Hirtenhunde ist der Überbegriff, Hütehunde und Herdenschutzhunde sind, wie schon geschrieben wurde, komplett unterschiedlich.
Herdenschutzhunde sind erst mit 3 oder später ausgewachsen. Sie sehen süß und knuffig aus aber irgendwann merken sie, dass sie Herdenschutzhunde sind.
Kommt natürlich auch auf die Mischung an aber es kann sein, dass man dann einen Hund hat, der das ganze Haus zusammenbellt, der keine Gäste mehr in die Wohnung lässt, der andere Menschen, Hunde, Radfahrer... blöd findet wenn sie in seinem Revier unterwegs sind.
Kann sein, dass der Hund grundsätzlich hinterfragt ob deine Entscheidung richtig ist, kann sein, dass der Hund sagt, so, das regle ich auf meine Weise, kann sein, dass du den Hund nicht mitnehmen kannst weil er keinen Bock auf Café, Restaurant, viele Leute hat.
Kann sein, dass dein Hund null Bock auf Auslauf hat weil er in dieser Zeit sein Revier nicht ausreichend bewachen kann.
Kann sein, dass dein Hund sich hinsetzt und die Gegend beobachten will anstatt mit dir eine große Runde zu drehen.
Kann sein, dass der Hund viel lieber draußen im Garten sein möchte als in deiner Wohnung.
Kann sein, dass du den Hund nicht einfach mal so jemandem geben kannst zum Gassi gehen oder wenn du ohne Hund in den Urlaub möchtest.
Für einen HSH braucht man extrem viel Geduld und Verständnis, sie ticken anders und man muss sich sehr gut mit den Verhaltensweisen dieser Hunde auseinandersetzen. Mit Zwang, Ungeduld, Druck erreicht man nichts. Es ist eine Teamarbeit, man muss Sicherheit und Ruhe ausstrahlen, der Hund muss sich auf den Menschen einlassen, ihm vertrauen und ihn akzeptieren als jemand, der weiß wo es langgeht. Gegenseitiger Respekt, Achtung und Klarheit! Ich muss als Mensch dazu in der Lage sein, dem Hund mitzuteilen, dass ich eine Situation im Griff habe und es regeln kann, ansonsten übernimmt der Hund!
Auch ein Herdenschutzhund ist erziehbar, Dinge wie Sitz, Platz, Bleib...usw lernen sie schnell aber immer wieder hinterfragen sie es und wenn sie in dem Augenblick zb nicht sitzen wollen dann entscheiden sie sich eben anders.
Für mich ist ganz klar ein eingezäunter Garten eine Voraussetzung, ob und wieviel der Hund ihn tatsächlich nutzen möchte ist eine andere Frage aber er muss grundsätzlich die Möglichkeit haben!
Soziale Kontakte funktionieren jetzt vielleicht noch, das kann sich auch noch ändern wenn der Hund ausgewachsen ist.
Und ja, ein Mioritic ist ein HSH!
Es sitzen so viele Herdenschutzhunde in deutschen Tierheimen weil die Menschen einfach nicht ahnen was das für Hunde sind oder sein können oder nicht darüber nachdenken wollen weil es fast nix
Süsseres gibt als ein kleines Herdenschutzhundbaby, plüschig, knuffig, wie ein kleines Kuschelstofftier, dass daraus aber mal ein Hund wird mit durchaus 40-60 kg und er einfach gewisse Gene in sich trägt, das wird dann im Zustand der Verliebtheit ausgeblendet.
Ich bin großer Herdenschutzhundfan aber man muss realistisch sein, klar und sich wirklich bewusst machen was das für Tiere sind!
Ich hoffe, dass ihr eine Entscheidung trefft, die für alle passend ist und die Bedürfnisse von allen Beteiligten berücksichtigt werden.