Home / Forum / Verhalten & Psychologie / Angst vor Auto, Übelkeit

Verfasser-Bild
Su
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 43
zuletzt 1. Jan.

Angst vor Auto, Übelkeit

Hallo, unsere Hündin ist ungefähr 2 Jahre alt, wurde letzten Winter/Frühling trächtig in Nordmazedonien eingefangen und mit dem Auto nach Österreich gebracht. Ob sie davor oder danach noch Auto gefahren weiß ich nicht. Seit August ist sie bei uns. Ihr wird im Auto schlecht. Fahrten bis 10min gehen ohne Übergeben, danach ist es ein Glücksspiel. Im Auto steht sie stocksteif in der Box im Kofferraum. Macht keinen Mucks. Wenn wir auf das Auto zugehen, will sie weg und macht sich steif. Ich muss sie hochnehmen und in die Box stellen. Sie duckt sich dann vor mir weg. Futter im Auto nimmt sie nicht an. Wenn ich sie von meiner Oma abhole, freut sie sich garnicht mich zu sehen, weil sie weiß, jetzt muss sie ins Auto. Sie versteckt sich dann in ihrem Bett. Im Auto ignorieren wir sie, kein zureden oder "trösten", um die Angst nicht zu bestätigen. Ist das richtig so? Beim Einsteigen will ich ruhiges Verhalten ausstrahlen, um zu zeigen, dass alles ok ist. Aber die letzten Meter muss ich sie zum Auto hinziehen. Das fühlt sich einfach so falsch an. Wir haben schon einen Spray fürs Auto und CBD Kekse für Hunde probiert. Es hat sich noch überhaupt nichts gebessert. Hat jemand Tipps? Danke!
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Irmgard-Edit
28. Dez. 23:58
Guten Abend! Ihr seit neu für Sie und um einen Hund die Angst zu nehmen im Auto, ist es vielleicht gut in Ihrer Nähe zu sitzen und die Box weg lassen oder Sie nicht hinein tun! Wir machen, dass auch so, und haben bemerkt, dass das bei Hunden gut ankommt und vertrauen schafft! Lasst dem Hund Zeit, dass is die beste Medizin, denke ich. Lg
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Larissa
29. Dez. 02:26
Unsere zara harte auch panische Angst vor dem Auto fahren obwohl wir das immer mit was positiven verbunden haben und kleinschrittig aufgebaut sie hat viel gespeichelt, sich übergeben auch bei kurzen Fahrten
Wir haben ihr dann vor jeder Fahrt Cocculus-Kügelchen die sind gegen Übelkeit damit wurde es besser nach ein paar Wochen brauchte sie die dann nicht mehr jetzt liebt sie auto fahren über alles
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Su
29. Dez. 09:06
Danke für eure Berichte. Tut gut so etwas zu lesen. Denn kurz hab ich wirklich den Mut verloren und dachte ob das wirklich so klug war, sie bei uns aufzunehmen. Das Autofahren ist leider nicht die einzige Baustelle. Sie hat auch Angst vor meinem Mann und manchmal ist ihr mein großer Sohn (12) auch nicht ganz geheuer. Vielleicht ist ihr bei uns manchmal zu viel los, zu viele große männliche Wesen.

