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Katrin
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heute 01:33

Toxische Hundebubble?

Wir alle hier haben eins gemeinsam, wir lieben Hunde. Wir wollen ihnen ein glückliches und tolles Leben bieten und eine schöne gemeinsame Zeit haben. Gleichzeitig erlebe ich zunehmend das es in der Hundebubble immer schlimmer zugeht. Ganz egal um welches Thema es geht es wird zum Teil verbal aufeinander eingedroschen. Während man von Angesicht zu Angesicht eher einen gemäßigten Ton einschlägt eskaliert es in Foren/ auf social media umso mehr. Meinungen treffen auf wissenschaftliche Fakten, eigene Erfahrungen werden als das einzig wahre angesehen und neue Ideen und Erkenntnisse als Blödsinn abgetan usw. So individuell wie wir Menschen und unsere Hunde sind so individuell sind die einzelnen Geschichten die jeder von uns zu verschieden Themen zu erzählen hat. Wenn wir alle diesen Geschichten offen lauschen würden könnten wir sicher vieles von einander lernen. Stattdessen führen wir Glaubenskriege über Trainingsmethoden, Ernährung, Gesundheit bis hin zur richtigen Leine, Halsband/Geschirr uvm. Haben wir verlernt wie man richtig mit unseren Mitmenschen umgeht? Wie man Kritik äußert und auch richtig annehmen kann? Wie man sachlich diskutiert ohne mit den moralischen Zeigefinger auf andere zu zeigen? Wenn ja was sagt das über uns als Hundehalter aus? Wenn wir nichtmal mehr vernünftig mit unseren Mitmenschen reden oder umgehen können, wie soll einem das dann beim Hund gelingen? Wenn die eigene Impulskontrolle und Frustrationstoleranz schon beim verfassen eines Kommentars vesagt, wie läuft das dann in einer echten herausfordernden Situation ab? Mich würden eure Meinungen und Erfahrungen und Gedanken dazu interessieren, egal ob im echten Leben oder Online. Empfindet ihr es ähnlich wie ich? Liebe Grüße Katrin J. Wie immer bitte höflich bleiben😊
 
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Katrin
1. Feb. 12:45
Wenn ich für meinen Weg ausschließlich Bestätigung erwarte und dulde, ist ein öffentliches Forum doch eigentlich die falsche Adresse. Wozu sollte ich meine Meinung – sofern sie für mich ohnehin in Stein gemeißelt ist – überhaupt posten, außer um bewusst die Konfrontation zu suchen? Im Allgemeinen sucht man doch den Dialog. Wenn dieser nur mit Gleichgesinnten gewünscht ist, besteht die Möglichkeit, das bereits im Eröffnungsthread mit einem entsprechenden Hinweis deutlich zu machen. Im Übrigen liegt genau da das Problem: Viele fühlen sich persönlich angegriffen, obwohl das Gegenüber in diesem Augenblick eventuell eher das Wohl des Hundes im Sinn hat. Statt sofort zum Gegenangriff zu blasen, könnte man auch einfach mal hinterfragen. Das Ergebnis wäre ein echter Dialog – und Dialoge sind schließlich die Essenz eines Forums, oder nicht?
Ich hab hier ja schon einige Threads gestartet. Diese enthielten auch immer wie gewünscht Fragen um einen Austausch anzuregen. Gerade das finde ich auch sehr wichtig, denn ich möchte schon zu einem Thema oder zu meiner Meinung möglichst viele unterschiedliche Ansichten auch dafür nutzen um meinen Standpunkt zu hinterfragen bzw zu festigen. Niemand ist allwissend und ganz oft haben mir andere Blickwinkel schon zu mehr Verständnis für die Gegenseite verholfen.

Kommentare stelle ich mir oft wie ein Eisberg vor. Oftmals bekommt man nur die Spitze zu sehen aber der ganze Rest bleibt im verborgenen. Erst wenn man sich mehr austauscht, das Gegenüber besser kennenlernt (soweit das eben möglich ist) bekommt man immer mehr vom Eisberg zu sehen.

