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Anzahl der Antworten 43
zuletzt 1. Jan.

Angst vor Auto, Übelkeit

Hallo, unsere Hündin ist ungefähr 2 Jahre alt, wurde letzten Winter/Frühling trächtig in Nordmazedonien eingefangen und mit dem Auto nach Österreich gebracht. Ob sie davor oder danach noch Auto gefahren weiß ich nicht. Seit August ist sie bei uns. Ihr wird im Auto schlecht. Fahrten bis 10min gehen ohne Übergeben, danach ist es ein Glücksspiel. Im Auto steht sie stocksteif in der Box im Kofferraum. Macht keinen Mucks. Wenn wir auf das Auto zugehen, will sie weg und macht sich steif. Ich muss sie hochnehmen und in die Box stellen. Sie duckt sich dann vor mir weg. Futter im Auto nimmt sie nicht an. Wenn ich sie von meiner Oma abhole, freut sie sich garnicht mich zu sehen, weil sie weiß, jetzt muss sie ins Auto. Sie versteckt sich dann in ihrem Bett. Im Auto ignorieren wir sie, kein zureden oder "trösten", um die Angst nicht zu bestätigen. Ist das richtig so? Beim Einsteigen will ich ruhiges Verhalten ausstrahlen, um zu zeigen, dass alles ok ist. Aber die letzten Meter muss ich sie zum Auto hinziehen. Das fühlt sich einfach so falsch an. Wir haben schon einen Spray fürs Auto und CBD Kekse für Hunde probiert. Es hat sich noch überhaupt nichts gebessert. Hat jemand Tipps? Danke!
 
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Melanie
30. Dez. 16:52
Versuche in einem längeren Zeitraum mehr mals am Tag deinen Hund im Auto zu setzen ca 1 bis 2 Minuten, ohne dass der Motor läuft. Wenn du nach einer Zeit merkst das dein Hund es gut aushalten kann, verlängerst du die Zeit. Wenn das gut funktioniert, machst du das gleiche mit laufenden Motor. Wenn das gut läuft mal ne kleine runde fahren. Und natürlich immer loben. Vielleicht funktioniert es. Viel Glück
Diese Schritte sind viel zu schnell....der Hund muss erstmal an ein stehendes, nicht laufendes Auto herangeführt und desensibilisiert werden. Erst wenn der Hund sich ohne Stress in der Nähe des Autos aufhalten kann, kann man langsam anfangen mit Vorderpfoten mal bei geöffneter Tür an den Einstieg zu gehen. Das Training muss hier sehr langsam und kleinschrittig erfolgen.
 
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Su
30. Dez. 17:24
Wer füttert den Hund denn? Ich würde hier dazu raten, dass Dein Mann die Ressource Futter übernimmt und sie dem Hund gibt.
In der Früh ich, am Abend der Mann. Sie geht aber erst zur Schüssel, wenn er sich 2 Meter entfernt hat und sie auch nicht ansieht.
 
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Melanie
30. Dez. 17:33
In der Früh ich, am Abend der Mann. Sie geht aber erst zur Schüssel, wenn er sich 2 Meter entfernt hat und sie auch nicht ansieht.
Kann er ihr Leckerchen aus der Hand geben?
 
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Stefanie
30. Dez. 17:33
Ich finde diesen Satz: Ich will sie nicht trösten…. sehr befremdlich. Versetze dich in die Lage des Hundes, in den Arm genommen werden, ernst genommen und auch wahrgenommen, das bestärkt sie nur, dass sie dir irgendwann voll vertrauen kann.
 
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Su
30. Dez. 19:53
Nur manchmal wenn er in seiner Sofaecke sitzt, aber nicht immer.
Wenn er dort sitzt, scheint er ihr sicherer zu sein. Dann kommt sie auch zu ihm hin und er kann sie auch unter dem Ohr streicheln.
Sobald er aber aufsteht duckt sie sich und geht weg von ihm.