Aber wenn zumindest das Autofahren vielleicht mal besser wird, wäre das ja toll für sie. Sie soll in einer Umgebung sein, in der sie sich wohlfühlt.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Svenja
29. Dez. 09:18
Ich glaube garnicht, dass die Box an sich der große Trigger ist. Sie wurde im offenen Kofferraum transportiert und war ja bei uns anfangs auf der Rückbank. Da ging es ihr genauso schlecht. Aber vielleicht hilft ihr ja der Blickkontakt zu mir und die Kurven sind vielleicht auch weniger stark, wenn sie vorne sitzt. Versuchen kann ich es ja mal. Bevor die Box ins Auto kam, hat sie schon ihr Futter in der Box gefressen, bei offener Tür. Immerhin das. Futter oder Kaustangerl im Auto nimmt sie aber leider garnicht an. Ich werde jetzt folgendes machen: Sie vorne im ausgelegten Fußraum mitnehmen. Sie schon die letzten Meter ins Auto tragen. Außen ans Auto immer weiter positiv annähern. Fahrten vermeiden. Beim Aussteigen ein super Leckerli anbieten. Danke für eure Tipps!
Was ich darüber denke, sämtliche Kommunikation (einfrieren, meiden, ausweichen), dass sie auf keinen Fall noch einmal diese Situation möchte, in der es ihr körperlich (!) einfach echt mies geht zu ignorieren und sie nun sogar noch in den Ort des Grauens zu tragen, habe ich ja bereits geschrieben. (Hat hier jemand schonmal unter Reiseübelkeit gelitten?)
Ich verstehe die Einschränkungen durch ein solches Problem, und ob das rechtfertigt, dass man, weil es bei anderen ja auch irgendwie durch ein Auswachsen des Hundes oder sonstige Ursachen oder sogar homöopathischer Kügelchen oder Sprays besser geworden ist, dem Hund ein faires, klar aufgebautes Training verweigert, das muss und darf natürlich jeder selber entscheiden.
Ein kleiner Tipp aber noch: Wenn das aussteigen belohnt wird, wird das Aussteigen belohnt, also quasi das Ende der Tortour. Das ist lerntheoretisch genauso sinnvoll, wie beim Maulkorb Training das Ausziehen des Maulkorbs zu belohnen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Maria
29. Dez. 10:09
Was ich darüber denke, sämtliche Kommunikation (einfrieren, meiden, ausweichen), dass sie auf keinen Fall noch einmal diese Situation möchte, in der es ihr körperlich (!) einfach echt mies geht zu ignorieren und sie nun sogar noch in den Ort des Grauens zu tragen, habe ich ja bereits geschrieben. (Hat hier jemand schonmal unter Reiseübelkeit gelitten?) Ich verstehe die Einschränkungen durch ein solches Problem, und ob das rechtfertigt, dass man, weil es bei anderen ja auch irgendwie durch ein Auswachsen des Hundes oder sonstige Ursachen oder sogar homöopathischer Kügelchen oder Sprays besser geworden ist, dem Hund ein faires, klar aufgebautes Training verweigert, das muss und darf natürlich jeder selber entscheiden. Ein kleiner Tipp aber noch: Wenn das aussteigen belohnt wird, wird das Aussteigen belohnt, also quasi das Ende der Tortour. Das ist lerntheoretisch genauso sinnvoll, wie beim Maulkorb Training das Ausziehen des Maulkorbs zu belohnen.
Offenbar lassen sich die Fahrten aber erstmal nicht vermeiden. Wie würdest du das neben einem klar aufgebauten Training handhaben?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Svenja
29. Dez. 10:13
Offenbar lassen sich die Fahrten aber erstmal nicht vermeiden. Wie würdest du das neben einem klar aufgebauten Training handhaben?
Ich würde die Fahrten vermeiden. Hundesitter, Verwandte, es gibt immer eine Lösung, wenn man das wirklich will.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Johanna
29. Dez. 11:20
Üben üben, auto als Futterort nutzen ohne zu fahren ,immer wieder ,lieblingsspielzeuge reinwerfen aportieren lassen, wenn es funktioniert einsteigen ,2 Minuten warten und aussteigen. Sehr langwierig aber es funktioniert
Erst wenn das alles geht ums Haus fahren immer wieder kurze Runden
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Melanie
30. Dez. 16:04
Danke für eure Tipps und Gedanken zu diesen Thema! Ich fahre meistens mit ihr alleine oder mit den Kindern, die auf der Rückbank sitzen. Also ich bin die Fahrerin. Wie kann ich das lösen? Als Fahrerin kann ich sie nicht auf dem Schoß haben. Den Kindern will und kann ich diese Aufgabe nicht zutrauen. Also: langsam das Auto prinzipiell als etwas Gutes verknüpfen, so wie Maria es beschrieben hat. Und wenn ich wirklich fahren muss? Soll ich sie auf den Beifahrersitz oder dort in den Fußraum setzen und während der Fahrt gut zureden? Die gemeinsamen Fahrten mit Mann, wo ich sie auf dem Beifahrer eng beschützen kann, wären sehr selten, nur ab und zu am Wochenende, möglich.
Das angesprochene Training von Maria sehe ich auch als richtige Vorgehensweise an. Leider muss so ein "Trauma" kleinschrittig angegangen werden und jedes Mal, wenn der Hund so ins Auto bugsiert wird, fällst Du ein wenig im Training zurück. Gibt es nicht die Möglichkeit, die Oma zu Dir nach Hause zu holen, dass sie dort auf Kinder und Hund aufpasst? Oder ggf. Nachbarn Deinen Hund sitten. So eine Lösung wäre für Deinen Hund und das Training am charmantesten 😉
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Melanie
30. Dez. 16:08
Danke für eure Berichte. Tut gut so etwas zu lesen. Denn kurz hab ich wirklich den Mut verloren und dachte ob das wirklich so klug war, sie bei uns aufzunehmen. Das Autofahren ist leider nicht die einzige Baustelle. Sie hat auch Angst vor meinem Mann und manchmal ist ihr mein großer Sohn (12) auch nicht ganz geheuer. Vielleicht ist ihr bei uns manchmal zu viel los, zu viele große männliche Wesen. Aber wenn zumindest das Autofahren vielleicht mal besser wird, wäre das ja toll für sie. Sie soll in einer Umgebung sein, in der sie sich wohlfühlt.
Wer füttert den Hund denn? Ich würde hier dazu raten, dass Dein Mann die Ressource Futter übernimmt und sie dem Hund gibt.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Eveline
30. Dez. 16:41
Versuche in einem längeren Zeitraum mehr mals am Tag deinen Hund im Auto zu setzen ca 1 bis 2 Minuten, ohne dass der Motor läuft. Wenn du nach einer Zeit merkst das dein Hund es gut aushalten kann, verlängerst du die Zeit. Wenn das gut funktioniert, machst du das gleiche mit laufenden Motor. Wenn das gut läuft mal ne kleine runde fahren. Und natürlich immer loben. Vielleicht funktioniert es. Viel Glück