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Anne
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 8
heute 16:48

Bellen im Haus bei jedem noch so kleinen Geräusch

Hallo, ich hoffe jemand kann helfen, hat Tipps oder hat das gleiche Problem Zuhause. Es geht um unseren Hund. Er ist inzwischen 2,5 Jahre alt. Wir haben ihn mit 5 Monaten bekommen, aus dem Tierschutz aus Rumänien. Seine Mutter war so scheu, dass sie mit dem Betäubungsgewähr betäubt werden musste, weil sie so viel Angst hatte. Von Anfang an hat er super viel gebellt 🥴 aus Unsicherheit. Er hat Spiegel, Schatten, Dunkelheit und jedes noch so kleine Geräusch angebellt. Tag und Nacht. Egal was wir gemacht haben, nichts hat geholfen. Egal ob zu uns rufen, ins Körbchen schicken, mit ihm zur Angst hingehen und ihm zeigen, dass da nichts ist, belohnen bei Geräuschen von außen, wenn er nicht reagiert, ein ruhiges "Nein"....und und und. Wir hatten auch Hilfe von einer Trainerin, aber nichts hat wirklich geholfen. Irgendwann wurde es dann Stück für Stück besser....ohne sichtlich zu erkennen wieso. Anfang dieses Jahres fing es wieder an schlimmer zu werden 🥴 es gibt keine Veränderungen bei uns, auch nicht draußen. Wir wohnen auf dem Dorf, im Nirgendwo, also relativ ruhig. Aber jetzt fängt er wieder an zu bellen, sei es bei Vögeln auf dem Dach, das Eichhörnchen, ein Knacken im Haus, die rollende Mülltonne vom Nachbarn und und und. Seine Nerven sind dünn, er ist unglaublich schreckhaft und unsicher. Langsam liegen unsere Nerven blank und dabei sind wir Malinios erprobt 😅 Wir clickern mit ihm, machen Suchspiele, ein wenig Hundesport, gehen natürlich mit ihm Gassi und er hat einen großen Garten. Und trotzdem hat er sehr viel Ruhe.
 
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Jochen
Beliebteste Antwort
heute 14:38
Puh, das klingt heftig und wie es sich liest, habt ihr ja schon viel probiert.

Wenn es schon mal besser war und nun wieder schlechter, kann das zwei Gründe haben:
1) Schmerzen (sie senken die Reizschwelle stark)
2) starkes Negativerlebnis

Also tierärztlich durchchecken lassen und wenn gut langsam wieder mit der Gegenkonditionierung und sukzessiven Desensibilisierung neu starten. Ich weiß, das ist frustig und als Halter braucht man langen Atem.

Schauen, ob ihr noch Luft nach oben bei der Beziehungsarbeit habt.
Was mag dein Hund besonders? Das fördern und in diese Richtung Tricks und Beschäftigungen anbieten. So bekommt er mehr Selbstbewusstsein und es stärkt die Selbstwirksamkeit.

Kann er das Kommando „bell“? Wenn nicht, üben. Vermutlich weiß er, dass er nicht bellen soll, es ist für ihn stigmatisiert und dass stresst ihn noch mehr und so steckt er in einem Teufelskreis. Also durch das Kommando wieder den Stress rausnehmen und positiv belegen.
So kann man bei manchen Hunden auch das Bellen „steuern“.

Wenn er bellt, würde ich ihn loben, mich bedanken, dass er auf die Gefahr hingewiesen hat, ihn auf den Platz schicken, ostentativ das Angebellte überprüfen und den Hund wieder freigeben und das möglichst „immer immer“.

Das mit dem Blick für Klick was ihr macht, ist auch sehr gut. Was passiert da jetzt?

Sehr komplexes schwieriges Thema. Ich würde auch mal über eine medikamentöse Unterstützung nachdenken (sowieso fachkompetent begleitet), dass ihr bessere Trainingsmöglichkeiten bekommt.

Toll dass ihr daran arbeiten wollt. Wünsche euch viel Erfolg.
 
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The In
heute 14:30
Hallo Anne,
erstmal, es tut mir leid das zu lesen, ich kann mir vorstellen wie sehr das am Nervenkostüm zerrt! 😵‍💫
Habt ihr denn auch sonst das Gefühl, dass er schnell "auf" ist, also sehr reizempfänglich und -empfindlich? Ist er draußen oder bei Training sehr "zackig" unterwegs?
Und ist tierärztlich wirklich ausgeschlossen, dass er Schmerzen haben könnte? Auch die Zähne sind in Ordnung? 🐕🍀
 
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Jochen
heute 14:38
Puh, das klingt heftig und wie es sich liest, habt ihr ja schon viel probiert.

Wenn es schon mal besser war und nun wieder schlechter, kann das zwei Gründe haben:
1) Schmerzen (sie senken die Reizschwelle stark)
2) starkes Negativerlebnis

Also tierärztlich durchchecken lassen und wenn gut langsam wieder mit der Gegenkonditionierung und sukzessiven Desensibilisierung neu starten. Ich weiß, das ist frustig und als Halter braucht man langen Atem.

