein. Und bevor die Aufregung wieder los geht: auch nicht das Gegenteil oder irgendwas dazwischen. Ist ein Mathebuch nett? Nein, dennoch liefert es Informationen. Und ich verstehe überhaupt nicht, wieso Du Dich lieber angegriffen fühlen magst statt im Sinne Deines Hundes zu überlegen, ob Du etwas lernen kannst. Im ursprünglichenEingangstext war von Überforderung, Stress und nicht erfüllten Erwartungen die Rede. Deshalb hatte ich bewusst geschrieben, dass auch Du nach 5 Tagen im Stress eine neue Sprache nicht beherrschen kannst, um Dich Deinem Hunde näher zu bringen und Verständnis für seine Situation und sein Verhalten zu schaffen. Für Dich ist es der erste Hund - für Mokka bist Du vermutlich die erste Halterin. Du verstehst das Bellen und die Körpersprache nicht - Mokka versteht vielleicht nicht mal, dass Du nicht mit dem Körper, sondern nur dem Mund sprichst (Hinweis: dies ist auch ein Tip, sich mit der Körpersprache von Hunden zu beschäftigen). Ihr sitzt doch im selben Boot! Nur kann Mokka nicht im Internet oder mit Menschen aus der Umgebung sprechen (Hinweis: dies ist auch ein Tip, Mokka das Eine oder Andere von einem anderen Hund lernen zu lassen), Du jedoch schon. Und Du hast mehr Wissen über Eure vorherigen Lebensabschnitte und lebst weiterhin in Deiner, nur veränderten, Welt. Ausserdem hast Du für Euch dieses neue Leben entschieden, also trägst Du auch die Verantwortung und musst auch mal mit Kritik leben. Du bist überfordert - Mokka ist es auch und Mokka hat viel mehr zu verarbeiten als Du. Nochmal über weniger Programm und meinen Erfahrungen zu schreiben, spare ich mir jetzt. Vermutlich ist ja auch das hier schon wieder verkehrt.
Wie gesagt, ich bin für jeden Tipp sehr dankbar, manchmal ist es aber die Art und Weise. 🙂
 
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Claudia
28. März 02:51
Hi,
Ehrlich gesagt würde ich mich in Deiner Situation (als Anfängerin sowieso) damit lieber an einen guten Hundetrainer wenden. Wenn er zu Euch kommt, kann er den Hund in Ruhe einschätzen und Dir Tips geben. Wenn hier so viele Ratschläge kommen, könnte das eher noch verwirrend sein.
Ihr schafft das schon!
👍🏽🌞
 
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Ronja
28. März 03:48
Es wäre wahrscheinlich ein erster Schritt herauszufinden bzw. einzugrenzen, warum er bellen könnte... ob er wachsam ist bzw. an der Wohnung vorübergehende Personen/ Tiere meldet, Geräuschempfindlich ist (z.B. Wind an Hauswand), sonst irgendetwas suspekt findet, seine alten Bindungspartner vermisst/ danach ruft, usw., in welchen Situationen (steht er dabei Mitten im Raum, am Fenster, zieht er sich zurück, wirkt er rastlos/ orientierungslos, usw.)...

würde von Anfang an darauf achten sehr konsequent zu sein, also z.B. in Bezug auf die Wahl der Liegeplätze (nicht in Durchgangsbereichen/ da, wo er alles im Blick hat, erstmal keine privilegierten Plätze, wie Sofa o. Bett), nicht alleine in den Garten lassen, wenn er anfängt zu bellen sofort wieder reingehen, alles vorher für ihn abchecken, etc., so dass er versteht, dass er nicht verantwortlich ist... macht eine Hausleine daran, dann könnt ihr ihn kommentarlos/ stressfrei z.B. irgendwo wegholen, manchmal hilft es auch den Raum zu begrenzen, wenn Hunde nicht runterkommen (z.B. in dem ihr ihn irgendwo an der Leine festmacht)...
Frustrationstoleranz üben, also z.B. legt ihr etwas Leckeres o. Spielzeug in Sichtnähe, aber so, dass er nicht drankommt... dann wartet ihr einfach... kein Belohnen oder Korrigieren... der Hund soll lernen sich selbst zu regulieren... ihr könnt ja zunächst mit etwas weniger Interessantem anfangen und die Objekte mit der Zeit steigern...
Von Anfang an darauf achten, dass euch der Hund in der Wohnung nicht überall hin verfolgt... von Anfang an alleine ins Bad (mit geschlossener Türe), den Müll runterbringen, usw. ...