Ich hoffe das ist halbwegs verständlich🙈
 
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Sonja
1. Feb. 12:52
Das kenne ich, mein Thread damals war auch emotional geladen, aber es hielt sich gerade noch an der Grenze. Meine DMs dagegen - huiii - eine Beleidigung nach der anderen und von Sachlichkeit weit und breit kein Sehen. Den Thread habe ich daraufhin geschlossen. Eigentlich schade, wenn man bedenkt, dass sich unter den Threads auch Leute befinden, die an einem sachlichen Austausch / Hilfestellung interessiert sind und Zeit investieren.
Ich melde sowas direkt. Hitzige Diskussion okay, ist halt manchmal nicht so einfach, besonders wenn Meinungen auf Falschinformationen aufgebaut sind. Ich möchte dann schon ganz gerne aufklären, auch damit sich solche Infos nicht noch weiter verbreiten. Und wenn dann jemand stur bleibt und barsch wird, dann rumort es auch mal bei mir 😂 Bis zum gewissen Punkt ist das ja normal im digitalen miteinander und es lässt sich damit leben. Aber manche Leute hauen es so derbe und flach raus oder wollen regelrecht trollen, das gehört dann einfach nirgends hin. Schon gar nicht wenn es persönlich und beleidigend wird, egal ob im Thread oder Chat. Kritik ist ja okay. Daran kann man auch wachsen. Aber es muss sich die Waage halten.
 
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Momo
1. Feb. 12:57
Wenn ich für meinen Weg ausschließlich Bestätigung erwarte und dulde, ist ein öffentliches Forum doch eigentlich die falsche Adresse. Wozu sollte ich meine Meinung – sofern sie für mich ohnehin in Stein gemeißelt ist – überhaupt posten, außer um bewusst die Konfrontation zu suchen? Im Allgemeinen sucht man doch den Dialog. Wenn dieser nur mit Gleichgesinnten gewünscht ist, besteht die Möglichkeit, das bereits im Eröffnungsthread mit einem entsprechenden Hinweis deutlich zu machen. Im Übrigen liegt genau da das Problem: Viele fühlen sich persönlich angegriffen, obwohl das Gegenüber in diesem Augenblick eventuell eher das Wohl des Hundes im Sinn hat. Statt sofort zum Gegenangriff zu blasen, könnte man auch einfach mal hinterfragen. Das Ergebnis wäre ein echter Dialog – und Dialoge sind schließlich die Essenz eines Forums, oder nicht?
Ich glaube ich verstehe was du meinst ich habe mich tatsächlich schon gefragt ob ein Forum der richtige Ort für mich ist.
Klar eine Diskussion lebt von gegensätzlichen Meinungen
Allerdings erwarte ich nicht für meinen Weg nur Bestätigung, brauche ich auch nicht, bei mir läuft es gerade.
Aber ich habe 3 Jahre mit dem jetzigen Hund trainiert und obwohl ich mein Leben lang mit Tieren geteilt habe, (ohne eine Hundeschule besucht zu haben) klappte es hinten und vorne mit der bedürfnisorientierten Methode und diesem reizoffenem Hund nicht. Vielleicht lag es an mir aber was mir am wenigsten geholfen hat in dieser Zeit war, auch wenn berechtigt, Menschen die meinen Weg und meine Handlungen (ohne zu hinterfragen) kritisiert haben.
Aber wie du auch schreibst, ein Forum ist dazu da das Meinungen ausgetauscht werden und ich habe tatsächlich auch Schwierigkeiten mich abzugrenzen.
Aber ich bin hoffentlich noch lernfähig andere Meinungen nicht auf mich zu projizieren.
 