Schauen, ob ihr noch Luft nach oben bei der Beziehungsarbeit habt.
Was mag dein Hund besonders? Das fördern und in diese Richtung Tricks und Beschäftigungen anbieten. So bekommt er mehr Selbstbewusstsein und es stärkt die Selbstwirksamkeit.

Kann er das Kommando „bell“? Wenn nicht, üben. Vermutlich weiß er, dass er nicht bellen soll, es ist für ihn stigmatisiert und dass stresst ihn noch mehr und so steckt er in einem Teufelskreis. Also durch das Kommando wieder den Stress rausnehmen und positiv belegen.
So kann man bei manchen Hunden auch das Bellen „steuern“.

Wenn er bellt, würde ich ihn loben, mich bedanken, dass er auf die Gefahr hingewiesen hat, ihn auf den Platz schicken, ostentativ das Angebellte überprüfen und den Hund wieder freigeben und das möglichst „immer immer“.

Das mit dem Blick für Klick was ihr macht, ist auch sehr gut. Was passiert da jetzt?

Sehr komplexes schwieriges Thema. Ich würde auch mal über eine medikamentöse Unterstützung nachdenken (sowieso fachkompetent begleitet), dass ihr bessere Trainingsmöglichkeiten bekommt.

Toll dass ihr daran arbeiten wollt. Wünsche euch viel Erfolg.
 
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Anne
heute 14:50
Hallo Anne, erstmal, es tut mir leid das zu lesen, ich kann mir vorstellen wie sehr das am Nervenkostüm zerrt! 😵‍💫 Habt ihr denn auch sonst das Gefühl, dass er schnell "auf" ist, also sehr reizempfänglich und -empfindlich? Ist er draußen oder bei Training sehr "zackig" unterwegs? Und ist tierärztlich wirklich ausgeschlossen, dass er Schmerzen haben könnte? Auch die Zähne sind in Ordnung? 🐕🍀
Unsere Trainerin sagt immer, er hat ADHS, lernt schnell und ist sehr unsicher. Ja, er ist sehr Reizempfindlich....egal ob Geräusche oder Bewegungen, egal ob im Haus, im Garten oder draußen. Er ist mehrfach untersucht worden, auch war er bei einer Chiropraktikerin/Osteopathin.
 
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Anne
heute 15:16
Puh, das klingt heftig und wie es sich liest, habt ihr ja schon viel probiert. Wenn es schon mal besser war und nun wieder schlechter, kann das zwei Gründe haben: 1) Schmerzen (sie senken die Reizschwelle stark) 2) starkes Negativerlebnis Also tierärztlich durchchecken lassen und wenn gut langsam wieder mit der Gegenkonditionierung und sukzessiven Desensibilisierung neu starten. Ich weiß, das ist frustig und als Halter braucht man langen Atem. Schauen, ob ihr noch Luft nach oben bei der Beziehungsarbeit habt. Was mag dein Hund besonders? Das fördern und in diese Richtung Tricks und Beschäftigungen anbieten. So bekommt er mehr Selbstbewusstsein und es stärkt die Selbstwirksamkeit. Kann er das Kommando „bell“? Wenn nicht, üben. Vermutlich weiß er, dass er nicht bellen soll, es ist für ihn stigmatisiert und dass stresst ihn noch mehr und so steckt er in einem Teufelskreis. Also durch das Kommando wieder den Stress rausnehmen und positiv belegen. So kann man bei manchen Hunden auch das Bellen „steuern“. Wenn er bellt, würde ich ihn loben, mich bedanken, dass er auf die Gefahr hingewiesen hat, ihn auf den Platz schicken, ostentativ das Angebellte überprüfen und den Hund wieder freigeben und das möglichst „immer immer“. Das mit dem Blick für Klick was ihr macht, ist auch sehr gut. Was passiert da jetzt? Sehr komplexes schwieriges Thema. Ich würde auch mal über eine medikamentöse Unterstützung nachdenken (sowieso fachkompetent begleitet), dass ihr bessere Trainingsmöglichkeiten bekommt. Toll dass ihr daran arbeiten wollt. Wünsche euch viel Erfolg.
Hej, wir haben uns bewusst dazu entschieden, uns nicht bei ihm zu "bedanken", wenn er bellt. Wir wollen seine Wachsamkeit nicht noch fördern. Er kennt das Kommando "Gib laut" und er kennt auch das Kommando "Ruhe".
Aber wenn hier ein Reiz ist, wie Eichhörnchen auf dem Dach, dann ist an ein Kommando bei ihm überhaupt nicht zu denken, er ist völlig außer sich.

Wir machen auch schon Geräuschetraining, dass macht er gut. Aber er durchschaut sofort ob Training oder Realität.

