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Maria
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 82
zuletzt 18. Jan.

KI und Hundehaltung

Hallo, auf Dogorama ist KI bei den Nutzern hauptsächlich in der Bilderstellung sichtbar. Nutzt ihr KI noch für andere Zwecke? Arbeitsbedingungt spiele ich viel mit Copilot, dem Tool von Microsoft rum. Da gebe ich auch immer wieder Fragen zu den Hunden ein. Heute habe ich bspw. ein Foto eines Urinteststreifens eingespielt und der wurde dann für mich interpretiert. Interessanterweise hat er die Ergebnisse für zwei Hunde unterschiedlich interpretiert. Im Anschluss habe ich mir einen Ernährungsplan nach traditioneller chinesischer Medizin erstellen lassen. Gut finde ich, dass der Copilot immer dazu schreibt, dass die Aussagen fehlerhaft sein können. Ich empfinde es aber als eine sehr gute Grundlage für ein weiteres Vorgehen, z.B. für Gespräche mit der Tierärztin etc. Wie seht ihr das?
 
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SandrA
17. Jan. 13:13
Wichtig für mich in diesem Zusammenhang ist der Begriff 'Beschreibung', d.h. dass man die unterschiedlichen neurologischen Typen ohne Bewertung betrachtet. Unterschiede sind in meinen Augen nicht schlecht sondern bieten Chancen. Was mich wirklich betroffen gemacht hat ist, dass zwei junge Menschen in meinem Freundes und Familienkreis bestimmte Eigenschaften 'maskiert' haben. Mein Neffe hat sich mit einer unerkannten Leseschwäche durch das starre Korsett eines bayrischen Gymnasiums zum Abitur gekämpft. Mein Patenkind hat sich als junger Erwachsener diversen Untersuchungen unterzogen, um für sich herauszufinden 'was ist das, was mich von anderen unterscheidet'..Ganz klare ADHS- Diagnose, die für ihn befreiend war.
Da bin ich absolut bei dir und du beschreibst genau meinen Punkt. Diversität und entsprechende Bedürfnislagen beschreiben zu dürfen, ohne sie sofort zu bewerten oder zu pathologisieren.
Unterschiede sind nicht gut oder schlecht, sie eröffnen Möglichkeiten und Perspektiven.

Deine Beispiele zeigen sehr eindrücklich, was passiert, wenn Normalität als starres Ideal wirkt: Maskieren, Durchhalten, Anpassen und das oft auf Kosten der eigenen Gesundheit.

Wird Normalität stattdessen als Bezugsrahmen verstanden, der sich ständig neu aushandelt, kann er zur Grundlage für Unterstützungsmaßnahmen werden und nicht zum Instrument der Stigmatisierung.

Ich glaube, Scham würde deutlich weniger, wenn das Tabu verschwände.
Menschen könnten selbstverständlicher über Unterschiede sprechen und sich Unterstützung oder Barriereabbau holen, ohne sich rechtfertigen zu müssen.

@Lisa-Eileen:
Danke übrigens für deinen großartigen Beitrag und deine Innenperspektive, die immer so viel anschaulicher als abstraktes theoretisches Erklären wirkt🙏☺️
 
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Yvonne
17. Jan. 13:19
https://dogorama.app/de-de/forum/Gesundheit/Roentgenbilder_interpretieren-tt3fK95IMStoZXASuO36/ Hier zB ist es recht offensichtlich, was der ChatGPT Beitrag ist. Völlig ok in dem Fall, aber es auch so zu kennzeichnen hätte ich gut gefunden.
Ach ok., ja, die eine Antwort dazu, ist mir tatsächlich aufgefallen, aber ich hab‘ da nicht sofort an KI gedacht, weil das Thema KI bei mir persönlich kaum präsent ist (also, ich habe mir dazu noch nicht so viele Gedanken gemacht).

