Home / Forum / Verhalten & Psychologie / Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

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Celine
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Anzahl der Antworten 61
heute 16:49

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Katrin
heute 13:38
Oje, die ist aber ordentlich ausgebrannt und wirft mit Pauschalurteilen um sich… Ich glaube, die braucht mal eine Pause.
Wie kommst du darauf?
 
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Sina
heute 13:53
Wie kommst du darauf?
Dass Bulldoggenrassen (also alle?) per se rabiate Hunde sein sollen, und nicht in Wohnungen gehalten werden sollen, finde ich schon auch eine sehr pauschalisierende Aussage.

Edit: sehe gerade, habe den Beitrag gar nicht zu Ende gelesen. Das wird ja noch konfuser mit den Pauschalisierungen. aber Jochen hat das ja schon richtig eingeordnet.
 
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Jochen
heute 14:01
Wie kommst du darauf?
Eigentlich alle Aussagen.
Du gute Frau beisst blindwütig um sich, nicht nur mit Pauschalisierungen, auch mit Falschaussagen:

Ein paar Zitate:
Hunde haben keine Bindung zu uns.

(bei Hunden von Statusaggression zu reden ist überholt und widerlegt) Zitat:
Da kommt es nicht selten zu einer sogenannten Statusaggression.

Pauschalzitat:
Das waren früher Nutztiere und irgendwann sind daraus Familienmitglieder geworden. Aber diese Denkweise ist krank! Hunde wollen nicht einzeln mit Menschen zusammenleben. Sie wollen mit Artgenossen zusammen sein.

Pauschalzitat:
Die Besitzer haben es komplett verkackt, da kannst du als Hundetrainer auch nichts mehr machen, weil diese Menschen es sowieso nicht hinbekommen. Die Gesellschaft wird immer asozialer. Auch die hohen Schichten. Keiner ist bereit, sein Verhalten gegenüber dem Hund zu ändern.“


„Hohe Schichten“, hört hört.
 
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Katrin
heute 14:23
Sehe das da echt etwas anders. Die Wortwahl ist vielleicht nicht ganz passend (liegt vielleicht daran das sie letztendlich die Endhaltestelle für solche Hunde ist). Ich stelle mir ihren Job sehr frustrierend vor wenn man täglich mit solchen Halter zu tun hat die in der Hundehaltung verkackt haben und der Hund es nun ausbaden muss. Ein Ende scheint da nicht in Sichtweite. Auch andere Trainer berichten über üble Beißvorfälle mit dem Familienhund und der Bully ist da wohl nicht gerade selten dabei.

Ich bin kein Fan von Rasselisten aber ich gebe ihr soweit recht das einfach zu oft Menschen schlicht null Ahnung haben und sich dann oftmals auch noch den falschen Hund auswählen. Hier boomt der XL Bully und wird massenhaft vermehrt. Genauso wie andere Rassen ähnlichen Kalibers und an jeden der will problemlos verkauft. Wenn unwissende Menschen nicht richtig führen, erziehen und einen Hund nicht lesen können und dann solch einen Hund mit vielleicht fragwürdiger Abstammung, fehlender oder falscher Sozialisierung usw zu sich nehmen kann es gefährlich werden. Für den Halter, den Hund und für jeden anderen in dessen Umfeld. Gehören solche Hunde aus meiner Sicht in eine Wohnung? Nein. Nicht mal in die Stadt meiner Meinung nach.

Wer sich solch einen Hund mit dem Potential holt sollte dementsprechend wohnen und über das nötige know how verfügen.
 