Für das alles muss ich aber im Raum sein, wenn ich nicht daheim bin und er schon, liegt sie eigentlich nur in ihrem Bett. Wenn er sie rauslassen möchte, öffnet er die Terrassentür, geht aus dem Wohnzimmer raus ins Vorzimmer und dann mit genug Abstand zu ihm, geht sie erst in den Garten.

Auch da bin ich unsicher wie wir tun sollen. Es gibt ja offenbar sehr viele Meinungen zu den verschiedenen Themen, wie auch beim Auto.
Manche sagen, er soll sie füttern. Andere meinen, er soll sie eigentlich ignorieren und nicht füttern, weil er sie damit unter Druck setzt und sie muss von sich aus auf ihn zukommen.

Ich nehme da auch gerne Tipps an, habe aber geplant, eine TrainerIn zu und nach Hause zu holen.
 
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Su
30. Dez. 19:57
Wenn mein Mann heimkommt, wird er aber oft überschwenglich begrüßt und da kann er sie auch öfters streicheln. Wenn wir spazieren, kann er auch die Leine nehmen und ein Stück von mir weg gehen, das macht eigentlich keinen Unterschied für sie.

Ich muss dazu sagen, er hat keine Erfahrung mit Haustieren generell, ist groß und hat bestimmt oft eine ungünstige Haltung.
Und da ich das meiste mit ihr mache, bin klar ich die Bezugsperson. Er ist ja oft nur am Abend da.
 
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Su
30. Dez. 19:59
Ich finde diesen Satz: Ich will sie nicht trösten…. sehr befremdlich. Versetze dich in die Lage des Hundes, in den Arm genommen werden, ernst genommen und auch wahrgenommen, das bestärkt sie nur, dass sie dir irgendwann voll vertrauen kann.
Ich habe nicht gesagt, dass ich sie nicht trösten WILL. Mir wurde mal dazu geraten, und ich habe gefragt ob das so richtig ist, weil ich daran gezweifelt habe.
 
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Melanie
30. Dez. 20:00
Ich finde es super, eine Trainerin nach Hause zu holen!!!! Vor Ort ist eine Einschätzung sowieso immer individueller. Es ist halt auch Tatsache, dass nicht ein Trainingsansatz der richtige ist. Bei dem einen Hund funktioniert Methode A und beim nächsten eher Methode B. Als Trainer schätzt man den Hund vor Ort besser ein.
Ich wünsche Euch eine /-n ganz tolle/-n Trainer/-in und viel Erfolg. Einen guten Rutsch ins neue Jahr!
 
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Mandy
30. Dez. 23:40
Hallo und vielen Dank für diesen Beitrag.
Tatsächlich hätte ich es genauso schreiben können, weil das alles wie bei meiner Mora klingt.
Wir haben leider auch nicht auf ewig ohne Autofahren verzichten können,TA Termine wo es einfach zum laufen in die nächste Stadt nicht anders ging. Mora haben wir immer auf dem Rücksitz. Ihr haben auch die Cocculus Globulis geholfen. Manchen helfen wohl auch die Rescue Bachblüten Tropfen für Tiere. Aber man will ja auch nicht ständig was ausprobieren. Wir haben auch wirklich mit Minischritten geübt in die Nähe des Autos zu gehen, in der Nähe füttern, Tür auf und zu ohne Einsteigen. Und irgendwann zum Einsteigen ein super mega obertolles Leckerlie wie Hasenohr etc was sie unbedingt wollte. Irgendwann im Auto sitzen und darin ne Weile gemeinsam bleiben und streicheln, mit super Futter füttern und dann ohne Fahrt wieder raus.
Zuletzt hatten wir die Nerven Kautabletten von nurVet, damit hat sie das erste Mal tatsächlich kurz im Auto geruht und ich hatte auf der Autobahn nen halben Herzinfarkt, weil ich dachte das sie sich tot gehechelt hat, 🤦Aber es war doch alles gut.
Hilfreich war auch die Idee meiner Mutter die Seitenfenster abzuhängen. Hab solche Teile mit Magnet zum je nach Bedarf dran hängen und es hatte ihr tatsächlich geholfen das ihr nicht mehr so schlecht wurde 👍
Sie liegt auch besser seit sie ein großes weiches Kissen drin hat, wahrscheinlich fühlt sie sich wohler und merkt die Vibrationen nicht so sehr.
Trotzdem hat das Auto noch viel Überwindung gekostet und kostet es auch heute noch. Nach nun über 3 Jahren geht sie ins Auto und erträgt es, manche Tage zittert sie dennoch und will lieber nicht rein.
Bei längeren Strecken oder wenn möglich, suche ich Routen die nicht so kurvig sind. Die kurven machen ihr auch Probleme...

