Kann man so machen, also vermuten, dass der Hund ein Problem hat, um das der Mensch sich kümmern muss, und die Situationen in Folge meiden.
Ich würde aber bei einem jungen, sonst unauffälligen Hund eher dafür sorgen, dass er - kontrolliert, d.h. am besten mit Trainer/in und von ihm/ihr ausgewählten, souveränen Hunden (auch intakten Rüden) - interagieren darf, um nicht zum frustrierten, sozialen Krüppel zu werden. Und ganz nebenbei als Mensch eine Menge über Innerartliches Verhalten lernen.
Und sollte wirklich ein ernsthaftes Problem vorliegen, ist man ja schon in guten Händen.
Sind halt zwei völlig unterschiedliche Herangehensweisen, die immer wieder kontrovers diskutiert werden werden.
Da hast Du mich falsch verstanden. Ich halte auch nichts davon, die Situationen zu meiden. Und mit dem Trainer hast Du absolut Recht.
Wenn der Mensch den Hund durch die kurze Leine nicht frei agieren lässt, provoziert er so ein Verhalten. Wenn sich das nicht durch locker lassen der Leine korrigieren lässt, weil das zu gefährlich sein könnte, kann man dem Hund durch Bögen laufen ein Alternativverhalten ermöglichen oder aufzeigen.
In erster Linie würde ich darauf schauen, was der Hund eigentlich tun will. Will er Konflikte vermeiden, wird er eventuell stehen bleiben, dann sollte man darauf eingehen. Oft müssen Hunde die Situation erst mal einschätzen und nehmen sich so kurz Zeit. Viele können danach friedlich weitergehen. Auch das Bogen laufen wird der Hund, dem das hilft, von sich aus versuchen. An kurzer Leine werden die Hunde aber oft frontal auf das Gegenüber zu gezwungen. Das ist für Hunde unhöflich und schürt Konflikte.
Ob das überhaupt helfen kann, hängt aber von der Ursache ab. Ist der Hund im Macho-Modus, will er ja gar nicht ausweichen. In dem Fall sollte der Halter dem Hund zeigen, dass sein Verhalten nicht erwünscht ist. Und das tut man am besten, indem man das erwünschte Verhalten fördert.
Ein Hund wird nicht zum sozialen Krüppel, wenn man ihm sein Macho-Verhalten nicht durchgehen lässt. Er darf mit anderen Hunden agieren, solange er höflich bleibt.
Ich sehe hier keine völlig konträren Ansätze, sondern nur unterschiedliche Meinungen im Umgang mit dem Knurren. Bezüglich des Trainers sind wir einer Meinung, und wenn der mit kontrollierten Begegnungen trainiert, ist das super. Der Fokus sollte dabei aber nicht nur auf Management der akuten Situation liegen, sondern darauf, die Ursache zu beseitigen. Und das machen manchmal sogar Trainer falsch.