Ich hatte Texte meiner Website von der zur Verfügung gestellten KI erstellen lassen, war dann aber doch irgendwie enttäuscht und habe alle zu mind. 50% überarbeitet.
Was natürlich immer noch eine „Ersparnis“ von 50% Aufwand ist 😅
 
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A.
17. Jan. 13:40
Als Laie muss man natürlich vorsichtig sein, und sollte sich nicht blind darauf verlassen. Unterstützend liefert die KI in der Medizin aber mittlerweile sehr gute Ergebnisse. https://www.mdr.de/wissen/medizin-gesundheit/news-chatgpt-besser-als-aerzte-bei-klinischen-schlussfolgerungen-100.html
Die Ärzte in der Klinik sind dazu aufgeklärt worden, vorsichtig zu sein mit KI . Wenn die Eingabe nicht zu 100% beschrieben wird, ergibt es ein falsches Ergebnis. Die Zufriedenheit ist nicht so gegeben.
 
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Maria
17. Jan. 16:06
Ja, genau, Menschen sind nicht per Se neurodivergent oder neuronormativ – sie werden es in Relation zu einem bestimmten Bezugsrahmen. In einem Umfeld, das zu den eigenen Denk-, Kommunikations- oder Wahrnehmungsweisen passt, entstehen auch keine Barrieren. In einem anderen Kontext können dieselben Eigenschaften aber als „abweichend“ markiert werden. Ich habe z. B. ein Buch über einen Rollstuhlfahrer gelesen, der beschrieben hat, dass er sich in den USA kaum eingeschränkt gefühlt hat, nicht, weil er weniger beeinträchtigt, sondern weil die Umgebung barrierearm gestaltet war. Die Einschränkung lag also vor allem im System. Auch die sog „Lernbehinderung“ ist stark kontextabhängig. Vor Industrialisierung und standardisierter Schulbildung wären viele heutige Diagnosen gar nicht relevant gewesen, weil der Bezugsrahmen ein anderer war. Und ich gebe dir recht, dass die Begriffe Neurodiv. und Neuronorm. aus einer eher defizitorientierten Diagnosetradition stammen. In neueren Ansätzen wird er aber relational verstanden, als Beschreibung von Passung oder Nicht-Passung zwischen Person und System. Das fühlt sich widersprüchlich an, kann aber durchaus auch Zeichen des Übergangs sein.😅
Ich finde den Begriff für deine Definition unpassend. Die Beschreibung erinnert mich mehr an den typischen “Sympromtraeger” aus der systemischer Therapie.

Woher hast du die Definition? So wie ich gelesen habe, sollte der Begriff “neurodivergent” die Stigmatisierung, die Autismus und Co. (also Diagnosen) mit sich bringen aufheben.

Übrigens glaube ich nicht, dass jeder, der “abweicht” nicht Teil eines Systems sein kann. Viele Menschen mit ADHS sind ja zB. durchaus beruflich erfolgreich.
 
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Maria
17. Jan. 16:15
Neurodivergent sind Autisten, ADHSler, AuDHDler was Neurotypen sind also wie deine Gehirnstruktur gebaut ist. Je nachdem verarbeitet das Gehirn Reize viel extremer und ist viel Reizempfindlicher und empfänglicher zb aber mam kommuniziert zb auch sehr direkt und ehrlich, wohingegen zb neurotypische Menschen sogenannte Alisten (kp obs richtig geschrieben ist🙊) oft sehr abgestumpft sind im Vergleich zu neurodiversen Menschen, es gibt zwischen ihnen oft Missverständnisse und Streits weil sie die Welt ganz anders wahrnehmen. Sie meinen oft wir Neurodivergenten wären unfreundlich, unhöflich, asozial oä weil wir ein anderes Konzept haben zu kommunizieren. Aber auch zb psychische Erkrankungen zählen teils zur Neurodivergenz. Ich weiß da jetzt nicht alle die reinzählen aber zb (k)PTBS, ich mein auch Depression. Weil es die Hirnchemie/ Struktur verändert. Also was die Vorredner sagen ist schon richtig. Die Gesellschaft, die Alisten haben vorgegeben das ihre Art und Weise DAS richtige ist und die Norm ist. Darauf ist alles aufgebaut in der Gesellschaft. Neurodivergenz wurde lange Zeit als Störung hingestellt, mittlerweile weiß man das es etwas normales ist. Jeder Mensch hat einen Neurotyp und gehört somit einem der Typen oder Mischungen daraus an. Da die Gesellschaft aber nur auf den Neurotypischen Typ Alist aufgebaut ist haben wir Neurodiversen Menschen Barrieren in der Gesellschaft weshalb es auch als Behinderung gilt weil wir durch gewisse Sachen wie sie sind behindert werden weil sie eben nicht nach unseren Bedürfnissen gemacht wurden. Also ich hoffe du verstehst mich.🥲😅
Hm, ist jetzt zwar ab vom Thema, aber interessant. :)