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Sina
heute 14:33
Sehe das da echt etwas anders. Die Wortwahl ist vielleicht nicht ganz passend (liegt vielleicht daran das sie letztendlich die Endhaltestelle für solche Hunde ist). Ich stelle mir ihren Job sehr frustrierend vor wenn man täglich mit solchen Halter zu tun hat die in der Hundehaltung verkackt haben und der Hund es nun ausbaden muss. Ein Ende scheint da nicht in Sichtweite. Auch andere Trainer berichten über üble Beißvorfälle mit dem Familienhund und der Bully ist da wohl nicht gerade selten dabei. Ich bin kein Fan von Rasselisten aber ich gebe ihr soweit recht das einfach zu oft Menschen schlicht null Ahnung haben und sich dann oftmals auch noch den falschen Hund auswählen. Hier boomt der XL Bully und wird massenhaft vermehrt. Genauso wie andere Rassen ähnlichen Kalibers und an jeden der will problemlos verkauft. Wenn unwissende Menschen nicht richtig führen, erziehen und einen Hund nicht lesen können und dann solch einen Hund mit vielleicht fragwürdiger Abstammung, fehlender oder falscher Sozialisierung usw zu sich nehmen kann es gefährlich werden. Für den Halter, den Hund und für jeden anderen in dessen Umfeld. Gehören solche Hunde aus meiner Sicht in eine Wohnung? Nein. Nicht mal in die Stadt meiner Meinung nach. Wer sich solch einen Hund mit dem Potential holt sollte dementsprechend wohnen und über das nötige know how verfügen.
So wie du es schreibst, ist es ja auch richtig und sehe ich auch so.
Aber sie hat eben alles und jeden über einen Kamm geschert, und noch dazu Falschaussagen eingestreut. Ich finde in ihrer Position und mit dieser Reichweite, muss man sich da schon fachlich korrekter ausdrücken.
Es soll ja um Aufklärung gehen und nicht ums Aufheizen von pauschalen Voverurteilungen
 
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Jochen
heute 14:40
Sehe das da echt etwas anders. Die Wortwahl ist vielleicht nicht ganz passend (liegt vielleicht daran das sie letztendlich die Endhaltestelle für solche Hunde ist). Ich stelle mir ihren Job sehr frustrierend vor wenn man täglich mit solchen Halter zu tun hat die in der Hundehaltung verkackt haben und der Hund es nun ausbaden muss. Ein Ende scheint da nicht in Sichtweite. Auch andere Trainer berichten über üble Beißvorfälle mit dem Familienhund und der Bully ist da wohl nicht gerade selten dabei. Ich bin kein Fan von Rasselisten aber ich gebe ihr soweit recht das einfach zu oft Menschen schlicht null Ahnung haben und sich dann oftmals auch noch den falschen Hund auswählen. Hier boomt der XL Bully und wird massenhaft vermehrt. Genauso wie andere Rassen ähnlichen Kalibers und an jeden der will problemlos verkauft. Wenn unwissende Menschen nicht richtig führen, erziehen und einen Hund nicht lesen können und dann solch einen Hund mit vielleicht fragwürdiger Abstammung, fehlender oder falscher Sozialisierung usw zu sich nehmen kann es gefährlich werden. Für den Halter, den Hund und für jeden anderen in dessen Umfeld. Gehören solche Hunde aus meiner Sicht in eine Wohnung? Nein. Nicht mal in die Stadt meiner Meinung nach. Wer sich solch einen Hund mit dem Potential holt sollte dementsprechend wohnen und über das nötige know how verfügen.
Ich stimme dir zu was die unkontrollierte Vermehrerei (und Züchterei bei Rassehunden (denn Zuchtvereine schaffen ja offensichtlich auch nur selten Verbesserungen)) anbelangt.

Und natürlich verlangt der Job eine sehr hohe Frustrationstoleranz. Das ist ähnlich den PolizistInnen, die tagein, tagaus mit kriminellen Ausländern zutun haben und dabei übersehen, dass es trotzdem nur eine Minderheit ist.

Und wo sollen die sonst „hingehören“, als in eine Wohnung? In Außenhaltung?
 
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Mel und
heute 14:45
Ich stimme dir zu was die unkontrollierte Vermehrerei (und Züchterei bei Rassehunden (denn Zuchtvereine schaffen ja offensichtlich auch nur selten Verbesserungen)) anbelangt. Und natürlich verlangt der Job eine sehr hohe Frustrationstoleranz. Das ist ähnlich den PolizistInnen, die tagein, tagaus mit kriminellen Ausländern zutun haben und dabei übersehen, dass es trotzdem nur eine Minderheit ist. Und wo sollen die sonst „hingehören“, als in eine Wohnung? In Außenhaltung?
Ich vermute, dass sie sagen würde, "solche Hunde" sollten gar nicht erst gezüchtet werden.
 
