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Celine
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zuletzt 5. März

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Katrin
5. März 06:02
Und den hat er auch bestanden!
Was lediglich bedeutet das man den Auslöser nicht gefunden hat.
 
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Lena
5. März 07:34
Und den hat er auch bestanden!
Den bestehen viele… auch der Hund der in Celle einen anderen Hund getötet und Halter schwer verletzt hat.

Sollte man wohl überarbeiten.
 
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Sonja
5. März 08:35
Den bestehen viele… auch der Hund der in Celle einen anderen Hund getötet und Halter schwer verletzt hat. Sollte man wohl überarbeiten.
Oder zumindest nicht als Freifahrtschein sehen. So ein Test zeigt oft nur, dass der Hund keinen globalen Trigger hat. Feinheiten oder Kommunikationsmissverständnisse, besonders mit dem Halter im Alltag oder mit Besuchern und fremden Personen, schließt das nicht aus.
Kleines Beispiel aus meinen Alltag neulich: wir hatten Besuch von Leuten, die schon immer Hunde haben (ich war also auf nichts vorbereitet da ich angenommen habe, man kennt sich mit Hunden aus). Mein Hund ist auf dem Sofa und wird gestreichelt. Alles super. Nun kommt die Person auf die Idee, meinen Hund anzustarren, dabei immer weiter mit ihrem Gesicht ins Gesicht meines Hundes zu gehen und einen plötzlichen Luftkuss zu machen... Weiter starrend... Und das mehrmals 😳 Ich war fassungslos und hab das dann galant abgebrochen, weil wir eh füttern mussten, allerdings verhältnismäßig spät vor lauter Entsetzen. Mein Hund hat meisterlich reagiert und nur gepfötelt und sparsam geguckt, also einige Beschwichtigungssignale gezündet, aber weder geschnappt noch gebissen. Da bin ich echt stolz, aber auch mitleidig. Denn sie hätte allen Grund gehabt hündisch zu sagen, dass diese Person ne Macke hat und sie in Ruhe lassen soll. Hätte ich noch nicht mal zum Vorwurf gemacht, da ich vor lauter Überraschung und Sprachlosigkeit selbst viel zu langsam diese Situation abgebrochen habe.
Man stelle sich nun einen Hund vor, der da nicht so geduldig ist... Und noch dazu andere Veranlagungen hat... Weniger deeskalierend... Solche Absurditäten schreibt das Leben, aber kein Wesenstest.
Edit: klar kann da der Hund dann nur sekundär was dafür (je nach Verhältnismäßigkeit seiner Reaktion), aber das muss sich der Mensch halt bewusst sein. Besonders wie hier bei einem Hund, der aus unbekannten Gründen bereits seinen Halter getötet hat. Ich weiß nicht, ob das vor lauter "der ist so süß, der Arme" immer im Kopf bleiben wird. Ich hoffe der jetzige Halter wird da weiter betreut und engmaschig geschult.
 
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Nathalie
5. März 09:35
Den bestehen viele… auch der Hund der in Celle einen anderen Hund getötet und Halter schwer verletzt hat. Sollte man wohl überarbeiten.
Stand jetzt bei uns in der Zeitung ein Artikel über den Wesenstest ,wie sicher der ist .......

Meine Mutter hat mir gestern erzählt, dass die Familie von demn erschossen Hund ,sich wieder einen neuen Hund zulegen möchten. Ich hoffe ,dass die Behörden in Celle es verbieten....
 
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Lena
5. März 09:49
Oder zumindest nicht als Freifahrtschein sehen. So ein Test zeigt oft nur, dass der Hund keinen globalen Trigger hat. Feinheiten oder Kommunikationsmissverständnisse, besonders mit dem Halter im Alltag oder mit Besuchern und fremden Personen, schließt das nicht aus. Kleines Beispiel aus meinen Alltag neulich: wir hatten Besuch von Leuten, die schon immer Hunde haben (ich war also auf nichts vorbereitet da ich angenommen habe, man kennt sich mit Hunden aus). Mein Hund ist auf dem Sofa und wird gestreichelt. Alles super. Nun kommt die Person auf die Idee, meinen Hund anzustarren, dabei immer weiter mit ihrem Gesicht ins Gesicht meines Hundes zu gehen und einen plötzlichen Luftkuss zu machen... Weiter starrend... Und das mehrmals 😳 Ich war fassungslos und hab das dann galant abgebrochen, weil wir eh füttern mussten, allerdings verhältnismäßig spät vor lauter Entsetzen. Mein Hund hat meisterlich reagiert und nur gepfötelt und sparsam geguckt, also einige Beschwichtigungssignale gezündet, aber weder geschnappt noch gebissen. Da bin ich echt stolz, aber auch mitleidig. Denn sie hätte allen Grund gehabt hündisch zu sagen, dass diese Person ne Macke hat und sie in Ruhe lassen soll. Hätte ich noch nicht mal zum Vorwurf gemacht, da ich vor lauter Überraschung und Sprachlosigkeit selbst viel zu langsam diese Situation abgebrochen habe. Man stelle sich nun einen Hund vor, der da nicht so geduldig ist... Und noch dazu andere Veranlagungen hat... Weniger deeskalierend... Solche Absurditäten schreibt das Leben, aber kein Wesenstest. Edit: klar kann da der Hund dann nur sekundär was dafür (je nach Verhältnismäßigkeit seiner Reaktion), aber das muss sich der Mensch halt bewusst sein. Besonders wie hier bei einem Hund, der aus unbekannten Gründen bereits seinen Halter getötet hat. Ich weiß nicht, ob das vor lauter "der ist so süß, der Arme" immer im Kopf bleiben wird. Ich hoffe der jetzige Halter wird da weiter betreut und engmaschig geschult.
Ich weiß gar nicht, ob der Hund beim geplanten Halter überhaupt schon ist-
ich hoffe nicht, sondern in ein neues Umfeld ohne Herzchen im Kopf…
 
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Lena
5. März 09:51
Stand jetzt bei uns in der Zeitung ein Artikel über den Wesenstest ,wie sicher der ist ....... Meine Mutter hat mir gestern erzählt, dass die Familie von demn erschossen Hund ,sich wieder einen neuen Hund zulegen möchten. Ich hoffe ,dass die Behörden in Celle es verbieten....
Müsste es dann nicht ein offizielles Tierhaltungsverbot geben?
 
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Nathalie
5. März 09:56
Müsste es dann nicht ein offizielles Tierhaltungsverbot geben?
Ja müsste es . Das wird gerade geprüft und ich hoffe dass der Halter eines bekommt.......Die Stadt Celle & das Veterinäramt bekommen gerade ordentlich Kritik ,weil sie zu spät reagiert haben.