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Celine
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zuletzt 18. Jan.

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Sina
18. Jan. 20:17
Da bin ich ganz bei dir. Es ist legitim, den Vorfall kritisch zu betrachten und den Tathergang zu hinterfragen. Für viele Menschen, einschließlich des direkten Umfelds des Verstorbenen reicht die vom Rechtsmediziner bestätigte Todesursache jedoch nicht aus. Nach meinem Kenntnisstand ist der Hund etwa 11 Jahre alt, sodass auch altersbedingte Veränderungen im Verhalten nicht ausgeschlossen werden könnten..
Wenn der Hund wirklich schon 11 Jahre alt war, würde ich auch ganz stark von einem gesundheitlichen Problem ausgehen.
Gerade Bullys zeigen starke Schmerzen ja wenig bis gar nicht. Wenn dann aber mehrfach unwissend ein Schmerzreiz getriggert wurde über den der Besitzer sich nicht im Klaren war, kann das irgendwann zum Biss geführt haben.
Ober neurologische Probleme, Hirnhautentzündung, Hirntumor, sodass der Hund einen neurologischen Ausfall hatte und gar nicht mehr wusste was er tut.

Alles andere, wie eine rückgerichtete Aggression, oder fehlgeleitetes Beutefangverhalten, wäre wohl schon früher in irgendeiner Form passiert.

Ich hoffe man erfährt irgendwann noch Genaueres.
 
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Celine
18. Jan. 20:21
Ich denke, es gibt kaum Hunde, wo man die Hand ins Feuer legen könnte, dass sie nie einen Menschen ernsthaft beißen. Ich kenne den Fall aus der Nachbarschaft, ein freundlicher, großer Mischlingsrüde. Er ist mit dem Sohn der Familie aufgewachsen und es gab nie Vorfälle, wo er den Menschen gegenüber aggressiv war. Dann hatte der Sohn im Alter von 6 oder 7 Jahren Besuch von einem Schulfreund, die zwei spielten auf der Wiese Fußball, der Hund war dabei. Der Sohn rutschte nah beim Hund aus und fiel hin, in dem Moment biss der Hund ihm mehrfach, ernsthaft ins Gesicht und in den Kopf. Er wurde verletzt, kam ins Krankenhaus und behielt einige Naben von dem Vorfall, wer weiß, wie es ausgegangen wäre, wenn niemand in der Nähe gewesen wäre der eingreift. Niemand hat bei dem Hund mit einer solchen Reaktion gerechnet. Falsche Stimmung, falsche Situation… wer weiß es schon genau 🤷🏼‍♀️
Es sind halt am Ende eben noch Tiere und das vergessen sehr viele Menschen leider.

Als ich damals in der Tierpension gearbeitet habe und ins Haus gestürmt bin, weil ich was vergesse hatte, lag der Schäferhundmix hinter der Tür. Na der hat in meinen Arm geschnappt und ich hatte dank Winter ordentlich was an. Ich hatte Zahnabdrücke und natürlich blaue stellen. War aber mein Fehler, weil ich zu schnell und hektisch rein bin. Das war nämlich der Wachhund vom Hof. Der hat keine fremden reingelassen und ich habe ihn einfach unüberlegt überrumpelt.
 
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Celine
18. Jan. 20:29
Wenn der Hund wirklich schon 11 Jahre alt war, würde ich auch ganz stark von einem gesundheitlichen Problem ausgehen. Gerade Bullys zeigen starke Schmerzen ja wenig bis gar nicht. Wenn dann aber mehrfach unwissend ein Schmerzreiz getriggert wurde über den der Besitzer sich nicht im Klaren war, kann das irgendwann zum Biss geführt haben. Ober neurologische Probleme, Hirnhautentzündung, Hirntumor, sodass der Hund einen neurologischen Ausfall hatte und gar nicht mehr wusste was er tut. Alles andere, wie eine rückgerichtete Aggression, oder fehlgeleitetes Beutefangverhalten, wäre wohl schon früher in irgendeiner Form passiert. Ich hoffe man erfährt irgendwann noch Genaueres.
Ich vermute aber, dass gesundheitliche Aspekte untersucht worden sind oder?
Allerdings habe ich davon noch nichts gehört.

Naja mal abwarten.
Der Wesenstest steht ja erstmal aus und da vermute ich nichts auffälliges.
 
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Lena
18. Jan. 20:31
Wenn der Hund wirklich schon 11 Jahre alt war, würde ich auch ganz stark von einem gesundheitlichen Problem ausgehen. Gerade Bullys zeigen starke Schmerzen ja wenig bis gar nicht. Wenn dann aber mehrfach unwissend ein Schmerzreiz getriggert wurde über den der Besitzer sich nicht im Klaren war, kann das irgendwann zum Biss geführt haben. Ober neurologische Probleme, Hirnhautentzündung, Hirntumor, sodass der Hund einen neurologischen Ausfall hatte und gar nicht mehr wusste was er tut. Alles andere, wie eine rückgerichtete Aggression, oder fehlgeleitetes Beutefangverhalten, wäre wohl schon früher in irgendeiner Form passiert. Ich hoffe man erfährt irgendwann noch Genaueres.
Ehrlich gesagt, hoffe ich nicht, dass man noch mehr erfährt.