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Carola
1. Feb. 13:08
Ich hatte das Wochenende meine Familie zu Besuch und wir waren bei Holiday on Ice, was wirklich eine tolle Show war, kann ich jedem nur empfehlen! Jetzt sind sie gerade gefahren, ich habe das große Drama im Forum (zum Glück?) verpasst und mich nun durch den geschlossenen Thread durchgewühlt, bin zumindest auf S. Entschuldigung gestoßen und ärgere mich ein wenig, dass ich mich gar nicht mehr äußern konnte, denn der eine Beitrag von mir, zu dem ich mich hinreißen ließ, wurde glaube ich mindestens einmal hinterfragt bzw es wurde um Erläuterung gebeten. Zur toxischen Bubble kann ich nur sagen, dass ich meinen Account jetzt bestimmt schon 3 oder 4 Mal gelöscht habe, immer mit mehreren Monaten Pause. Das hätte ich S. gerne noch mitgeteilt. Nicht um auf sie einzutreten, wenn sie am Boden liegt, sondern zusätzlich die Augen etwas zu öffnen. Denn ich habe mich durch S. und ihren Freundeskreis hier regelrecht gemobbt gefühlt (und ich nutze das Wort nicht leichtfertig!). Sie hat nicht nur "genervt", wie sie es geschrieben hat, sondern andere Menschen zutiefst verletzt, gekränkt und psychisch belastet und es haben sich einige verabschiedet. Mein Postingverhalten im Forum hat sich sehr eingeschränkt, in Erziehungssachen melde ich mich kaum noch zu Wort, ich beschränke mich auf Tratsch und was hat mich gefreut Posts. Unter anderem wegen S., die hier nach ihrem Abgang weiter Lobeshymnen für ihren "Einsatz" bekommt. Und das finde ich macht das toxische in der Bubble aus. Man wird völlig blind für die Gefühle des Gegenübers, der Zweck heiligt die Mittel. Hinter den Methoden stehen Menschen, hinter den Menschen Geschichten und Erfahrungen. Das ist aber egal, man will nur den Glaubenskrieg gewinnen und nimmt Kollateralschaden für die "gute Sache" gerne und aktiv in Kauf. Eigentlich habe ich den Anspruch von S. erfüllt. Ich habe nach sehr langer Zeit meine Komfortzone verlassen, hinterfragt was ich da eigentlich meinem Hund antue und über meinen Tellerrand geschaut. Nur war meine ursprüngliche Komfortzone R+ (und ich habe sehr viel Zeit und Geld in R+ Trainer investiert, weil sicher jemand der Meinung sein wird, ich hätte es einfach nicht richtig gemacht) und ich bin davon weggekommen. Nicht weil ich Dominanzphantasien habe, nicht weil ich in den 70er Jahren auf dem Hundeplatz war (da war ich tatsächlich noch nicht geboren), nicht weil ich Wissenschaft ablehne oder einen perfekten Hund will, der funktioniert. Sondern weil ich das bestmögliche Leben für meinen Hund möchte. Die größte Lebensqualität. Ich will, dass er am Leben teilhaben kann und nicht am Leben vorbeigemanaged wird. Ich will, dass er von seinem Umfeld nicht mehr abgelehnt wird, dass er schwimmen und rennen und spielen kann. Vielleicht öffne ich noch mal einen Thread, in dem ich unseren Werdegang beschreibe und auch noch mal erkläre, was ich damit meinte, dass in manchen Situationen eine positive Strafe den Hund überhaupt erst aufnahmefähig für Lernen und Neubewerten von Situationen machen kann. Allerdings bin ich nach unendlichen Diskussionen mit unter anderem S. echt resigniert und erfolgreich gedeckelt und muss einen günstigen Zeitpunkt raussuchen, in dem ich mich der Diskussion stellen kann. So das ist jetzt doch ziemlich off topic, aber ich musste das irgendwo loswerden und dieser Thread scheint noch am ehesten den geschlossenen Thread weiterzuführen.
Ich finde es gar nicht so of topic! Genau die gleichen Gefühle hatte ich bei S. auch und bin aus jeder Diskussion in die sie Einstieg sofort ausgestiegen.
Jetzt habe ich zwei liebe und unkomplizierte Hunde mit denen man wunderbar fast immer positiv arbeiten kann! Das schätze ich sehr und genieße es.
Das war aber nicht immer so: mein früherer Hund war ein schweres Kaliber und da haben wir uns nicht mit Kekse werfen begnügen können.
20 kg geballte Wut an der Leine die den anderen Hund ernsthaft verletzen, wenn nicht gar umbringen wollen sind kein Spaß. In diesem Moment war der Hund überhaupt nicht zugänglich und da musste man schon massiv eingreifen um Schlimmeres zu verhindern.

Und ja es war ein langer harter Weg den ich zusammen mit dem Hund und einem Trainer gegangen bin. Irgendwann war es dann soweit dass der Hund halbwegs resozialisiert war und man sogar mit ihm auf der Straße an einem anderen Hund vorbeigehen konnte ohne dass eine Katastrophe passiert ist.
Vielleicht hätte man es alles mit positivem Training lösen können, was versagt hatte, aber vermutlich wäre das mit dem Tod des Hundes geendet. Nach langer harter Arbeit konnte ich später sogar mit dem Hund in einer Showtruppe auftreten und es ging keine Gefahr mehr von ihm aus.
Dennoch blieb es immer ein schwieriger Hund und man musste ganz anders agieren und viel schneller handeln als bei anderen Hunden.
Von daher kann ich dich sehr gut verstehen was für einen harten Weg du mit deinem Nero bisher gegangen bist und vermutlich noch gehen wirst.
 
