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Andrea
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 3807
heute 17:50

Was hat euch heute gefreut?

Der Radfahrer, der klingelt, die Postbotin, die sich extra Zeit nimmt um den Hund ein erlaubte Leckerli zu geben, oder einfach der eigene Hund, der einen neuen Trick geschafft hat, lieb gekuschelt hat oder sich in einer außergewöhnlichen Situation super verhalten hat. Was hat euch heute besonders gefreut?
 
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Julia 🐾Nero
heute 16:35
Der Unterschied zum Keksen/ Leckerli werfen besteht für mich auch darin, dass der Hund bei der Futterbeuteljagd das “Tier” selbst erbeutet, während er beim Tricksen Futter als Gegenleistung für eine Handlung erhält, die nicht oder nur bedingt zu seinem natürlichen Repertoire gehört. Dazu kommt, dass beim Tricksen das Futter nur stückchenweise kommt, während er das Futter aus dem Futterbeutel am Ende insgesamt verschlingen darf. Ich merke vor allem bei meiner Jüngsten einen riesigen Unterschied. Tricksen mit ihr ist die Hölle. Sie kommt darauf gar nicht klar, bietet alles auf einmal an, hat riesige Pupillen und wird distanzlos. Wenn wir mit dem Futterbeutel arbeiten, werfe ich den für sie weg. Aber sie darf nicht sofort hinterher sprinten. Ich gehe dann erst ein paar Mal mit ihr hin und her und schicke sie dann los zum “Suchen”. Sie ist während der ganzen Übung und danach voll bei mir. Das macht richtig Spaß. Ich mag den Ansatz von Jan Nijboer auch sehr gern, vor allem den Gedanken, dass Menschen die Eltern sind und entsprechend die Verantwortung übernehmen müssen. Aber klar gibts auch Kritikpunkte (z.B. den Hungertag).
So ein Durchdrehen und alles anbieten habe ich auch schon erlebt, als ich besonders wertvolle Leckerlis einsetzen wollte.

Da ist für mich selber zumindest klar geworden, dass positive Verstärkung durch Futter immer zwangsläufig mit negativer Strafe verknüpft ist. Denn sobald der Hund weiß, dass man Leckerlis in der Tasche hat, hat er die Erwartungshaltung sie für irgendwas zu bekommen.
Und da man bekanntlich nicht nicht kommunizieren kann, wird er eigentlich dauerhaft negativ bestraft, bis er dann endlich das tut, wofür er sein Leckerchen bekommt. Ist natürlich eine radikale Auslegung, aber würde vielleicht auch dauerhafte Erregung und Frust erklären.

Wir haben jetzt seit einiger Zeit gar keine Leckerchen mehr dabei. Aber weil ich Belohnung über soziale Verstärkung von Baumann übernommen habe (also Hund zu sich in die sichere Zone nehmen und ausstreichen). Das funktioniert inzwischen auch wirklich gut.

Wobei ich jetzt auch nicht ausschließen würde, dass Leckerchen doch wieder zum Einsatz kommen, wenn wir etwas neues lernen wollen.
Aber gezielt etwas lernen ist natürlich eine andere Sache, als den Hund den ganzen Tag über mit Leckerchen zu verstärken und zu "dressieren" (auch wieder radikal gesehen).
 
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Maria
heute 16:39
Und ich knüpfe gleich noch an unsere heutige Futterbeutelarbeit an. Ich gehe dazu zur Zeit mit jedem Hund einzeln in den Garten. Biscotti war zuletzt dran. Als wir fertig waren und ich reingehen wollte, blieb Biscotti stehen. Irgendjemand lief ein Stück entfernt am Grundstück vorbei. Er zeigte sein Drohbellen und schaute mich aus dem Augenwinkeln an. Ich bin dann zurück a den Gartenzaun, um nachzusehen. Biscotti schloss sich mir an. Wir haben kurz geschaut und dann sind wir gemeinsam reingegangen. Ich finds unglaublich toll, wie sich unsere Beziehung nach drei Monaten entwickelt hat.

