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Celine
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Anzahl der Antworten 627
zuletzt 27. Jan.

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Katrin
21. Jan. 11:11
Ich hab mal versucht die Akteure hier gedanklich auszutauschen. Opfer, mein ältester Sohn. Täter mein Hund und ganz ehrlich auch wenn für mich das Szenario echt schwer vorstellbar ist würde ich alles dran setzen das Suki nie wieder die Chance hätte einen Menschen zu verletzen. Das bedeutet ich würde alles versuchen um sie einschläfern zu lassen. Ich hätte sonst keine ruhige Minute mehr wenn ich wüsste sie könnte jemanden nochmal so gefährden.
 
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Nina &
21. Jan. 11:16
Ach so: ich glaube nicht, dass die Details des Obduktionsberichtes veröffentlicht werden (da stehen dann die Antworten auf Deine Fragen drin!). Warum auch? Den Kernaussagen darf man trotzdem glauben… und das sage ich als naturgemäß alles hinterfragende Naturwissenschaftlerin…🥴
Ne, ich wollte da auch nichts anzweifeln. Wenn es fest ist, dass dieser Hund das war, dann verstehe ich die Reaktionen der Familie nicht. Ein Hund, der durch welchen Trigger auch immer rückgerichtet reagiert, mit dem kann man sicher arbeiten. Aber ein Hund, der in so einem Fall seinen Besitzer tot beißt? Wie gesagt, bei so einem Aussetzer in den Arm tackern oder so, ist ja das Eine. Aber ein Hund, der so komplett ausschaltet, dass er sein Herrchen tötet? Da muss der Hund ja entweder wirklich einen schweren Fehler haben, von dem ich mir nicht vorstellen kann, dass das nie jemand gemerkt hat oder es gibt doch eine andere Erklärung wie z.B. eine Erkrankung, Tumor o.Ä.

Ich bin wirklich die Letzte, die Einschläfern schreit, aber da muss man der Ursache wirklich genau auf den Grund gehen, bevor man den Hund neu vermittelt. Der Wesenstest ist da hoffentlich nicht alles.
 
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Katja
21. Jan. 11:17
Ich hab mal versucht die Akteure hier gedanklich auszutauschen. Opfer, mein ältester Sohn. Täter mein Hund und ganz ehrlich auch wenn für mich das Szenario echt schwer vorstellbar ist würde ich alles dran setzen das Suki nie wieder die Chance hätte einen Menschen zu verletzen. Das bedeutet ich würde alles versuchen um sie einschläfern zu lassen. Ich hätte sonst keine ruhige Minute mehr wenn ich wüsste sie könnte jemanden nochmal so gefährden.
Guter Punkt!
Spricht u.U. doch für eine verschobene Wahrnehmung bei den Angehörigen… ich hoffe, da wird GANZ genau hingeschaut, falls eine solche Entscheidung irgendwann ansteht!
 
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Katrin
21. Jan. 11:25
Es ist einfach ein Unterschied ob ein Hund einem zB einmalig ins Bein beißt oder ob er einen so dermaßen ins Gesicht geht das der Mensch an den Verletzungen stirbt. Bei einer Verletzung die nicht lebensbedrohlich ist würde ich auch sagen Mauli drauf, Therapie/Training aber hier behalten würde ich sie dann wohl auch nur wenn ich keinen neuen Platz für sie finden würde. Allerdings würde ihr Alltag sich komplett verändern. Angefangen bei Sofa/Bett Verbot, Leinen und Maulkorbpflicht (auch drinnen) uvm.

Ein zurück in eine Familie die es für ausgeschlossen hält das dieser Hund den Menschen getötet hat halte ich persönlich für unklug und gefährlich.
 
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Sonja
21. Jan. 11:44
Kennst du den Film Idiocracy? Langsam nimmt es solche Ausmaße an. 😅 Ich weiß es ist ein ernster Fall, der nicht witzig ist, ich finde die Ideen auf die einige kommen aber wirklich abenteuerlich.
Ja, ich muss immer häufiger dran denken. Ich habe den Film erst wieder vor wenigen Monaten gesehen und was mich früher belustigt hat, entsetzt mich heute. Alleine die Szene, wo der Typ sich vor der Glotze mit pausenloser Werbung und dämlichen Kurzvideos berieseln lässt... Spot nach Spot. Damals gab es kein Smartphone, kein TikTok und Co., aber genau das ist das Equivalent dazu 😨 Es ist so gruselig, aber genau das ist unsere Zukunft wenn es so weiter geht. Viel früher als dort dargestellt.
 
