Ich denke, das hat mit vielen Faktoren zu tun, wie toxisch sich virtuelle "Beziehungen" auswirken.
Wenn du z. B. als sehr junger Mensch schon lernst, deine Meinung und Gefühle zählen nicht und die Menschen, die dich schützen und unterstützen sollen, tun das nicht und machen sich über dich lustig, dann kann das dazu führen, dass du dich ein Leben lang nicht traust, etwas von dir in der Öffentlichkeit oder sogar nur deinem privaten Kreis zu zeigen.
Und wenn du dann irgendwann ausreichend Kompetenzen erlangt hast, es doch mal zu wagen und du gerätst in verbale Attacken, die dich herabsetzen und nieder machen sollen, dann macht das emotional was mit dir, auch wenn man kognitiv die Vorgänge durchschaut.
Und ich glaube, solche Menschen mit solchen Erfahrungen bzw. Mängeln an stärkenden Erfahrungen gibt es mehr als genug.
Andererseits muss man auch immer bedenken, dass auch solche Angriffe in der Regel aus einer tiefen, nicht immer so ganz bewussten Verletzung oder Angst /Sorge heraus entstehen.
Und am Ende spielen auch bei uns Menschen sicher neben individuellen Erfahrungen genetische Faktoren eine große Rolle, wie man mit solchen Dingen umgeht und wie nah sie einem gehen.
Da stimme ich vollumfänglich zu.
Gerade für vulnerable Personengruppen wirken öffentliche Abwertung und Bloßstellung besonders belastend. Gleichzeitig ist die Hundebubble ein stark emotional aufgeladener Raum. Beim Thema Hundehaltung geht es u. a. um Verantwortung, Schuldgefühle, Enttäuschung, Stolz und Scham bis hin zum eigenen Selbstbild, teils mit Blut und Spucke verbunden.
Wer so involviert ist, ist automatisch offener und verletzlicher, sodass auch psychisch „gesunde“ Menschen unter bestimmten Kommunikationsmustern erheblich leiden können.
Gerade deshalb sollte jede*r Kommentierende die Wirkung der eigenen Beiträge mitbedenken, zumal Worte in digitalen Räumen oft eben nicht verhallen, sondern dauerhaft präsent bleiben.