Ein Hoch auf ältere Hunde aus dem Tierschutz. 😉
 
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Maria
heute 16:46
So ein Durchdrehen und alles anbieten habe ich auch schon erlebt, als ich besonders wertvolle Leckerlis einsetzen wollte. Da ist für mich selber zumindest klar geworden, dass positive Verstärkung durch Futter immer zwangsläufig mit negativer Strafe verknüpft ist. Denn sobald der Hund weiß, dass man Leckerlis in der Tasche hat, hat er die Erwartungshaltung sie für irgendwas zu bekommen. Und da man bekanntlich nicht nicht kommunizieren kann, wird er eigentlich dauerhaft negativ bestraft, bis er dann endlich das tut, wofür er sein Leckerchen bekommt. Ist natürlich eine radikale Auslegung, aber würde vielleicht auch dauerhafte Erregung und Frust erklären. Wir haben jetzt seit einiger Zeit gar keine Leckerchen mehr dabei. Aber weil ich Belohnung über soziale Verstärkung von Baumann übernommen habe (also Hund zu sich in die sichere Zone nehmen und ausstreichen). Das funktioniert inzwischen auch wirklich gut. Wobei ich jetzt auch nicht ausschließen würde, dass Leckerchen doch wieder zum Einsatz kommen, wenn wir etwas neues lernen wollen. Aber gezielt etwas lernen ist natürlich eine andere Sache, als den Hund den ganzen Tag über mit Leckerchen zu verstärken und zu "dressieren" (auch wieder radikal gesehen).
Bei uns ist es auch noch ein Mischmasch, gerade weil Biscotti ja noch nicht lange da ist und wir in der Kälte der vergangenen Wochen kaum draußen etwas unternehmen konnten.

Ich erkläre mir das Durchdrehen bei Elisa mit ihrer Vergangenheit (letzter Wurf einer Vermehrerhuendin, also Konkurrenz um wenig bis kein Futter und danach knapp zwei Jahre Tierheim) und mit einer hohen Dopamin-Sensibilität. Für Elisa ist es tatsächlich egal, wie Wertigkeit das Futter ist, die dreht für alles durch. Sie schnabuliert sogar das Poopoo aus dem Hintern ihrer Mutter, wenn sie die Gelegenheit bekommt.
 
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Andreas
heute 17:14
Nene (mein letzter Kommentar, falscher Faden, entschuldige) Zitat: “Dann denke ich, ja gut, aber dann bist du ein großer Egoist. Und diesen Egoismus, die wollen wir feiern. Das ist so ein Punkt, wo ich denke, ja aber verstehst du dann selber nicht, dass wenn dein Hund das gerne möchte, dass eine Belohnung displaziert ist, nicht passt. Weil ich sag mal, er hat dir einen Gefallen getan und dann sollte er doch zufrieden sein. Und Menschen sollten dann eigentlich selber spüren, nee das stimmt so auch nicht. Ja und ich finde, da sollte man Menschen drüber nachdenken lassen, dass wenn ich einen Hund belohnen muss, dann muss ich gleichzeitig fragen, was habe ich ihm dann angetan, um das wieder kompensieren zu müssen.” Von Ungezähmt ehrlich - Der HUNDE-Podcast by Natural Dogmanship®: Hundeerziehung mit Haltung - Part
..interessant.. nur für mich schwer zu verstehen bzw nachzuvollziehen. Da will ich etwas mehr lesen, um ggf Anregungen zu bekommen..

Mir bzw.. meiner Philosophie entspricht stark.. Ulli Reichmann.. mit "..eine Liebeserklärung an jagende Hunde" bzw Wege zur Freundschaft.
Diesen Weg habe ich allerdings schon immer favorisiert und es kam Freude bei mir hoch, nicht ganz alleine damit zu sein und ein paar Anregungen zu erhalten.

Rocky und ich haben ja nie mit Leckerlis trainiert.. auch ist die klassische Trainingsphase lange für uns vorbei und wir interagieren eben.. er animiert mich und ich ihn.. wir erleben Abenteuer.. Über Belohnung oder Strafe denke ich nicht nach.. über gemeinsame Abenteuer schon..
 