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Su
1. Feb. 13:29
Ich glaube ich verstehe was du meinst ich habe mich tatsächlich schon gefragt ob ein Forum der richtige Ort für mich ist. Klar eine Diskussion lebt von gegensätzlichen Meinungen Allerdings erwarte ich nicht für meinen Weg nur Bestätigung, brauche ich auch nicht, bei mir läuft es gerade. Aber ich habe 3 Jahre mit dem jetzigen Hund trainiert und obwohl ich mein Leben lang mit Tieren geteilt habe, (ohne eine Hundeschule besucht zu haben) klappte es hinten und vorne mit der bedürfnisorientierten Methode und diesem reizoffenem Hund nicht. Vielleicht lag es an mir aber was mir am wenigsten geholfen hat in dieser Zeit war, auch wenn berechtigt, Menschen die meinen Weg und meine Handlungen (ohne zu hinterfragen) kritisiert haben. Aber wie du auch schreibst, ein Forum ist dazu da das Meinungen ausgetauscht werden und ich habe tatsächlich auch Schwierigkeiten mich abzugrenzen. Aber ich bin hoffentlich noch lernfähig andere Meinungen nicht auf mich zu projizieren.
Es macht auf mich den Eindruck, als hätten wir teilweise ähnliche Erlebnisse gehabt.

Zwar bin ich Ersthundhalter, im Ggsatz zu Dir, habe aber auch einen sehr reizoffenen Hund bekommen.
Ich hatte mich 2 Jahre vor Hundeeinzug mit Hundehaltung, -be- und erziehung auseinandergesetzt. Im Rückblick muß ich sagen, die vielen verschiedenen Ansätze, Meinungen und Empfehlungen waren alle sehr unterstützend gemeint, haben mich aber sehr von meinen Bauchgefühl weggebracht.
Die Hundeschule in der wir waren arbeitete ausschließlich positiv verstärkend, was uns persönlich nicht wirklich weitergebracht hat, es wurde eher schlimmer. Nach 1 1/2 Jahren habe ich dann glücklicherweise einen Trainer gefunden, der uns sehr half und das auch noch in kurzer Zeit (ohne Gewaltanwendung, was ja eine Selbstverständlichkeit ist!).

In zwei Threads hatte ich eingebracht, was uns geholfen hat und bin dafür recht angegangen worden (sogar das Wort Tierschutz fiel recht schnell). Nach Hintergründen wurde nicht gefragt.

Mein Fazit: Ich halte mich zurück, benenne nur noch Positives, lese still mit, wenn mich etwas interessiert. Die Eröffnung eines eigenen Threads ist inzwischen keine Option mehr für mich, obwohl ich gerne Fragen stelle und dazu lerne. Schade.
 
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Steffi
1. Feb. 14:14
Ich habe immer gedacht, dass eine Beziehung persönlicher sein muss, um toxische Mechanismen / Wirkung freisetzen zu können. Nach den so offen und mutig geschilderten Erfahrungen einiger Mitglieder hier, ist das offenbar auch in einem doch sehr anonymen Forum möglich...
Ein wichtiges Thema, Danke Katrin.
 