Konsequenz auch in Bezug auf die Aufmerksamkeit, d.h. überwiegend draußen, drinnen zumindest am Anfang sehr sparsam, bzw. nicht ständig, wenn er es einfordert... sondern wirklich darauf achten, dass er eigentlich keine Erwartungshaltung mehr hat und erst dann zu euch locken zum Streicheln/ Kuscheln. Auf Beschwichtigungssignale achten.

Wenn er draußen bellt, sind es ggf. zu viele Reize... würde erstmal bis ihr den Termin mit dem Hundetrainer habt, in Bögen ausweichen, wenn der Abstand noch so groß ist, dass ihr noch Einfluss habt... darauf achten, dass er nicht lernt, dass er durch das Bellen Erfolg hat, weil die Personen dann weitergehen... wenn ihr keinen Einfluss mehr habt, ist der Abstand zu gering, dann bleibt euch nichts anderes übrig, als entweder einfach kommentarlos weiterzugehen oder, was natürlich sehr schwer in der Situation ist: Fuß auf die Leine, wenn Hund zum Objekt will ggf. mit der Hand an der Brust zurückschieben, Person ansprechen und fragen, ob sie mit euch verweilen oder euch ein Stück begleiten könnte, bis sich euer Hund selbst reguliert hat... wenn der Hund aus dem Ausland in ein relativ belebtes Gebiet gekommen ist, ist das sehr schwer für ihn... dann für die großen Runden/Spaziergänge ggf. erstmal an unbelebte Orte fahren... das geht natürlich nicht immer... dann aber zumindest am Anfang immer der gleichen Weg, bis ihr merkt, dass es besser wird... und Stück für Stück erweitern...

Darauf achten, dass euer Hund nicht der erste ist, der Kontakt zu anderen Personen/ Hunden herstellt, sondern ihr... und dass er nur durch ruhiges Verhalten ans Ziel kommt (also z.B zu den Leuten hinkommt, wenn er sich für sie interessiert oder sie sich entfernen, wenn er sie auf Abstand halten will, wenn er zurück in die Wohnung will...)...
 
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Claudia
28. März 04:47
Achja: die Hundeschule ist natürlich schon fest eingeplant
Meine Nala kommt aus Rumänien u ich habe sie mit einem halben Jahr bekommen. Wir haben auch eine Katze, die bereits da war - das war eine Herausforderung. Nala konnte noch gar nichts u war auch von den ganzen Reizen überflutet. Allein der Fernseher war auch eine Reizüberflutung, aber das hatte sich nach einiger Zeit gelegt. Alles etwas langsamer angehen. Das braucht alles seine Zeit. Ich war auch völlig überfordert mit Hund u Katze. Das hat echt gedauert, dass sie zusammen in einem Raum u sogar zusammen auf dem Sofa liegen konnten. Manchmal habe ich mich auch gefragt, ob das alles so richtig gewesen ist -Ja - das war es - es dauert halt. Sie hat auch auf dem Küchentisch gestanden und war an der Leine wie ein Flummi. Ich kann nur sagen ZEIT und GEDULD ist ALLES. Natürlich dabei erziehen und loben, viel kuscheln. Beim Bellen habe ich sie in ein Zimmer getan u die Tür zu - hat sie aufgehört, habe ich die Tür geöffnet u dann immer so. Sie bellt gar nicht - nicht mal, wenn jemand klingelt- nur mal beim Spielen mit anderen Hunden. Hundeschule habe ich auch gemacht. Die helfen auch und ist allein wegen anderen Hunden schon super. Das sie untereinander toben können usw - ich gehe auch viel auf Hundewiesen, damit sie mit anderen gut toben kann. Allein das Zusehen und das sie Freude daran an, freut mich dann wieder. Aber es braucht Zeit Geduld, Liebe und Konsequenz (da bin ich auch nicht so super drin u es ist noch Ausbaufähig 😂. Ihr schafft das 👍🏼 LG Claudia
 
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Karin
28. März 06:20
Ich habe das gleiche durch mit meiner Nala. Schreib mich privat an und wir können uns gerne austauschen.

Was bei uns am allerbesten geholfen hat war - NICHTS MUSS ALLES KANN. Druck raus. Der Kerl möchte nicht rausgehen? Dann ist es auch okay es nicht zu tun! Das wichtigste ist dass er Vertrauen zu euch aufbaut und in seinem Tempo ankommen kann. Alles andere kommt zu einem späteren Zeitpunkt, wie Training usw...