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Jochen
heute 17:36
..interessant.. nur für mich schwer zu verstehen bzw nachzuvollziehen. Da will ich etwas mehr lesen, um ggf Anregungen zu bekommen.. Mir bzw.. meiner Philosophie entspricht stark.. Ulli Reichmann.. mit "..eine Liebeserklärung an jagende Hunde" bzw Wege zur Freundschaft. Diesen Weg habe ich allerdings schon immer favorisiert und es kam Freude bei mir hoch, nicht ganz alleine damit zu sein und ein paar Anregungen zu erhalten. Rocky und ich haben ja nie mit Leckerlis trainiert.. auch ist die klassische Trainingsphase lange für uns vorbei und wir interagieren eben.. er animiert mich und ich ihn.. wir erleben Abenteuer.. Über Belohnung oder Strafe denke ich nicht nach.. über gemeinsame Abenteuer schon..
Ah, ich wollte doch nicht… kurz in kleiner Schrift, ich habe immer noch ein prägendes Erlebnis mit Pepe im Hinterkopf. Ich habe am Anfang mit ihm zum Kennenlernen und zur vermeintlichen Stärkung unserer Bindung und dem Aufbau seines Selbstbewusstseins mit ihm jeden Abend seine Abendfutterration vertrickst (allerdings habe ich ihn auch „belohnt“, wenn er es nicht richtig gemacht hatte, musste ich, weil er sonst sofort abbrach und in seiner Box verschwand). Einmal hatte ich keine Lust und habe es ihm einfach hingestellt. Er hat es trotz Aufforderung und Schmackhaftmachung nicht angerührt. Schlussendlich haben wir es dann doch vertrickst. Das widerspricht für mich ein Stück weit der Negativsicht der Belohnung und dass es beim Tricksen nur um Belohnung geht und nicht auch um soziopositives Verhalten.
 
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Sina's
heute 17:44
Wahouuuuuu 🐾🐾
Nach gefühlten Monaten, kam hier heute endlich wieder die Sonne ⛅☀️...
Darüber habe ich mich riiiiiiiiiiiiiiesig gefreut 🎉🎊🥳

Frauli hat es ausgenutzt und war mit mir zum Mantrailing....🥳🥳🐾🐾
 
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Andreas
heute 17:50
Ah, ich wollte doch nicht… kurz in kleiner Schrift, ich habe immer noch ein prägendes Erlebnis mit Pepe im Hinterkopf. Ich habe am Anfang mit ihm zum Kennenlernen und zur vermeintlichen Stärkung unserer Bindung und dem Aufbau seines Selbstbewusstseins mit ihm jeden Abend seine Abendfutterration vertrickst (allerdings habe ich ihn auch „belohnt“, wenn er es nicht richtig gemacht hatte, musste ich, weil er sonst sofort abbrach und in seiner Box verschwand). Einmal hatte ich keine Lust und habe es ihm einfach hingestellt. Er hat es trotz Aufforderung und Schmackhaftmachung nicht angerührt. Schlussendlich haben wir es dann doch vertrickst. Das widerspricht für mich ein Stück weit der Negativsicht der Belohnung und dass es beim Tricksen nur um Belohnung geht und nicht auch um soziopositives Verhalten.
..solche Erlebnisse empfinde ich als wunderschön .. Ein klein wenig kenne ich das auch.

Um ihm beizubringen, nicht ohne mein ok zu fressen.. musste er schon immer auf mein ok warten.. heute verlangt er es..
😁 Der leckerste Nachtisch wird nicht ohne ok angerührt.. Habe das mal vergessen und er lag nach einer Stunde immer noch wartend vor seinem Dörrfleisch..

Ok.. das passiert mir nicht mehr.. Er hat mich zur Aufmerksamkeit erzogen.

Unsere Schätze sind faszinierende, individuelle Persönlichkeiten ❤️