Ich kenne irgendwie niemanden, den ich als neuronormativ einstufen könnte. Eine Freundin von mir ist quasi der Inbegriff von normal (verheiratet, zwei Kinder, Haus, beruflich erfolgreich. Aber sie ist ein unheimlich wacher Mensch, sehr achtsam und sie eckt oft an. Und sie sieht z.B. Menschen und Dinge als Farbe (der Donnerstag ist grün). Was ist sie dann?

Mein Vater war immer über angepasst, hat gearbeitet bis zum umfallen, war also ein “harter Hund”. Konsequenz: Alkohol, Diabetes, latente Depression und jetzt ganz arge Verbitterung. Was ist der?
 
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SandrA
17. Jan. 16:21
Ich finde den Begriff für deine Definition unpassend. Die Beschreibung erinnert mich mehr an den typischen “Sympromtraeger” aus der systemischer Therapie. Woher hast du die Definition? So wie ich gelesen habe, sollte der Begriff “neurodivergent” die Stigmatisierung, die Autismus und Co. (also Diagnosen) mit sich bringen aufheben. Übrigens glaube ich nicht, dass jeder, der “abweicht” nicht Teil eines Systems sein kann. Viele Menschen mit ADHS sind ja zB. durchaus beruflich erfolgreich.
Ich wüsste nicht, dass es eine verbindliche, einheitliche Definition gibt und verwende den Begriff nicht diagnostisch, sondern konzeptionell, im Sinne eines biopsychosozialen Denkmodells und eines sozialen Modells von Behinderung.
 
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Maria
17. Jan. 16:26
Ich wüsste nicht, dass es eine verbindliche, einheitliche Definition gibt und verwende den Begriff nicht diagnostisch, sondern konzeptionell, im Sinne eines biopsychosozialen Denkmodells und eines sozialen Modells von Behinderung.
Das erschwert natürlich das Verständnis und die Verständigung darüber. Ich werd mich diesbezüglich mal mit Copilot unterhalten und schlage damit den Haken zurück zur KI. 😁
 
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SandrA
17. Jan. 16:35
Das erschwert natürlich das Verständnis und die Verständigung darüber. Ich werd mich diesbezüglich mal mit Copilot unterhalten und schlage damit den Haken zurück zur KI. 😁
Sehr gerne 😅
 
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Lisa-Eileen
17. Jan. 17:26
Wichtig für mich in diesem Zusammenhang ist der Begriff 'Beschreibung', d.h. dass man die unterschiedlichen neurologischen Typen ohne Bewertung betrachtet. Unterschiede sind in meinen Augen nicht schlecht sondern bieten Chancen. Was mich wirklich betroffen gemacht hat ist, dass zwei junge Menschen in meinem Freundes und Familienkreis bestimmte Eigenschaften 'maskiert' haben. Mein Neffe hat sich mit einer unerkannten Leseschwäche durch das starre Korsett eines bayrischen Gymnasiums zum Abitur gekämpft. Mein Patenkind hat sich als junger Erwachsener diversen Untersuchungen unterzogen, um für sich herauszufinden 'was ist das, was mich von anderen unterscheidet'..Ganz klare ADHS- Diagnose, die für ihn befreiend war.
Ging mir genauso, bis vor 2 Jahren oder so wo ichs gemerkt und rausgefunden hab und dann sehr viel drüber informiert habe dachte ich immer ich sei kaputt.
So wird man ja auch behandelt.
"Du musst dies und das können", "in deinem Alter kann man aber schon dies und das".
Ey Krise.
Früher hielt meine Mum mich für unhöflich weil ich fremden die mir was nettes gesagt oder mir was gegeben haben wohl nicht danke gesagt hätte oä, ich weiß es nurnoch aus ihrer Erzählung.
Oft hätte ich mit anderen (vorallem fremden) nicht gesprochen.
Sie hat sich immer gewundert weil ich doch eigentlich gut erzogen bin.
Heute weiß ich (und sie dadurch auch) das ich durch meine Autismus Seite mutistisch bin.
Früher wars Fremden gegenüber tatsächlich generalisiert, jetzt ists nurnoch in Situationen die mich überfordern, dann verfall ich auch oft in nen Shutdown was ich zb vorher auch nicht wusste was es ist und das es das gibt.
Oder selten auch mal ein Meltdown wenn ich wieder völlig reizüberflutet oder überfordert bin oder Leute total übergriffig und dann wundert man sich wieso ich "ausraste" oder in Tränen ausbreche.
Seit ich das alles weiß versteh ich mich, kann andere dafür sensibilisieren und mich selbst besser lesen und Sachen einordnen.
Zum anderen hilft mir da aber auch eben mein Assistenzhund weil ich oft in Emotionen reinrutsche und da drin häng und das net merke.
So zeigt er mir zb wenn ich sauer bin, dadurch das ich das merke weiß ich das meine Grenze iwo überschritten wurde (egal ob ich mich übernommen hab oder jemand anderes was übergriffiges gemacht hat) und kann dann eben etwas machen um mich zu regulieren damit ich nicht wieder in nen Meltdown oder Shutdown rutsche.
Es ist echt mega krass was das alles ausmacht.
Deswegen find ich Aufklärung darüber auch sau wichtig, viele wissen immernoch viel zu wenig oder es gibt Stigma usw.
 