Auf Empfehlung haben wir auch Tabletten mit L-Tryptophan und Baldrian ausprobiert, dass hat am Anfang auch geholfen, hat aber nach 6-8 Wochen seine Wirkung komplett verloren.

Wir merken ja auch, dass er gestresst ist. Wir wollen ihm ja helfen.
 
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Olli
heute 15:43
Löst er sich, kackt er und schnüffelt auf der Gassirunde?
 
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Jochen
heute 16:14
„Hej, wir haben uns bewusst dazu entschieden, uns nicht bei ihm zu "bedanken", wenn er bellt. Wir wollen seine Wachsamkeit nicht noch fördern.“

Ihr müsst schauen, warum er bellt.
Ist er denn wachsam?
Oder ist er unsicher/furchtsam?
Oder ist es gar Jagdtrieb?
Bellt er aus Stress oder stresst ihn das Bellen?

Deswegen meine Frage nach der Passion. Wenn er eine Wachmotivation hat, dann könnt ihr das nicht fördern und auch nicht unterbinden, denn dann ist es das was ihn ausmacht. Du kannst einem Jagdhund auch nicht das Jagen an- oder abgewöhnen.

Versuchst du das, wird das Stress erzeugen, das Selbstbewusstsein kaputt machen und es wird trotzdem nicht helfen, weil er das nicht verstehen wird und kann. Dann arbeitet ihr permanent gegeneinander und er wird dich irgendwann für eine Vollidiotin halten.

„Aber wenn hier ein Reiz ist, wie Eichhörnchen auf dem Dach, dann ist an ein Kommando bei ihm überhaupt nicht zu denken, er ist völlig außer sich.“

Ist jetzt sehr klugscheißerig von mir, entschuldige, wenn er nicht ansprechbar ist, ist der Reiz noch zu groß. Also Stresssignale deines Hundes lesen lernen, Ampel aufbauen und nie ins Rote kommen, im Roten ist er physiologisch nicht in der Lage zu lernen (siehe oben „sukzessive Approximation“)

Wie sieht es denn generell mit Impulskontrolle aus, liest sich, als sei sie nicht sehr gut? In jedem Fall auch in diese Richtung trainieren.

„Wir machen auch schon Geräuschetraining, dass macht er gut. Aber er durchschaut sofort ob Training oder Realität.“

😄 ja, das kenne ich, freue dich darüber, dass er so schlau ist, das Generalisieren wird in seinem Alter auch nur noch wenig stattfinden. Es hilft aber trotzdem, selbst wenn es nicht so scheint.

„Wir merken ja auch, dass er gestresst ist. Wir wollen ihm ja helfen.“

Super, hier gibt es einen Thread in dem „Antistresswerkzeuge“ gesammelt wurden.
 
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Anne
heute 16:17
Löst er sich, kackt er und schnüffelt auf der Gassirunde?
Ja, macht er alles 😊👍🏼
 
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Anne
heute 16:48
Ja er hat einen Jagdtrieb, aber den haben wir ganz gut im Griff, er lässt sich abrufen und ablenken.

Ja, er ist wachsam. Unsere Trainerin vermutet einen Anteil Schäferhund in ihm.
Wir vermuten er ist ein PodencoMix.
Auch draußen bellt er viel am Zaun. Auch wenn er raus in den Garten geht, bellt er erstmal am Zaun, obwohl da nichts ist. Und kann sich dann erst lösen 😅

Er ist sehr unsicher....er bellt sich dann auch wie in einen Rausch....
Erst ist es das Eichhörnchen, wegen dem er bellt oder ein Tannenzapfen der aufs Dach fällt.....er bellt aber auch den Kamin an, sonst kein Problem, auf einmal ist der Kamin ein Problem....dann ist es ein Regal was er an bellt.
Wir haben immer scherzhaft gesagt, wenn wir uns ein neues Sofa aussuchen, dann muss der Hund mit ins Möbelhaus und es absegnen, nicht dass er es sonst die ganze Zeit anbellt 😅

Wegen dem "Stresssignal". Ich merke sofort, wenn er sich auf ein Geräusch konzentriert, man sieht es ihm an, wenn ich dann aber reagiere geht er zu 100% an die Decke. Wenn ich nicht reagiere besteht die Chance "nur" bei 70-80%.

Es gibt eine Situation die ihn perfekt beschreibt ....
Er hatte mal ne Pflaume geklaut. Mein Mann im Hundeplatz/Malinios Modus "Onno aus, gib das her, sehr deutlich." Onno macht sich klein, Ohren angelegt, Kopf gesenkt, Schwanz runter und schlecht rückwärts weg. Keine Chance an die Pflaume zu kommen. Ich dann in freudiger Babysprache "Ja, zeig mal her, was hast du denn da" schon kommt er freudig zu mir und gibt mir die Pflaume.

Darf ich fragen, woher du das ganze Wissen hast ? Kann man dich als Trainer buchen ? 😅