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Katrin
heute 14:51
So wie du es schreibst, ist es ja auch richtig und sehe ich auch so. Aber sie hat eben alles und jeden über einen Kamm geschert, und noch dazu Falschaussagen eingestreut. Ich finde in ihrer Position und mit dieser Reichweite, muss man sich da schon fachlich korrekter ausdrücken. Es soll ja um Aufklärung gehen und nicht ums Aufheizen von pauschalen Voverurteilungen
Ich denke man sollte nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Ich denke nicht das sie zB den Frenchy jetzt mit einbezogen hat sondern hauptsächlich an die größeren Vertreter dachte und da stimme ich ehrlich gesagt zu. Vanessa Interviews stoßen ja oftmals bei vielen Leuten sauer auf was ihre Wortwahl und Direktheit angeht.

Menschen wollen zunehmend nur das gute und liebe im Hund sehen. Das es trotz allem noch immer Raubtiere sind mit Instinkten und genetischen Veranlagungen die auch das packen und töten beinhalten wird oft ausgeblendet. Social Media ist voll von Videos wo Halter Fehler machen im Umgang mit dem eigenen Hund, wo Halter übergriffig handeln, Hundverhalten falsch interpretieren usw. Das kann lange gut gehen aber genauso gut kann es dann doch plötzlich kippen und der Hund beißt zu.

Zum Thema Bindung.

Bindung bedeutet für uns Menschen meistens was anderes wie für den Hund. Bindung endet wo der Instinkt übernimmt.
Bindung schützt nicht vor Auseinandersetzungen.
 
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Svenja
heute 14:59
Ich denke man sollte nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Ich denke nicht das sie zB den Frenchy jetzt mit einbezogen hat sondern hauptsächlich an die größeren Vertreter dachte und da stimme ich ehrlich gesagt zu. Vanessa Interviews stoßen ja oftmals bei vielen Leuten sauer auf was ihre Wortwahl und Direktheit angeht. Menschen wollen zunehmend nur das gute und liebe im Hund sehen. Das es trotz allem noch immer Raubtiere sind mit Instinkten und genetischen Veranlagungen die auch das packen und töten beinhalten wird oft ausgeblendet. Social Media ist voll von Videos wo Halter Fehler machen im Umgang mit dem eigenen Hund, wo Halter übergriffig handeln, Hundverhalten falsch interpretieren usw. Das kann lange gut gehen aber genauso gut kann es dann doch plötzlich kippen und der Hund beißt zu. Zum Thema Bindung. Bindung bedeutet für uns Menschen meistens was anderes wie für den Hund. Bindung endet wo der Instinkt übernimmt. Bindung schützt nicht vor Auseinandersetzungen.
Ich stimme total zu.
Der Hund wird von den wenigsten Menschen noch als Tier wahrgenommen, seine Bedürfnisse werden einfach ignoriert, man stülpt ihm das eigene Leben über.
Das hat natürlich auch lange funktioniert, der Hund ist neben dem Menschen das wohl anpassungsfähigste Wesen auf diesem Planeten, aber desto technisierter, social-media-lastig und Natur-ferner unsere Gesellschaft wird, desto schlimmer wird auch das Thema Vermenschlichung von Hunden und Hundeverhalten.
 
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Katrin
heute 14:59
Ich stimme dir zu was die unkontrollierte Vermehrerei (und Züchterei bei Rassehunden (denn Zuchtvereine schaffen ja offensichtlich auch nur selten Verbesserungen)) anbelangt. Und natürlich verlangt der Job eine sehr hohe Frustrationstoleranz. Das ist ähnlich den PolizistInnen, die tagein, tagaus mit kriminellen Ausländern zutun haben und dabei übersehen, dass es trotzdem nur eine Minderheit ist. Und wo sollen die sonst „hingehören“, als in eine Wohnung? In Außenhaltung?
Nur das es hier Halter sind die einfach nicht nachgedacht haben bevor sie sich einen Hund angeschafft haben und ja auch da finde ich wird das Problem durch die Medien zusätzlich verschärft. Noch immer wird zu oft nach ,,gefällt mir" gekauft oder man hat zB durch Filme/Videos schlicht das falsche Bild von Hundehaltung oder Rasse XY vermittelt bekommen. Ich denke es ist ehrlich gesagt nur noch eine Frage von Zeit bis sich ähnliches wie der Vorfall von 2000 wiederholen wird.