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Mara
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Anzahl der Antworten 7
heute 19:06

Gestresster Hund

Hallo ihr lieben, unser kleiner Mokka ist jetzt seit fünf Tagen bei uns. Er ist ein Tierschutzhund aus Griechenland und ca. 5 Monate alt. Eigentlich klappt der Großteil schon besser als ich dachte, er ist schon fast stubenrein, fühlt sich in unserer Nähe wohl und verträgt sein Futter super. Allerdings ist er in der Außenwelt völlig gestresst und überfordert: draußen bellt er absolut jeden und alles an und kann kaum runterfahren, hört auch nicht auf Kommandos und ist dann zu gestresst um sich zu lösen. Es ist ein absoluter Teufelskreis. Gassi gehen möchte er gar nicht, sobald wir draußen sind zieht er wieder nach drinnen und bellt auch hier alles und jeden an. Auch in der Wohnung bellt er oft unkontrolliert, mit oder ohne Trigger. Hatte jemand eine ähnliche Situation und hat ein paar Tipps für mich? Auch wenn er sonst ein totaler Schatz ist, fühle ich mich mit der Situation ziemlich überfordert. 😞
 
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Maria
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heute 17:00
Ich würde ihn die nächsten drei Wochen komplett ignorieren, also nicht angucken, ansprechen oder anfassen. Auslastung über Kong, Futtersuche, Schleckmatte, Kauartikel etc. (in Maßen) Nach draußen nur zum Loesen, mehr nicht. Keine Kommandos, kein Schimpfen, kein Training.

Wenn möglich, gebt ihm einen abgedunkelten Bereich, ein Zimmer, eine Box, was immer möglich ist, damit ihr erstmal die “Reizzufuhr” runterschraubt.

Ignorieren bedeutet in diesem Fall übrigens nicht, dass ihr nicht für den Hund da sein sollt. Wenn er Kontakt sucht, gern, aber nur passiv. Wenn er Angst hat oder gestresst ist, seit ihr halt präsent und strahlt Ruhe aus. Das wirkt auch auf den Hund.

Das ist meine Strategie, wenn mal wieder zu viel Aufregung drin ist und das hilft bei uns immer. Es braucht aber Zeit.

Wünsche euch viel Freude mit eurem neuen Mitbewohner. 😊
 
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Mara
heute 16:45
Achja: die Hundeschule ist natürlich schon fest eingeplant
 
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Maria
heute 17:00
Ich würde ihn die nächsten drei Wochen komplett ignorieren, also nicht angucken, ansprechen oder anfassen. Auslastung über Kong, Futtersuche, Schleckmatte, Kauartikel etc. (in Maßen) Nach draußen nur zum Loesen, mehr nicht. Keine Kommandos, kein Schimpfen, kein Training.

Wenn möglich, gebt ihm einen abgedunkelten Bereich, ein Zimmer, eine Box, was immer möglich ist, damit ihr erstmal die “Reizzufuhr” runterschraubt.

Ignorieren bedeutet in diesem Fall übrigens nicht, dass ihr nicht für den Hund da sein sollt. Wenn er Kontakt sucht, gern, aber nur passiv. Wenn er Angst hat oder gestresst ist, seit ihr halt präsent und strahlt Ruhe aus. Das wirkt auch auf den Hund.

Das ist meine Strategie, wenn mal wieder zu viel Aufregung drin ist und das hilft bei uns immer. Es braucht aber Zeit.

Wünsche euch viel Freude mit eurem neuen Mitbewohner. 😊
 
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Silvana
heute 17:55
Ich würde ihn die nächsten drei Wochen komplett ignorieren, also nicht angucken, ansprechen oder anfassen. Auslastung über Kong, Futtersuche, Schleckmatte, Kauartikel etc. (in Maßen) Nach draußen nur zum Loesen, mehr nicht. Keine Kommandos, kein Schimpfen, kein Training. Wenn möglich, gebt ihm einen abgedunkelten Bereich, ein Zimmer, eine Box, was immer möglich ist, damit ihr erstmal die “Reizzufuhr” runterschraubt. Ignorieren bedeutet in diesem Fall übrigens nicht, dass ihr nicht für den Hund da sein sollt. Wenn er Kontakt sucht, gern, aber nur passiv. Wenn er Angst hat oder gestresst ist, seit ihr halt präsent und strahlt Ruhe aus. Das wirkt auch auf den Hund. Das ist meine Strategie, wenn mal wieder zu viel Aufregung drin ist und das hilft bei uns immer. Es braucht aber Zeit. Wünsche euch viel Freude mit eurem neuen Mitbewohner. 😊
Da wäre ich voll dabei 👍🏻 Er ist ja auch noch gar nicht richtig angekommen. Ich würde, bevor er nicht völlig „ bei euch“ ist , euch vertraut etc. , gar nicht spazieren gehen. Wie Maria sagt, ihn nicht bedrängen und zum Lösen in den Garten. Ich denke, der arme Kerl ist einfach nur völlig überfordert. Ich wünsche euch viel Kraft und alles Gute 👍🏻🍀
 
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Kerstin
heute 18:15
Seit 5 Tagen bei euch, auch wenn er jung ist,..... Der ist noch gar nicht angekommen. Und wer weiss was er in Griechenland erlebt hat. War er auf der Strasse, oder kam er im Tierheim zur Welt. Strasse ist in Griechenland auch nicht so dölle, tierheim fehlen Reize.
Nach und nach. Und nach 5 Tagen kann ein Hund nicht wirklich auf Kommandos reagieren, die noch gar nicht fest sitzen. Garten, oder kurze Autofahrt ins grüne.
Und dann kommt der Rest. Vielleicht findet ihr n souveränen Hundefreundlich, der Strasse und Co gnaz gechillt nimmt, von dem er sich was angucken kann
 
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Jörg
heute 18:27
Fünf Monate alt und seit fünf Tagen bei dir. Meinst du nicht das du etwas zu hohe Ansprüche an den Hund stellst? Der muss erstmal euch kennen lernen. Strukturen verstehen und erstmal damit klar kommen. Zu dem müsst ihr dem Hund auch die Kommandos erklären was ihr von ihm wollt. Das wäre genauso als ob man von euch erwartet das ihr in fünf Tagen eine Fremdsprache lernt.
 
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Anneke
heute 18:30
Hast Du schon mal in 5 Tagen eine neue Sprache gelernt? Wie soll der Hund nach 5 Tagen Kommandos befolgen, die er noch gar nicht kennt und dann noch während er komplett unter Stress steht?
Du magst Dich ja als seine Retterin aus dem Elend fühlen, für ihn bist Du völlig fremd in einem fremden Umfeld.

Programm runterschrauben, nichts erwarten, Zeit lassen, geniessen und zusammen wachsen.
Ich würde auch nicht ignorieren.

Tina hat nicht gebellt, macht sie heute auch so gut wie nie, sie ist ins Freeze gegangen: zusammen gebrochen und erstarrt liegen geblieben. Das wurde langsam zu einem Sitzen bleiben, da dauerte ein Weg dann halt 2 Stunden statt 15 Minuten. Ich war da für sie und habe ruhig mit ihr abgewartet, bis es ging. Und irgendwann ging es. 🤗
 
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Mara
heute 19:06
Danke für eure „nett“ gemeinten Tipps, hier spricht tatsächlich nur eine Hundeanfängerin die nach Rat fragt. Mir ist völlig bewusst, dass er Zeit braucht und womöglich nicht ideal ins Leben gestartet ist. Genau deshalb frage ich hier nach Erfahrungsberichten, keine Belehrungen.