Schon jetzt gibt es anscheinend unzählige Beiträge dazu- und noch mehr Meinungen und Leute, die denken, sie wüssten es besser.

Hoffentlich wird der Hund schlicht objektiv untersucht und dann für den Hund die beste Entscheidung getroffen, ohne Einfluss von irgendwelchen Medien und insbesondere Möchtegernbesserwisser.

Diese Aufmerksamkeit für den Fall macht es den Entscheidungsträgern nicht einfacher, mal abgesehen davon, was die sich ggf. anhören dürfen
 
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Kirsten
18. Jan. 20:44
Es gibt keine ,,defekte Bindung" aber es gibt verschiedene Bindungsstypen. Und da wären wir wieder bei der Sozialisierung, den Erfahrungen die der Hund in der frühen Welpenzeit und danach gemacht hat. Auch das beeinflusst spätere Bindungsfähigkeiten und Verhalten.
Es ging ja ursprünglich um die Aussage, dass Hunde zum Menschen keine Bindung haben. Ich verstehe es so, dass diese Aussage mit der Terriergeschichte untermauert werden soll.
Das überhaupt eine Bindung vorhanden ist, schützt natürlich nicht vor Gewalt.

In meinen Augen dient der Artikel allerdings nicht der fachlich sauberen Aufklärung. Es ist ein Interview, in dem eine Person ihre Meinung wiedergibt. Das darf auch so eingeordnet werden, denke ich.
 
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Sina
18. Jan. 20:54
Ich vermute aber, dass gesundheitliche Aspekte untersucht worden sind oder? Allerdings habe ich davon noch nichts gehört. Naja mal abwarten. Der Wesenstest steht ja erstmal aus und da vermute ich nichts auffälliges.
Ich weiss nicht ob das so schnell geht. Oberflächlich wurde er bestimmt untersucht, aber ob man beteits MRT und weiterführende Untersuchungen gemacht hat, und ob das je gemacht wird, ist fraglich.

Hier gibt es ein Video von Sam.
Wenn ich das so sehe, kann ich schon irgendwie verstehen, dass die Familie nicht an seine Schuld glauben will.
Wirkt halt wirklich wie der liebe Hund von nebenan.

https://www.instagram.com/reel/DTntqmwiCQb/?igsh=MWZoOWNrajlqZmlscg==
 
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Sandra
18. Jan. 20:56
Was hie alles diskutiert wird unglaublich, ich seh auf dem bild eine arme Seele. Und kein Mensch weiss wirklich was passiert ist .ich hoffe für den hund wird das beste getan.
 
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L.🐾
18. Jan. 21:00
ein ferner Bekannter hat heute nur noch wenig von seinem Gesicht, er dachte auch er hat alles im Griff. Fragliche Abstammung, mal eben über die Grenze gefahren und viel Geld gespart
Wie? Wurde dem ins Gesicht gebissen?😲
 
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Carola
18. Jan. 21:10
Mir erscheint dieser Fall etwas mysteriös und die Erklärungen bzw die Berichte erscheinen mir nicht stimmig. Letztendlich weiß niemand was wirklich geschehen ist was mich aber verwundert ist dass sogar die Familie des Verstorbenen sich für den Hund einsetzt. Das spricht aus meiner Sicht schon dafür dass vielleicht nicht alles so war wie es berichtet wird.
 
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Celine
18. Jan. 21:14
Ich weiss nicht ob das so schnell geht. Oberflächlich wurde er bestimmt untersucht, aber ob man beteits MRT und weiterführende Untersuchungen gemacht hat, und ob das je gemacht wird, ist fraglich. Hier gibt es ein Video von Sam. Wenn ich das so sehe, kann ich schon irgendwie verstehen, dass die Familie nicht an seine Schuld glauben will. Wirkt halt wirklich wie der liebe Hund von nebenan. https://www.instagram.com/reel/DTntqmwiCQb/?igsh=MWZoOWNrajlqZmlscg==
Ja genau das ist das Video, was ich meinte.
Da liefert der Kumpel ja sein Statement dazu ab.

Aber wenn es danach geht, habe ich ja auch ganz tolle Videos von der Dobermannhündin. Sie ist sozial mit Hunden und auch Menschen unter meinem Beisein gewesen. Jeder fand sie toll, der sie antraf. Sie lies fremde Menschen auf das Gartengrundstück und ich hatte sie sogar mit in fremde Wohnungen.

Und dann gibts die Seite, wo ich Anrufe bekomme „der Hund hat mir in den Oberschenkel gezwickt.“ „ich kann keinen Besuch mehr empfangen“
„der Hund geht draußen auf mich los“

Ich unterstelle dem Bully das nicht aber ich möchte verdeutlichen, dass Hunde, die gebissen haben, ebenso tolle Hunde sein können. Ich hatte nie die negativen Erfahrungen mit dem Hund, deshalb sah ich sie auch mit anderen Augen als die Besitzer.