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Celine
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heute 10:58

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Katrin
heute 10:47
Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber Daniel, der Bruder des Verstorbenen, kam mir auf Fotos sehr schlank gebaut vor. Schafft er es körperlich überhaupt Sam zu halten? Das meine ich jetzt nicht böse, sondern ich mache mir darüber ganz neutral Gedanken. Ich bin zwar mittlerweile leider eine echte Wuchtbrumme, aber wenn meine knapp 24 kg schwere Hündin in die Leine steigt, merke ich trotzdem, dass da ordentlich Wumms von ihr kommt. Sam wiegt ja wahrscheinlich locker das doppelte meiner Hündin. Wenn er in die Leine steigt, könnte ich dicker "Bremsklotz" Sam wohl auch nicht halten.
Sam wiegt was? 50kg? Wenn sich solch ein Hund plötzlich gegen den Menschen richten will hält denn auch ein Typ ala Schwarzenegger nicht mehr. Genau das ist ja das Problem. Ziel der Zucht war es einen großen, starken, muskulösen (Eindruck machenden) aber gelassenen Hund zu züchten. Klappt leider nicht immer.
 
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Sandra
heute 10:50
Es wird auch einen Grund gehabt haben. Das Problem ist es gibt viele Möglichkeiten, zu viele. Gut möglich das Sam nie wieder in solche eine Situation kommt und ab jetzt unauffällig bleibt. Genauso ist es aber auch möglich das er nochmal austickt und dann den nächsten Menschen anfällt. Das Risiko bleibt und deswegen muss hier die Sicherheit Dritter an erster Stelle stellen. Ich schließe mich da wolf & hound an. Jemand der auf Spenden angewiesen ist um den Hund zu sich holen zu können fällt da für mich echt raus. Zur Rasse sei gesagt,keiner hier weiß woher Sam kommt. Welche Genetik mitgegeben wurde, wie die Aufzucht und Haltung aussah. All das sind nunmal zusammen mit der Größe und dem Gewicht, den überproportionalen Schläfen und Kaumuskeln Faktoren die bei solchen Attacken zu maximalen Schaden führen können. Ich mag die Bollerköppe eigentlich echt gern. Aus guter Zucht und mit vernünftiger Erziehung und Haltung sind das oftmals tolle Hunde. Trotzdem muss man auch die weniger schönen Fakten anerkennen. XL Bullys sind hier und auch im Ausland leider häufiger mit teilweise tödlichen Angriffen aufgefallen. Leider werden diese Hunde gerade extrem vermehrt, ohne das nötige knowhow. Auch das erhöht das Risiko. Zucht ist kompliziert und gerade was große kraftvolle Hunde mit dem gewissen genetischen Hintergrund angeht etwas das halt auch schief gehen kann wenn man falsch verpaart.
Fakt is der hund gehört nicht mehr vermittelt er sollte auf einen gnadenhof wo er in ruhe leben kann bis zu seinem lebensende
 
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Carola
heute 10:53
Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber Daniel, der Bruder des Verstorbenen, kam mir auf Fotos sehr schlank gebaut vor. Schafft er es körperlich überhaupt Sam zu halten? Das meine ich jetzt nicht böse, sondern ich mache mir darüber ganz neutral Gedanken. Ich bin zwar mittlerweile leider eine echte Wuchtbrumme, aber wenn meine knapp 24 kg schwere Hündin in die Leine steigt, merke ich trotzdem, dass da ordentlich Wumms von ihr kommt. Sam wiegt ja wahrscheinlich locker das doppelte meiner Hündin. Wenn er in die Leine steigt, könnte ich dicker "Bremsklotz" Sam wohl auch nicht halten.
Einen solchen Hund kann man nicht mit Körperkraft kontrollieren. Der wiegt um die 50 kg und das schafft man ja schon bei einem 25 bis 30 kg Hund nicht mit Körperkraft. So etwas funktioniert nur über Erziehung und Kommunikation.
Die Old English Bulldogge meiner Tochter wiegt 34 kg und meine Tochter vielleicht 50 kg. Trotzdem ist der Hund so erzogen dass man problemlos mit ihm gehen kann, denn er ist sehr friedfertig und gut ausgebildet.

Eigentlich darf so ein großer Hund gar nicht wissen dass er stärker ist als der Mensch und so muss er erzogen sein.
Und genau da liegt das Problem! Sam weiß es und er hat seinen Halter getötet.
 
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Katrin
heute 10:58
Fakt is der hund gehört nicht mehr vermittelt er sollte auf einen gnadenhof wo er in ruhe leben kann bis zu seinem lebensende
Bin da voll bei dir, aus meiner Sicht gehört ein Tier das einen Menschen getötet hat ehrlich gesagt eingeschläfert denn dieser Hund wird nie wieder ein normales Hundeleben führen können.

Es wäre ehrlich gesagt besser gewesen er wäre beim Wesenstest durchgefallen. Jetzt muss ein passender Platz gefunden werden und das wird schwer bis unmöglich werden. Offiziell darf er an jemanden vermittelt werden der alle Auflagen erfüllen kann. Angefangen von der persönlichen Eignung bis hin zur passenden Wohnsituation.

Ich hab es hier schonmal geschrieben, ich würde diesen Hund nicht in meinem Wohnort haben wollen. Ich glaube auch nicht das er innerorts einen Vermieter finden wird den den Hund akzeptiert und selbst wenn, die Nachbarn werden davon eher weniger begeistert sein.