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Lisa-Eileen
17. Jan. 17:39
Hm, ist jetzt zwar ab vom Thema, aber interessant. :) Ich kenne irgendwie niemanden, den ich als neuronormativ einstufen könnte. Eine Freundin von mir ist quasi der Inbegriff von normal (verheiratet, zwei Kinder, Haus, beruflich erfolgreich. Aber sie ist ein unheimlich wacher Mensch, sehr achtsam und sie eckt oft an. Und sie sieht z.B. Menschen und Dinge als Farbe (der Donnerstag ist grün). Was ist sie dann? Mein Vater war immer über angepasst, hat gearbeitet bis zum umfallen, war also ein “harter Hund”. Konsequenz: Alkohol, Diabetes, latente Depression und jetzt ganz arge Verbitterung. Was ist der?
Warscheinlich auch eben Neurodivergente Menschen.
Neurotypen werden ja auch vererbt, dein Vater hört sich sehr nach ADHSler an, oft neigen sie zu Alkohol und anderen Drogen um iwie zu kompensieren und klarzukommen.
Mein Ex und meine beste Freundin sind auch beides sehr stark ausgeprägte ADHSler (beide auch wie ich AuDHD aber ADHS Seite ist ausgeprägter) und beide Drogenabhängig.
Er ist Alkoholiker und sie war auch Gras, Alkohol und Zigaretten abhängig, wobei sie mittlerweile relativ clean geworden ist.
Depression ist auch oft ein Begleiter weil man sich halt so krass überanpassen muss und nicht man selbst sein darf in der Gesellschaft, das macht natürlich krank.
Depression zeigt dir eigentlich immer an das etwas in deinem Leben nicht stimmt, etwas dir schadet.
Sie entsteht meist aus unterdrückten negativen Gefühlen.
Bin selbst schwer depressiv und hab dazu noch ne Dystemie.
Psychologie ist eins meiner Special Interests, also wenn du da Fragen hast oder Hilfe bei sowas brauchst kannst du mir auch gern privat schreiben.
Glaub sonst spreng ich hier noch den Rahmen.
Was ich aber noch sagen wollte, neben der Vererbung ist es tatsächlich auch so das Neurodiverse Menschen sich echt anziehen, deswegen ists oft so das man von anderen Autisten/ ADHSlern diagnostiziert wird bevor man es dann richtig vom Therapeuten bekommt (falls man da überhaupt hingeht).
Ist echt witzig, ist wirklich so.
Eigentlich alle meine Freunde und auch viele Bekannte sind tatsächlich neurodivers.
Bevor ich es bei mir wusste haben meine (bereits diagnostizierten) Autisten Mitbewohner auch immer gesagt "boah, Lisa du bist ja autistischer als ich!".🤣
Also kann gut sein das du da auch gleichgesinnte angezogen hast.😬