Auch das empfinde ich als absolute Überdramatisierung.
Jagdverhalten gegenüber Wild oder Katzen als Anfangspunkt zum Endpunkt tödlicher Angriff auf Menschen zu stellen ist aus meiner Sicht einfach nicht richtig.
Natürlich muss man Jagdverhalten trainieren und managen, aber das ist kein Anfangspunkt einer Eskalationskette, die zu Attacken auf Menschen führt, tödlich oder nicht.
Jagdverhalten ist völlig natürlich, da wir ja wieder die Natur des Hundes mehr respektieren wollen. Hier wurde ja gefordert, dass Hunde, die jagen direkt zum Wesenstest müssen. Jagdverhalten ist kein Prädikator für Aggression gegen Menschen.
Aggression gegen Hunde ist kein Prädikator für Aggression gegen Menschen.
Wenn wir glauben wir verhindern (Prävention) etwas, in dem wir den nächsten Jack Russel zum Wesentest schicken, weil er ein Eichhörnchen getötet hat und damit weitere Eskalation, die in Fällen wir Sam enden verhindern, dann täuschen wir uns selbst.
Zu dem Punkt „Überdramatisierung“ möchte ich noch etwas ergänzen, weil mir hier ein Aspekt zu kurz kommt.
Es ist realistisch, Jagdverhalten als etwas völlig Natürliches einzuordnen. Was dabei aber nicht ausgeblendet werden sollte, sind die realen Konsequenzen, die Hunde tragen müssen, wenn dieses Verhalten eben nicht verantwortungsvoll gemanagt wird.
Bevor ich Ivy fand, habe ich reichlich Profile von Tierheimhunden durchstöbert und bin mehrfach auf Hunde mit erheblichen Vermittlungshemmnissen gestoßen – nicht nur wegen Aggression gegen Menschen, sondern auch wegen Jagdverhalten; manchmal auch wegen beidem.
Ein Beispiel war ein Husky, der in einen Nachbargarten eingebrochen ist und dort Hühner oder Kaninchen getötet hat. Die Folge war eine behördliche Einstufung als gefährlich, mit Maulkorb- und Leinenzwang. Langzeitinsasse. Das ist nicht meine und auch keine Social Media Forderung sondern eine reale Konsequenz die der Hund ausbaden muss.
Jagdverhalten ist natürlich – die Konsequenzen für den Hund sind es nicht. Wenn man solche Entwicklungen durch frühes Training, Management und verantwortungsvollen Umgang verhindern kann, halte ich das nicht für dramatisch, sondern für sinnvoll.
Dramatisch finde ich eher, was Hunde am Ende tragen müssen, wenn ihre Anlagen lange ignoriert oder verharmlost werden.