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Selina
1. Feb. 15:23
Ich hatte das Wochenende meine Familie zu Besuch und wir waren bei Holiday on Ice, was wirklich eine tolle Show war, kann ich jedem nur empfehlen! Jetzt sind sie gerade gefahren, ich habe das große Drama im Forum (zum Glück?) verpasst und mich nun durch den geschlossenen Thread durchgewühlt, bin zumindest auf S. Entschuldigung gestoßen und ärgere mich ein wenig, dass ich mich gar nicht mehr äußern konnte, denn der eine Beitrag von mir, zu dem ich mich hinreißen ließ, wurde glaube ich mindestens einmal hinterfragt bzw es wurde um Erläuterung gebeten. Zur toxischen Bubble kann ich nur sagen, dass ich meinen Account jetzt bestimmt schon 3 oder 4 Mal gelöscht habe, immer mit mehreren Monaten Pause. Das hätte ich S. gerne noch mitgeteilt. Nicht um auf sie einzutreten, wenn sie am Boden liegt, sondern zusätzlich die Augen etwas zu öffnen. Denn ich habe mich durch S. und ihren Freundeskreis hier regelrecht gemobbt gefühlt (und ich nutze das Wort nicht leichtfertig!). Sie hat nicht nur "genervt", wie sie es geschrieben hat, sondern andere Menschen zutiefst verletzt, gekränkt und psychisch belastet und es haben sich einige verabschiedet. Mein Postingverhalten im Forum hat sich sehr eingeschränkt, in Erziehungssachen melde ich mich kaum noch zu Wort, ich beschränke mich auf Tratsch und was hat mich gefreut Posts. Unter anderem wegen S., die hier nach ihrem Abgang weiter Lobeshymnen für ihren "Einsatz" bekommt. Und das finde ich macht das toxische in der Bubble aus. Man wird völlig blind für die Gefühle des Gegenübers, der Zweck heiligt die Mittel. Hinter den Methoden stehen Menschen, hinter den Menschen Geschichten und Erfahrungen. Das ist aber egal, man will nur den Glaubenskrieg gewinnen und nimmt Kollateralschaden für die "gute Sache" gerne und aktiv in Kauf. Eigentlich habe ich den Anspruch von S. erfüllt. Ich habe nach sehr langer Zeit meine Komfortzone verlassen, hinterfragt was ich da eigentlich meinem Hund antue und über meinen Tellerrand geschaut. Nur war meine ursprüngliche Komfortzone R+ (und ich habe sehr viel Zeit und Geld in R+ Trainer investiert, weil sicher jemand der Meinung sein wird, ich hätte es einfach nicht richtig gemacht) und ich bin davon weggekommen. Nicht weil ich Dominanzphantasien habe, nicht weil ich in den 70er Jahren auf dem Hundeplatz war (da war ich tatsächlich noch nicht geboren), nicht weil ich Wissenschaft ablehne oder einen perfekten Hund will, der funktioniert. Sondern weil ich das bestmögliche Leben für meinen Hund möchte. Die größte Lebensqualität. Ich will, dass er am Leben teilhaben kann und nicht am Leben vorbeigemanaged wird. Ich will, dass er von seinem Umfeld nicht mehr abgelehnt wird, dass er schwimmen und rennen und spielen kann. Vielleicht öffne ich noch mal einen Thread, in dem ich unseren Werdegang beschreibe und auch noch mal erkläre, was ich damit meinte, dass in manchen Situationen eine positive Strafe den Hund überhaupt erst aufnahmefähig für Lernen und Neubewerten von Situationen machen kann. Allerdings bin ich nach unendlichen Diskussionen mit unter anderem S. echt resigniert und erfolgreich gedeckelt und muss einen günstigen Zeitpunkt raussuchen, in dem ich mich der Diskussion stellen kann. So das ist jetzt doch ziemlich off topic, aber ich musste das irgendwo loswerden und dieser Thread scheint noch am ehesten den geschlossenen Thread weiterzuführen.
Liebe Julia, vielen Dank für deine ehrlichen Worte, die ich in allen Bereichen nachvollziehen kann. In Erziehungsfragen lese ich mittlerweile auch nur noch mit und antworte selten. Nicht weil ich Angst vor einer Diskussion habe sondern weil ich eher die Befürchtung habe für meine aktuelle Erziehungsmethode gelyncht zu werden, da ich nicht ausschließlich mit Baileys positiv trainieren kann. Als ich mit Dogorama angefangen habe, habe ich oft über das positive Training gelesen und es ebenfalls als das einzig wahre angesehen, aber dabei den Charakter meines Hundes außer Acht gelassen. Ich habe mir mit 11 Monaten einen Hund erzogen, der an mir hoch gesprungen und zugeschnappt hat, wenn er meine Anweisung scheiße fand. Mittlerweile ist das kein Thema mehr, aber auch mehrere Hundetrainer haben mir bestätigt, dass Baileys kein einfacher Hund ist, keiner der sich unterwirft oder der sich von einem Trainer (Trainereffekt) beeindruckend lässt. Ich habe mir auch einen Hund gewünscht, der einfach zu händeln ist, aber noch mehr wünsche ich mir, dass er runterfahren- und mit mir an der Gesellschaft teilnehmen kann, wie es andere Hunde auch können. Dafür führen wir aktuell unschöne Diskussion, lange, oft und emotional komme ich ehrlich gesagt an meine Grenzen. Ich kann es mir aber nicht erlauben, dass ein anderer Hund durch meinen Hund vielleicht sogar verletzt wird. Als Management nutze ich hier den Maulkorb und durch das Training erhoffe ich mir, dass dieser auch bald wieder Geschichte sein wird.

