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Julia 🐾Nero
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Anzahl der Antworten 43
zuletzt 1. Jan.

Unterschätzte orthopädische Einschränkungen durch Hundegeschirre?

Ich wollte Nero ein neues Geschirr kaufen und habe mich ein bisschen mit der wissenschaftlichen Lage zum Thema Hundegeschirr beschäftigt. Und die Erkenntnise sind sehr ernüchternd. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen schränken alle Geschirre die Schulterbewegung ein. Auch komplett ohne Zug ändern Hunde, die ein Geschirr tragen das natürliche Gangbild, verlagern das Gewicht und die Einschränkung der Schulterbewegung wirkt sich auf Ellbogen und Fußwurzel aus. Überraschend war für mich, das beliebte Y-Geschirr schränkt die Schulter mehr ein, als das klassische Brustgeschirr, auch Norweger Geschirr genannt. Wenn man sich mit richtigen Zuggeschirren auseinander setzt ist auch ersichtlich wieso, das Y-Geschirr liegt großflächig direkt auf der Schulter auf. Das Geschirr ist irgendwie zu einem Symbol für Tierschutzkonformität und zum Lifestyle Produkt geworden. Viele Leute, die ihren Hund am Halsband führen ziehen ihm trotzdem ein Geschirr an (wird ja auch oft als Set verkauft). Auch im Freilauf tragen Hunde das Geschirr. Warum? Für einen leinenführigen, abrufbaren Hund scheint ein Halsband, eine Retrieverleine oder sogar eine Kette die orthopädisch gesündeste Option zu sein. Zumal viele Hunde Geschirre auch gar nicht mögen. Für spezielle Trainingszwecke oder Sportarten gibt es extra Geschirre, die werden aber ausschließlich für die Arbeit getragen und für die Freizeit ausgezogen. Was meint ihr dazu?
 
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Sabine
1. Jan. 23:01
Ich wollte noch mal kurz anmerken, dass man natürlich eine Kosten Nutzen Abwägung zum Wohle des Hundes anstellen muss. Ein Sicherheitsgeschirr bei einem TS oder Angsthund ist selbstverständlich absolut notwendig. Mir ging es hauptsächlich um leinenführige Hunde, die keine besonderen Probleme haben. Und da habe ich oft den Eindruck, dass das Geschirr einfach aus Prinzip und nicht Notwendigkeit vorgezogen oder einfach so zusätzlich angezogen wird (weil es irgendwie zum Must-have geworden ist), obwohl die Leine oft sogar am Halsband hängt.
Ich habe aufgrund deines Eindrucks mal alle mir näher bekannten Hunde durchgedacht (ca. 30). Keiner ohne die Schleppleinenproblematik oder junge, noch nicht leinenführige Hunde, trägt "freiwillig" nur oder zusätzlich Geschirr. Deutlich überwiegend wird nur Halsband getragen.
 
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Jasmin
1. Jan. 23:03
Mal zu den reaktiven Hunden. Da sollte man doch mehr Kontrolle über den Hund Haben. Was am Geschirr sich schwierig gestaltet. Wenn ein Hund in die Leine geht macht er das egal ob am Geschirr oder am Halsband in beiden Fällen sollte es sich nicht lohnen. Es gibt ja auch Trainings Geschirr mit Brustring da kann man doch genauso gut den Hund am Halsband führen, da sehe ich jetzt nicht viel Unterschied und sogar das Halsband für angenehmer.
Sehe es wie Sabine Bär ein reaktiver Hund hat für mich beides dran. Ich finde da tatsächlich den Steg zum zusätzlichen halten sehr praktisch. Außerdem wenn es schon zu spät ist und der Hund unkontrolliert in die Leine donnert sehe ich es als contraproduktiv wenn dann noch ein Schmerzreiz oder der Druck auf den Kehlkopf ausgeübt wird. Aber das ist off-topic
 
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Jasmin
1. Jan. 23:05
Ich wollte noch mal kurz anmerken, dass man natürlich eine Kosten Nutzen Abwägung zum Wohle des Hundes anstellen muss. Ein Sicherheitsgeschirr bei einem TS oder Angsthund ist selbstverständlich absolut notwendig. Mir ging es hauptsächlich um leinenführige Hunde, die keine besonderen Probleme haben. Und da habe ich oft den Eindruck, dass das Geschirr einfach aus Prinzip und nicht Notwendigkeit vorgezogen oder einfach so zusätzlich angezogen wird (weil es irgendwie zum Must-have geworden ist), obwohl die Leine oft sogar am Halsband hängt.
Tatsächlich hatte ich schon die Situation dass mir jemand (ungefragt) mitgeteilt hat ich solle den Hund doch an ein Geschirr nehmen. Wir waren im Wald und er war 2 Sekunden angeleint weil ich an ihren Hunden vorbei musste. War auch so ne Begegnung der 3. Art