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Sonja
21. Jan. 11:51
Verstehe ich auch nicht und ich finde den Begriff auch nicht schlimm. Ich habe fast nur mit starken Hunderassen zu tun und gerade bei Staffs/ Pittis sieht man deren Genetik nun mal. Wenn ein Autoreifen vom Baum hängt, dann verbeißen sich diese Hunde, lassen nicht los und zerren immer wieder mit ganzen Körper nach unten. Oder große Äste werden wie ein Bieber zernagt bis alles blutig gebissen ist und noch weiter. Dabei wird immer massiv geknurrt und gefiept. Ich mag alle Hunde aber Hunde wurden nun mal kategorisiert und anhand dessen selektiert und gezüchtet. Echte deutsche Züchter werden vermutlich anders selektieren aber dafür werden viel zu viele Hunde dieser Rassen vom Vermehrer oder aus dem Ausland geholt.
Naja, genau das machen Malis aber auch. Genetik und Selektion spielt definitiv eine Rolle und im Ausland sieht es auch anders aus als in Deutschland. Aber wenn wir jetzt bei der Genetik von "Kampfhunden" bleiben wollen, dann kann man ihnen Kraft und eine niedrigere Artgenossenverträglichkeit nachsagen. Menschen zu beißen oder gar zu töten war nie Selektionsziel. Für mich sind kräftige Rassen mit einem großen Fokus und Durchsetzungsstärkw alle ziemlich gleich ernst zu nehmen. Und dazu gehören z.B. auch HSH oder wie gesagt Malis. Und noch einige mehr. Verantwortungsvolle Zucht heißt überall das Zauberwort.
 
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Sina
21. Jan. 11:53
Ich hab mal versucht die Akteure hier gedanklich auszutauschen. Opfer, mein ältester Sohn. Täter mein Hund und ganz ehrlich auch wenn für mich das Szenario echt schwer vorstellbar ist würde ich alles dran setzen das Suki nie wieder die Chance hätte einen Menschen zu verletzen. Das bedeutet ich würde alles versuchen um sie einschläfern zu lassen. Ich hätte sonst keine ruhige Minute mehr wenn ich wüsste sie könnte jemanden nochmal so gefährden.
Sehe ich prinzipiell auch so.
ABER wenn ich mich in die Situation versetze, dass zB mein Partner tot neben meinem Hund gefunden wird, und erst von einem medizinischen Notfall ausgegangen wird und dann mein Hund schuld sein soll, wüsste ich auch nicht, ob ich genug Objektivität hätte, an seine Schuld zu glauben.
Das muss ich auch ehrlich eingestehen.
 
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Katrin
21. Jan. 11:58
Sehe ich prinzipiell auch so. ABER wenn ich mich in die Situation versetze, dass zB mein Partner tot neben meinem Hund gefunden wird, und erst von einem medizinischen Notfall ausgegangen wird und dann mein Hund schuld sein soll, wüsste ich auch nicht, ob ich genug Objektivität hätte, an seine Schuld zu glauben. Das muss ich auch ehrlich eingestehen.
Man hat ja sehr schnell von Bissverletzungen gesprochen und spätestens beim Identifizieren der Leiche wäre für mich das Ding klar und wenn der Befund lautet das die Verletzungen zum Tod geführt haben. Wessen Hund soll das denn sonst getan haben? Ich bezweifel sehr stark das ein XL Bully zuschaut während ein Fremdhund seinen Besitzer das Gesicht zerfetzt.
 
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Sina
21. Jan. 12:03
Man hat ja sehr schnell von Bissverletzungen gesprochen und spätestens beim Identifizieren der Leiche wäre für mich das Ding klar und wenn der Befund lautet das die Verletzungen zum Tod geführt haben. Wessen Hund soll das denn sonst getan haben? Ich bezweifel sehr stark das ein XL Bully zuschaut während ein Fremdhund seinen Besitzer das Gesicht zerfetzt.
Das Umfeld geht ja, wie ich es verstanden habe, davon aus, dass der Hund ihn im Sterben, oder Bewusstlos panisch versucht hat zu wecken, bzw aus dem Graben zu ziehen.
Wenn der Tod noch nicht, oder gerade erst eingetreten ist, kann man wohl nicht sicher unterscheiden, ob letztendlich nur der Biss, oder auch eine andere Ursache zum Tod geführt hätte.
Aber ich weiß natürlich auch nicht, was bei der Obduktion alles untersucht wurde.
 
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Nina &
21. Jan. 12:08
Das Umfeld geht ja, wie ich es verstanden habe, davon aus, dass der Hund ihn im Sterben, oder Bewusstlos panisch versucht hat zu wecken, bzw aus dem Graben zu ziehen. Wenn der Tod noch nicht, oder gerade erst eingetreten ist, kann man wohl nicht sicher unterscheiden, ob letztendlich nur der Biss, oder auch eine andere Ursache zum Tod geführt hätte. Aber ich weiß natürlich auch nicht, was bei der Obduktion alles untersucht wurde.
Normal wird da ja alles untersucht inkl Blut usw. Ich denke nicht, dass der Gerichtsmediziner nur wegen der offensichtlichen Bisswunden den Tod darauf geschoben hat.
Vielleicht hat auch eine Verkettung unglücklicher Umstände zu dem Verhalten des Hundes geführt. Ohne Zeugen wird man das wohl aber nie genau rausfinden können.