Gebt nicht auf, auch wenn es gerade unmöglich aussieht. Ich bin auch traurig, dass wir nicht stundenlang irgendwohin fahren werden und sie im Auto nie glücklich sein wird. Aber mittlerweile schafft Mora 1,5 Std Autofahren ohne Übelkeit und riesen Panik. Ihr Hobby wird es wohl nie, aber wir arrangieren uns.
Vielleicht ist ja doch eine Idee oder Anregung die euch weiter hilft. Alles Gute, viel Kraft und Geduld euch
 
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Su
30. Dez. 23:48
Hallo und vielen Dank für diesen Beitrag. Tatsächlich hätte ich es genauso schreiben können, weil das alles wie bei meiner Mora klingt. Wir haben leider auch nicht auf ewig ohne Autofahren verzichten können,TA Termine wo es einfach zum laufen in die nächste Stadt nicht anders ging. Mora haben wir immer auf dem Rücksitz. Ihr haben auch die Cocculus Globulis geholfen. Manchen helfen wohl auch die Rescue Bachblüten Tropfen für Tiere. Aber man will ja auch nicht ständig was ausprobieren. Wir haben auch wirklich mit Minischritten geübt in die Nähe des Autos zu gehen, in der Nähe füttern, Tür auf und zu ohne Einsteigen. Und irgendwann zum Einsteigen ein super mega obertolles Leckerlie wie Hasenohr etc was sie unbedingt wollte. Irgendwann im Auto sitzen und darin ne Weile gemeinsam bleiben und streicheln, mit super Futter füttern und dann ohne Fahrt wieder raus. Zuletzt hatten wir die Nerven Kautabletten von nurVet, damit hat sie das erste Mal tatsächlich kurz im Auto geruht und ich hatte auf der Autobahn nen halben Herzinfarkt, weil ich dachte das sie sich tot gehechelt hat, 🤦Aber es war doch alles gut. Hilfreich war auch die Idee meiner Mutter die Seitenfenster abzuhängen. Hab solche Teile mit Magnet zum je nach Bedarf dran hängen und es hatte ihr tatsächlich geholfen das ihr nicht mehr so schlecht wurde 👍 Sie liegt auch besser seit sie ein großes weiches Kissen drin hat, wahrscheinlich fühlt sie sich wohler und merkt die Vibrationen nicht so sehr. Trotzdem hat das Auto noch viel Überwindung gekostet und kostet es auch heute noch. Nach nun über 3 Jahren geht sie ins Auto und erträgt es, manche Tage zittert sie dennoch und will lieber nicht rein. Bei längeren Strecken oder wenn möglich, suche ich Routen die nicht so kurvig sind. Die kurven machen ihr auch Probleme... Gebt nicht auf, auch wenn es gerade unmöglich aussieht. Ich bin auch traurig, dass wir nicht stundenlang irgendwohin fahren werden und sie im Auto nie glücklich sein wird. Aber mittlerweile schafft Mora 1,5 Std Autofahren ohne Übelkeit und riesen Panik. Ihr Hobby wird es wohl nie, aber wir arrangieren uns. Vielleicht ist ja doch eine Idee oder Anregung die euch weiter hilft. Alles Gute, viel Kraft und Geduld euch
Vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag. Es tut so gut, Erfahrungsberichte zu lesen, die immerhin ein bisschen positiv sind. Alles Gute für morgige Nacht!
Mora ist übrigens ein hübscher Name!