Ich beschäftige mich – praktisch und theoretisch – seit Jahren mit den Auswirkungen von sozialem Stress, Ausgrenzung und vermehrt nun auch digitaler Dynamik auf die seelische Stabilität.
Was mir immer mehr begegnet ist, dass digitale Auseinandersetzungen oft nicht „nur Meinungsaustausch“, sondern – gerade durch Wiederholung, Gruppendynamiken und fehlende nonverbale Einordnung – erheblichen psychischen Druck erzeugen können. Dazu gibt es inzwischen eine recht klare Studienlage, auch aus Deutschland. Das betrifft nicht nur Jugendliche - wo man ja mittlerweile schon genauer hinschaut -, sondern ausdrücklich auch Erwachsene.
Ich versuche in Kommentaren bewusst sachlich zu bleiben, gerade weil ich weiß, wie schnell Diskussionen kippen können. Trotzdem kann ich gut nachvollziehen, dass Beharrlichkeit, das Gefühl missverstanden zu werden oder permanent erklären zu müssen, emotional sehr zermürbend sein können. Das Gefühl in einen Tunnel zu geraten, kenne ich auch. Das ist menschlich und kein Zeichen von „Überempfindlichkeit“.
Mir hilft es, dass ich mir gelegentlich bewusst mache, dass - wie schon gesagt wurde - hinter jedem Beitrag ein Mensch mit eigener Geschichte, Belastbarkeit und Grenze sitzt – auch dann, wenn man inhaltlich nicht übereinstimmt. Zurückhaltung im Ton schadet selten - bloßstellende und verletzende Äußerungen schon.
Ich finde den Thread übrigens toll und könnte mir vorstellen, dass der ein oder andere User/Userin davon profitieren könnte hier mal reinzuschauen ☺️