Das ist auch eher Off-Topic, aber vielleicht lesen das ein paar Menschen und hinterfragen demnächst zuerst bevor Sie verurteilen. Ich glaube jeder würde wollen, dass sein Hund einen perfekten Will-to-please hat, aber manchmal kommt ein Hund mit seinen eigenen Ecken und Kanten und zwingt den Hundehalter anders ans Training zu gehen als man erhofft hatte.
 
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Momo
1. Feb. 15:33
Ich habe immer gedacht, dass eine Beziehung persönlicher sein muss, um toxische Mechanismen / Wirkung freisetzen zu können. Nach den so offen und mutig geschilderten Erfahrungen einiger Mitglieder hier, ist das offenbar auch in einem doch sehr anonymen Forum möglich... Ein wichtiges Thema, Danke Katrin.
Bei mir ist es so, dass ich das gegenseitige Unverständnis nicht nur im Internet sondern im ganz allgemeinen Umgang miteinander erlebe.
Ich bin allgemein sehr tolerant unterwegs und bekomme dadurch auch privat viele Richtungen und Meinungen mit.
Was ich aber die letzten Jahre verstärkt merke ist, dass durch die Bestätigung in den einzelnen Gruppen im Internet, eine zunehmend eingeschränkte Sicht auf Andere stattfindet. Nicht nur bei den Hundemenschen. Leider findet dann oft keine wirkliche Diskussion mehr statt sondern viele nehmen für sich in Anspruch das nur ihr Weg der richtige ist was ja auch noch in Ordnung ist
aber oft wird erwartet das dann bitte schön der Weg auch für die Anderen der Richtige sein muss.

Ich glaube das macht es für mich persönlich selbst wenn ich mich hier noch nie selbst persönlich angegriffen gefühlt habe. Habe ja auch noch nicht so viel geschrieben.
Natürlich darf man diskutieren und auch eine andere Meinung haben, bitte nicht falsch verstehen.
 
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Mel und
1. Feb. 15:38
Ich habe immer gedacht, dass eine Beziehung persönlicher sein muss, um toxische Mechanismen / Wirkung freisetzen zu können. Nach den so offen und mutig geschilderten Erfahrungen einiger Mitglieder hier, ist das offenbar auch in einem doch sehr anonymen Forum möglich... Ein wichtiges Thema, Danke Katrin.
Das ging mir ehrlich gesagt ähnlich. Ich hätte auch nicht gedacht, dass in einem so anonymen Rahmen derartig krasse Dynamiken entstehen können. Gerade deshalb finde ich es so wichtig, dass hier jetzt offen darüber gesprochen wird. Nur so wird sichtbar, was Worte – auch online – bei Menschen auslösen/anrichten können.

Ich selbst schaffe es sehr gut, mich von solchen Diskussionen abzugrenzen. Wenn ich die App schließe, ist sie eigentlich auch direkt aus meinem Kopf – es sei denn, es geht um Tierquälerei oder sowas.
Ob mich jemand in diesem Forum für meine Erziehung verurteilt, prallt echt an mir ab. Ich habe in meinem Leben schon sehr viel "Scheiße gefressen" und gelernt, bestimmte Dinge einfach nicht mehr an mich ranzulassen.
Nobody’s perfect.
 
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Katrin
1. Feb. 16:26
Ich bin von Haus aus mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein ausgestattet so das mir verbale Angriffe von Fremden echt egal sind. Ich gehöre aber auch eher zu den brutal direkten Menschen. Das bedeutet das ich mich auch ständig daran erinnern muss alles erstmal weniger frei Schnauze zu schreiben. Gelingt mir sicher auch nicht immer. Die eigene Persönlichkeit zeigt sich halt ganz oft auch im Schreibstil und das kann dann doch auch mal härter klingen für den Leser wie es vom Schreiber eigentlich gemeint war.